Selbstverständlich muss man erstmal abwarten, was wirklich geplant und gemacht wird. Aber was die jetzt schon ankündigen ist besorgniserregend und sollte jetzt schon mal vorbeugend reguliert werden. Es gibt auch andere Ideen solch globaler Art, so "Sternschnuppen auf Buchung" - noch das Harmloseste - , Sternbilder auf Bestellung, Werbungs-Projektionen in den Nachthimmel, auf Wolken oder gar den Mond, ...! Hier muss es eine internationale Rechtsprechung geben, um das zu regulieren.
Für Katastrophenhilfe ist sowas denkbar, das unterstüze ich auch.
Beleuchtung von Baustellen geht über das Ziel hinaus, nur wegen Kostenersparnis sollte das nicht sein.
Beleuchtung von Solarparks wäre dann eine Dauereinrichtung mit sehr starker Beleuchtung, das beeinträchtigt in weitem Umkreis, das geht gar nicht.
Dann lieber Solarsatelliten. ichtverschmutzung: Ist das wirklich ein Nachteil? Für Rettungsaktionen, oder Baustellenausleuchtung sehe ich das nicht so. Für Solarparks natürlich schon.
Lichtverschmutzung dieses Ausmaßes ist ein massiver Eingriff in die Umwelt. Auch und gerade in Wüstenregionen, in denen 2x pro Jahr viele Millionen Zugvögel unterwegs sind, die sich an Sternen- und Mondlicht orientieren.
Hier ist für mich die Abwägung ganz klar: Etwas mehr Solarstrom steht gegen massive Umweltbelastungen. Nein danke.
Ein Lichtkegel hätte einen Durchmesser von rund 5 Kilometern, da ist nichts mehr mit "gezielt Baustelle", und die Helligkeit soll bis hin zu Tageslichtstärke sein. Da hört der Spaß und das Recht der freien Wirtschaft auf.
Ja, 650 km sind merkwürdig. Das ist zugleich die Schwachstelle und meine Hoffnung.
Die Marketing-Versprechen stehen in Konflikt mit der Geometrie und Physik des Weltraums. Auf einer polaren, sonnensynchronen Umlaufbahn entlang der Terminator-Linie sieht der Satellit die Sonne zwar theoretisch dauerhaft. Ein Ort auf der Nachtseite der Erde ist für die Satelliten aber nicht abgedeckt. Reflect Orbital räumt selbst ein, dass ein einzelner Satellit einen Ort nur in einem Zeitfenster von maximal 2 Stunden vor bzw. nach Sonnenuntergang/Sonnenaufgang anstrahlen kann.
Wenn der Satellit tief in der Nacht steht, trifft das Licht den Boden dann tangential, so dass sich sich der Lichtkegel massiv in die Länge zieht und die Energie extrem gestreut wird. Das macht die Lichtverschmutzung noch viel stärker.
Weil ein einzelner, 18 Meter großer Spiegel das Licht auf eine 5-km-Durchmesser-Fläche verteilt, kommt am Boden aber fast nichts mehr an. Deshalb wollen sie ja 50.000 davon starken, um jederzeit zahlreiche auf einen Ort richten zu können, jeweils nur 3 bis 5 Minuten am Stück.
In der tiefen Nacht, also weit in die dunkle Seite der Erde hinein, ist eine Beleuchtung aus einer 600-700 Kilometer hohen Umlaufbahn rein physikalisch unmöglich, und damit sind meiner Meinung nach die PR-Versprechen in dieser Form irreführend und halten der physikalischen Realität nicht stand. Viele der beworbenen Szenarien sind mit der geplanten Technologie schlicht unmöglich und funktionieren nur bei klarem Himmel 1-2 Stunden nach und vor Dämmerung.
Kritiker halten das Projekt abseits der Physik ohnehin für wirtschaftlich und technisch ineffizient, und ich hoffe, sie behalten recht.