Umfrage

Wie viele Starship Starts wird es im Jahr 2030 geben?

Unter 50
16 (34.8%)
50 - 100
8 (17.4%)
100 - 200
9 (19.6%)
200 - 500
12 (26.1%)
500 - 750
1 (2.2%)
Über 1000
0 (0%)

Stimmen insgesamt: 46

Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)

  • 4207 Antworten
  • 1186470 Aufrufe
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4175 am: 23. August 2026, 13:10:09 »
Passt auch gut zu B.Leitenbergers Abschätzungen:
"..Starship V3, das bisher maximal 37,6 t Nutzlast befördert hat. Rechnet man die Treibstoffreserven nach Anzeige im Video in Nutzlast um, so würde ich für diese Version auf etwa 55 t und nicht 100 t tippen."

https://www.bernd-leitenberger.de/blog/2026/08/17/raketenentwicklung-nach-dogma-anstatt-wissenschaft-3/

Die von BL errechneten Werte halte ich auch für einigermaßen plausibel. Allerdings darf man nicht vergessen, dass BL ein ausgesprochener SpaceX-Hasser ist.
Ein voll wiederverwendbares Raumfahrzeug mit 50-60 t Nutzlast in den LEO finde ich schon beeindruckend. Gab es bisher ja auch noch nicht. Das ganze Konzept ist schließlich völliges Neuland (bisher hieß es immer: unmöglich) und es scheint trotzdem was vernünftiges herauszukommen.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (David Hilbert, deutscher Mathematiker 1862-1943)

*

Online alepu

  • *****
  • 14191
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4176 am: 23. August 2026, 13:35:08 »
Ob diese 100 t gegenwärtig überhaupt benötigt werden und sinnvoll sind, ist ja auch eine Frage des zur Verfügung stehenden Nutzlast-Rauminhaltes.
Außer möglicherweise Treibstoff (müsste man ausrechnen) sehe ich z.Z. keine Fracht, die 100 t wiegt und da noch reinpassen würde.
Falls tatsächlich benötigt, erfolgt der Flug eben ohne Wiederverwendbarkeit.

Nicht umsonst sind ja weitere Versionen geplant und in Entwicklung, mit verlängerter Rakete und noch stärkeren Triebwerken.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4177 am: 23. August 2026, 13:57:32 »
Das mit den Treibstoff wäre aber durchaus kritisch, wenn es darum geht, ob ein Auftanken mit 5 oder 15 oder mehr Tankerflügen erfolgen muss. Nicht nur finanziell, auch logistisch.

Auf den Leitenberger muss man wohl nicht weiter eingehen, er hat ja letztes Jahr noch behauptet, Starship hätte gar keine Nutzlastkapazität und das mit ähnlichen Rechnungen "belegt". Daher kann ich die neue "Wegrechnung" von Nutzlast auch nicht so recht ernstnehmen. Nun wurde gerade erst mit über 30 t die zweigrößte Nutzlast der Raumfahrgeschichte transportiert, und das soll auch wieder ein "Fehlschlag" sein  ??? Nun denn, jedem seine Meinung.

Tatsache ist: Es gibt keine offiziellen, unabhängig geprüften wissenschaftlichen Simulationen oder Paper, die eine reduzierte Nutzlast von unter 75–100 Tonnen für die V3 belegen. Die einzigen Zahlen für das Starship stammen direkt SpaceX selbst. Alles, was davon abweicht und niedrigere Tonnagen nennt, basiert rein auf Schätzungen der Raumfahrt-Community.

Nichts gegen solche Berechnungen und Spekulationen, aber man muss sie hinterfragen dürfen und als Schätzungen deklarieren. Ob im Umkehrschluss SpaceX seine Versprechen halten kann, werden wir in den nächsten Flügen sehen.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4178 am: 23. August 2026, 14:11:17 »
Sehe das ähnlich. Wenn man das System mit   60 t zum Laufen bringt, ist man in einem ordentlichen Bereich. Dann kann man weiter optimieren.
Kurze Frage: zweitgrößte Nutzlast?🤔

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4179 am: 23. August 2026, 14:58:55 »
Ja, hatte ich kürzlich schon mal geschrieben, in Bezug auf Flug14:
Übrigens noch ein Rekord:
Wenn mehr als 20 V3-Starlink-Satelliten ausgesetzt werden, wäre das wie schon bei Flug 12 die bisher größte Nutzlast der Raumfahrtgeschichte abgesehen von Skylab.
Sollten es womöglich sogar 60 Starlinks sein, die Menge für die Starship vorgesehen ist, wären es mehr als Skylab damals mit 77 Tonnen.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4180 am: 23. August 2026, 18:16:37 »
Was ist mit den Shuttles und der Buran? Waren die nicht schwerer?

*

Online alepu

  • *****
  • 14191
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4181 am: 23. August 2026, 18:25:22 »
Das Space Shuttle konnte bis zu etwa 25 t Nutzlast in einen niedrigen LEO bringen (zur ISS noch weniger)
Leergewicht: 68 - 82 t

Buran war für 30 t Nutzlast gedacht.
Leergewicht: etwa 75 t

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4182 am: 23. August 2026, 19:14:25 »
OK. Da versteht womöglich jeder etwas leicht anderes unter Nutzlast. Für mich ist etwas, das wieder zurück kehrt auch Nutzlast, aber ...

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4183 am: 23. August 2026, 19:52:00 »
OK. Da versteht womöglich jeder etwas leicht anderes unter Nutzlast. Für mich ist etwas, das wieder zurück kehrt auch Nutzlast, aber ...

Ja -- der Buran ist eindeutig Nutzlast der Energija -- eine wenig geflogene Rakete, die bezüglich Nutzlast einen Weltrekord aufgestellt hat.

100t Nutzlast -- das dürfte eine gute Messlatte sein. Das geht bei Starship oder SLS nur mit V5 oder Block-2.

Was ist das nur für ein Gejammer: warum sollte man heutzutage schlechter sein als die UdSSR in den 1980ern? Die Messlatte hängt viel zu tief...
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4184 am: 23. August 2026, 20:57:57 »
Nee, also, so einfach ist das nun nicht!

"Nutzlast" kann man ja unterschiedlich definieren.
Je nachdem, ob man meint, was in LEO gehieft wird, oder was davon wirklich "nutzbar" ist.

Im zweiteren Fall kommt nach Skylab mit 77 t lange nichts und dann Starship Flug 13 mit rund 34 t.

Shuttle und Buran sind ja letztlich die wiederverwendbare Oberstufe, die ihrerseits die Nutzlast aussetzen.
Im erstenen Fall müsste man dann daher zum Vergleich die ganze Starship-Oberstufe insgesamt rechnen, das wären ca. 160 t Trockenmasse + 34 t Starlinks + 20-25 t Resttreibstoff für Deorbit + Landung = deutlich über 200 t in LEO. Auch Rekord.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

*

Online alepu

  • *****
  • 14191
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4185 am: 23. August 2026, 21:11:14 »
..Was ist das nur für ein Gejammer: warum sollte man heutzutage schlechter sein als die UdSSR in den 1980ern? Die Messlatte hängt viel zu tief...

Jetzt warte ich nur noch auf das Argument:
"Warum bauen wir nicht ganz einfach eine neue Saturn V bzw. Energija!"

 bzw.
"Warum fahren wir nicht einfach alle wieder mit Pferdekutschen und Segelbooten, gehen mit Bastkörben zum Einkaufen und konservieren in Tonkrügen!"
Wäre doch super fürs Klima!

*

Online alepu

  • *****
  • 14191
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4186 am: 23. August 2026, 21:35:10 »
SpaceSil

Das mit Skylab und 77 t ist zwar richtig, aber war das tatsächlich die schwerste Nutzlast in LEO?
Und wenn ja, was war die zweitschwerste?
Jedenfalls konnte die Saturn V bis zu 140 t in einen niedrigen Orbit transportieren.

Jeder Saturn V - Mondlandeflug transportierte das Apollo-Raumschiff (28,8 t) das Lande-Modul (~ 16 t) und die 3 Stufe (Leergewicht alleine schon 13,5 t plus Resttreibstoff) in einen Orbit.

Die Frage wäre dann hier allerdings:
Was könnte ein Starship in der "Wegwerfkonfiguration" in den LEO bringen.

p.s.
Für das Leergewicht des Starships (2. Stufe) finde ich übrigens: 100 - 120 t und für die gesamte Rakete 300 t)

Offline Hugo

  • *****
  • 5462
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4187 am: 23. August 2026, 23:02:04 »
OK. Da versteht womöglich jeder etwas leicht anderes unter Nutzlast. Für mich ist etwas, das wieder zurück kehrt auch Nutzlast, aber ...
Die Nutzlast, bzw. auf Englisch, die Payload [1] ist klar definiert worden von der Europäischen Kooperation für Weltraumnormung [2]. Sie ist eine "Reihe von Instrumenten oder Geräten", welche "die Mission des Nutzers erfüllen"[1] oder "in den Weltraum transportiert werden"[1].

Wenn die Mission z.B. lautet, einen Satelliten zur Erde zurück zu bringen, dann ist dieser Satellit Nutzlast.

Eine Rakete hat natürlich viele verschieden Angaben zur Nutzlast. Z.B. Nutzlast für den Start in den LEO, Nutzlast für den Start in den TEO, oder auch Nutzlast für eine Landung.

Quelle:
[1] https://ecss.nl/item/?glossary_id=2613
[2] https://ecss.nl/standard/ecss-s-st-00-01c-rev-1-glossary-of-terms-11-october-2023/

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4188 am: 23. August 2026, 23:12:32 »
Wüßte nicht, was noch schwerer als Skylab gewesen sein soll.
Es gab ja bisher keinen Träger, der das hätte schaffen können.
Polyus wäre noch möglich gewesen, aber das hat ja nicht geklappt.

Zweitschwerste war dann wohl irgendeine Shuttle-Nutzlast, ggf. Chandra.
Das Shuttle sollte ja so 30 t schaffen, hat es aber nie getan, maximal wohl unter 25 t.
Hier gibt es doch Shuttle-Spezialisten - ?

Apollo kann ich aus dem gleichen Grund nicht zählen wie das Shuttle als solches als Nutzlast, denn da war die Nutzlast ja eine Mondlande-Kombi, die nicht in LEO, sondern zu TLI sollte. Auf LEO-Niveau war zwar bei den Apollomissionen sicher irgendwas um 60-70 t (dafür war die Saturn V ja ausgelegt und sonst hätte die "übrige" dass Skylab nicht starten können).  Aber da war ja auch die vollgetanke S-IVB noch dabei, das ist auch keine Nutzlast, sondern Teil des Trägersystems für die Mondnutzlast.

Mag spitzfindig klingen, aber da gehe ich mit Hugo; für mich ist "Nutzlast" nicht gleich "Trägersystem", sondern nur das, was nachher am Ziel operationell ankommen soll.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

*

Offline Nitro

  • Raumcon Moderator
  • *****
  • 7333
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4189 am: 23. August 2026, 23:32:45 »
Das nächste nach Skylab als reine Nutzlast wären die Module der chinesischen Raumstation, welche alle so im Bereich von 23 Tonnen liegen.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4190 am: Gestern um 07:06:42 »
Ist doch auch egal, die Definition ist jedenfauch nicht eineindeutig. Wenn ein Schüttler dort oben mehrere Wochen operierte und die Aufgabe war, Astronauten zu versorgen, ein Labor zu betreiben usw., dann war das wohl für die Mission nötig.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4191 am: Gestern um 08:04:43 »
Die Frage ist doch: Was ist Rakete und was ist Nutzlast? Bei Artemis ist das ESM nun Rakete oder Nutzlast? Eher zweiteres. Bei Buran: Ist Buran nun "Rakete" oder Nutzlast? Das ist schwieriger -- ich behaupte Nutzlast. STS: Ist das Shuttle "Rakete" oder Nutzlast? Das ist noch viel schwieriger, da das Triebwerk im Shuttle ist und nicht im Tank. Buran + Zuladung ohne Treibstoff kommt auf fast 100t. Energija alleine konnte das in den LEO bringen   ---> Weltrekord
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4192 am: Gestern um 09:08:41 »
..Was ist das nur für ein Gejammer: warum sollte man heutzutage schlechter sein als die UdSSR in den 1980ern? Die Messlatte hängt viel zu tief...

Jetzt warte ich nur noch auf das Argument:
"Warum bauen wir nicht ganz einfach eine neue Saturn V bzw. Energija!"

 ....

Saturn-V und Energija sind die untere Messlatte. Wir wollen besser sein als die Generation unserer Grossvaeter. Sollten wir das wirklich nicht koennen, dann waere der Mut zum Kopieren sinnvoll.
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4193 am: Gestern um 09:51:47 »
Womöglich haben wir in naher Zukunft mit Starship Depots Fälle wo die Raketenstufe selbst unmissverständlich die "Nutzlast" ist.

Ich sehe auch keinen wirklichen Nutzen ehemalige Systeme zu kopieren. Super Heavy hat mehr Schub als 4 Artemis SRB's zusammen und ist bewiesenermaßen wiederverwendbar. Beim Starship ist es wirtschaftlich wichtiger die Oberstufe einfach wiederverwendbar zu machen als die Nutzlast zu maximieren. Sobald die Wiederverwendung klappt können sie die Schrittweise verbessern aber der große Sprung ist halt erstmal der "rapid re-use".

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4194 am: Gestern um 09:56:39 »
Die Frage ist doch: Was ist Rakete und was ist Nutzlast?

Genau. Nur würde ich die anders beantworten:

Ein Shuttle, das einen Satelliten aussetzt, ist selbst keine Nutzlast?
Aber eine Buran, die keinen Satelliten aussetzt, weil es ein Testflug ist, das ist dann Nutzlast?
 ???

Nach dieser Logik waren die Starship-Flüge 3-5 die absoluten Rekordhalter, da ohne Nutzlast, folglich wären die leeren Ships eine Test-Nutzlast mit rund 180 t gewesen.
Flug 6 dann aber nicht mehr, denn da war die Nutzlast ja eine Banane...

Nein, dieser Logik kann ich nicht folgen! Das ist doch völlig willkürlich.
Oberstufen, ob als Test oder mit Nutzlast, ob wiederverwendbar oder nicht, sind keine Nutzlast.

Das mit dem Depot ist wieder ein Sonderfall... Das würde aber doch sicher teilgefüllt transportiert werden, ist dann nicht der Treibstoff die Nutzlast und das Depot der Träger?  ???

Chinesische Module, guter Einwand, dürften auch Kandidaten für Platz 2, 3 oder 4 sein.

Habe mal nachgesehen, die Chandra-Nutzlast im Shuttle war 22,7 t. Aber, davon war das meiste die IUS, die Chandra in ihren hochelliptischen Orbit gehievt hat, also eigentlich auch eine Stufe. Oder war das nur "Nutzlastausrüstung"?
 ???

Das gleitet irgendwie in eine beliebig komplizierte Definition von "Nutzlast" ab, und da helfen dann auch die Definitionen der "Weltraumnormung" nicht, weil man sich dann trefflich streiten kann, was genau denn "die Mission des Nutzers erfüllt".

Im Englischen ist "payload" oft nur als das definiert, für das ein Kunde bezahlt, das hilft in diesem Kontext auch nicht weiter.

Habe mal auf Verdacht in die Wikipedia geschaut, da steht doch allen Ernstes
"Bei Satelliten und Raumsonden bezieht sich der Begriff Nutzlastkapazität auf den Massenanteil, der die eigentlichen Aufgaben des Raumfahrzeugs wahrnimmt, beispielsweise Instrumente, Kameras, Elektronik, spezielle Kommunikationseinrichtungen oder Testmodule. Nicht zur Nutzlast gehört der Satellitenbus oder die Versorgungseinheit, welche die Grundfunktionen wie Stromversorgung, Bordcomputer, Navigation, Lageregelung, Temperaturregelung, Treibstofftanks, Antrieb und Kommunikation bereitstellt."

Die Wikipedia will also auch noch an den Satelliten alle möglichen Teile von der Nutzlast wegrechnen und unterscheidet dabei zwischen "Elekronik" (Nutzlast) und "Computer" (keine Nutzlast)  ???
Nicht wirklich hilfreich.
Keine Quelle dafür angegeben, übrigens.

Der Vorhang zu und alle Fragen offen  ;)

Um die Kurve zu kriegen:
Sollte Flug 14 mehr als 45 V3-Starlinks dabei haben, würde das für Platz 1 reichen.
« Letzte Änderung: Gestern um 11:14:15 von SpaceSil »
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4195 am: Gestern um 11:20:01 »
Die Frage ist doch: Was ist Rakete und was ist Nutzlast?

Genau. Nur würde ich die anders beantworten:

Ein Shuttle, das einen Satelliten aussetzt, ist selbst keine Nutzlast?
Aber eine Buran, die keinen Satelliten aussetzt, weil es ein Testflug ist, das ist dann Nutzlast?
 ???
Buran selbst hat kein nennenswertes Triebwerk -- ist also wie HERMES ein maneuvrierbarer aber beim Aufstieg passiver Raumgleiter. Somit traegt er unwesentlich zum Schub bei und ist - aus Sicht der Rakete - nur LAST. Beim Shuttle sieht's anders aus (1 SSME Triebwerk)

Zitat
.....

Um die Kurve zu kriegen:
Sollte Flug 14 mehr als 45 V3-Starlinks dabei haben, würde das für Platz 1 reichen.
Ueber wieviel Tonnen reden wir hier?
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

*

Online alepu

  • *****
  • 14191
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4196 am: Gestern um 12:10:16 »
Um sich hier aus der Affäre zu ziehen, gibt es doch einen sehr einfachen Weg.
Man vermeidet diesen unterschiedlich definierten und damit sehr schwammigen Begriff "Nutzlast" und frägt stattdessen: "welches Gewicht/Masse kann eine spezielle Rakete in einen bestimmten Orbit bringen."
Damit wäre dann ein Vergleich möglich, ohne eine irgendeine Begriffsdefinition von "Nutzlast" zu benötigen.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4197 am: Gestern um 12:59:33 »
Ja, schon,
verschiebt aber das Problem mit den unterschiedlichen Oberstufen nur zur Frage "was gehört zur Rakete?"
Es gab hier vor langer Zeit schon mal eine ähnliche Diskussion um "was ist ein Booster".

Letztlich sehe ich nur drei Möglichkeiten:
Entweder man einig sich auf eine klare, allgemeingültige und grenzfall-sichere Definition von "Nutzlast".
Oder man verzichtet alternativ auf solche Ranglisten und Rekorde ganz.
Oder jeder macht sein eigenes Ding nach persönlichen Vorlieben und passend zurechtgestrickten Definitionen; nicht sehr praktisch, aber vermutlich wird es darauf hinauslaufen  ;)

So wie bei...
Buran selbst hat kein nennenswertes Triebwerk
... der Frage, was denn nun "nennenswert" ist und wo man da die Grenze ziehen soll  :)

Zitat
Ueber wieviel Tonnen reden wir hier?
46 x 1,7 t > 77 t  8-D
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4198 am: Gestern um 13:44:01 »
Ich mache mal hier weiter, sonst ist es wieder off-topic:

Ich glaube nicht, dass man eben mal erdlandungs-taugliche Beine an ein Starship dranschrauben kann.

Die Beine der SN-Versionen, anfangs starre Stummelbeine mit Einweg-Knautschzonen, später die Ausklapp-Beine, hatten sich als unzureichend herausgestellt. Und für den Mond braucht man nur viel schwächere Beine, aber welche für unebenen Grund, das ist überhaupt nicht vergleichbar.

Ich denke, Beine für Erdlandungen sind für Starship nicht mehr geplant, jedenfalls weder mittel- noch gar kurzfristig. Müssten völlig neu entwickelt werden und gehen zudem auf Kosten der so wichtigen Nutzlast.

Alles sicher richtig.
Aber wenn das nun mit dem Einfangen des Schiffes noch auf längere Zeit nicht so richtig funktionieren sollte?
Was machen sie dann?
Jedesmal ein fabrikneues Schiff? Das ist keine F9-Oberstufe, die man einfach mal so schnell gebaut bekommt.
Bei der ersten Planung vom Starship mit totaler Wiederverwendung war schließlich auch noch nicht die Rede vom "Einfangen".
Landebeine sind nunmal bei vertikaler Landung das nächstliegende.
Natürlich geht das dann auf Kosten der Nutzlast.
Ich spreche ja auch nur von einer "möglichen Zwischenlösung"
Ich will diese Beine auch nicht und hoffe doch stark, daß sie das Einfangen in kürze hinkriegen. Aber wenn nicht?
Ich würde das Pferd von der anderen Seite her aufzäumen:

1. Starfactory und Gigabay sind angeblich auf 1 Starship pro Tag ausgelegt. Wenn das so stimmt, ist mittelfristig auch ohne Ship-Wiederverwendung kein Mangel an Oberstufen anzunehmen. Schneller wären Entwicklung und Test von Beinen auch nicht.

2. Ein Ship soll so um die 25 Mill $ kosten, bei Serienfertigung sicher weniger. Es kann, hoffentlich, 70 bis 100 t in Leo bringen. = 4 Mill./t = 0,25 Mill $ / t
Eher mehr, weil der Treibstoff für die Landung wegfällt, das sind ja auch 30+ Tonnen.

3. Falcon-9-Oberstufen kosten 8 Mill $ und schaffen knapp 18 t. = 0,45 Mill $/t.

Ein Wegwerf-Ship wäre also grob immer noch nur halb so teuer wie die entsprechende Menge Falcon-Oberstufen.
Wohlbemerkt, das sind nicht die Kosten kg/Orbit, sondern nur zum Vergleich die Kosten für die Oberstufen.

4. Wegwerf-Starships bräuchten all die Lande-Ausrüstung wie Flaps, Landetanks, Hitzeschild usw. nicht; es gibt Schätzungen, dass ohne all das die Nutzlast nahe 200 t gehen könnte. Nochmals etwa Faktor 2.
(Mit Beinen reduziert sich die Nutzlast hingegen deutlich).
Und billiger und schneller gebaut obendrein. Da das "nackte" Ship dann auch nur die Hälfte kostet - meine Schätzung - sogar ein Faktor 4.

Daher meine Vermutung: Selbst wenn erstmal nur Booster-Wiederverwendung klappt, wäre Starship der Falcon und erst recht allen anderen Trägern weit überlegen, technisch und wirtschaftlich, und könnte trotzdem das Arbeitstier von SpaceX werden. Ob die Preise kg/LEO von knapp unter 4000 $ dann auf 1000 $ oder 500 $ fallen, kann man diskutieren oder rumrechnen.

Voll wiederverwendbar sollen es ja nur 100 - 200 $ sein, aber auch der Expendable-Zwischenschritt wäre eine Größenordnung weniger und würde die Raumfahrt revolutionieren.

Bin aber ebenfalls weiter optimistisch, dass das mit dem Ship-Fangen klappt; ist meiner persönlichen Einschätzung nach wie ich ja schonmal geschrieben hatte, eher einfacher und ungefährlicher als beim Booster.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

Offline Mojschele

  • ****
  • 419
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4199 am: Gestern um 13:56:46 »
Hab die Sache mit Grog recht lustig gefunden und daher meiner bevorzugten KI (Mistral) auch mal diese Frage gestellt. Mistral hat sich an im ersten Durchgang an die Werte von SpaceX gehalten und was von 120-140 Tonnen geredet. Erst konfrontiert mit der Grok Antwort is Mistral von dem Werbetexten abgerückt und unterstützt nun die 50+-5t von Grok.
Fazit für mich: Noch mehr Kontrolle der KI Antworten + nicht die Option schnell wählen sonder die mit der tiefergehenden Analyse.

PS: Wegen der Frage zur Nutzlast, über das Problem stolpert man doch immer wenn man alte Gerätschaften wie Saturn und SpaceShuttle mit heutigen Raketen vergleicht. Ich für mich hab das wie alepu vorgeschlagen gelöst: Ich vergleich nur die Massen, die das jeweilige System in den LEO wuchten kann. Ob es dann weiter zum Mond geht, irgendwas ausspuckt und wieder landet oder alles oben bleibt ist für meine persönliche Leistungsbeurteilung nicht wichtig.