Wenn die NASA nicht so ein guter Kunde wäre, gäbe es wohl inzwischen weder SX noch BO.
Das meine ich ja: Hätte Obama nicht die Notbremse bei Constellation gezogen und das Commercial Crew Program gestartet, würde die NASA noch immer herumwursteln und "New Space" gäbe es mangels öffentlicher Aufträge nicht. Vielleicht hätte es mittlerweile eine Mondlandung gegeben, aber wieder nur ein Fähnchenpflanzen.
Ich war damals auch entsetzt und enttäuscht, aber langfristig war es so richtig. Hat natürlich zu einem Raumfahrt-Knick in den 2010ern geführt, auch bei mir persönlich, doch seither passiert mehr als in den 60ern.
Das Ziel von 2007, 2037 die erste bemannte Marsmission durchzuführen, ist heute wahrscheinlicher als damals!
Das JFK-Mythos ist überbewertet. Ich komme gerade nicht drauf, in welchem Buch ich es sehr ausführlich gelesen habe, aber kurz zusammengefasst: John F. Kennedy interessierte sich gar nicht für Raumfahrt und nutzte sie nur als Machtinstrument im Kalten Krieg. Primär sollte sie die technologische und ideologische Überlegenheit der USA demonstrieren, und man hatte ihm versichert, dass so ein Mondprogramm dafür optimal wäre. Der Wettlauf ins All war Ersatzbühne für und Ablenkung vom direkten militärischen Konflikt. Das als romantisches Abenteuer und neue Grenze für die gesamte Menschheit zu verklären passierte erst nach seinem Tod bis heute; im Buch wurde sogar gefragt, ob JFK nicht selbst das Programm bald gestoppt hätte aufgrund der Kosten, die beim Vietnam- und Kuba-Debakel dann fehlten. Ohne Attentat keine Mondlandung?
Das sind alles so Wirrungen der Weltgeschichte, Schmetterlingseffekte die zu globalen Wirkungen führen. Mangels Gegenprobe nicht belegbar; so funktioniert halt Geschichte als Geisteswissenschaft.
Und bevor das als Off-Topic gebrandmarkt wird: "man hatte ihm versichert" bedeutet, JFK hatte gute raumfahrtaffine Berater und Leiter. Bei Obama war es Norman Augustine. Mit Isaacman hat die NASA jetzt einen Motor, nur ist Trump ja ziemlich beratungsresistent und je nach tagesform sprunghaft. Das ist nicht gut für ein dauerhaftes und stabiles Raumfahrtprogramm, wie wir allein letztes Jahr beim Absägen von NASA-Wissenschaft und großen Teilen der Belegschaft gesehen haben.
Artemis IIIneu ist daher eine clevere Brücke, um zu lange Pausen zwischen den Missionen zu verhindern, bevor bei den Politikern wieder das große Vergessen einsetzt, und fordert alle Beteiligte.
So, genug für heute, es gibt noch ein Leben abseits des Forums 