Blue Origin geht jetzt wieder davon aus, dass noch dieses Jahr eine New Glenn starten kann. Ob die dann gleich den Lander mitnimmt ist eine andere Frage.
Nochmal dazu:
was hat das Starship ohne orbitale Betankung für ein TLI?
Ich habe mal recherchiert und gerechnet.
Da Starship seine Leistungsfähigkeit noch nicht nachgewiesen hat, gibt es keine offiziellen Zahlen.
Ohne orbitale Betankung sinkt die TLI-Nutzlast natürlich drastisch. Schätzungen kommen auf 15–30 Tonnen auf eine TLI-Bahn, abhängig von Annahmen zu Trockenmasse, Triebwerksleistung und verbleibendem Treibstoff. Das käme an SLS heran, und New Glenn schafft auch "nur" 14–16 Tonnen auf Transferorbit.
Die Schätzung bezieht sich auf ein Starship, das nicht zur Erde zurückkehrt. Das braucht aber kein Hitzeschutzsystem, keine Flaps, keine Aktuatoren, keine Strukturverstärkungen für den Wiedereintritt, weniger Treibstoffreserve. Dadurch würden Tonnen Masse eingespart, die entweder als zusätzliche Nutzlast genutzt werden könnten oder den Δv-Spielraum erhöhen. Das macht es schon realistisch.
Der Blue Moon Mark 1 hat nach öffentlichen Schätzungen etwa 15–20 Tonnen Startmasse (Blue Origin selbst hat meines Wissens nach keine Massendaten veröffentlicht). Er soll mehrere Tonnen Nutzlast auf die Mondoberfläche bringen und muss selbst vollständig betankt sein,
Ein orbital unbetanktes Einweg-Starship könnte dann grundsätzlich ausreichen.
Und natürlich müsste geklärt werden, wie der Lander mechanisch und aerodynamisch im Starship untergebracht und ausgesetzt wird. Ich könnte mir ein modifiziertes Starship ohne Headertanks vorstellen, bei dem die Spitze einfach wie ein Fairing abgeworfen wird. Alternativ, es gibt mit Sicherheit längst Designs für große Nutzlasten wie Haven-1, nur haben wir noch kein solches Ship gesehen. Es innerhalb eines halben Jahres zu bauen sollte aber grundsätzlich denkbar sein.