Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3925 am: 09. April 2022, 18:30:28 »
Hallo Freunde der winzigen Details,

nun muss ich meine letzte Anmerkung zu dieser Fotomontage meines Freundes James doch noch etwas präzisieren, was leider für Euch nicht mehr nachvollziehbar ist, weshalb ich es kurz erklären will, damit alles wieder den Tatsachen entspricht.

Wir, James und ich, sind beide sehr detailverliebt, wobei er natürlich aufgrund seiner fünfjährigen Arbeit beim Aufbau des Pad 39B noch wesentlich detailverbundener ist, zumal er ja Bücher aus erster Hand darüber schreiben könnte, so wie jetzt auf seiner grandiosen Website Space Shuttle Launch Complex 39-B Construction Photos.

Deshalb war ihm mit seiner ersten Fotomontage auch nicht ganz wohl zumute bezüglich der Rotationsdarstellung des Orbiters in der Payload Bay der RSS. Als er dann aber in meinem Beitrag gelesen hatte, dass ich genau darauf hingewiesen habe, war er froh für den Hinweis und hat die Rotation mit seiner mächtigen Gimp Software noch etwas korrigieren können, was wirklich ehrenwert ist und besser aussieht.

Da ich aber das Foto in meinem Beitrag mit seiner Website verlinkt habe, ist seither natürlich die verbesserte Aufnahme zu sehen, weshalb der Unterschied nicht mehr nachvollziehbar ist, zumal es ohnehin keine gravierende Änderung ist und nur mit Adleraugen sichtbar ist.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3926 am: 15. April 2022, 23:07:45 »
Hallo allerseits,

und damit nun wieder zurück zum Payload Canister, mit dem ich ja Ende Januar schon mal angefangen hatte, und für den ich in meiner Antwort #3861 bereits einen Paper Kit konstruiert hatte, ehe ich dann mit dem Transporter begonnen habe, der mittlerweile fertiggestellt ist und auf den Kanister wartet.



Diese Kanister-Hülle habe ich inzwischen weiter modifiziert und zunächst die NASA Worm-Logos auf allen Seiten angebracht.



Dann habe ich versucht, mir anhand diverser Bilder einen Überblick über die Kanister-Details zu verschaffen, von denen es eine ganze Reihe gibt, so u.a. verschiedene Leitern und Geländer,  bizarre Gestänge, Halterungen, Stützen und Scharniere, mit denen sich die Canister Payload Bay Doors öffnen und verriegeln lassen, sowie verschiedene Panel und Türen,

 
Quelle: NASA Conference Publication 2342 Part 2 (M. E. Donahue)

die in diesen Fotos im Zoom deutlicher zu sehen sind.


Quelle: NASA (STS-124)


Quelle: NASA (STS-135)

Da der Aufbau der Kanister während des Shuttle-Programms nahezu unverändert blieb, waren diese Details auch an den Kanistern der ersten Missionen vorhanden und sind deshalb für das Scratchen relevant.

Da ich hinsichtlich ihrer Anbringung auf einem Kanister aus Papier gewisse Bedenken habe, bin ich am Überlegen, ob ich den Kanister nicht doch lieber aus dünnem Styrene (0,1 mm) scratchen sollte, das ich dann vielleicht sogar mit den feinsten Details bedrucken könnte, sofern das mein Canon-Drucker verkraftet, was zumindest einen Versuch wert sein sollte.

Hat das evtl. schon mal jemand von Euch probiert?

Aber da man ja Decal-Folie bedrucken kann, sollte das schon irgendwie gehen, hoffe ich doch.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3927 am: 17. April 2022, 15:23:47 »
Hallo allerseits zum Ostersonntag,

bevor ich dann mal versuchen werde, die Teile für den Payload Canister auf einem dünnen Evergreen Sheet Styrene (0,13 mm) auszudrucken,



will ich zunächst versuchen, meinen Paper Kit zusammenzukleben, um ein Gefühl für die Größe des Kanisters zu bekommen.

Aber schon beim Ausschneiden und Falzen der Falze an den Rundungen der Vorder-und Rückwand habe ich schnell gemerkt, das das Handling dieser labilen Papierhülle alles andere als leicht ist, geschweige dann erst das Verkleben ... Dafür wäre etwas dickeres Papier sicherlich besser geeignet.



Deshalb habe ich umdisponiert und die Falze an den Rundungen entfernt. Stattdessen werde ich zur Stabilisierung wieder Balsa-Teile (2 mm) verwenden, die gleichzeitig als Klebekante für die Payload Bay Doors dienen sollen.



Aus dem gleichen Grund werde ich dann auch den Boden und die Seitenwände mit Balsa verstärken, in der Hoffnung, dass der Kanister dadurch stabiler wird.





Soweit für heute mit meinen Vorbereitungen.

Nun wünsche ich allen noch



« Letzte Änderung: 17. April 2022, 16:47:06 von gino847 »

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3928 am: 20. April 2022, 15:23:08 »
Hallo allerseits,

aber wie so oft liegt der Teufel im Detail, womit ich es ja meist sehr genau, mitunter auch zu genau nehme, aber was soll's.

Und so habe ich bei der Betrachtung von Originalfotos gewisse Unterschiede in den oberen Rundungen der Vorder- und Rückseite des Payload Canisters festgestellt.

Überrascht war ich von diesem Foto hier zu Beginn des Shuttle-Programms, auf dem man am hinteren Ende des Kanisters (Aft Bulkhead) diese seltsamen ohrenähnlichen ("earlike") Verlängerungen sehen kann, deren Form den OMS Pods der Orbiter ähnelt, womit die an beiden Seiten des Shuttle-Hecks befindlichen Buckel (Orbital Maneuvering Systems) gemeint sind, was mich anfangs ziemlich irritiert hat.


Quelle: Orbiter Payload Canisters (HEAR NO. FL-8-11-I)

Dieses Foto stammt aus einer sehr interessanten Quelle, auf die ich leider erst kürzlich gestoßen bin, zwar spät, aber noch nicht zu spät!

In dieser Dokumentation wird u.a. beschrieben, dass diese ursprünglich entworfenen "ohrenähnlichen" Verlängerungen am Ende des Kanisters, von den Mitarbeitern Mäuseohren ("mouse ears") genannt, bereits zu Beginn des Shuttle-Programms an beiden Kanistern entfernt waren, was mich wieder beruhigt hat.

Um mich weiter kundig zu machen und sicher zu gehen, habe ich also wieder nach Fotos von der STS-6 gesucht, um mir speziell diese Rundungen an der Vorder- und Rückseite genauer anzuschauen, zumal deren Form  von der halbrunden Form der Payload Bay des Kanisters abweicht, was man auf den folgenden Fotos des STS-6-Kanisters aber erst bei genauem Hinschauen erkennen kann.

Dieses Foto aus der Vertical Processing Facility (VPF) zeigt den geöffneten Payload Canister mit dem TDRS-Satelliten der NASA, der von der Challenger während der STS-6-Mission ins All transportiert wurde.


Quelle: forum.nasaspaceflight.com (Ares67, STS-6)

Auf diesem Ausschnitt habe ich die Stellen eingekreist, die gemeint sind. Darauf sieht man, dass die äußeren Wölbungen der Vorderwand (Forward Bulkhead) zwar leicht über die Rundung der Payload Bay hinausragen, die aber jedenfalls keine abstehenden "Mäuseohren" mehr hatte.



Dieses Foto zeigt den Blick auf die gegenüberliegende Rückseite (Aft Bulkhead) des Kanisters, auf der man deutlich sieht, dass diese Wölbungen etwas stärker ausgeprägt sind.


Quelle: forum.nasaspaceflight.com (Ares67, STS-6)

Markantes Merkmal dieser Seite, mit der man sie leicht von der vorderen Wand unterscheiden kann, ist diese überstehende Spitze (Spike), die das Control Panel der oberen Türdichtung (Door Seal) enthält.



Mit dieser Seite steht der Kanister in der aufrechten Transportstellung (Vertical Transport Mode) auf dem Transporter, wie auf diesem Bild zu sehen ist.



Da die Payload Bay Doors demnach nicht bündig sind mit den vorbereiteten Balsa-Teilen der Vorder- und Rückwand, kann ich die Hülle meines Paper Kits nicht wie bisher geplant darauf verkleben, weshalb ich diese Teile und den Aufbau des Kanisters zwangsläufig etwas modifizieren muss.

Also schau'n mer mal, was sich machen lässt.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3929 am: 22. April 2022, 23:40:24 »
Hallo allerseits,

wie auf den letzten Fotos zu sehen war, unterscheiden sich die Vorder- und Rückseiten des Payload Canisters in ihrer Form, wenngleich auch nur geringfügig, jedenfalls sind sie nicht identisch.

Die zuverlässigste Vorlage für die Rückseite (Aft Bulkhead) des Kanisters mit dem Spike ist auf diesem Foto zu sehen, das von der STS-9 stammt,


Quelle: forum.nasaspaceflight.com (Ares67, STS-9)

ebenso wie dieses Foto von der Vorderseite (Forward Bulkhead), dessen Umriss nicht ganz so gleichmäßig gerundet ist, wie man hier sehen kann.


Quelle: forum.nasaspaceflight.com (Ares67, STS-9)

Die Umrisse beider Seiten habe ich auf Balsa (2 mm) gezeichnet und ausgeschnitten, ebenso wie die der Payload Bay Doors, die halbkreisförmig gerundet sind. Diese Teile werden jeweils auf die Vorder- und Rückseite geklebt und dienen als Klebekante für die Hülle der Türen.



Nachdem ich aus den Tür-Stützwänden die Aussparungen für die Seitenwände des Kanisters herausgetrennt hatte,



habe ich die zusammengehörigen Teile übereinandergelegt, wodurch die unterschiedlichen Rundungen der Vorder- und Rückseite nochmals verdeutlicht werden.



Und dann habe ich die Teile zum Kanister zusammengesetzt, der stabil sein sollte, und schon mal recht ordentlich aussieht.



Als Nächstes werde ich nun versuchen, diese Teile auf ein Evergreen Sheet Styrene (0,13 mm) auszudrucken, in der Hoffnung, dass es gelingt, dann sehen wir weiter.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3930 am: 26. April 2022, 17:32:50 »
Hallo allerseits,

da ich in einem Teil der Dokumentation Orbiter Payload Canisters (HEAR NO. FL-8-11-I) auch auf einige Zeichnungen mit detaillierten Ansichten der Seiten des Kanisters gestoßen bin, habe ich mich kurzerhand entschlossen, meinen bisherigen Plan vom Verkleben der zusammenhängenden Hülle (Paper Kit) aufzugeben und stattdessen detaillierte Seiten separat zu erstellen und diese auf den Balsa-Rohbau des Kanisters zu kleben. Da ich nun weiß, wo die Details hinkommen, kann ich mir aussuchen, welche ich scratchen will und mir dadurch viel Arbeit beim Zeichnen sparen.

Vor dem Ausdruck der Teile auf ein Evergreen Sheet Styrene (0,13mm) werde ich sie aber zunächst mal auf Papier auszudrucken, um die Passform der Teile an meinem Rohbau überprüfen zu können.

Als Erstes habe ich mir die halbkreisförmige Kontur der Payload Bay Doors ermittelt, um deren gewölbte Abdeckung des Kanisters später auf den Seitenwänden und den inneren Stützwänden an der Vorder- und Rückseite (Bulkheads) verkleben zu können.

Dazu habe ich wieder einen dünnen Messingdraht eng anliegend um die Rundung einer Stützwand mit Magneten fixiert, um so die Länge für die Abwicklung der Kontur bestimmen zu können, was die einfachste Lösung ist.



Und so schaut die Abwicklung aus.



Sie ist ca. 50 mm lang, womit das Teil für die Türen Abmessungen von 120 mm x 50 mm haben sollte, die das halbrunde PLC-Dach ergeben.



Anhand der Zeichnungen konnte ich die Türen aus den Drauf- und Seitenansichten rekonstruieren, was gar nicht so einfach war, da z.B. die Lage der halbrunden Halterungen der Türbetätigungssysteme (Door Actuators) auf beiden Türen in die Ebene projiziert werden musste.

 
Quelle: NASA Conference Publication 2342 Part 2 (M. E. Donahue)

Bei der Vorbereitung der Teile habe ich zunächst alle diejenigen Details der Zeichnungen wegretuschiert, die außerhalb der Kanister-Hülle liegen, wie Leitern, Geländer, Kabel, etc., um sie hinterher nicht doppelt zu sehen, und habe lediglich deren Fußpunkte markiert.

Und so sieht die Abwicklung der Türen nunmehr aus,



die ich auf Papier ausgedruckt und ausgeschnitten, sowie anschließend eingerollt,



und nach einer Weile wieder ausgerollt habe.



Die Anprobe der Türen auf dem Kanister sah auf Anhieb gut aus und stimmte mich durchaus zuversichtlich für das weitere Vorgehen.



Dazu gehören weitere Zeichnungen, wie die der Vorder- und Rückseiten (Bulkheads), jedoch wieder ohne die dort befindlichen Leitern und Geländer,



sowie der Seitenwände (Port Side & Starboard Side) mit den restlichen Teilen der Türbetätigungssysteme, deren Gestänge (Actuator Screw Jackets) wieder entfernt wurden, ebenso wie die Leitern.

Und der Boden des Kanisters darf natürlich nicht fehlen (unten).



So weit mal für heute, morgen ist auch noch ein Tag.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3931 am: 28. April 2022, 19:58:07 »
Hallo allerseits,

heute habe ich mit dem Rohbau des Kanisters begonnen und zunächst die beiden Seitenwände mit dem Boden verklebt. Dabei war darauf zu achten, dass die Wände senkrecht und bündig auf dem Boden stehen und nicht verrutschen können, weshalb ich sie mittels meiner bewährten Magnet-Klemmtechnik fest eingespannt habe.



Danach habe ich die Vorder- und Rückseite (Bulkheads) verklebt. Zur Stabilisierung beider Seiten in Längsrichtung und zur späteren Unterstützung der Auflage der dünnen Payload Bay Doors (0,13 mm) habe ich noch eine Distanz-Halteleiste (2 mm x 4 mm x 120 mm) aus Balsa vorgesehen, die während der Verklebung durch die Stützwände provisorisch gehalten wurde und als Abstandshalter fungiert hat, wofür ich aus den beiden Stützwänden eine entsprechende Aussparung herausgetrennt hatte.



Nach der Überprüfung des korrekten Sitzes der bisher verklebten Teile habe ich dann beide Stützseiten von innen auf der Vorder- und Rückseite verklebt und mit Klammern fixiert, sowie die Distanzleiste eingeklebt.



Damit war der Rohbau des Kanisters fertiggestellt,



und ich konnte schon mal die Türen zur Anprobe auflegen, was wieder gepasst hat, ebenso wie die Verkleidung der Vorderseite (Forward Bulkhead).



Da jetzt die englischen Bezeichnungen der Seiten des Kanisters mit ins Spiel kommen, soll kurz darauf verwiesen werden, dass die Kanister mit denselben Bezeichnungen wie die Orbiter gekennzeichnet sind: die rechte Seite (Starboard Side), und die linke Seite (Port Side).

Um einen Gesamteindruck zu bekommen, habe ich nun auch die Wände ringsherum verkleidet, hier mit dem Blick auf die linken Seitenwand (Port Side) und die Vorderseite (Forward Bulkhead),



und hier der Blick auf die rechte Seite (Starboard Side) sowie auf die Rückseite (Aft Bulkhead) mit dem Spike.



Tja, und dann war ich neugierig und wollte natürlich schon mal sehen, wie der Kanister auf dem Transporter aussieht, und da ist er nun, wenngleich auch nur als Provisorium, hier mit Blick auf die linke Seite,





sowie auf die rechte Seite.



Und dies ist die bekannte Ansicht bei der Zufahrt des Transporters zur Startrampe mit aufrecht stehendem Kanister.





Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass die Bilder trotz des noch unvollendeten Zustandes des Kanisters vielversprechend sind und mich weiter anspornen, obwohl bis zur endgültigen Fertigstellung der Sheet Styrene-Ausführung noch einiges zu tun ist, aber ein Achtungserfolg ist es allemal.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3932 am: 30. April 2022, 22:51:55 »
Hallo allerseits,

heute ausnahmsweise mal nur ein kurzes Statement, sozusagen als Wort zum Sonntag.

Die Hoffnung auf die geplante Sheet Styrene-Ausführung musste ich heute leider begraben, da der Ausdruck der vorbereiteten Teile auf der dünnen Evergreen-Plastikfolie (0,13 mm) in die Hose gegangen ist.

Vielleicht würde das mit einem Laser-Drucker gehen, aber mit meinem Inkjet-Drucker jedenfalls nicht, da die Farbe nicht stabil genug trocknet und bei jeder Berührung verwischt.

Also werde ich für die Umhüllung des Kanisters normales Papier verwenden, dann passt er ohnehin besser zum Transporter, oder mit anderen Worten Trial & Error!

Und damit einen guten Rutsch in den Wonnemonat Mai.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3933 am: 04. Mai 2022, 14:51:58 »
Hallo allerseits,

weiter geht's, und damit volle Konzentration auf die Verkleidung des Balsa-Rohbaus mit den Seitenwänden inkl. Payload Bay Doors aus Papier, wozu ich allerdings etwas umdenken musste.

Irgendwie musste ich den gewölbten Türen vor der Verklebung mehr Halt bieten und dafür sorgen, dass sie nicht irgendwo einknicken können, was dann nicht mehr korrigierbar wäre.

Deshalb habe ich zunächst die beiden Balsa-Seitenwände (H = 20 mm) durch Aufkleben von Balsa-Streifen (2 mm) erhöht, 



wodurch eine Klebekante für die Türen-Hülle entstanden ist.



Dann habe ich mir überlegt, dass es aus Gründen der Steifigkeit dieser Hülle zweckmäßig und auch sicherer wäre, ein Stützdach aus Styrene (0,13 mm) vorzusehen, das dann bei der Verklebung der Papierhülle genügend Halt und Stabilität bieten würde.

Also habe ich gleich nach einem passenden Kern (Ø ca. 35 mm) für die Thermo-Wölbung der Türen gesucht, wofür sich eine Küchenrolle Alu-Folie angeboten hat,



auf die ich den Styrene-Streifen aufgeklebt habe.



Da mir die übliche Heißluft-Pistole für eine gleichmäßige Erhitzung der Hülle nicht geeignet erschien, habe ich kurzerhand meinen Wasserkocher gefüllt, das Wasser stark erhitzt und die Rolle mit der Hülle eine Weile eingetaucht in der Hoffnung, dass sich die Wölbung schon einstellen würde, so wie bei meinen bisher stets erfolgreichen Balsa-Biegeversuchen von diversen Kunststoff-Profilen beim SSWS.



Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt ... Zu meiner Überraschung entspannte sich der Styrene-Streifen anschließend wider Erwarten wieder in seine ursprüngliche Form.



Diese Enttäuschung musste ich erst mal sacken lassen und habe meine Lösung weiter modifizieren müssen, um die Verklebung der Hülle bewerkstelligen zu können.

Da hierfür sicherlich seitliche Klebeflächen an den Rundungen der inneren Stützwände hilfreich wären, habe ich mir zwei Bögen aus einem Evergreen Strip (0,75 mm x 1 mm) mittels der Heißluft-Pistole und meiner Balsa-Biege-Technik gebogen.







Und wie man sieht, kann Evergreen Sheet Styrene und Evergreen Strip Styrene nicht das gleiche Material sein. Offenbar ist Evergreen Sheet Styrene im Gegensatz zu den Strips ein Duroplast, dem Hitze überhaupt nichts ausmacht, weshalb er seine ursprüngliche Form behält.



Diese Bögen habe ich anschließend an den Stützwänden verklebt, und zusätzlich auch noch Evergreen Winkel (1,5 mm x 1,5 mm) auf den Seitenwänden.



Und da sich dieses widerspenstige Türen-Dach garantiert nicht in einem Zug verkleben lässt, muss ich schrittweise vorgehen und habe zunächst nur eine Seite auf dem Winkel verklebt, entsprechend fixiert und trocknen lassen.





Da der Streifen jedoch in der Mitte noch nicht vollständig verklebt war,



habe ich ihn sowohl an der Außenseite als auch innen am Winkel nochmals mit Methylethylketon (MEK) bepinselt und verklebt.



Jetzt bin ich aber am Grübeln, wie ich den restlichen Teil am besten verkleben soll ...



Mit normalem Plastikkleber wird das nicht funktionieren, der Zeit zum Abbinden brauchen würde, weshalb diese Methode ausscheidet.

Deshalb bleibt wohl nur die Verklebung mit Sekundenkleber, wobei ich überlege, zunächst nur eine halbe Rundung der drei Stützwände mit Seku zu betupfen und dann den Streifen über die Rundungen zu ziehen und kurz festzuhalten, was zum Abbinden reichen sollte. Anschließend könnte dann die andere Hälfte folgen.
« Letzte Änderung: 04. Mai 2022, 19:36:24 von gino847 »

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3934 am: 05. Mai 2022, 00:34:44 »
Hallo allerseits,

und genauso habe ich es dann auch gemacht, und ich kann das Ergebnis gleich vorwegnehmen, es hat tatsächlich funktioniert.

Nachdem die erste Hälfte der Tür-Folie auf den zusätzlichen Stütz-Rundungen der inneren Stützwände mit Seku verklebt war und gehalten hat,



kam die andere Hälfte dran, die ich zunächst mit viel Gefühl festgehalten und anschließend sicherheitshalber noch einmal festgeklemmt habe.



Und so hatte ich mir das Ergebnis vorgestellt, mit dem ich sehr zufrieden bin.



Jetzt können die Übergänge noch etwas geschlichtet und dann auch das vorgewölbte Papier-Dach  der Türen in Ruhe verklebt werden,



sowie anschließend alle restlichen Seiten.

Offline Stefan307

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3935 am: 05. Mai 2022, 17:31:58 »
Dürfen wir auf eine Tür zum öffnen hoffen?
The universe is probably littered with the one-planet graves of cultures which made the sensible economic decision that there's no good reason to go into space--each discovered, studied, and remembered by the ones who made the irrational decision.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3936 am: 05. Mai 2022, 23:56:41 »
Danke Stefan,

wenn ich mal fertig bin, stehen Euch alle Türen offen!

Offline Stefan307

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3937 am: 06. Mai 2022, 12:16:37 »
 ;D 8) ;D
Aber gerne doch! Die Doppeldeutigkeit war allerdings nicht nicht beabsichtigte! Wer Feuerlöscher und Spiegel anbrint dem traut man auch einen Behälter mit Türen und Satelliten zu...
The universe is probably littered with the one-planet graves of cultures which made the sensible economic decision that there's no good reason to go into space--each discovered, studied, and remembered by the ones who made the irrational decision.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3938 am: 06. Mai 2022, 14:37:06 »
Hallo Stefan,

das wäre nicht das Problem, wenn Du meinen Leitspruch kennst: Nichts ist unmöglich! Und mittlerweile traue ich mir schon so einiges zu, um nicht zu sagen alles ...

Aber da ich ja in meinem Diorama das Lauch Pad 39A mit der Challenger bei ihrer ersten Mission (STS-6) darstellen möchte, sollen ja wahlweise diese beiden Positionen berücksichtigt werden:

Das ist zum einen die Transport-Position des Payload Canisters auf dem Transporter bei der Anfahrt zur Rampe,


Quelle: retrospaceimages.com (STS-6)

sowie auch bei der Entladung des Kanisters, nachdem er in die Payload Bay der RSS gehievt wurde.


Quelle: retrospaceimages.com (STS-6)

Und da sich ja die Nutzlast während der gesamten Zeit unter Reinraumbedingungen befinden muss, kann da ja nicht einfach mal eine Tür als Kundendienst für Neugierige geöffnet werden.

Das geht natürlich nicht, was Du hoffentlich einsiehst.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3939 am: 09. Mai 2022, 00:01:10 »
Hallo allerseits,

aber ganz so schnell kann ich doch noch nicht loslegen mit der Umhüllung des Balsa-Rohbaus, denn dabei kommt es wie immer auf die richtige und zweckmäßige Reihenfolge an, die ich bedenken muss, um mir nichts zu verbauen. In der Ruhe liegt die Kraft!

Deshalb habe ich noch einmal gründlich nachgedacht und bin zu folgender Reihenfolge gekommen.

Zunächst werde ich die größeren und kleineren "Ohren" an den Innenseiten der Vorder- und Rückseite (Bulkheads) verkleiden. Das sind zwar nur winzig kleine Flächen, aber die müssen erst verklebt sein, ehe ich dann mal die Türen-Hülle aufkleben kann.

Deshalb habe ich mir als Nächstes die unteren Konturen für diese kleinen Schnipsel anhand einer Stützwand ermittelt und diese auf Sheet Styrene (0,13 mm) übertragen, die ich aber wegen des einfacheren Handlings bei der Verklebung vorher geteilt habe.



Da die Folie aber glänzend ist, würde sie nicht zum stumpfen Papier der restlichen Seitenteile passen, weshalb ich sie vorher mit Schleifschwamm (Tamiya Sanding Sponge Sheet 2000) abgestumpft habe.

Danach habe ich die Hälften mit Seku an der Innenseite der Vorderseite (Forward Bulkhead) verklebt und anschließend die überstehenden Teile beschnitten,

zunächst auf der linken Innenseite,





und danach auf der rechten Innenseite.



Die gleiche Prozedur folgte dann an der Rückseite (Aft Bulkhead).





As Nächstes habe ich die Styrene-Streifen (2 mm) für die Oberseiten der Rundungen an der Vorder- und Rückseite ausgeschnitten, 
 


die nun angepasst und anschließend verklebt werden können.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3940 am: 14. Mai 2022, 14:30:31 »
Hallo allerseits,

nachdem nun die kniffligen kleinen "Ohren" beschnitten wurden, konnten die Streifen mit dem UHU-Super- Seku verklebt werden, zunächst jeweils eine Hälfte der Rundung, damit noch etwas korrigiert werden konnte, und danach die andere Hälfte, was auch ganz gut geklappt hat.



Beide Streifen wurden dann an den Kanten noch fein geschlichtet.



Danach wurden die Vorder- und Rückseite tapeziert, wobei ich zunächst UHU-Sprühkleber verwendet habe. Aber entweder war der Kleber nach längerem Nichtgebrauch nicht genug durchmischt oder zu alt, auf jeden Fall war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden, da das Papier fleckig war, was auch nach dem Trocknen nicht weggegangen ist.

Deshalb bin ich wieder zur meiner bisherigen Technik zurück und habe aus der UHU-Flinke Flasche eine entsprechende Fläche Leim auf ein Stück Papier aufgestrichen, die Vorderseite kurz draufgelegt und dann auf der Frontseite verklebt. Dabei kommt es darauf an, dass man möglichst schnell und genau die richtige Position trifft, da sich das eingeweichte Papier nur noch kurz korrigieren lässt.

Und so sieht die Vorderseite (Forward Bulkhead) aus, die sich durchaus sehen lassen kann.





Keine Bange, so nackig soll die Vorderseite natürlich nicht bleiben, zumal das allseitige Tapezieren des Kanisters sozusagen nur die Pflichtübung ist und die Kür mit etlichen Details erst noch folgen wird.

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die dort befindlichen Leitern und Geländer etc., auf die ich mich schon freue.


Quelle: forum.nasaspaceflight.com (Ares67, STS-9)

Und die Rückseite (Aft Bulkhead) mit der Spike-Kontur wurde auf die gleiche Weise tapeziert.



Ehe ich mich aber diesem Spike zuwende, wollte ich erst noch die Unterseite des Kanisters bekleben, wovor ich aufgrund der Größe einen gewissen Bammel hatte.

Damit das Verkleben möglichst schnell gehen konnte, habe ich den Kanister in einer handlichen schrägen Stellung an der Tischkante vorsichtig festgeklemmt. Anschließend habe ich relativ zügig die vorher markierte Fläche mit Leim bestrichen, den Boden kurz aufgelegt, ihn dann schnell wieder abgezogen,



und sofort auf den Unterboden punktgenau aufgelegt, sodass er nur noch leicht nachjustiert werden musste.





Anschließend habe ich die vier kleinen Transport-Stützplatten (Horizontal Transportation Support Plates) aus Styrene (0,3 mm) für den Boden zugeschnitten,



und aufgeklebt.



Und auf der Rückseite (Aft Bulkhead) gibt es für den vertikalen Transport des Kanisters ebenfalls vier Transport-Stützplatten (Vertical Transportation Support Plates), ebenfalls aus Styrene (0,3 mm), die natürlich nicht fehlen dürfen.



Dann habe ich den Spike mal näher unter die Lupe genommen, der die Steuerung der oberen Türdichtung enthält, den ich ja bisher nur mal so als Dummy imitiert hatte.    



Bei genauerem Hinschauen sieht man aber, dass das nicht nur ein einfacher Dorn ist, sondern dass er zweigeteilt ist und nur sein hinterer Teil spitz ausläuft, der mit einer Klappe verschlossen ist, die in der Mitte einen Griff und rechts oben einen kleinen Stutzen hat, was sich ja vielleicht gerade noch so scratchen lassen sollte.


Quelle: NASA (STS-132)

Deshalb habe ich versucht, meinen Dummy (2 mm x 7 mm) etwas aufzupeppen,





was mir aber noch nicht so richtig gefallen hat, weshalb ich einen weiteren Spike geplant habe, bei dem ich etwas geschickter vorgehen wollte.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3941 am: 15. Mai 2022, 01:08:10 »
Hallo allerseits,

da sich ein solch kleiner Stummel schwierig handhaben und bearbeiten lässt, wollte ich mir bei meinem  2. Spike die Arbeit erleichtern und habe ein Evergreen Strip (2 mm x 2 mm) verwendet, an dem ich zunächst den Bereich der Spitze auf die Hälfte abgetragen und den vorderen Teil abgerundet habe.



Danach habe ich sorgfältig die Form der Spitze bearbeitet und vorsichtig Stück für Stück fein befeilt, wodurch der Spike langsam seine endgültige Form angenommen hat, die mich schließlich zufriedengestellt hat.



Anschließend wurde das Teil auf die endgültige, etwas größere Länge gekürzt und geschlichtet.



Hier sind die weiteren Teile bereitgelegt, die Klappe aus Styrene (0,13 mm), sowie ein Besenhaar (Ø 0,15 mm) für den Griff, das kaum zu sehen ist, und ein Neusilber-Draht (Ø 0,25 mm) für den Stutzen.



Danach wurden die Löcher (Ø 0,3 mm) für den Griff und den Stutzen gebohrt und der Griff gebogen, was etwas knifflig war, da er nur 1 mm lang bzw. kurz ist.



Anschließend wurde die Klappe auf den Spike geklebt und die Löcher auf die erforderliche Tiefe nachgebohrt.



Das Einkleben des gekürzten Griffs und des kurzen Stutzens war ein ziemliches Geduldsspiel, hat aber schließlich doch noch geklappt.



Damit könnte der fertige Spike eigentlich aufgeklebt werden, 



womit ich aber noch warten will, bis die Türen-Hülle und die Seitenwände aufgeklebt sind.

Und damit Gut's Nächtle.

Offline Stefan307

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3942 am: 17. Mai 2022, 16:05:58 »
Einwand akzeptiert! Weiter So!
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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3943 am: 17. Mai 2022, 21:55:11 »
Hallo Stefan,

ist schon okay.

Umsonst mussten sich die Leute nicht so "verkleiden", wie hier bei der Vorbereitung des Logistikmodul (MPLM) Leonardo, um mit der STS-126 Fracht zur ISS zu bringen.


Quelle: NASA (STS-126)

Das Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) wurde verwendet, um bei Space-Shuttle-Missionen Frachten zu und von der Internationalen Raumstation (ISS) in einem unter Luftdruck stehenden Raum zu transportieren. (Quelle: wikipedia.org)

Und deshalb immer und überall Reinraumbedingungen - Safety first!

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3944 am: 19. Mai 2022, 15:24:14 »
Hallo allerseits,

nachdem ich genügend Anproben gemacht habe, konnte nun auch die endgültige Tapezierung der Türen und Seitenwände des Kanisters erfolgen.

Gemäß der vorgesehenen Reihenfolge war als Nächstes die Türen-Hülle an der Reihe. Nach dem Entrollen der vorher eingerollten Hülle passte deren Form schon sehr gut zur Rundung.



Dann habe ich die obere Kante der Seitenwand auf der linken Seite (Port Side) sowie die halben Rundungen beider Stützwände mit UHU-Kleber bestrichen und die linke Hälfte der  Türen (Port Side Door) verklebt und dabei vorsichtig angedrückt.



Danach folgte in gleicher Weise die rechte Türen-Hälfte (Starboard Side Door). Dabei fiel mir auf, dass sich beim Hantieren drei der Transport-Stützplatten (Vertical Transportation Support Plates) auf der Rückseite (Aft Bulkhead) gelöst hatten, die sich aber angefunden haben und wieder verklebt wurden.



Danach wurde zunächst die linke Seitenwand tapeziert,



und anschließend die rechte Seitenwand.



Damit war die Pflichtübung erfolgreich absolviert, und zwar so, wie ich mir das in etwa vorgestellt hatte.

Dann gab es noch die obligatorische Anprobe des Kanisters auf dem Transporter mit dem provisorisch aufgesetzten Spike, die meine kritische Qualitätskontrolle erfolgreich überstanden hat.





Auf diesem Bild sieht man den Transporter in der Position,



die er beim Verlassen der Vorbereitungshalle (Vertical Processing Facility) innehat.


Quelle: retrospaceimages.com (STS-6)

Und in dieser Position fährt der Transporter den Kanister zur Startrampe,



wie auf diesem Bild zu sehen war.


Quelle: 16streets.com/MacLaren

Nach dieser Pflichtübung kann nun die Kür folgen, in der ich mich zuerst dem Verriegelungs-Mechanismus der Payload Bay Doors zuwenden werde, den ich ja schon kurz beschrieben hatte, dessen Gestänge auf diesem Foto von der STS-132 zu sehen ist.


Quelle: NASA (STS-132)

Dazu muss ich mir aber, wie immer, erst noch die Abmessungen der Einzelteile ermitteln, um sie scratchen zu können.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3945 am: 21. Mai 2022, 15:18:01 »
Hallo allerseits,

in der Zwischenzeit hat mich ein Freund mit Adleraugen in den ARC-Foren darauf hingewiesen, dass zwischen dem Kanister und dem Transporter mehr Abstand ist als bei meinem Modell.


Quelle: ARC Forums (Jesper)

Sein Hinweis ist absolut berechtigt und bringt mich zu einigen weiteren fehlenden Details, die sowohl beim Kanister als auch beim Transporter zu beachten sind.

Der aufrecht stehende Kanister ruht auf den vier Transportplatten (Vertical Transportation Support Plates), die sich auch auf dem Transporter befinden,


Quelle: NASA (STS-132)

wie ich das jetzt im Nachhinein gesehen habe, und daher dort noch ergänzen muss.


Quelle: NASA

Aber noch wichtiger sind diese vier gelochten Niederhalter-Platten (Vertical Transportation Tie-down Lug Plates), die in gabelförmige  Niederhalter (Hold-down Clevises) auf dem Transporter-Deck eingreifen, die mit großen Stahlstiften mit dem Kanister verbunden sind, und als Ankerpunkte für die Befestigung des Kanisters in der vertikalen Transportposition dienen.

Daraufhin habe ich noch weitere Hi-Res.-Fotos gecheckt und den Abstand zwischen dem Kanister und dem Transporterdeck ermittelt, der ca. 1mm beträgt, was sich dann bei meinem Modell so auswirken würde.



Deshalb werde ich die fehlenden Transportplatten und auch die horizontalen und vertikalen Einspannplatten am Kanister und Niederhalter am Transporter noch anbringen, damit dann alles den Sicherheitsvorschriften entspricht.

Dann habe ich auch noch herausgefunden, dass diese Niederhalter-Verankerungen je nach Transportart nicht dauerhaft auf dem Transporter befestigt waren, sondern auch demontiert werden konnten, was in diesem Bild für den horizontalen PLC-Transport zu sehen ist, bei dem die vertikalen Niederhalter nicht erforderlich waren.


Quelle: NASA (STS-135)

Wieder was dazu gelernt!

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3946 am: 27. Mai 2022, 09:26:34 »
Hallo allerseits,

tja, wie so oft steckt der Teufel bekanntlich im Detail.

Und da der Payload Canister auch beim horizontalen Transport auf speziellen Transport-Stützplatten (Horizontal Transportation Support Plates) ruht, habe ich mich nun mit diesen Platten näher beschäftigt und versucht, mich für den Nachbau schlau zu machen.

Dieses Foto zeigt nochmals eine Übersicht über die unterschiedlichen Stützplatten, die entweder für die horizontale oder vertikale Transport-Position auf dem Transporter montiert waren. 


Quelle: NASA

Da es sich hierbei um einen der beiden 2000 nachgelieferten KAMAG-Transporter handelt, waren damals beide Plattenarten montiert, was normalerweise nicht der Fall war. Zumindest waren die hier auf den vertikalen Transportplatten (rote Kreise) montierten Niederhalter (Hold-down Clevises) nur beim vertikalen Transport des Kanisters zum Launch Pad montiert, die beim horizontalen Transport in und zwischen den Montage- und Ausrüstungshallen im KSC aber demontiert wurden, wie auf dem letzten Bild im letzten Beitrag zu sehen war.

Bereits aus diesem Bild ist ersichtlich, dass diese Transport-Stützplatten einen speziellen Aufbau hatten und nicht nur einfache Auflagen für den Kanister waren. Also habe ich zunächst entsprechende Fotos gesichtet, um Details für den Scratch-Bau zu erkennen.

Dabei bin ich u.a. auf dieses Bild des Kanisters bei der STS-135 gestoßen, auf dem man in der Draufsicht schon mal den Grundriss des Aufbaus der horizontalen Stützplatten recht gut erkennen kann, mit denen ich begonnen habe.


Quelle: NASA (STS-135)

Demnach sind auf einer Grundplatte zwei Begrenzungsleisten um die Auflage der Kanister-Transportplatten angeordnet, die vermutlich zur groben Fixierung des Kanisters bei der Absenkung auf den Transporter dienten.

Damit konnte ich mir schon einen Teil der Abmessungen der Elemente ermitteln, was zwar immer sehr zeitaufwendig, aber für den Nachbau einfach notwendig ist und ein zuverlässiges Referenzmaß (blau) voraussetzt  ...



Weiteren Aufschluss über die Anordnung der Elemente konnte ich dann anhand dieses Bildes erhalten,


Quelle: NASA

in dem man im Zoom erkennt, dass sich auf der Grundplatte noch eine separate Auflageplatte für den Kanister befindet, womit die Anordnung der Teile vollständig war, wonach die Abmessungen der Teile ermittelt und die Platten nachgebaut werden konnten.

Dafür musste ich zunächst alle Einzelteile reproduzierbar zuschneiden, was aber ohne definierten Anschlag unmöglich ist, wie hier am Beispiel der Grundplatten (0,3 mm x 3,5 mm x 3,5 mm) zu sehen ist.



Daneben liegen die Begrenzungsleisten (0,5 mm x 0,75 mm x 2,5 mm) und die Transport-Stützplatten (0,5 mm x 2 mm x 2 mm), die auf die Unterseite des Kanisters geklebt werden.

Für die Verklebung der Teile auf der Grundplatte musste diese natürlich fixiert werden, wozu ich mir einen Tape-Streifen mit der Klebeseite nach oben auf die Matte geklebt habe,



was für ausreichenden Halt gesorgt und funktioniert hat, wie man an der fertigen Platte von beiden Seiten sehen kann, mit der ich soweit zufrieden bin.





Die Schwierigkeit bei der Dimensionierung der Teile bestand darin, dass deren Höhen so bemessen sein mussten, dass die Unterseite des Kanisters nicht auf den Begrenzungsleisten aufliegen darf, sondern ein gewisser Überstand gewährleistet sein muss, was tatsächlich der Fall ist.

Dazu habe ich im folgenden Bild als Test eine Kanister-Stützplatte auf die innere Auflage der Transporter-Stützplatte aufgelegt, wodurch später der notwendige Überstand des Kanisters entsteht.



Jetzt kann ich in gleicher Weise und in Ruhe auch noch die anderen drei horizontalen Stützplatten  scratchen. Das sind zwar nur kleine unscheinbare Teile, die später unter dem Kanister kaum noch zu sehen sein werden, aber nicht fehlen dürfen.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3947 am: 28. Mai 2022, 00:00:38 »
Hallo allerseits,

also, dann

Mit der ersten gelungenen Transportplatte vor Augen gingen die anderen drei vergleichsweise leicht von der Hand.









Das Probeliegen der horizontalen Transportplatten auf dem Transporter sieht unspektakulär, aber gut aus,





muss aber nun noch mit dem Kanister hinsichtlich der exakten Positionen abgeglichen werden, da die horizontalen Transportplatten unterhalb der Niederhalter (Horizontal Transportation Tie-down Lug Plates) liegen müssen, die sich direkt unterhalb der Leitern befinden.


Quelle: NASA (STS-135)

Auf diesem Bild sieht man die Niederhalter unterhalb der Leitern deutlicher.


Quelle: NASA (STS-135)

Am Modell wären das diese Stellen, weshalb ich das genau ausmessen muss, damit alles zusammen passt. 



So weit für heute.

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Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3948 am: 01. Juni 2022, 18:32:12 »
Hallo allerseits,

und damit zu der spannenden Frage, wie ich diese Transportplatten für den horizontalen Transport am besten verkleben kann, und das sowohl auf dem Transporter als auch auf dem Kanister, was ich mir vorher überlegen musste.

Dafür musste zunächst die Frage nach der sinnvollen Reihenfolge der Verklebung geklärt werden, damit am Ende die Positionen der Platten sowohl auf dem Transporter als auch auf dem Kanister-Boden übereinstimmen und an der richtigen Stelle sitzen.

Da die Transportplatten des Transporters direkt unterhalb der Niederhalter (Horizontal Transportation Tie-down Lug Plates) des Kanisters liegen müssen, die sich direkt unterhalb der Leitern befinden,



war mir relativ schnell klar, dass zuerst die Platten auf dem Transporter und anschließend die auf dem Kanister-Boden verklebt werden müssen.

Dazu habe ich zunächst die Platten-Positionen des Kanisters auf einen Transparent-Ausdruck der Transporter-Plattform übertragen,



und die Platten mal provisorisch ausgelegt,



um ihre Abstände für die spätere Verklebung auf dem Transporter vermessen zu können. Beim Hantieren habe ich plötzlich mit Entsetzen festgestellt, dass nur noch drei Platten da waren und eine fehlte.



Da die vierte Platte auf dem Tisch nicht zu finden war, bin ich vorsichtig aufgestanden und habe sie tatsächlich noch unversehrt auf den Fußboden liegen sehen, sodass ich beruhigt weitermachen konnte.



Als alle vier Platten dann endlich auf dem Transporter verklebt waren, konnte ich erst einmal durchschnaufen,



da die Anprobe des Kanisters so weit auch okay war.



Das war aber erst die halbe Miete, denn jetzt stand mir der noch schwierigere Teil der Übung bevor, nämlich die Positionen dieser Platten exakt auf den Boden des Kanisters zu übertragen, was ich mir erst noch gründlich überlegen muss.
« Letzte Änderung: 02. Juni 2022, 00:28:38 von gino847 »

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Offline Mim

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #3949 am: 02. Juni 2022, 15:40:31 »
Hallo Manfred,
hast du geplant, es waagrecht oder senkrecht fest zu verkleben?
Oder soll es mal so und mal so ausgestellt werden?

LG, Mim