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Raumfahrt => Bemannte Raumfahrt => Thema gestartet von: HausD am 29. November 2025, 17:55:15
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Beim Start abgerissene Servicekabine
(https://images.raumfahrer.net/up083544.jpg)
Die Servicekabine liegt überkopf im Gaskanal Foto: VK NovKos
Die Servicekabine hat es aus seiner Sicherung in der Kabine, die sich unter dem mit festem Fußboden versehenen Teil der Startanlage befindet, komplett herausgerissen und sie ist mit der Oberseite nach unten in den Kanal geschleudert worden.
Es wird zwar behautet, dass alle Ersatzteile vorhanden wären, doch ich bezweifle stark, dass die nächsten Starts nach dem alten Plan durchgeführt werden können.
Siehe auch den ähnlichen Fall 29. April 2016: (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11178.msg361236#msg361236)
So hat sich eine an sich gesicherte Tür durch den Sog der Triebwerke aufreissen lassen - keine große Sache... Bild : Video ed.HausD
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030204842-b66715b6.jpg)
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030204841-4b89c4a4.jpg)
Dafür hatte damals die vordere Schutzwand der einfahrbaren Arbeitsplattform im Starttisch ordentlich etwas abbekommen.
Sie lagt im Abgaskanal und war offenbar von der Plattform abgebrochen worden - schon etwas mehr ...
Dass es die Servicekabine aus seiner Sicherung in der Schutzkabine herausgerissen hat, die sich unter dem mit festem Fußboden versehenen Teil der Startanlage befindet ... ist eine ganze Nummer größer!
Alexander Chochlow, Mitglied der St. Petersburger Niederlassung der Russischen Kosmonautischen Föderation, erklärte ;
Das gesamte Flugprogramm für 2026 müsse überarbeitet werden, und die Reparatur der einzig verbliebenen ISS-Startrampe könne bis zu zwei Jahre dauern...
Quelle: VK NovKos (https://vk.com/wall-78162987_37126)
Gruß, HausD
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Eindrucksvolles Bild!
Also doch kopfüber.
Gut zu sehen vor allem auch ein stark korrodierter Betonpfeiler, der freiliegende Armierung zeigt... - auf sowas ruht allen Ernstes eine vollgetankte Rakete mit Menschen an Bord? Der TÜV hätte das längst stillgelegt.
Aber hier scheint es nach dem Motto zu gehen "ist 60 Jahre gutgegangen, geht auch weiter gut". Bis es nicht mehr gut geht.
Vielleicht war es eine günstige Fügung, dass erstmal die "Schublade" rausgeflogen ist, und man möchte fast hoffen, dass sich das nicht mehr reparieren lässt, bevor Schlimmeres passiert!
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Gecko
PS sollte die Diskussion um die Probleme für die ISS nicht dorthin ausgelagert werden?
Ich möchte Geckos Anregung unterstützen. Und schlage einen eigenen Thread dafür vor, da es noch sehr viele Beträge zum Thema "Reparatur des Startplatzes-31/6" geben wird, wenn ich an die nicht endende Flut an Posts zu Abriß und Umbau vom Starship Pad-1 denke.
Gruß
roger50
P.S.: Typischer Zahlendreher, natürlich ist es 31/6. Hab's korrigiert.
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Es ist Startplatz "31/6", wenn der Titel im MS-28 Thread stimmt!
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Es ist Startplatz "31/6", wenn der Titel im MS-28 Thread stimmt!
... und man könnte präzisieren, dass sich dieser Startplatz auf dem Weltraumbahnhof Baikonur befindet. (Steht bereits im erwähnten Thread.)
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Euer Wunsch ist mir Befehl. ;)
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(https://images.raumfahrer.net/up039654.jpg)
Vertikal-Schnitt 1-1 Mittelachse
Bild 1.6.2 Draufsicht Startanlage +/-0,000 OKF
(Quelle: s. Buchquelle, Editiert -HausD)
(https://images.raumfahrer.net/up039649.jpg)
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Danke, für mich ist es jetzt vorstellbarer geworden.
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Hier ist das erwartete Analyse-Video von Scott Manley:
Im Prinzip sagt er:
Für Progress wäre nach einigem Umbau ein Start von Wostotschny denkbar - zudem Crossrange-Problem - aber nicht kurzfristig.
Für Sojus und damit alle bemannten Aktivitäten gibt es keine Alternative, bis hier repariert wurde.
Und da Russland sich sowieso aus Kasachstan zurückziehen will und die Mietzahlung auch schon ein Problem ist - lohnt sich eine Reparatur oder ist das der Anfang vom Ende von Baikonur und eine längere Zwangspause der russischen bemannten Aktivitäten.
RUS ist nicht ernsthaft in Sicht.
Roskosmos hat kein Geld, schon gar keinen für zusätzliche Aktionen.
Mitfliegen bei den Amerikanern müsste bezahlt oder mit Gegenleistungen kompensiert werden - welche sollen das sein? Gerade im Hinblick auf die Sanktionen; die ISS ist de facto die einzige größere Raumfahrt-Zusammenarbeit.
Ich denke, es wird erstmal recht ruhig um die russische Raumfahrt, und um die ISS müssen sich die Amerikaner weitgehend selbst kümmern, sobald Progress MS-32 ausgedient hat.
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ist es vorstellbar das Progress MS-32 aufgetankt wird?
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Nein, kann ich aus meiner ATV-Zeit feststellen. Eine gewisse Menge Treibstoff wird von Progress via Zwesda in die Tanks des Sarja-Moduls gepumpt. Verbraucht kann dieser Treibstoff dann von den Haupttriebwerken am Ende des Zwesda-Moduls, wenn am -X-Port kein anderer Versorger oder Sojus-Kapsel angedockt ist. Hinzu kommt Betrieb der kleinen Lageregelungs-Triebwerke.
Die Treibstoffe, in Sarja gespeichert, stehen zukünftig auch noch für Bahnanhebungen zur Verfügung. Ich weiß aber natürlich nicht, wie groß die Treibstoff-Reserven momentan sind.
Gruß
roger50
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Im Crew-12 Thread ist eine Situationsbeschreibung bzw. Fragestellung, die die Möglichkeit einer ISS ohne russischen Kosmonauten beschreibt.
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=20601.msg581624#msg581624
Damit wird die Frage der Instandsetzung der Startrampe für Russland ganz klar zu einer strategischen Frage auf allen Ebenen. Dies wird auf jeden Fall einen starken Entscheidungs- und Handlungsdruck auf russischer Seite erzeugen. Daher gehe ich davon aus, dass wir in den nächsten Monaten Reparaturaktivitäten sehen.
dksk
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Es gibt mehrere wachsende Prestigeprobleme.
Kaliningrad ist von der Versorgung durch die Eisenbahn abgeschnitten . Moldau wendet sich stark Rumänien zu (während Transnistrien quasi erstickt) und wird von Aserbaidschan über die Türkei mit fossiler Energie versorgt. Kasachstan untersucht LKWs gründlich auf Dual Use Produkte.
Vier Tanker der Schattenflotte (einer vor dem Senegal) wurden schwer beschädigt oder versenkt.
Aber die Main Stream Medien berichten über die russische Eroberung der angeblich "strategisch" wichtigen Stadt Prokrowsk, während die Infrastruktur in der RF täglich geschädigt wird.
Welche Bedeutung kann da die Möglichkeit haben, Fracht und Crew zur ISS zu bringen?
Das dürfte in der to do Liste immer weiter, geradezu täglich, nach unten rutschen.
Wie entwickeln sich die Raumfahrt-Projekte der RF seit 2014, der Okkupation der Krim?
Militär-Satelliten dürften das einzige sein, was noch hohe Priorität hat.
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TWR , ich empfehle Dir die Provinzmacht Russland (Obama), die seit 2014 wirtschaftlich vernichtet wird (Biden), zu besuchen. Danach kannst Du über Prioritäten nachdenken.
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Bevor wir hier in geopolitische Off-Topic-Diskussionen entgleisen, darf ich bitten beim Thema des Threads zu bleiben.
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Verschwörungstheorien a la "die USA vernichten Russland" braucht man gar nicht.
Welche Bedeutung kann da die Möglichkeit haben, Fracht und Crew zur ISS zu bringen?
Das dürfte in der to do Liste immer weiter, geradezu täglich, nach unten rutschen.
Es klaffen halt finanzielle und technische Möglichkeiten auf der einen Seite und weltweites Prestige und militärisches Geltungsbewusstsein auf der anderen immer weiter auseinander.
Das Eingeständnis, keine bemannte Raumfahrt mehr machen zu können, die ISS nicht mehr versorgen zu können, die Infrastruktur nicht warten zu können, ROS nicht bauen zu können - das traut sich keiner zu machen.
Derweil zieht das frühere Entwicklungsland China vorbei, gefolgt von Indien.
Vielleicht provoziert man demnächst einen neuen Grund, um sich erobenen Kopfes aus der ISS zu verabschieden - ?
Wie entwickeln sich die Raumfahrt-Projekte der RF seit 2014, der Okkupation der Krim?
Militär-Satelliten dürften das einzige sein, was noch hohe Priorität hat.
Asymptotisch gegen Null.
Das russische Sondenprogramm ist weitgehend eingefroren - Luna 26, Venus D.
RKK Energia steht vor dem Konkurs https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3428.msg578631#msg578631 (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3428.msg578631#msg578631)
Tiere in Retro-Kapseln hochschießen, das ging gerade noch...
Allenfalls noch Starts für Dritte, die bezahlen, zB Iran, der für Russland die Kampfdrohnen für den Angriffskrieg herstellt...
Traurig.
Das "die Startrampe wird schnell repariert" und dann "innerhalb 6 Monaten" wird nichts, wage ich zu prognostizieren.
Nachtrag: Dazu passt der offenbar 5. Fehlschlag eines Tests einer Sarmat-Interkontinentalrakete vor einigen Tagen - Crash kurz nach Start. Letzter Versuch 2024 zerstörte gleich das Silo mit. Das ist die "Superwaffe", die Rogozin einst verkündete, die seit 2017 einsatzbereit sein sollte und die Putin nun nächstes Jahr in Dienst stellen will...
https://arstechnica.com/space/2025/12/the-missile-meant-to-strike-fear-in-russias-enemies-fails-once-again/
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Vielleicht provoziert man demnächst einen neuen Grund, um sich erobenen Kopfes aus der ISS zu verabschieden - ?
Nachtrag: Der Rauswurf von Oleg Artemjew, einem Putin-Parteigänger, wegen versuchter Spionage - s. SpaceX-Crew-12-Faden - bietet sich als Aufhänger an. Noch habe ich aber keine Reaktion aus Russland dazu gesehen. Oder ist es ihnen tatsächlich peinlich?
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Peinlich höchstens, weil er sich so dumm angestellt hat und sich erwischen ließ. 😉
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Bericht unseres Forumsmitglieds HausD zu den Vorgängen am Startplatz 31/6 in Baikonur:
Havarie der Startanlage 31/6 am Kosmodrom Baikonur beim Start von Sojus MS-28 auf Sojus-2-1А
Beim Start von Sojus MS-28 auf Sojus-2-1А wurde die zur Startvorbereitung benötigte, beim Start aber entfernte und gesicherte Arbeitsplattform durch den Feuersturm der abfliegenden Rakete von ihrem Abstellort losgerissen und kopfüber in den rund 20m tieferen Abgas-Kanal geschleudert und zu Schrott zertrümmert.
Ein Portalbeitrag vom Raumfahrer.net Autor HausD.
(https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/12/5-up039305.jpg)
Ansicht von unten - die acht auf- und abfahrbare kleinen Plattformen
Bild: ESA
Weiter zum Beitrag von HausD im Portal => Link zum Portalartikel (https://www.raumfahrer.net/havarie-der-startanlage-31-6-am-kosmodrom-baikonur-beim-start-von-sojus-ms-28-auf-sojus-2-1%d0%b0/)
Viele Grüße, die Redaktionsmitglieder
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Hallo,
Ich habe mich nach längerer Zeit des Mitlesens dazu entschlossen mich wieder anzumelden.
Zur Sache mit dieser zerstörten Sojus Startrampe von mir soviel:
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine ganze Menge Vorfälle in der Russischen Raumfahrt und Raketentechnik allgemein.
Von defekten ISS Modulen über Raumsonden die ihre Ziele nicht erreicht haben , Militärraketen die sich kurz nach dem Start zerlegten usw.
Das alles wirft ein bezeichnendes Licht auf die einst so ruhmreiche russische Raumfahrt. Davon ist eigentlich fast nichts mehr übrig.
Es wirft auch ein bezeichnendes Licht auf
den inneren Zustand Russlands allgemein . Korruption und Schlamperei eigentlich fast überall.
Ich komme leider zu keinem anderen Schluß.
Beste Grüße und alles Gute
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Du sprichst aber von der ruhmreichen Sowjetunion.
Da hatte man eine ganz andere Auswahl auf Spezialisten aus allen Sowjet-Ländern.
Übriggeblieben ist "nur" Russland. Wir können das also nicht vergleichen.
Außerdem lassen wir hier mal die Politik außen vor und beschäftigen und mit dem Fortschritt der Reparatur.
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Zum Vergleich die Startrampe in Kourou:
https://x.com/AstroPolo_Space/status/1996208743034622213
{Bilder von 2009}
Die war insofern anders, als dass es einen rollbaren Turm für vertikale Integration gab, dafür war die Startplattform nicht drehbar.
Ich sage "war", denn seit 2024 wird der Startplatz für die Maia umgebaut, die eigentlich auch schon hätte fliegen sollen, jetzt 2026.
Bilder vom Umbau habe ich leider nirgends finden können. Wäre schon interessant zu wissen, ob und was wiederverwendet wird.
@Mcdivitt ich fürchte du hast leider recht.
Ich kann das Gefühl schon nachvollziehen. Es gibt hier sicher einige "ältere Jahrgänge" die sich regelrecht durch diese Entwicklung in ihren Jugendträumen verraten fühlen.
Ich selbst bin mit dem Shuttle aufgewachsen, dachte damals "jetzt geht die Raumfahrt richtig los" und habe dann ansehen müssen, wie dieses Programm nicht annähernd das lieferte, was es versprochen hatte, zwei Explosionen und dann eingestellt. Und dreißig Jahre das Versprechen, zum Mond und dann zum Mars und aufzubrechen, und immer wieder: Nichts. Nur Frust und Enttäuschung.
Die Parallele zu dem, was seit dem Ende der UdSSR in Russland passierte, kann sich jeder selbst zurechtbasteln.
Deshalb bin ich jetzt durch die schnellen Entwicklungen im "New Space" so fasziniert - geht es jetzt richtig los?!
Es wäre halt nur schön, wenn die Staaten dieses große Ziel gemeinsam angingen. Ein gewisser Wettbewerb ist gut, aber die militärischen Untertöne, mal wieder, sind absolut nicht gut, und wohin das führt, zeigt uns Russland, leider, gerade.
Jedenfalls: willkommen zurück, unbekannterweise! {ich glaube, du warst schon "weg" bevor ich mich angemeldet hatte}
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Ich habe die einfache Lösung:
Das Ding in Kourou einfach ausfädeln und per Kampfdrohnen nach Baikonur fliegen dort wieder reinschieben und alle können wieder fliegen 0:) <:-q
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Ich habe die einfache Lösung:
Das Ding in Kourou einfach ausfädeln und per Kampfdrohnen nach Baikonur fliegen dort wieder reinschieben und alle können wieder fliegen 0:) <:-q
Ich denke das ist eine völlig andere modernere Version die in Baikonur nicht passen würde.
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Das Ding in Kourou einfach ausfädeln und per Kampfdrohnen nach Baikonur fliegen dort wieder reinschieben und alle können wieder fliegen
Die Bruce-Willis-Methode...
Oder das Teil an vier Ort-Zu-Ort-Transport-Starships anbinden.
Nein, das ist beschlagnahmt und Maiaspace wird die Startplattform auch nicht mehr rausrücken.
Leider bekommt man aus Kourou viel zu wenige Updates und Bilder, daher wissen wir nicht, was da beim Umbau schon alles entfernt wurde.
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Ich hoffe, daß die Russen die Startrampe wirklich noch retten können ,allein um die ISS noch einige Jahre weiterbetreiben zu können. Aber mir fehlt, angesichts des ökonomischen Zustands Russlands ,der Glaube daran. Es würde eine fast 70-jährige russische Raumfahrtgeschichte zu Ende gehen. Mir tut es um die vielen Mitarbeiter und Fachleute leid, die unter den politischen Umständen leiden müssen.
Beste Grüße und schönes Wochenende ( habe ich inzw. immer )
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Ein gewisser Strugovets, den ich nicht einordnen kann, behauptet auf
https://t.me/roscosmos_press/3240
Die 31. Startrampe des Kosmodroms Baikonur soll bis zum Tag der Kosmonautik (2026) wiederhergestellt werden.
Ersatzteile für die Reparaturen werden bereits geliefert.
Das sollte dann der 12. April sein?
Wäre schön, klingt aber nicht überzeugend.
Zum Vergleich: SpaceX, die nun wirklich schnell sind und keinerlei Geldprobleme haben, sind seit Mitte Juni daran, den Teststand nach der Explosion zu reparieren. Das Ding hat eine ähnliche Größe wie die "Schublade". Ok, die haben gleich einen größeren Umbau gestartet; dennoch.
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Viel Raum für Spekulationen... Eine "Quelle" aus der Raumfahrtindustrie berichtet gegenüber RTVi (unabhängiger russischsprachiger privater Fernsehsender), dass im besten Fall, wenn eine Ersatzplattform gefunden wird, die ersten Starts innerhalb von 9 bis 12 Monaten durchgeführt werden könnten, zunächst nur Frachtstarts. Für eine vollständige Wiederherstellung des Startplatzes für bemannte Missionen wären jedoch 1,5 bis 2 Jahre realistisch. Eventuell könnte Baikonur für bemannte Starts zugunsten von Wostotschny auch ganz aufgegeben werden.
https://rtvi.com/stories/dolgo-ochen-dolgo-ili-nikogda-vozobnovyatsya-li-polety-kosmonavtov-s-bajkonura/
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Dann bliebe aber noch die Herausforderung, dass die Sojus-Kapseln die Fähigkeit bekommen müssten, die eine Notwasserung ermöglicht.
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unabhängiger russischsprachiger privater Fernsehsender
Sowas gibt es noch? Sicher sendet der aus dem Ausland.
Für eine vollständige Wiederherstellung des Startplatzes für bemannte Missionen wären jedoch 1,5 bis 2 Jahre realistisch.
Aus meiner sehr entfernten Beobachterposition heraus hätte ich das auch eher vermutet. Mal sehen.
Wostotschny:
Dann bliebe aber noch die Herausforderung, dass die Sojus-Kapseln die Fähigkeit bekommen müssten, die eine Notwasserung ermöglicht.
Ich habe das so verstanden, dass die das prinzipiell können, also wassern und schwimmen, aber die Kosmonauten im Fall der Fälle nicht selbst raumkommen können, daher auf ein schnelles Schiff angewiesen sind.
Gegen Wostotschny spricht, hatte ich auf NSF gelesen, dass hier die Plattform nicht drehbar ist und die Sojus daher den Flugwinkel selbst erzeugen muss, was angeblich nicht geht. Nun habe ich aber im Hinterkopf, dass die aktuelle Sojus-Version das sehr wohl kann, schon wegen der früheren Starts von Kourou - ? Oder nur die bemannte Versio nicht - ??
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Na, vielleicht gibt es dann wieder Anflüge über 2 Tage statt zwei Orbits, ging ja früher auch. Und wie war das damals mit Sojus 23? Mit dem Wassern hatten sie kein Problem, aber dann mit dem herauskommen im Eis. Sollte aber im Pazifik eher unwahrscheinlich sein.
[edit: Sojus 25 in Sojus 23 geändert]
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Dann bliebe aber noch die Herausforderung, dass die Sojus-Kapseln die Fähigkeit bekommen müssten, die eine Notwasserung ermöglicht.
Das musst du mir erklären. Wenn sie von dem Startplatz die ISS erreichen können heißt das für mein Verständnis das sie landen können wie immer. Oder wie war das gemeint? Das sie in der kasachischen Steppe nicht mehr landen dürften??
Ulli
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Na, vielleicht gibt es dann wieder Anflüge über 2 Tage statt zwei Orbits, ging ja früher auch. Und wie war das damals mit Sojus 23? Mit dem Wassern hatten sie kein Problem, aber dann mit dem herauskommen im Eis. Sollte aber im Pazifik eher unwahrscheinlich sein.
[edit: Sojus 25 in Sojus 23 geändert]
Dann müsste aber auch ein Bergungsschiff bereit stehen und das ist bei einer Notlandung ein Problem. Wo würden sie runter kommen?
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Es geht wohl um den Notfall, falls der Start missglückt und die Kapsel notlanden muss. Dann landet sie ggf. im eiskalten Nordpazifik.
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Ja, so hab ich es auch verstanden.
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"Mir tut es um die vielen Mitarbeiter und Fachleute leid, die unter den politischen Umständen leiden müssen."
In diesem Fall muss Ihnen nichts Leid tun. Die Akzeptanz der politischen Umstände ist dort außergewöhnlich groß bzw. wird maximal toleriert. Wir sollten tunlichst den Fehler vermeiden, von uns auf Andere zu schließen.
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Nachdem mein Vorschlag nicht mehrheitsfähig ist muss halt ein anderer Weg gefunden werden.
Nein Ernsthaft:
Irgendwann wird wohl Roskosmos eine Pressemitteilung bringen müssen wie es weiter geht? Ob es weiter geht? Wenn dann wie es weiter geht oder nicht ???
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"Mir tut es um die vielen Mitarbeiter und Fachleute leid, die unter den politischen Umständen leiden müssen."
In diesem Fall muss Ihnen nichts Leid tun. Die Akzeptanz der politischen Umstände ist dort außergewöhnlich groß bzw. wird maximal toleriert. Wir sollten tunlichst den Fehler vermeiden, von uns auf Andere zu schließen.
Zumindest ist es das, was nach außen dringt. Wer sagt dort noch frei seine Meinung?
Akzeptanz erzeugt man auch, in dem Gefahr von außen beschworen wird, aka Durchhalteparolen.
Man darf nicht vergessen, dass die Leute in Russland de facto seit Jahrhunderten nichts anderes kennen. Zar-Diktatur, Sowjet-Diktatur, ganz kurzes demokratisches Aufflackern bis erst die Oligarchen und dann Putin die Macht übernommen haben. Kopf raus - Kopf ab. Da sagt man traditionell nicht seine Meinung laut und leidet still.
Irgendwann wird wohl Roskosmos eine Pressemitteilung bringen müssen
Roskosmos muss gar nichts, erst recht nicht gegenüber der internationalen Öffentlichkeit. Die berichten politisch nach oben, und dort wird ihnen dann gesagt, was sie verkünden sollen oder eben nicht. Derzeit heißt es "Wird bis April fertig", und basta.
Nur blöd halt, dass man heute Fehlschläge nicht mehr einfach so Jahrelang vertuschen kann, irgendwas taucht immer in sozialen Medien und/oder Satellitenbildern auf.
Für mich ist ROS nur noch "Nebel" für die Öffentlichkeit.
Eben.
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Gecko, gut zusammengefasst. Ich habe auch noch nirgendwo dort eine Info zum Austausch ihres spionierenden Kosmonauten gefunden. Sollte ich mich irren, bitte korrigieren!
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Ich habe auch noch nirgendwo dort eine Info zum Austausch ihres spionierenden Kosmonauten gefunden.
Ich habe mal gesucht, aber auch nichts gefunden.
Hingegen habe ich dabei eine russische Diskussions-Website zum Thema gefunden:
https://habr.com/ru/articles/972274/
Hier schreibt ein Alexander Stolypin einen sehr ausführlichen Artikel zu den Hintergründen, den ich sehr lesenswert und gut begründet finde und der einige neue Fakten liefert. Mangels guter Russischkenntnisse habe ich mir das mit Deepl übersetzen lassen und gebe hier mal eine stark verkürzte, aber hoffentlich nicht entstellte Zusammenfassung:
Stille in Baikonur
Startkomplex Plattform 31 erlitt kritische Schäden. Die Zerstörung der Abgasableitung und des Wartungsgerüsts verwandelten den einzigen bemannten Startplatz Russlands in eine Notfallanlage, deren Instandsetzung Investitionen in Milliardenhöhe erfordern wird.
Warum kam es zu dem Unfall?
Das Geschehene ist das vorhersehbare Ergebnis der physischen Abnutzung von Materialien, die außerhalb der berechneten Betriebszyklen eingesetzt wurden. Die Anlage, die bereits 1961 in Betrieb genommen wurde, war ursprünglich Teil eines redundanten Systems mit dem legendären Gagarin-Start. Nach der Stilllegung 2019, die durch die Weigerung verursacht wurde, ihre Modernisierung für Raketen der Serie Sojus-2 zu finanzieren, blieb die Plattform 31 jedoch allein. Der Abgaskanal – ein gigantisches Bauwerk, das enormen Temperatur- und Schallbelastungen ausgesetzt ist – wies immer mehr Mikrorisse auf.
Während des Starts im November durchbrach der Abgas-Strahl den geschwächten Schutz und traf die tragenden Konstruktionen, was zu einem Einsturz der Wand des Kanals und einer Verformung des Stützrings des Drehtellers führte. {Anmerkung: Davon war ja bisher noch gar nicht die Rede! Das ist weit mehr als die abgestürzte Wartungspattform!}
Die Schäden sind nicht oberflächlich, sondern struktureller Natur. Die Positionierungsgenauigkeit der Rakete wird in Millimetern gemessen, und die geringste Verformung der Trägerelemente macht eine sichere Installation unmöglich. Darüber hinaus haben Druckwelle und Betonsplitter die Wartungsanlage beschädigt. Die Wiederherstellung erfordert letztlcih den Bau einer neuen Startrampe.
Dieses Ereignis hat die größte technische Schwachstelle von Roskosmos offenbart: Die gesamte bemannte Raumfahrt der Großmacht hing an einem sechzig Jahre alten Faden. Wir haben das sowjetische Erbe bis zur Erschöpfung ausgebeutet und dabei die grundlegende Regel des Raketenbaus ignoriert, dass eine Standby-Reserve erforderlich ist. Als die Metallermüdungsgrenze überschritten war, hatten wir weder einen Plan B noch die technischen Möglichkeiten, die Katastrophe schnell zu beenden.
Die Illusion der Souveränität
Der Unfall in Baikonur hat die strategische Verwundbarkeit im Weltraumbereich offenbart. Hätte Russland seine partnerschaftlichen Beziehungen zu internationalen Raumfahrt-Agenturen zumindest auf der Ebene der kalten Pragmatik aufrechterhalten, wäre der Ausfall der einzigen Plattform kein fataler Stillstand geworden. Es hätte die Möglichkeit gegeben, die Quoten für gemeinsame Flüge mit der NASA zu erweitern. Das bewusste Abbrennen der Brücken hat jedoch jeglichen Handlungsspielraum genommen.
Die Einstellung der eigenen bemannten Starts bedeutet, dass die Beförderung russischer Kosmonauten zur ISS nun technisch nur noch mit amerikanischen Crew Dragon-Raumschiffen von SpaceX möglich ist. Die große Weltraummacht hat ihre Transporthoheit verloren und muss sich nun bei Elon Musk um Tickets anstellen.
Durch den Verlust der technischen Fähigkeit, selbstständig zu fliegen, und die Zerstörung der diplomatischen Mechanismen der gegenseitigen Hilfe hat sich Russland selbst in eine geopolitische Falle manövriert, aus der es nicht nur mit enormen finanziellen Mitteln, sondern auch mit dem Verlust seines verbleibenden Prestiges als zuverlässiger Weltraumtransporteur herauskommen wird.
In den nächsten anderthalb bis zwei Jahren (so lange wird nach konservativsten Schätzungen Planung, Herstellung und Montage einer neuen Wartungsplattform als Ersatz für die zerstörte dauern) wird die russische Raumfahrt scheintod sein.
Die wirtschaftlichen Folgen gehen weit über die direkten Kosten der Wiederherstellungs hinaus, die sich auf mindestens 15 bis 20 Milliarden Rubel belaufen werden. Viel schlimmer ist, dass diese Mittel, die für die Entwicklung eines bemannten Systems und die Fertigstellung des Projekts „Orel“ dringend benötigt werden, nun für die Reparatur einer ein halbes Jahrhundert alten Infrastruktur verwendet werden müssen.
Anstatt in die Zukunft zu investieren, sind wir gezwungen, unsere letzten Ressourcen für die Wiederbelebung der Vergangenheit aufzuwenden, während die Konkurrenz einen technologischen Vorsprung herausholt.
Die russischen Kosmonauten sind im Geiseln dieser Situation. Ihr Aufenthalt auf der ISS wird sich unweigerlich über die reguläre Dauer hinaus verlängern. Das angedockte Rettungsschiff unterliegt strengen Beschränkungen hinsichtlich der Betriebsdauer der Triebwerke und Landungsaggregate, und jeder zusätzliche Monat erhöht die Risiken bei der Rückkehr. Im Falle einer kritischen Verzögerung der Reparatur muss Roskosmos einen beispiellosen Schritt unternehmen: entweder das Leben der Besatzung riskieren oder SpaceX offiziell um eine Rettungsmission bitten. Das zweite Szenario würde den Verlust des Status als Weltraum-Supermacht endgültig besiegeln.
Die technologische Lücke, die während der Stilllegung von Baikonur entsteht, könnte unüberwindbar werden. Während russische Ingenieure in der kasachischen Steppe heldenhaft gegen Beton kämpfen und versuchen, die Funktionalität der 1960er Jahre wiederherzustellen, wird die Raumfahrt in eine neue Ära eintreten. SpaceX testet bereits das Starship-System, China schließt den Bau seiner eigenen Raumstation ab und treibt sein Mondprogramm voran. Russland hingegen läuft Gefahr, bis 2027 mit einer feierlich renovierten Startrampe für veraltete Sojus-Raketen dazustehen und sich in der Rolle eines Pager-Besitzers im Zeitalter der Smartphones wiederzufinden – mit einer Technologie, die niemand mehr braucht und die mit nichts kompatibel ist.
Das sowjetische Erbe, das uns dreieinhalb Jahrzehnte lang treu gedient hat, ist physisch erschöpft. Jetzt steht uns der schmerzhafte Prozess bevor, unseren neuen Platz in der Weltordnung zu erkennen – den Platz eines Landes, das neu lernen muss, zu bauen, zu verhandeln und zu fliegen, und endlich aufhören muss, Zukunftsmodelle mit der Realität der Gegenwart zu verwechseln.
Das Rennen, über das wir so viel diskutiert haben, ist vorbei. Wir sind am Start geblieben.
Und es macht mich traurig, dass unser Weltraumprogramm an diesem Punkt angelangt ist.
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Vielen Dank für die Übersetzung. Bin erstaunt über die offene Diskussion auf der russischen Seite,die ganz klar das Desaster benennt. Es war nur eine Frage der Zeit bis so ein Unfall auftreten mußte. Gut ,dass die Sojus gut von der Rampe weggekommen ist.
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Es war nur eine Frage der Zeit bis so ein Unfall auftreten mußte. Gut ,dass die Sojus gut von der Rampe weggekommen ist.
Ein Riesenglück, dass die Startrampe nicht schon vor dem Abheben der Sojus kollabierte!
(Nicht ganz ernstgemeinter Vorschlag:
Musk kauft Roskosmos und baut die russische Raumfahrt wieder auf (oder noch besser: kauft Russland, beendet den Ukrainekrieg und Trump kriegt seinen Nobelpreis).
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Bin erstaunt über die offene Diskussion auf der russischen Seite
Bin mir nicht sicher, wo diese Diskussions-Website gehostet wird, und von wo darauf zugegriffen wird. "Russisch" kann hier auch nur "russischsprachig" heißen, nicht zwangsläufig "in Russland". Vielleicht kann das jemand mit IT-Kenntnissen rausfinden.
Insider-Infos sind sicher dabei.
Wenn tatsächlich auch die Beton-Trägerstruktur gelittet hat - das habe ich so noch nirgends anders bestätigt gefunden - wäre es wohl wirklich fast ein Neubau.
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Es wurde angeblich eine Ersatzplattform gefunden, welche auch schon fast unterwegs wäre.
«Есть информация, что найдена запасная платформа, ЗИП (набор запасных частей, инструментов, принадлежностей— RTVI), и она чуть ли уже не в пути», — сообщил источник. Он уточнил, что речь идет именно о запасной платформе, а не используемой на других космодромах — в Плесецке, Байконуре, Восточном или Куру.
https://rtvi.com/news/roskosmos-nashel-zapasnuyu-kabinu-obsluzhivaniya-vzamen-ruhnuvshej-na-bajkonure/
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Bin erstaunt über die offene Diskussion auf der russischen Seite
Bin mir nicht sicher, wo diese Diskussions-Website gehostet wird, und von wo darauf zugegriffen wird. "Russisch" kann hier auch nur "russischsprachig" heißen, nicht zwangsläufig "in Russland". Vielleicht kann das jemand mit IT-Kenntnissen rausfinden.
Domain Whois
Domain Name: habr.com
Registry Domain ID: 95689973_DOMAIN_COM-VRSN
Registrar WHOIS Server: whois.internet.bs
Registrar URL:
Updated Date: 2025-11-25T16:45:11Z
Creation Date: 2003-03-11T18:04:56Z
Registrar Registration Expiration Date: 2028-03-11T17:04:56Z
Registrar: Internet Domain Service BS Corp.
Registrar IANA ID: 2487
Registrar Abuse Contact Email: abuse@internet.bs
Registrar Abuse Contact Phone: +1.5163015301
The Commonwealth of The Bahamas:
Internet Domain Service BS Corp.
Ocean Centre
Montagu Foreshore
East Bay Street
Nassau
The Bahamas
P.O. Box SS-19084
Edit: was nicht bedeutet das die Beiträge nicht echt sind. Bedeutet nur das RU keine Handhabe darauf hat.
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Domain Whois
Domain Name: habr.com
The Commonwealth of The Bahamas:
Das bezieht sich nur auf die Domain Registrierung. habr.com läuft mit einer IP aus Moskau:
https://www.nslookup.io/domains/habr.com/dns-records/
Inhaber Denis Kryuchkov, der lebt wohl auch in Moskau.
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Domain Whois
Domain Name: habr.com
The Commonwealth of The Bahamas:
Das bezieht sich nur auf die Domain Registrierung. habr.com läuft mit einer IP aus Moskau:
https://www.nslookup.io/domains/habr.com/dns-records/
Inhaber Denis Kryuchkov, der lebt wohl auch in Moskau.
Auf IP war ich noch nicht.
Also könnten Sie doch den Stecker ziehen.
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Es wurde angeblich eine Ersatzplattform gefunden, welche auch schon fast unterwegs wäre.
Wie "findet" man mal eben eine Ersatzplattform? Und wie ist so ein Teil eben mal "unterwegs"?
Schade, dass es keine offiziellen Infos gibt.
Hier:
https://www.russianspaceweb.com/vostochny_soyuz_ko.html
gibt es eine Darstellung der Plattformen:
Die 1956 erstmals gebaute bewegliche Serviceplattform wird für alle Sojus-Startrampen in Baikonur, Plesetsk, Kourou und Vostochny verwendet. Die ursprüngliche Konstruktion mit der Bezeichnung 8U216 wurde im Konstruktionsbüro TsKBTM in Moskau entwickelt und im Maschinenbauwerk Novo-Kramatorsk (NKMZ) in der Ukraine hergestellt. Das Werk lieferte die Plattform für insgesamt sechs R-7-Startrampen (zwei in Tyuratam und vier in Plesetsk). Mindestens eine Ersatzkonstruktion wurde 1971 bestellt und 2013 an den späteren Kosmodrom Baikonur geliefert. Im 21. Jahrhundert wurden im Werk Tyazhmash in Syzran zwei neue mobile Plattformen gebaut, eine für die Sojus-Startrampe in Französisch-Guayana und eine weitere für Wostotschny.
Also: Die ursprünglichen Plattformen wurden in der Ukraine hergestellt, die zwei neuesten in Russland. Eine Ersatzplattform scheint zu existieren, auch wenn die Zahlen etwas irritierend sind - 42 Jahre Lieferzeit? Gut abgelagert auf jeden Fall.
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Was hilft eine "neue" Platform, wenn die gesamte Startanlage brüchig ist?
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Was hilft eine "neue" Platform, wenn die gesamte Startanlage brüchig ist?
Welche Anzahl von Raketen Starts muss denn noch erfolgen bis zum De-Orbit der ISS?
Kurzfristige Notlösung oder Dauerhaft ?
Die "Geplanten" Zubringer für ROS haben die schon Startplätze im Bau?
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Bei dem Zustand kann schon ein Start zu viel und endgültig der letzte sein.
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Welche Anzahl von Raketen Starts muss denn noch erfolgen bis zum De-Orbit der ISS?
Kurzfristige Notlösung oder Dauerhaft ?
Die "Geplanten" Zubringer für ROS haben die schon Startplätze im Bau?
Dauerhaft ist bei der ISS - leider - gar nichts mehr. Die Russen hatten ohnehin schon die Sojus-Flüge reduziert und die Aufenthalte verlängert, die Amis unfreiwillig, und nun wohl auch geplant aus Kostengründen.
Bei ca. 2 Sojus pro Jahr und 3-4 Progress wären wohl in 4 Jahren noch über 20 Flüge fällig gewesen.
ROS sollte ursprünglich auf einer Polarbahn fliegen, daher hätten dafür die Startanlagen in Plesetzk und auch Wostotschny benutzt werden sollen; Baikonur sollte sowieso aufgegeben werden.
Jetzt ist alles anders, auch ROS, wenn überhaupt noch was draus wird, soll ja jetzt auf einer ISS-ähnlichen Bahn unterwegs sein.
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Keine weiteren Fragen meinerseits.
Bodenpersonal kämpfte darum, die mobile Plattform vor dem fehlgeschlagenen Start der Sojus im letzten Monat zu sichern, fuhr aber dennoch mit dem Start fort, um die Bosse und Touristen nicht zu enttäuschen, laut nicht offiziellen Berichten.
https://x.com/RussianSpaceWeb/status/1999562350098067814
Kein weiterer Kommentar.
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Der X-Post bezieht sich auf russianspaceweb, die sich wiederum auf weitere Quellen bezieht. Nix Offizielles, natürlich, aber plausibel genug, um es erstmal glauben zu können.
Hier eine kurze Zusammenfassung:
Ein Veteran des Kosmodroms Baikonur mit guten Kontakten zum Zentrum berichtete im Webforum Novosti Kosmonavtiki, dass die mobile Plattform vor dem Start nicht ordnungsgemäß in ihrem unterirdischen Schutzraum gesichert worden sei. Einem Gerücht aus Baikonur zufolge wurde die mobile Plattform bis zu fünf Mal zurückgefahren und wieder zur Rakete gebracht, da die Spezialisten erfolglos versuchten, sie in ihrer Parkposition innerhalb ihres Schutzraums zu sichern.
Als das Personal schließlich etwa 30 Minuten vor dem Start angewiesen wurde, die Startrampe zu evakuieren, wurde beschlossen, die Plattform in ihrer Parkposition innerhalb ihres Schutzraums zu belassen, ohne sie ordnungsgemäß zu sichern, anstatt den Start zu verschieben.
Die Veteranen des Zentrums spekulierten, dass das Missionsmanagement unter Druck stand, den Start durchzuführen, um hochrangige Beamte und bis zu 3.000 zahlende Touristen nicht zu enttäuschen.
Einige Stunden nach dem Unfall gab Roskosmos eine Erklärung heraus, in der Schäden „an einer Reihe von Elementen der Startrampe“ eingeräumt wurden. In der Pressemitteilung hieß es außerdem, dass alle für die Reparatur der Rampe erforderlichen Ersatzteile verfügbar seien und die Schäden „in kürzester Zeit“ behoben würden.
Laut Beiträgen im Forum „Novosti Kosmonavtiki“ wurden Komponenten einer mobilen Ersatz-Serviceplattform, die bereits 1971 bestellt worden waren, 2013 nach Baikonur geliefert. Allerdings handelte es sich dabei wahrscheinlich um die ältere Version 8U216, und in jedem Fall würde ihre Installation umfangreiche Bauarbeiten an der Startrampe erfordern, einschließlich der Demontage der vorhandenen Ausrüstung. Eine weitere Ersatz-Mobilplattform war im Arsenal der Weltraumstreitkräfte in Znamenka gelagert.
Inoffiziellen Berichten zufolge plante Roskosmos, die Startrampe am Standort 31 bis zum Tag der Kosmonautik am 12. April 2026 wieder instand zu setzen. Die ersten Lieferungen von Ersatzteilen wurden für Ende der ersten Dezemberwoche 2025 angekündigt.
Im Artikel ist noch ein Bild, das bei ausgefahrener Plattform deutlich den an einer Kette hängenden Sicherungsbolzen zeigt, wie er zwischen seinen Führungslöchern gelagert liegt. Von einem Splint, um auch ihn zu sichern, ist nichts zu sehen:
https://images.raumfahrer.net/up083600.jpg
Übrigens hatte die Plattform weit mehr als 400 Starts über mehr als 60 Jahre hinter sich - das war schon eine erstaunlich massive und dauerhafte Konstruktion, aber irgendwann ist halt Schluss.
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Nichts bleibt für die Ewigkeit :(
Immer mehr werde ich den Verdacht nicht los das wir da knapp einer Katastrophe entgangen sind.
Schliesslich weiß man ja spätestens seit IFT 1 was eine kollabierende Startrampe an einer Rakete anrichten kann.
Wenn es tatsächlich so ist das ein bemannter Start "durchgepeitscht" wurde im Wissen das die Plattform nicht richtig gesichert war dann ist das grob Fahrlässig.
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Erinnert ihr euch an die SpaceShuttle-Katastrophen?
Auch damals wußten sie, daß eigentlich nicht hätte gestartet werden dürfen.
Selbe Geschichte, nur mit anderen Vorzeichen., bzw. unter anderer Flagge!
Und damals ist die Katastrophe sogar tatsächlich eingetreten.....
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Spannungen im kasachisch-russischen Verhältnis nehmen zu.
Vor kurzem gab es eine Pressekonferenz in Russland mit dem kasachischen Präsident Toqajew (offizielles Ende der Amtszeit Anfang 2026). Dort wurde die Vertretung der Interessen ethnischer Russen in Kasachstan angesprochen, worauf er während des weiteren Verlaufs der PK ausschließlich kasachisch sprach.
Man erinnere sich an Vorgänge in Kasachstan im Januar 2022, als Toqajew Russland um Hilfe bei Unruhen in Kasachstan gebeten hatte!
Zu weiteren Punkten wurde heute ein Video des Österreichers Alexander Kortan auf seinem Kanal Geopol gestreamt.
Da es ein politisches Thema ist, setze ich keinen link.
Eine Diskussion dürfte hier auch nicht erwünscht sein.
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Erinnert ihr euch an die SpaceShuttle-Katastrophen?
Das lag mir auch schon auf den Tasten, wollte meinen Post nur nicht noch viel länger machen.
Ja, genau so ein Fall, keiner traut sich, die Politiker oder auch nur die Chefs zu enttäuschen und denkt "wird schon wieder gutgehen". Um so schlimmer, je ärger diese Chefs sind - Autokraten bevorzugt.
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... irgendwie ergäbe sich aus dem "Unglück" auch die Möglichkeit für Russland, früher aus dem ISS Programm auszusteigen, oder?
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Wenn sie wollen, dann steigen sie aus, da braucht es keine extra Möglichkeit.
Aber sie wollen ja gar nicht, denn dann hätten sie gar keine Astronauten im All!
Dann schon lieber mit den Amis fliegen.
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Ob es ROS jemals geben wird?
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Ob es ROS jemals geben wird?
Nein. Zumindest nicht mehr mit dem aktuellen Regierungssystem. Und selbst eine, wie auch immer geartete, Nachfolgeregierung wird es kurz- bis mittelfristig nicht mehr schaffen. Auf dieses Land kommen ganz andere, selbstverschuldete, riesige Probleme zu.
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... irgendwie ergäbe sich aus dem "Unglück" auch die Möglichkeit für Russland, früher aus dem ISS Programm auszusteigen, oder?
Was wäre der Vorteil ??
Das wäre ein Tritt gegen das eigene Schienbein.
Bemannte Raumflüge ohne Raumstation wären ein Schritt 50 Jahre zurück.
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Ob es ROS jemals geben wird?
Es mag sein das ein 30. Februar wahrscheinlicher ist – der letzte liegt gut 2000 Jahre zurück – aber, wie sagte der alte japanische Weise: Nichts ist unmöglich …
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Ob es ROS jemals geben wird?
Sinnvoller auf einer polaren Umlaufbahn mit Startbahnhof im Norden. Bei gleicher Umlaufbahn wie die ISS und Startbahnhof Baikonur wäre ja nichts gewonnen.
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Sinnvoller auf einer polaren Umlaufbahn mit Startbahnhof im Norden. Bei gleicher Umlaufbahn wie die ISS und Startbahnhof Baikonur wäre ja nichts gewonnen.
Sinnvoll oder nicht, aber an anderer Stelle wurde ja schon berichtet, dass nun eine ISS-ähnliche Umlaufbahn vorgesehen ist, weil ISS-Module recycelt werden sollen.
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... irgendwie ergäbe sich aus dem "Unglück" auch die Möglichkeit für Russland, früher aus dem ISS Programm auszusteigen, oder?
Was wäre der Vorteil ??
Das wäre ein Tritt gegen das eigene Schienbein.
Bemannte Raumflüge ohne Raumstation wären ein Schritt 50 Jahre zurück.
Exakt. Bemannte Raumfahrt ist DAS Pestigeprojekt seit Gagarin, und die ISS wird Russland schon deshalb nicht aufgeben, weil sie sie jetzt als Keimzelle für ROS nutzen wollen/müssen.
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Die ISS aufzugeben war schon immer eine leere Drohung, solange sie nix eigenständiges haben wird das nicht freiwillig passieren.
Sonst blieb ihnen nur noch zeitweise bei den Chinesen als "Untermieter" einzuziehen und das wäre auch eine Blamage.
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Eine Ersatz-Servicekabine ist in Baikonur angekommen - Ende Februar 2026 sei die Starbereitschaft wiederhergestellt.
https://t.me/roscosmos_gk/18939
https://www.fontanka.ru/2025/12/16/76173697/
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Dann muss nur (noch) der Startplatz stabil halten. Wie viele Pessimisten sind unter uns? Ich bin zumindest kein Optimist.
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Ankunft der Service-Plattform-Teile in Baikonur
Zur Meldung in Lumpis Quelle:
- das dort gezeigte Video beinhaltet alte und neuere Sequenzen,
- die Überschrift ist falsch : Roskosmos hat noch keinen Plan veröffentlicht, nur für intern aufgestellt ...
Nun zu dem Reserveset:
Eine sowjetische Ersatzkabine des Typs 8U216 wurde im Arsenal der 28. Weltraumstreitkräfte in Tambow aufbewahrt.
Daher auch die doch optimistische Äusserung, dass für die Restaurierung der Servicekabine am Platz 31 Startplatz 6 in Baikonur drei Monate eingeplant sind.
Bem.: Die Plattform vom Pl. 31/Pu 6 war eine modifizierte Ausführung des Typs 8U216, Typ 8U216m.
Der Staatskonzern Roskosmos teilte mit, dass 18 Schwerlastwagen mit Bauteilen und Ausrüstung am 1. Dezember vor Ort (Baikonur) eingetroffen sind.
Die wichtigsten Eckpunkte sind:
🔵 Über 130 Roskosmos-Mitarbeiter arbeiten in zwei Schichten von
8:00 bis 24:00 Uhr unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen.
🔵 Ein Arbeitsplan wurde erstellt, genehmigt und wird streng überwacht.
🔵 Die Kabinenteile sind in einer rd. 13.000 m³ großen Halle untergebracht.
🔵 Die Grundierung und Lackierung der Kabinenkomponenten haben begonnen.
Nach Fertigstellung werden sie zur Startrampe transportiert.
Ein Teil der Ausrüstung ist bereits vor Ort.
🔵 Nach der Grundierung und Lackierung der Teile beginnen die Fachleute
mit der Montage der Kabine und führen autonome Tests durch.
Fazit: Das bemannte Programm wird fortgesetzt.
Quellen: fontanka.ru (https://www.fontanka.ru/2025/12/16/76173697/)
/ VK Novkos (https://vk.com/wall-78162987_37373)
/ Skyscr (https://www.skyscrapercity.com/threads/%D0%9A%D0%BE%D1%81%D0%BC%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%B8%D0%B5-%D1%82%D0%B5%D1%85%D0%BD%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D0%B3%D0%B8%D0%B8.1045319/page-1450#post-195841343)
Gruß, HausD
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Dann muss nur (noch) der Startplatz stabil halten. ...
Es muss nicht der gesamte Startplatz repariert werden, denn nach jedem Start werden ev. aufgetretene Schäden durch ZENKI beseitigt.
Aber die betonierten Tisch-Stützen müssen nicht, wie weiter oben jemand schrieb, abgerissen und alles neu errichtet werden.
Gruß, HausD
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Danke HausD,
endlich mal ein paar Infos mit guten Referenzen.
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Bilder von der Ersatz-Service-Plattform
Bei Pro Kosmos werden Bilder gezeigt, die Ersatzteile und Aussenarbeiten zeigen:
(https://images.raumfahrer.net/up083668.jpg)
Ein halbes Kreissegment der Service-Plattform
(https://images.raumfahrer.net/up083669.jpg)
Die Motoren mit Getriebe für die 4 Laufräder
Hier sieht man dass die Teile schon lange gelegen haben.
Die unteren Halte-Arme für die Sojus-Raketen müssen entweder wegen der Baufreiheit vom Schachtring entfernt werden oder sie haben bei der Havarie auch Schaden genommen und müssen getauscht werden.
(https://images.raumfahrer.net/up083670.jpg)
Die unteren Halte-Arme werden aus den Starttisch-Schacht gehoben Bilder: ProKosmos/ZENKI-Fil. Baikonur
Quelle: VK Pro Kosmos (https://vk.com/wall-219699195_78514)
Gruß, HausD
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Bei allem Optimismus dieser Bilder, es ist ein Zehren von den letzten Reserven einer glorreichen Vergangenheit. :"‑( Und irgendwie habe ich dabei trotzdem kein gutes Gefühl. Vielleicht sollten sie die Anzahl der Priester und die Menge an Weihwasser vor jedem neuen Start erhöhen. 0:) Nur so zur Sicherheit. ;)
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Am 11.03.2026 soll der nächste Start mit einem Progress erfolgen.
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Video
(https://images.raumfahrer.net/up083671.jpg)
Aussenarbeiten und Plattform-Teile Video von Город Ракет (https://vk.com/video-43241230_456241830?list=01d62de1059d5c71d8)
Inhalt:
00:18 Es wird ein unterer Halte Arm der Sojus-Rakete herausgehoben ( für Baufreiheit )
00:28 ein Ersatz-Arm ist bereits grundiert, dahinter ein rostiger Arm
00:31 das obere Gelenk des Arms
00:39 der demontierte Arm wird aussen abgesetzt
00:46 Pjotr E. Maidanow ZENKI neben den Fachwerk-Strukturen der neu gemalten
Service-Plattform
.... gesprochen wir im wesentlichen über den Ablauf der Arbeiten
(, wie es in den vorherigen Sach-Beiträgen aufgeführt ist).
Quelle: Pro Kosmos (https://vk.com/wall-219699195_78514?reply=78520)
Gruß, HausD
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Habe mal von Koogle Erde ein Bild geschnipselt welches den Stand von Mai 2024 abbilden soll:
(https://images.raumfahrer.net/up083667.jpg)
Da scheint es schon einiges an Betonaufbrüche zu geben speziell an den tragenden Elementen an den Laufschienen ::)
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Hallo Alex,
... (https://images.raumfahrer.net/up083667.jpg)
Da scheint es schon einiges an Betonaufbrüche zu geben speziell an den tragenden Elementen an den Laufschienen ::)
Betonaufbrüche an den Laufschienen sehe ich nicht, da man die Laufschienen der Serviceplattform von unten nicht sehen kann.
Die Schienen liegen etwa im oberen Drittel des breiten Schutzbleches auf der Beton-Brüstung.
Aber Schäden am Beton gibt es bei nahezu jedem Start, bedingt durch die enorme Hitze und den extremen Staudrücken und deren rüttelnden Kräften. Daher wird nach jedem Start die Statik des Starttisches geprüft und ggf. eine Reparatur vorgesehen.
Jedoch ist die Bauausführung Potenzen sicherer ausgelegt, als es bei normalen Bauten (Sicherheitsfaktoren : 1,35 für Eigenlasten / 1,5 für Verkehrslasten) oder Brücken der Fall ist, nach meiner Info mit dem Faktor 60 und mehr.
Gruß, HausD
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... noch eine Sache, die mir aufgefallen ist: das Bild (oben) zeigt der Startplatz 5 auf dem Pl. 1, also den GAGARINS START.
Weihnachts-Gruß, HausD