Die Milchstraße

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H.J.Kemm

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #50 am: 24. Februar 2010, 18:31:34 »
Moin René,

unsere Milchstrasse sowie die meisten Kugelsternhaufen im Halo unserer Milchstrasse scheinen zum gleichen Zeitpunkt vor~ 13,5 Mid. Jahren aus einer gewaltigen Wolke entstanden zu sein. Die damals existierenden *Population-III-Sterne* gibt es nicht mehr. Aus deren Überresten sind die *Population-II-Sterne* entstanden. Wann sie entstanden sind, wird wohl kaum mit Sicherheit gesagt werden können. Fest steht, dass in Kugelsternhaufen im Halo und im inneren Bereich der Bulge die ältesten *Population-II-Sterne* zu finden sind.

Jerry 

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Offline Schillrich

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #51 am: 25. Februar 2010, 16:28:38 »
Hallo Klaus,

wenn sich zwei Galaxien (oder auch nur Haufen) begegnen und durchdringen, dann ist nicht nur die Gravitation im Spiel. Die eine Ansammlung von Sternen mach nicht nur einen "FlyBy" an der anderen. Es kommt auch zu dissipativen Prozessen, v.a. durch interstellares Gas und Staub (also Reibung), welche dann auch auf die großen Körper wirken. Damit kann es effektiv eine Abbremsung geben und damit ein Einfangen/Vereinen.
\\   //    Grüße
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H.J.Kemm

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #52 am: 26. Juni 2010, 09:15:47 »
Moin,

aus APOD gibt es diese tolle Aufnahme der Milchstrasse

Bild: The Starry Night of Alamut
Image Credit & Copyright: Babak Tafreshi (TWAN)

Gut zu sehen sind die hellen weißen Sterne Deneb, Wega und Altair, Nebel nahe dem galaktischen Zentrum und die dunklen, undurchsichtigen Staubwolken der Milchstraße, die auch als great Rift bekannt sind.

Jerry

Re: Die Milchstraße
« Antwort #53 am: 09. Dezember 2010, 12:19:57 »
Moin,

einer neuen, wesentlich genaueren Untersuchung zufolge ist die Masse unserer Milchstrasse nur etwa halb so groß wie bisher vermutet. Dies Ergebnis liefert *SDSS-II* (Slown Digital Sky Survey II. (Bericht darüber folgt in einem eigenen Thread)


Die im Zentrum sichtbare, aus Sternen bestehende Komponente der Galaxis ist eingebettet in ihren viel massereicheren und größeren Halo aus Dunkler Materie, der hier in rot angedeutet ist. Die »Blauen Riesensterne«, die im Rahmen der SDSS-Studie gefunden und untersucht wurden, umkreisen die sichtbare Galaxis in großen Entfernungen.

Wissenschaftler haben für die neue Massenbestimmung die Geschwindigkeiten von Sternen ermittelt, die das Zentrum unserer Milchstrasse im Halo auf weiten Bahnen umlaufen. Für diese Studie wurden die im Rahmen der Durchmusterung *SEGUE* (Sloan Extension for Galactic Understanding and Exploration) gesammelten Daten verwendet, die zum Projekt *SDSS-II* gehört. Zur Ableitung der Masse unserer Milchstrasse bestimmten die Wissenschaftler die typischen Geschwindigketen dieser Sterne in unterschiedlichen Entfernungen vom galaktischen Zentrum. Diese Geschwindigkeiten verraten den Astronomen, wie schnell die Sterne sich bewegen müssen, um der Anziehungskraft des Milchstraßensystems und seiner Dunklen Materie zu widerstehen. Bisherige Berechnungen führten auf eine Masse unserer Galaxis, die 1,9 x 1012 MSo entspricht. Die neue, auf SEGUE-Daten basierende Studie ergab einen nur halb so großen Wert.

Mit dem neu bestimmten, genaueren Wert für die Masse der Milchstrasse wird die Aufteilung der Materie, aus welcher der galaktische Halo besteht, in »normale« und »dunkle« Materie präziser möglich. Bereits aufgrund der neuen Ergebnisse lässt sich sagen, dass es *weit weniger Dunkle Materie gibt* als bisher vermutet. Dies würde wiederum bedeuten, dass die Masseverteilung des Universums insgesamt neu definiert werden muss.



Jerry
Hi
Ich habe da mal ne Frage bezüglich der Blauen Riesensterne.
Wo kommen die her?
Im Halo gibt es doch wenig Gas und Staubwolken sie können doch eigendlich garnicht dort entstanden sein.
Da die Sterne ja Riesensterne sind können sie auch nicht aus der galaktischen Scheibe stammen, weil sie nicht alt werden und viel zu lange bräuchten um zu den beobachteten Positionen im Halo zu gelangen.
Sind das vieleicht Sterne aus Zwerggalaxien wie den Magelanschen Wolken?
Oder Sterne die durch Verschmelzung zweier kleinerer Sterne wieder jung geworden sind?
Hat da Jemand nähere Angaben dazu ?
LG René
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Re: Die Milchstraße
« Antwort #54 am: 10. Dezember 2010, 10:57:31 »
Hallo René,

bei den blauen Sternen handelt es sich um eher alte Sterne der Population II. Sie befinden sich nicht mehr in der Hauptreihe und verbrennen Helium. Ihre Spektralklasse liegt zwischen B3 und A0. Man nennt sie mit Blick auf das HR-Diagramm auch Blue Horizontal Branch Stars (BHBs).

Wo kommen sie her? Naja, aus den zahlreichen Satelliten-Sternhaufen und Mini-Galaxien, die die Milchstrasse so hat. Gerade SDSS-II hat da nochmal einige Neue entdeckt.

Re: Die Milchstraße
« Antwort #55 am: 10. Dezember 2010, 11:37:46 »
Danke

Wenns alte Population 2 Sterne sind ist ja die Welt noch in Ordnung :)

Liebe Grüße René
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Re: Die Milchstraße
« Antwort #56 am: 16. Dezember 2010, 16:24:13 »
Hallo Kreuzberga

Ich habe mir gerade das HRD mal angesehen.
Die Sterne B3-A0 werden demnach nicht älter als 1 Milliarde Jahre.
Warum zählen sie dann zur Population1
Unsere Sonne ist doch fünfmal so alt und sie zählt auch noch zur Population1  :-\
mfG
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websquid

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #57 am: 16. Dezember 2010, 16:48:48 »
Die Population gibt ja nicht das Alter an, das ein Stern erreicht, sondern das Alter, wann ein Stern entstanden ist.
Population I bedeutet einfach nur, dass man einen metallreichen Stern hat. So ein Stern hat also Material aus älteren, explodierten Sternen aufgenommen während der Bildung. Die Masse (und damit das Alter) eines Sterns ist dabei irrelevant.

mfg websquid

Re: Die Milchstraße
« Antwort #58 am: 16. Dezember 2010, 17:19:24 »
Hallo websquid
Die blauen Sterne im Halo sind doch nur 1 Milliarde Jahre alt, das Material aus dem sie entstanden müßte doch metallreicher gewesen sein als das bei der Sonne die ja schon 5 Milliarden Jahre alt ist. Also früher geboren wurde.
Warum ist die Sonne dann metallreicher als diese blauen Sterne?

LG René
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websquid

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #59 am: 16. Dezember 2010, 18:04:09 »
Das liegt einfach daran, dass die Halo-Sterne in einer Region sind, wo nicht soviel Masse vorhanden ist. In den Bereichen gibt es nicht genug schweres Material. Aber ein gewisser Teil hat seinen Weg auch dahin gefunden, so dass man von Population I Sternen spricht.

mfg websquid

Re: Die Milchstraße
« Antwort #60 am: 16. Dezember 2010, 19:14:43 »
Ich glaub hier geht grad einiges durcheinander. Was war genau die Frage und wo war das Problem?

René, du hattest gefragt, warum im Halo so große Sterne sein könnte, da die ja nicht lange leben könnten. Daraufhin habe ich geantwortet, dass diese Sterne sich in einem späten Stadium ihrer Entwicklung befinden, sehr metallarm sind und daher alt sind und zur Population II gehören. Jetzt meinst du wieder, Sterne der entsprechenden Spektralklassen würden nicht so alt werden. Dabei vergisst du, dass der Spektraltyp nicht auf die Lebensdauer eines Sterns schließen lässt. Du magst Recht haben, was Hauptreihensterne angeht, aber außerhalb der Hauptreihe, sind es eben alte Sterne. Die Dinger waren vorher Rote Riesen (da kommt die Sonne auch irgendwann mal hin) und sind jetzt auf dem HRD nach links gewandert, in den Blauen bereich. RR Lyrae Sterne sind gute Beispiele dafür: http://de.wikipedia.org/wiki/RR-Lyrae-Stern

Re: Die Milchstraße
« Antwort #61 am: 16. Dezember 2010, 20:24:10 »
Hallo Kreuzberga
Ich bin auf das Alter der Blauen Sterne gekommen weil ich dieses Diagramm gefunden habe.
Wonach blaue Sterne nicht älter als 1Milliarde Jahre werden.
Aber wenn du sagst dass die Sterne schon Rote Riesen waren und wieder zurück in den blauen Bereich gewandert sind, dann ist natürlich alles klar.
Die Sterne sind dann älter als die Sonne.
Gruß René
« Letzte Änderung: 17. Dezember 2010, 13:28:20 von rene.eichler2 »
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Offline Matjes

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #62 am: 18. Dezember 2010, 18:43:15 »

Hallo Leute

Nur um ein wenig Klarheit in die Begriffe zu bringen zitiere ich mal Wikipedia. Tschuldigung

--------------------------------------------------------------- Kopie aus Wikipedia---------------------------------------------------
1) Ursprüngliche Klassifikation nach Baade
Die Klassifikation geht auf Walter Baade (1944) zurück. Obvohl der Zeitpunkt der Entstehung ein Charakteristikum einer Population ist, hat die sie bezeichnende römische Zahl nichts mit ihrem Entstehungszeitpunkt zu tun.

Population I
In der zentralen Scheibe unserer Milchstraße gehören die meisten Sterne (und auch die Sonne) zur sogenannten Population I. Dies sind relativ junge, stabil leuchtende Sterne, die hinsichtlich ihres inneren Aufbaues und ihrer Strahlung in einem Zustand des Gleichgewichtes sind und sich auf annähernden Kreisbahnen um das galaktische Zentrum, meist in den Spiralarmen, bewegen. Sterne der Population I enthalten wie die Sonne relativ viele schwere Elemente, die in früheren Sterngenerationen entstanden sind.

Population II
Die älteren Sterne des ausgedehnten kugelförmigen galaktischen Halos, sowie des galaktischen Zentrums, gehören der Population II an (siehe z.B. BPS CS22892-052). Sterne dieser Population werden auch in Sonnennähe gefunden, fallen dort aber durch ihren sehr viel geringeren Gehalt an schweren Elementen und ihre hohen Geschwindigkeiten relativ zu den Scheibensternen auf. In anderen Galaxien spricht man analog zur Milchstraße von Scheiben- und Halopopulation.

Population III
Die allererste Generation von Sternen – die bald nach dem Urknall entstanden ist – wird Population III genannt. Diese primordialen Sterne wurden aber nur aus theoretischen Überlegungen erschlossen und noch nicht gefunden, denn vermutlich waren sie zu massereich und daher zu kurzlebig, um bis heute zu existieren.
Ob vereinzelte von ihnen – die eine geringe Masse haben müssten – wirklich noch existieren, werden erst die Beobachtungen der künftigen Großteleskope zeigen.

2) heutige feinere Einteilung
Man unterscheidet heutzutage im Wesentlichen fünf Populationen, da es natürlich im Laufe der Zeit immer mehr Messergebnisse gab und somit eine genauere Einteilung möglich wurde.

Extreme Population I (Spiralarmpopulation)
Das Alter dieser Sterne liegt unter 100 Mio. Jahren, was auf eine relativ späte Entstehung hinweist. Solche jungen Sterne befinden sich häufig in irregulären Galaxien, diffusen Nebeln, Reflexionsnebeln, offenen Sternhaufen und Spiralarmen.

Intermediäre (ältere) Population I
Diese Population stimmt in den meisten Punkten mit der extremen Population I überein. Auch unsere Sonne und sonnenähnliche Sterne gehören ihr an. Solche Sterne haben als Merkmal vorwiegend starke Metalllinien im Spektrum.

Scheibenpopulation
Diese Sterne haben ein mittleres Alter und somit ist dies die verbreitetste Population. Die meisten Sterne unserer Milchstraße gehören ihr an, denn sie stellen den Großteil der galaktischen Scheibe und des galaktischen Zentrums dar.

Intermediäre (zwischen-) Population II
Dies ist eine kleinere Gruppe die vor allem im galaktischen Zentrum vorherrscht. Zu dieser Gruppe zählen vor allem die sogenannten Schnellläufer, die sich mit Geschwindigkeiten von über dreißig Kilometern pro Sekunde senkrecht zur galaktischen Ebene bewegen.

Halopopulation (extreme Population II)
Dies sind Sterne mit einem Alter von über sechs Milliarden Jahren. Sie befinden sich im Halo einer Galaxie und somit überwiegend in Kugelsternhaufen und elliptischen Galaxien. Sehr wichtige Mitglieder sind zum Beispiel die Unterzwerge und auch RR-Lyrae-Sterne.
-------------------------------------------------------Ende Wikipedia--------------------------------------------------------------

So und jetzt entdecken wir blaue Sterne im Halo. Wohin gehören die jetzt. Eigentlich gibt es im Halo nur Sterne der Population 2. Also alles ganz alte Sterne mit wenig Metall. Dort haben alle Sterne späte Spektralklassen. Wie passen jetzt aber blaue Sterne da rein? Ich habe da ähnliche Probleme wie Rene. Selbst wenn sie ihre Rote-Riesen-Phase schon hinter sich haben, sehe ich nicht, wie sie viele Milliarden Jahre alt sein können. Oder könnte es nicht auch sein, daß diese Sterne june Sterne sind? Dann muß aber jemand diesem blöden Halo sagen, daß es das gar nicht darf. So wie ich es verstanden habe, ist die Beobachtung von blauen Sternen gerade deshalb eine "Sensation", weil es dafür keine einfache Erklärung gibt. Und davon lebt die Astronomie.

Grüße
Matjes



   

Re: Die Milchstraße
« Antwort #63 am: 19. Dezember 2010, 10:31:51 »
Hallo Matjes

Also so wie ich es von Kreuzberga verstanden habe sind die blauen Sterne alte Sterne.
Nehmen wir mal einen Stern mit der Masse der Sonne der wird mit etwa 8-10Milliarden Jahren zu einem Roten Riesen.
Nach der Rote Riesenphase schließt sich noch eine Phase an, bei der schwerere Elemente als Helium erbrütet werden. Dabei werden die Sterne wieder etwas blauer, obwohl sie doppelt so alt sind wie die Sonne.
Im Herzsprung Russel Diagram sind es die Sterne am oberen Bildrand.
Ist nicht auf allen HRDs zu sehen. Da ist zumindest ein Balken wo steht Riesen und Überriesen, der reicht vom roten bis in den blauen Bereich des Diagrams.

Ich hoffe das war jetzt so richtig erklärt
mfG René
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Offline Martin

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #64 am: 07. Juli 2011, 09:42:32 »
Hallo,

hier mal zwei Bilder von der Milchstrasse, aufgenommen etwa 20km SW von Pannawonica, Pilbara, WA. Bild eins zeigt das Zentrum, Nr. 2 den Bereich Richtung Kreuz des Suedens. Belichtungszeit bei ISO400 30sec ohne Nachfuehrung, und mit Corel bearbeitet.

Cheers,

Martin
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Offline Gertrud

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #65 am: 05. Dezember 2011, 21:07:12 »
Hallo Zusammen,

drei Astronomen an der University of Toronto haben in das Maul (Mouth) vom Dragonfish geschaut.
Mubdi Rahman, Doktorand in der Abteilung für Astronomy & Astrophysics an der University of Toronto schlug den Namen
"Dragonfish" nach einem Vergleich von dem Infrarot-Bild der Gashülle, welches von Peter Shearer erstellt wurde, mit einem Tiefsee-Wesen mit gleichem Namen vor.
 
(Credit:by Peter Shearer)

 Das astronomische Bild ähnelt dem dunklen klaffenden Mundform mit Zähnen, zwei leuchtende Augen und eine helle
Flosse auf der rechten Seite.

(Credit: Foto mit freundlicher Genehmigung von The University of Toronto,by Peter Shearer )

Der "Mund" ist so dunkel, da das Gas durch die Strahlung der Sterne gelöscht wurde und durch den stellaren Wind nach außen gedrückt wurde, und die glühende Schale von etwa hundert Lichtjahren, die hellen Augen und Flosse des "Tieres" zu bilden.
Die hunderttausend Sterne im "Mouth" von  dem "Dragonfish" sind gut 30.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt.
Die Sterne sind unglaublich hell, aber das meiste ihres sichtbaren Lichtes wurde für die irdischen Teleskope durch den dazwischen liegenden dichten Staub unserer Galaxie geschluckt.

Mit dem New Technology Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile konnten die Forscher das Licht von ein paar dutzend Sterne sammeln.
Sie untersuchten, wieviel Licht die Sterne in jeder Farbe emittieren und waren so in der Lage, zu bestätigen, dass midestens ein Dutzend junge massereiche Sterne in dem Haufen waren. Einige haben möglicherweise hundert Mal mehr Masse als unsere Sonne. 
Durch die Erforschung mit dem  WMAP-Satelliten und mit der  Weltraumsonde Spitzer, welche mit dem Infrarot-Licht den Staub durchdringen konnte,entdeckten die Forscher die riesigen jungen blauen Sterne.
Wenn die Superstars ihren Brennstoff verbrannt haben,
werden sie explodieren und durch die Freisetzung von Metallen und andere schwere Atome vielleicht Bausteine für Leben bieten.
 Nach den Worten von Rahman haben die Forscher in der Gruppe einen Ausreißer-Stern gefunden, der sich mit hoher Geschwindigkeit auf der Flucht aus der Gruppe befindet.
Die wissenschaftler vermuten, das die Gruppe nicht mehr durch die Schwerkraft zusammen gebunden ist.
Es ist ihnen noch ein Rätsel, wie die Gruppe auseinander fliegt.
 
Quelle:
http://news.utoronto.ca/dragonfishs-mouth

Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Gertrud

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #66 am: 11. Januar 2012, 17:11:15 »
Hallo Zusammen,

dieses Mosaikbild von einem großen Teil der Milchstraße ist mit Wide-Field Infrared Survey Explorer (WISE) aus unzähligen Bildern entstanden.
In dieser Region treten die abgebildeten Sternbilder Cassiopeia und Cepheus in den Hintergrund.
Am Abendhimmel sind die fünf hellen Sterne von Cassiopeia sehr leicht durch die Form, das himmlische "W" erkennbar.
Da aber WISE den Himmel in Infrarot-Licht beobachtet hat,
enthüllen sich Millionen andere Sterne,welche durch bestimmte Wellenlängen des infraroten Lichts in  Blau und Cyan (Blaugrün) sichtbar sind.
Im grünen und roten Infrarot- Licht erscheinen die Staubwolken.


Credit:NASA / JPL-Caltech / UCLA
in sehr groß (16,67 MB) sind sehr, sehr viele Einzelheiten sichtbar.
https://images.raumfahrer.net/up038202.jpg

Es ist wirklich sehr sehenswert,
mein Bildschirm ist leider etwas ;)  zu klein für dieses grandiose Mosaik.
Dieses Abbildung an einer großen Wand wäre echt stark! :)

Quelle:
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA15256

Gertrud
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Offline sven

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #67 am: 05. April 2012, 20:48:19 »
Nach 10 jähriger Arbeit wurde aus kombinierten Daten des britischen Infrarotteleskops UKIRT (United Kingdom Infrared Telescope) auf Hawaii und dem Vista Teleskop in Chile ein 150 Milliarden Pixel Bild der Milchstraße errechnet...

Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/weltraum/interaktiv-entdecken-sie-die-milchstrasse-11706659.html
http://djer.roe.ac.uk/vsa/vvv/iipmooviewer-2.0-beta/vvvgps5.html

Gruß Sven

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Offline Schillrich

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #68 am: 30. April 2012, 22:14:52 »
Vielleicht hatten wir das hier schon, aber falls nicht ... 2013 wird spannend.

2013 werden sich die Augen der Astronomen auf das Zentrum der Milchstraße richten.

Seit 2004 beobachtet man eine Gaswolke, die sich auf ihrer elliptischen Bahn dem schwarzen Loch im inneren unserer Galaxie nähert. Mitte 2013 wird sie ihr Perizentrum in 36 Lichtstunden (ca. 260 AU) vom Ereignishorizont erreichen. Bei ihrem "überschallschnellen" Flug durch das Plasma, werden sich Stoßfronten hoher Dichte und Temperatur ausbilden, die wahrscheinlich im Röntgenlicht erstrahlen werden.
Gezeitenkräfte und die Wechselwirkung mit dem Plasma werden die Wolke wohl zerreißen. Schon jetzt verformt sie sich. In den Daten von 2004 ist sie noch kugelsymmetrisch. Bis 2008 und 2011 hatte sich jeweils eine Geschwindigkeitdifferenz zwischen Vorder- und Hinterseite aufgebaut. Ein Teil ihrer Masse wird nach diesem Prozess wahrscheinlich ins SL stürzen, und dabei nochmal aufleuchten.

"Unser" SL ist erstaunlich dunkel. Seine Umgebung leuchtet nur sehr schwach. Ein paar Mal am Tag gibt es darin stundenlange Spitzen. Summa-summarum heißt das, dass das SL nur ca. 1/100 der Erdmasse pro Jahr aus seiner Umgebung verschluckt. Durch diese Wolke könnte es "reiche Beute" machen und deutlich erstrahlen. Dadurch erwartet man neue Einblicke in die Vorgänge vor Ort.

Einen ähnlichen und stärkeren Vorfall gab es offenbar vor 300 Jahren. Dessen Röntgenecho kann man heute im interstellaren Material der Umgebung sehen.

Quelle: "Kosmische Raubtierfütterung" in Spektrum der Wissenschaft (Mai 2012)


Das ist ja quasi schon geschehen, vor 25000 Jahren ... aber Zeit ist ja nicht absolut ;).
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websquid

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #69 am: 24. Oktober 2012, 12:28:49 »
Mithilfe des 4,1m-Durchmusterungsteleskops VISTA in Paranal haben ESO-Astronomen einen Katalog vom Zentrum der Milchstrasse erstellt. Dieser enthält 84 Mio Sterne und ist damit der größte bislang erstellte Katalog seiner Art. Das dazu verwendete Mosaik hat im Original 9 Gigapixel Auflösung.

Die ins Visier genommene Region ist auf diesem Bild im roten Kasten zu sehen:


Angesichts der ganzen Diskussionen um die Sichtbarkeit des galaktischen Zentrums pack ich auch noch dieses Bild mit rein, dass den Unterschied zwischen Aufnahmen im sichtbaren Licht und Aufnahmen im Infrarotbereich zeigt:


http://www.eso.org/public/news/eso1242/

Re: Die Milchstraße
« Antwort #70 am: 24. Oktober 2012, 13:59:28 »
Hallo zusammen,

ist die Scheibe unseres Sonnensystems eigentlich an der Milchstraße ausgerichtet oder stehen wir "quer" in der Scheibe? Wie sieht das mit anderen Sonnensystemen aus? Wirkt die Gravitation der Galaxie sich nicht in so fern auf die Sonnensysteme aus, dass alle Sonnensysteme und Planeten sich immer mehr an der Scheibe der Galaxis ausrichten oder ist die Gravitation der Galaxie ein zu geringer Faktor bei der Entwicklung von Sonnen/Planetensystemen?


Viele Grüße,
Tobias

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Offline Schillrich

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #71 am: 24. Oktober 2012, 14:10:33 »
Hallo,

unsere Ebene der Ekliptik ist zur Scheibe der Milchstraße stark inkliniert. Den Winkel müsste ich jetzt suchen.
Aber, um hier ggf. Henne und Ei zu trennen: Dass sich Objekte, die um einen Zentralkörper rotieren, in einer Scheibe anordnen, hat nichts direkt mit der Gravitation zu tun. Das kommt aus der gravitativen Kontraktion zusammen mit der (zufälligen) Netto-Rotation der ursprünglichen Gas- und Staubwolke. Wenn sich einmal eine dominante Rotation ausgebildet hat (deren Lage zufällig ist), bleibt die Lage des Systems räumlich stabil (Drehimpulserhaltung), wie ein Kreisel. Wenn dann Störkräfte angreifen und das Ganze "kippen" wollen, kommt es zu einer Präzessionsbewegung, aber keiner Kippen.
\\   //    Grüße
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Offline Volker

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #72 am: 24. Oktober 2012, 14:16:50 »
Hallo,

ist die Scheibe unseres Sonnensystems eigentlich an der Milchstraße ausgerichtet oder stehen wir "quer" in der Scheibe?

Nein, die Achse des Sonnensystems (Ekliptik) und der Milchstrasse bilden einen Winkel von ca. 60 Grad.

Zitat
Wie sieht das mit anderen Sonnensystemen aus?

Die Ausrichtung der Sternsysteme erscheint zufaellig, d.h. es scheint als sei keine Richtung bevorzugt.

Zitat
Wirkt die Gravitation der Galaxie sich nicht in so fern auf die Sonnensysteme aus, dass alle Sonnensysteme und Planeten sich immer mehr an der Scheibe der Galaxis ausrichten

Die Scheibe der Milchstrasse verdichtet sich durch die Eigengravitation auf langen Zeitskalen (so wie das ja auch bei protoplanetaren Scheiben geschieht). Allerdings hat das offenbar keinen messbaren Einfluss auf die jeweilige Achse der Sternsysteme.

Gruss,
Volker
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NCC1701

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #73 am: 24. Oktober 2012, 22:33:39 »
Mithilfe des 4,1m-Durchmusterungsteleskops VISTA in Paranal haben ESO-Astronomen einen Katalog vom Zentrum der Milchstrasse erstellt. Dieser enthält 84 Mio Sterne und ist damit der größte bislang erstellte Katalog seiner Art. Das dazu verwendete Mosaik hat im Original 9 Gigapixel Auflösung.

http://www.eso.org/public/news/eso1242/

Gigantische Aufnahmen! Aber wer hat da genau 84 Millionen gezählt? Das kann niemand, dass können auch 82 oder 86 Millionen sein.

Der obige Link von der ESO ist da schon etwas genauer als das, was so durch die Presse schleicht:
"84 Million Stars and Counting"
Das bedeutet: Mindestens 84 Mio. - wahrscheinlich noch mehr.


Übrigends ist 84 gerade das Doppelte von 42 ;D ;)
Und das war doch DIE Antwort...
Wer das nicht versteht -> "Per Anhalter durch die Galaxis" (Douglas Adams)

websquid

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Re: Die Milchstraße
« Antwort #74 am: 24. Oktober 2012, 23:07:06 »
Zitat aus dem Artikel: "The catalogue lists the positions of the stars along with their measured brightnesses through the different filters. It contains about 173 million objects, of which about 84 million have been confirmed as stars. The other objects were either too faint or blended with their neighbours or affected by other artefacts, so that accurate measurements were not possible. Others were extended objects such as distant galaxies."

Etwa 173 Mio Objekte wurden also gezählt, von denen man sich bei rund 84 Mio sicher ist dass es Sterne sind. Stimmt also wirklich dass das Bild auch mehr Sterne enthalten dürfte - der Katalog enthält aber nunmal rund 84 Mio ;)

Gezählt wird sowas mit vernünftigen Computern (also nicht mit kleinen Heim-PCs ;D)