Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen

  • 378 Antworten
  • 153885 Aufrufe
*

Offline James

  • Portal Redakteur
  • *****
  • 3953
Wir engagieren uns für gerechte und nachhaltige Nutzung des Weltraums – zum Wohle der Astronomie und der Menschheit

Der Blick in den Nachthimmel und das Anblick eines endlosen Sternenmeers ist ein Erlebnis, das immer weniger Menschen noch erleben dürfen. Der Himmel wird aufgrund der zunehmenden Lichtverschmutzung von Tag zu Tag heller und lauter, was nicht zuletzt auf die wachsende Zahl von Satelliten zurückzuführen ist, die ins All geschossen werden. Während der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen besagt, dass „die Erforschung und Nutzung des Weltraums zum Nutzen und im Interesse aller Länder erfolgen und der gesamten Menschheit zustehen soll“, ist nicht jeder davon überzeugt, dass der Weltraum tatsächlich zum Wohle der Menschheit genutzt wird. Eine dieser Personen ist Betty Kioko, Referentin für institutionelle Angelegenheiten bei der ESO. In diesem Beitrag sprechen wir mit Betty über ihr Engagement für den Schutz des dunklen und ruhigen Himmels auf gerechte und nachhaltige Weise.
Eine Blogbeitrag der Europäischen Südsternwarte ESO.


Darstellung von 30000 Starlink Satelliten; Bildnachweis: ESO

Weiter im Blogbeitrag der ESO im Portal  =>  Link zum Portalartikel

Viele Grüße, die Redaktionsmitglieder

*

Offline Schillrich

  • Raumcon Berater
  • *****
  • 19865
Ich folge dem Thread bisher nur sporadisch. Hatten wir auch schon die Beeinträchtigung/Störung durch EM-/Funk-Emissionen der Satelliten? Das beeinträchtigt die Radioastronomie erheblich. Dabei geht es nicht um die genehmigten Funkbänder, sondern "unintentionel emissions" der Bordelektronik. Messungen zeigen offenbar (ich kenne einen Bericht der CNES) sehr viele "Sender".

Derzeit gibt es keine direkt anwendbaren Standards oder Regularien. EMC-Tests der Raumfahrzeuge beschränken sich auf Störungen der Subsysteme im Satelliten untereinander oder gegenüber dem Träger, aber nicht mit breitbandigen Störungen/Emissionen in die Umgebung hinaus. D.h. oft kennen Entwickler und Betreiber gar nicht "ihr ganzes Spektrum", und es gibt auch keine Pflicht das in Entwicklung und Bau zu beschränken.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"We are following you ... but not on twitter." (Futurama)

*

Offline tomtom

  • Raumcon Moderator
  • *****
  • 8680
Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

*

Offline James

  • Portal Redakteur
  • *****
  • 3953
Den obigen Artikel ins Portal übernommen:

„Jenseits der Grenze“: Eine Million Satelliten und Spiegel im Weltraum stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Nachthimmel dar

Eine neue Studie der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat ergeben, dass die aktuellen Pläne, über 1,7 Millionen Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen – darunter auch extrem helle –, „verheerende Folgen für die Astronomie“ hätten. Der Studie zufolge sollten nicht mehr als 100 000 schwache Satelliten, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, die Erde umkreisen, um unsere Fähigkeit zur Beobachtung des Nachthimmels mit modernen Teleskopen zu gewährleisten. Die Studie ist die erste, die berechnet, inwieweit große und helle Satellitenkonstellationen – die auch Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt hervorgerufen haben – astronomische Beobachtungen beeinträchtigen würden, indem sie den Nachthimmel heller machen.
Eine Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte ESO.


Dieses Bild zeigt Satelliten, die innerhalb von nur einer Stunde den Nachthimmel über dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste in Chile durchqueren. Es handelt sich um eine Bilderserie aus einem Zeitraffervideo, das am 15. Oktober 2025 etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang aufgenommen wurde. Einige der Streifen stammen von Flugzeugen und lassen sich leicht an ihren blinkenden farbigen Lichtern erkennen, doch die meisten Spuren sind auf Satelliten zurückzuführen.
Im Vordergrund sehen wir die Kuppel des Extremely Large Telescope (ELT) der ESO, des weltweit größten optischen/Infrarot-Teleskops, das derzeit auf dem Cerro Armazones im Bau ist. Dahinter sind die Laser des Very Large Telescope (VLT) der ESO am Paranal-Observatorium zu sehen, das 22 km vom ELT entfernt liegt.
Bildnachweis: F. Kamphues, ESO/M. Kornmesser


Weiter in der Pressemitteilung der ESO im Portal  =>  Link zum Portalartikel

Viele Grüße, die Redaktionsmitglieder