Beeinträchtigung von astronomischen Teleskopen durch Megakonstellationen

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Offline James

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Wir engagieren uns für gerechte und nachhaltige Nutzung des Weltraums – zum Wohle der Astronomie und der Menschheit

Der Blick in den Nachthimmel und das Anblick eines endlosen Sternenmeers ist ein Erlebnis, das immer weniger Menschen noch erleben dürfen. Der Himmel wird aufgrund der zunehmenden Lichtverschmutzung von Tag zu Tag heller und lauter, was nicht zuletzt auf die wachsende Zahl von Satelliten zurückzuführen ist, die ins All geschossen werden. Während der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen besagt, dass „die Erforschung und Nutzung des Weltraums zum Nutzen und im Interesse aller Länder erfolgen und der gesamten Menschheit zustehen soll“, ist nicht jeder davon überzeugt, dass der Weltraum tatsächlich zum Wohle der Menschheit genutzt wird. Eine dieser Personen ist Betty Kioko, Referentin für institutionelle Angelegenheiten bei der ESO. In diesem Beitrag sprechen wir mit Betty über ihr Engagement für den Schutz des dunklen und ruhigen Himmels auf gerechte und nachhaltige Weise.
Eine Blogbeitrag der Europäischen Südsternwarte ESO.


Darstellung von 30000 Starlink Satelliten; Bildnachweis: ESO

Weiter im Blogbeitrag der ESO im Portal  =>  Link zum Portalartikel

Viele Grüße, die Redaktionsmitglieder

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Offline Schillrich

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Ich folge dem Thread bisher nur sporadisch. Hatten wir auch schon die Beeinträchtigung/Störung durch EM-/Funk-Emissionen der Satelliten? Das beeinträchtigt die Radioastronomie erheblich. Dabei geht es nicht um die genehmigten Funkbänder, sondern "unintentionel emissions" der Bordelektronik. Messungen zeigen offenbar (ich kenne einen Bericht der CNES) sehr viele "Sender".

Derzeit gibt es keine direkt anwendbaren Standards oder Regularien. EMC-Tests der Raumfahrzeuge beschränken sich auf Störungen der Subsysteme im Satelliten untereinander oder gegenüber dem Träger, aber nicht mit breitbandigen Störungen/Emissionen in die Umgebung hinaus. D.h. oft kennen Entwickler und Betreiber gar nicht "ihr ganzes Spektrum", und es gibt auch keine Pflicht das in Entwicklung und Bau zu beschränken.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"We are following you ... but not on twitter." (Futurama)

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Offline tomtom

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Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

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Offline James

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Den obigen Artikel ins Portal übernommen:

„Jenseits der Grenze“: Eine Million Satelliten und Spiegel im Weltraum stellen eine ernsthafte Bedrohung für den Nachthimmel dar

Eine neue Studie der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat ergeben, dass die aktuellen Pläne, über 1,7 Millionen Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen – darunter auch extrem helle –, „verheerende Folgen für die Astronomie“ hätten. Der Studie zufolge sollten nicht mehr als 100 000 schwache Satelliten, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, die Erde umkreisen, um unsere Fähigkeit zur Beobachtung des Nachthimmels mit modernen Teleskopen zu gewährleisten. Die Studie ist die erste, die berechnet, inwieweit große und helle Satellitenkonstellationen – die auch Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt hervorgerufen haben – astronomische Beobachtungen beeinträchtigen würden, indem sie den Nachthimmel heller machen.
Eine Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte ESO.


Dieses Bild zeigt Satelliten, die innerhalb von nur einer Stunde den Nachthimmel über dem nördlichen Teil der Atacama-Wüste in Chile durchqueren. Es handelt sich um eine Bilderserie aus einem Zeitraffervideo, das am 15. Oktober 2025 etwa zwei Stunden nach Sonnenuntergang aufgenommen wurde. Einige der Streifen stammen von Flugzeugen und lassen sich leicht an ihren blinkenden farbigen Lichtern erkennen, doch die meisten Spuren sind auf Satelliten zurückzuführen.
Im Vordergrund sehen wir die Kuppel des Extremely Large Telescope (ELT) der ESO, des weltweit größten optischen/Infrarot-Teleskops, das derzeit auf dem Cerro Armazones im Bau ist. Dahinter sind die Laser des Very Large Telescope (VLT) der ESO am Paranal-Observatorium zu sehen, das 22 km vom ELT entfernt liegt.
Bildnachweis: F. Kamphues, ESO/M. Kornmesser


Weiter in der Pressemitteilung der ESO im Portal  =>  Link zum Portalartikel

Viele Grüße, die Redaktionsmitglieder

Auch wenn ich absoluter Astro-Laie bin und nur ab und zu mal mit dem Feldstecher schauen gehe, nimmt mich das mit. Anfang der neunziger flog immer mal ein Satellit durch und man rief: Da!
Noch geht es selbst jetzt, da die Änderung langsam voran schreitet.
Aber dann?
Mir fällt allerdings kein einziges Beispiel ein, wo Dinge mit einem Nutzen nicht genutzt worden sind. Wir bekommen also 2 amerikanische, min. eine chinesische und dann diverse weitere Megakonstellationen. Ich vermute, auch die EU wird etwas eigenes wollen.
Der alte Sternenhimmel wird als romantische Vorstellung bleiben, so wie Urwälder und unberührte Flussmündungen.
Und es ist kein Wunder, bei 7,7 hatte ich das Lesezeichen gesetzt:
https://www.worldometers.info/world-population/

Die Astronomische Forschung wird weitergehen, entfernt von der Erde, da hab ich keine Sorge...

Schon traurig, aber wohl unvermeidbar.
Die Starlinks wurden zwar eigens erst mit einem "Sonnenschirm" ausgestattet - verworfen - und dann mit Spiegelfolien und Absorbern ausgestattet. Nun sieht man zwar nur noch sehr selten "Skytrains", die waren auch beeindruckend.
Aber die schiere Masse machts. Derzeit sind 18.000 aktive Satelliten im LEO + 3500 tote. Sechmal mehr als vor sieben Jahren, als ich mich wieder der Rumfahrt zugewendet hatte. Platz zwei ist übrigens immer noch Eutelsat mit 600, und Ariane hilft fleißig mit, die Gesamtzahl zu erhöhen. Kein Grund, nur auf die Amerikaner zu schimpfen. Bis Ende des Jahrzehnts könnten es selbst ohne KI-Satelliten 100.000 werden, allen China plant ja mehrere 10.000.
Die ESO sagt, dass die Grenze für eine noch funktionierende terrestrische Astronomie bei maximal 100.000 extrem lichtschwachen Satelliten liegt. Das wird schon bald eng. Alles darüber hinaus – insbesondere wenn die Rechenzentren oder gar Reflect Orbital kommen sollten, macht terrestrische Astronomie unmöglich.
Ich wurde nicht mehr darin investieren. Die Zeiten sind wohl vorbei.
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

Offline failsafe

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Jetzt zeichnet sich eine weitere Bedrohung irdischer astronomischer Beobachtungen ab:
die Firma Reflect Orbital möchte bis zu 50 000 Spiegelsatelliten aus reflektierender Folie zur Ausleuchtung der Erdoberfläche auf der Nachtseite in den Orbit bringen und hat dazu die Genehmigung der FCC (Federal Communications Commission) für einen ersten Testsatelliten ("Eärendil-1") von 18 m x 18 m erhalten, der noch vor Jahresende in eine Umlaufbahn von 600 bis 650 km Höhe starten soll.
Es gibt bereits heftige Proteste von Astronomen:

https://spacenews.com/fcc-approves-first-reflect-orbital-satellite/

Das die das planen war schon bekannt, aber die Genehmigung ist neu.
Ich halte das für eine Schnapsidee.
In Zeiten, in denen Lichtverschmutzung nicht nur wegen ein paar Astronomen, sondern wegen menschlichem und tierischen Wohlbefinden versucht wird, möglichst einzuschränken, kommt da eine Firma, die ganze Landstriche nachts beleuchten will, egal was die Anwohner im direkten oder benachbaren Bereich sagen? Was Insekten und Zugvögel betrifft?
In Zeitnn, in denen Beleuchtung nur noch gezielt nach unten ohne große Streuung und nur punktuell nach Bedarf erfolgen sollte, machen die ein Flutlicht an, dass bei nur mäßigem Staub oder Nebel eine kilometerhohe Lichtsäule erzeugt?
Ich hoffe sehr, dass die breite Nutzung untersagt wird.
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

Nicht zu fassen, dass die sowas genehmigen.
Nächtliche Beleuchtung ganzer Landstriche hat, auch wenn sie schwach ist, massive Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Man denke nur an Tiere die z.B. ihre Lebenszyklen an die Mondphasen anpassen.
Hauptsache es bringt Geld, egal ob der ganze Planet dabei kaputt geht.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (David Hilbert, deutscher Mathematiker 1862-1943)

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Offline James

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Das Vorhaben kommt schon im Portalertikel " Eine Million Satelliten und Spiegel" vor. Genehmigt ist jetzt, so wie ich das sehe der eine Testsatellit durch die FCC. Ich frage mich aber⁸ manchmal wie solch globale Angelegenheiten eine nationale Behörde genehmigen kann. Ja, natürlich weiß  ich das es üblich ist. Dringend werden internationale Regelungen gebraucht. So kann es einfach nicht weitergehen. Ich hoffe das  Organisationen wie ESO und IAU hier, vielleicht auch unter Aktivierung internationaler Organisationen wie der UNO versuchen dem Wild-west-tum in unser aller Orbit endlich Einhalt gebieten und zu international gültigen Regelungen finden. Es ist schon etwas spät, das heißt aber nicht das man eh nichts mehr tun kann, es ist nur um so dringender!

Also das ist jetzt wirklich komplett...mir fehlen Worte.
Doch: Prof.Farnsworth:
"I dont want to live on this planet anymore."

Online Hugo

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Ich finde, man sollte immer alle Vorteile und Nachteile faktenorientiert betrachten, bevor man laut schreit wie schlecht man etwas findet. Vor allem sollte man auch berücksichtigen, was die Gründe sind, so etwas zu machen. Nur direkt "DAGEGEN" zu schreien finde ich schwierig, wenn man nicht mal im Ansatz den Nutzen berücksichtigt.


Ziele:
  • Beleuchtung von Baustellen [1]: Wenn man damit Baustellen ausleuchten kann, spart man sich die Installation von Lichtsystemen. Baustellen können schneller starten und schneller beendet werden. An sich eigentlich eine gute Idee.
  • Such- und Rettungsaktionen[1]: Eine absolut gute Idee. Meiner persönlichen Meinung nach ist dieser Zweck der Nutzung sogar der Astronomie voranzustellen. Jeder Astronom hat seine Arbeit unverzüglich zu beenden, wenn eine Rettungsaktion notwendig ist.
  • Beleuchtung von Solarparks [1]: Wenn es funktioniert, ist auch das ein gute Idee. Ich persönlich finde, lieber habe ich nachts ein paar beleuchtete Solarparks, als ein Atomkraftwerk oder Kohlekraftwerk. Das darf natürlich jeder für selber entscheiden, mir persönlich wäre eine Batterie auch lieber, aber wenn so etwas die Strompreise nach unten drückt, warum sollte man es nicht versuchen.
  • Tageslicht im Katastrophenfall [2]: Ist ähnlich zur Rettungsaktion, aber noch eine Stufe wichtiger. Wenn nach einem Erdbeben Menschen verschüttet sind, kann Licht helfen, leben zu Retten.
  • Hilfe im Verteidigungsfall [2]: Natürlich ist Krieg immer schlecht, aber vorbereitet zu sein, ist wichtig.


Natürlich darf man auch die Nachteile nicht vernachlässigen:
  • Die Astronomie könnte gestört werden: Das würde ich persönlich auch so sehen, aber niemand weiß, wie stark. Somit bin ich persönlich der Meinung, man sollte den Testsatelliten starten und auch aktiv einsetzen. Nur so hat man selber die Möglichkeit, sich ein Bild von der Lage zu machen.
  • Lichtverschmutzung: Ist das wirklich ein Nachteil? Für Rettungsaktionen, oder Baustellenausleuchtung sehe ich das nicht so. Für Solarparks natürlich schon.


Wo noch keiner von gesprochen hat:
  • Was wäre denn, wenn man einen Solarpark in der Wüste hat und diesen damit beleuchtet? Hier ist Lichtverschmutzung egal, die CO2-Billanz wäre absolut positiv, wenn man jede Nacht Strom erzeugen könnte, auf der Erde sogar kostenlos, denn die Solaranlagen sind schon da.


Ganz am Ende muss man die Vorteile und Nachteile ins Verhältnis bringen:
  • Was ist wichtiger? CO2-Freie Energie (Nachts über den Solarpark) und dafür müssten die Astronomen auf Teleskope im Weltall umsteigen, oder Kohlekraftwerke auf der Erde, mehr CO2, mehr Klimaerwärmung?


Ideen zur Optimierung der Vorteile:
  • Gibt es Möglichkeiten, die Vorteile zu Kombinieren? Könnte man z.B. eine "Teleskop-Störungs-Steuer" einführen? Jeder Satellit, welcher die Astronomie stört, zahlt eine kleine Gebühr. In Summe kommt somit viel Geld zusammen, mit dem man ein Teleskop im Weltraum betreiben könnte.


Frage:
Warum fliegen die in 650 km Höhe? In der Höhe hätte man nur 1,5 Stunden nach und vor Sonnenuntergang die Möglichkeit, Licht zu reflektieren. Und wenn man etwas "Beleuchten" will, muss das Licht von oben kommen, was es bei 12.700 km Durchmesser der Erde kaum mögilch ist in dieser Höhe. Licht von der Seite hilft auch den Solarparkt eher weniger. Habe ich hier einen Denkfehler?


Disclaimer: Das Posting sagt nicht aus, ob ich so ein System am Ende gut oder schlecht finden würde. Diese Meinung bilde ich mir auch heute noch nicht, da ich den vollständigen Nutzen noch gar nicht kenne.


Quellen:
[1] https://spacenews.com/fcc-approves-first-reflect-orbital-satellite/
[2] https://www.heise.de/news/Reflect-Orbital-FCC-genehmigt-Test-fuer-umstrittene-Spiegelsatelliten-11360635.html

Selbstverständlich muss man erstmal abwarten, was wirklich geplant und gemacht wird. Aber was die jetzt schon ankündigen ist besorgniserregend und sollte jetzt schon mal vorbeugend reguliert werden. Es gibt auch andere Ideen solch globaler Art, so "Sternschnuppen auf Buchung" - noch das Harmloseste - , Sternbilder auf Bestellung, Werbungs-Projektionen in den Nachthimmel, auf Wolken oder gar den Mond, ...! Hier muss es eine internationale Rechtsprechung geben, um das zu regulieren.

Für Katastrophenhilfe ist sowas denkbar, das unterstüze ich auch.
Beleuchtung von Baustellen geht über das Ziel hinaus, nur wegen Kostenersparnis sollte das nicht sein.
Beleuchtung von Solarparks wäre dann eine Dauereinrichtung mit sehr starker Beleuchtung, das beeinträchtigt in weitem Umkreis, das geht gar nicht.
Dann lieber Solarsatelliten. ichtverschmutzung: Ist das wirklich ein Nachteil? Für Rettungsaktionen, oder Baustellenausleuchtung sehe ich das nicht so. Für Solarparks natürlich schon.
Lichtverschmutzung dieses Ausmaßes ist ein massiver Eingriff in die Umwelt. Auch und gerade in Wüstenregionen, in denen 2x pro Jahr viele Millionen Zugvögel unterwegs sind, die sich an Sternen- und Mondlicht orientieren.
Hier ist für mich die Abwägung ganz klar: Etwas mehr Solarstrom steht gegen massive Umweltbelastungen. Nein danke.

Ein Lichtkegel hätte einen Durchmesser von rund 5 Kilometern, da ist nichts mehr mit "gezielt Baustelle", und die Helligkeit soll bis hin zu Tageslichtstärke sein. Da hört der Spaß und das Recht der freien Wirtschaft auf.

Ja, 650 km sind merkwürdig. Das ist zugleich die Schwachstelle und meine Hoffnung.

Die Marketing-Versprechen stehen in Konflikt mit der Geometrie und Physik des Weltraums. Auf einer polaren, sonnensynchronen Umlaufbahn entlang der Terminator-Linie sieht der Satellit die Sonne zwar theoretisch dauerhaft. Ein Ort auf der Nachtseite der Erde ist für die Satelliten aber nicht abgedeckt. Reflect Orbital räumt selbst ein, dass ein einzelner Satellit einen Ort nur in einem Zeitfenster von maximal 2 Stunden vor bzw. nach Sonnenuntergang/Sonnenaufgang anstrahlen kann.

Wenn der Satellit tief in der Nacht steht, trifft das Licht den Boden dann tangential, so dass sich sich der Lichtkegel massiv in die Länge zieht und die Energie extrem gestreut wird. Das macht die Lichtverschmutzung noch viel stärker.
Weil ein einzelner, 18 Meter großer Spiegel das Licht auf eine 5-km-Durchmesser-Fläche verteilt, kommt am Boden aber fast nichts mehr an. Deshalb wollen sie ja 50.000 davon starken, um jederzeit zahlreiche auf einen Ort richten zu können, jeweils nur 3 bis 5 Minuten am Stück.

In der tiefen Nacht, also weit in die dunkle Seite der Erde hinein, ist eine Beleuchtung aus einer 600-700 Kilometer hohen Umlaufbahn rein physikalisch unmöglich, und damit sind meiner Meinung nach die PR-Versprechen in dieser Form irreführend und halten der physikalischen Realität nicht stand. Viele der beworbenen Szenarien sind mit der geplanten Technologie schlicht unmöglich und funktionieren nur bei klarem Himmel 1-2 Stunden nach und vor Dämmerung.

Kritiker halten das Projekt abseits der Physik ohnehin für wirtschaftlich und technisch ineffizient, und ich hoffe, sie behalten recht.
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

Meine persönliche Meinung: Ich bin jetzt schon traurig über die Verschandelung der Landschaft durch Windräder und Solarflächen. Dann noch Nachteinstrahlung.
Klimaretten - was für ein unklarer Begriff! Das Klima verändern wir. Wir wollen das stoppen und zurück drehen. Ob das gelingt? Für wen? Für die irgendwann 10, 12, 14 Mrd Menschen?
Der Sternenhimmel ist mir persönlich ein Wert an sich.
Ich hoffe, dass sich das technologisch als unwirtschaftlich herausstellt.

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Offline Nitro

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Meine persönliche Meinung: Ich bin jetzt schon traurig über die Verschandelung der Landschaft durch Windräder und Solarflächen. Dann noch Nachteinstrahlung.
Klimaretten - was für ein unklarer Begriff! Das Klima verändern wir. Wir wollen das stoppen und zurück drehen. Ob das gelingt? Für wen? Für die irgendwann 10, 12, 14 Mrd Menschen?

Dass die Weltbevölkerung unentwegt wächst ist ein Irrglaube. Mehr als 10,3 Milliarden Menschen werden wir wohl auf diesem Planeten nach aktuellsten Projektionen nicht werden.
Klima retten ist auch kein gebräuchlicher Begriff, dann schon eher Klima schützen oder Klimawandel stoppen! Und ich sehe lieber tausende Windräder und Solarparks mehr in diesem Land als noch Gas- oder Kohlekraftwerk oder eine weitere Autobahn. Für wenn? Für meine beiden Stiefkinder z.B. oder deren zukünftige Kinder. Windräder und Solarparks kann man wenigstens an Orten platzieren, an denen sie einen minimalen Impact auf ihre Umgebung haben. Aber im Pott mussten bis einschließlich Lützerath tausende Menschen zwangsweise umgesiedelt und ganze Dörfer, Gemeinde und Natur dem Erdboden gleich gemacht werden.

Meiner Meinung nach haben wir nicht das Recht uns auf unserem Wohlstand auszuruhen und einen auf "nach mir die Sintflut" zu machen, nur weil die meisten von uns nicht mehr hier sein werden, wenn unsere Kinder und deren Nachkommen auf einem Planten leben müssen der bei weitem weniger lebenswert ist als der aktuelle. Aber vielleicht sind ein paar von uns ja auch schon bei den nächsten 5000 Hitzetoten dabei, wenn die nächste 40 Grad Hitzewelle irgendwann in den nächsten Wochen das Land heimsucht.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Ja, diese Argumente sind bekannt. 10,3, so, so...na schauen wir mal.
Ich möchte eine Diskussion zum Klimawandel auch gar nicht führen. Der sollte mitsamt seinen Ursachen wissenschaftlich denkenden Menschen klar sein.
Wenn sich mit einer stagnierenden Weltbevölkerung endlich mal Agressivitât abbaut und Wachstum in eine nachhaltige Richtung käme, wäre ich als Vater von 3 glücklich.
Es tut dennoch weh, im Naturschutzgebiet an allen Horizontrichtungen Windräder zu sehen. Und dann bald noch angestrahlte Solaranlagen?
Da sag ich mir doch, das Lausitzer Seenland war eine Weile hässlich und ist jetzt wieder schön, Leute mussten gehen, ja. Meine Heimat hat sich aber auch bis zur Unkenntlichkeit verândert. Aber da hat jeder eine andere Meinung und ich respektiere dass.
Was die Anstrengungen in D anbetrifft, darf man schon die Frage stellen, ob das Ziel dadurch erreicht wird. Welches überhaupt? 2 °C, Meeresspiegelanstieg unter 1 m, keine Hitzetoten mehr? Und wer ist "wir"? D hat die höchste Bevölkerungszahl seiner Geschichte, ob da Konsum zurück geht?

Da hoffe ich doch mal statt dieser nächtlich angestrahlten Solaranlagen lieber weiter auf Kernfusion, da fällt dann vielleicht ein Antrieb für den tiefen Raum ab.
https://www.worldometers.info/world-population/

Letzlich habe ihr beide Recht. Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen  ;)

Die Frage ist, was ist das kleinere Übel, Erneuerbare überall oder noch mehr Erderhitzung, warten auf Fusionserlösung und Rettung aus dem All oder jetzt investieren so, wie wir es derzeit können.

Mir tut jeder von Windrädern gekillte Vogel leid und jede mit Freiflächen-PV zugekleisterte Landschaft in der Seele weh. Aber statt dann lieber nichts zu tun und fatalistisch oder naiv auf Besserung ohne Handeln zu hoffen, wird nicht helfen.

Und, damit das nicht zu off-topic wird: Megakonstellationen für AI oder Solar im All könnten das Problem hier unten durchaus entlasten. Spiegel für künstliche Sonne, von der wie sowieso schon zu viel haben, eher verschärfen.

Wenn die Astronomie darunter leidet, halte ich das für wirklich das kleinste Problem hier auf der Erde - auch wenn ich den Aufschrei durchaus verstehe und Schadensminimierung immer das Ziel sein sollte.
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

Online Flandry

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Wo noch keiner von gesprochen hat:
  • Was wäre denn, wenn man einen Solarpark in der Wüste hat und diesen damit beleuchtet? Hier ist Lichtverschmutzung egal, die CO2-Billanz wäre absolut positiv, wenn man jede Nacht Strom erzeugen könnte, auf der Erde sogar kostenlos, denn die Solaranlagen sind schon da.


Ähm, Nein!

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind Wüsten (auf der Erde) nicht tot! Im Gegenteil, sie sind hochkomplexe und empfindliche Ökosysteme, eben weil sich das Leben dort an die extremen Umweltbedingungen anpassen musste. Da das Leben dort hochspezialisiert ist, kann jeder äußere Einfluss (insbesondere wenn Licht im Spiel ist) für das Leben dort katastrophal sein.

Es gibt dort z.B. Lebewesen, die sich tagsüber eingraben und erst in der Dunkelheit herauskommen, um zu jagen. Wenn es jetzt nicht mehr dunkel wird, können sie nicht mehr jagen und verhungern.