Senkrechtstarter hat ein neues Video von ISAR mit dem CEO Daniel Metzler gemacht:
Darin geht er auf die Startabbrüche des zweiten Starts ein.
Außerdem wird kurz die neue Fabrik gezeigt.
Hier eine kurze Zusammenfassung:
- Die Arbeiten an der dritten und vierten Trägerrakete sind weit fortgeschritten; die Produktion reicht schon bis zur siebten Einheit
- Das Sicherheitssystem für den Flug (Flight-Termination-System) hat beim ersten Flug einwandfrei funktioniert
- Zusammenspiel zwischen Rakete und Starttisch kann man erst beim Start testen; ebenso den Flug und die Steuerung erst beim realen Flug - jede Simmulation kann Fehler haben
- Beim ersten Flug haben 7 von (ca.) 100.000 Systemen nicht wie erwartet funktioniert
- Es sollen sehr viele Bauteile inhouse in Serie gemacht werden, da man eigene Produktionsprozesse hat, die es extern so gar nicht gibt. Man möchte auch möglichst unabhängig sein.
- Während des ersten Starttests für den zweiten Flug wurde ein Problem mit einem Ventil festgestellt, das an mehreren Stellen der Rakete verbaut war. Innerhalb von zwei Wochen wurde es überarbeitet, neu qualifiziert und ausgetauscht; danach musste das nächste Startfenster abgewartet werden.
- Der zweite Test wurde wegen eines Bootes im Startgebiet abgebrochen, dass sich nicht an die Regeln gehalten hat
- Bei den Startversuchen 3 und 4 gab es Lecks im Tankdrucksystem, die durch thermische Belastungen/Zyklen der früheren Versuche hervorgerufen wurden
- Zwischen dem ersten und dem zweiten Flug wurde das Design grundlegend überarbeitet; dabei wurden mehr als 10.000 Bauteile entfernt, um die Fertigung zu vereinfachen
- Kohlefaser wird vor allem eingesetzt, um die Serienproduktion zu erleichtern, nicht unbedingt für die Leistungsfähigkeit
- Raketen werden schon im Vorraus gebaut, damit man schnell weiter starten könnte. Einzelne Teile oder Software könnte man bei Fehlern auch recht kurzfristig noch ersetzen.
- Die Produktionskapazität liegt bei 40 Raketen pro Jahr; der Standort Andøya kann perspektivisch 30 Starts jährlich abwickeln, aktuell sind es 15.
- Andøya liegt auf 70° Breite, deshalb sind von dort nur polare Orbits, sonnensynchrone Orbits oder hohe retrograde Orbits möglich.
- Vom neuen Standort in Kanada sind Inklinationen zwischen 45° und sonnensynchronen Orbits möglich. Die Arbeiten dort starten in den nächsten Wochen.
- Ein "use case", den sie sich mit zivilen und militärischen Kunden anschauen, ist die Bereitstellung von kurzfristigen Starts, bei denen eine Rakete schon vor Ort vorgehalten wird. Die Spectrum kann in Modulen transportiert werden.