Im ESA-Hauptquartier in Paris gibt es am 22. April 2026 eine öffentliche Abschlusspräsentation der drei verbliebenen Kandidaten für die
M7-Mission: M-MATISSE, Plasma Observatory und THESEUS, die seit November 2022 in der Studienphase waren:
https://www.cosmos.esa.int/web/m7-public-presentationZur Erinnerung:
M-Matisse würde den Mars mit zwei Raumfahrzeugen untersuchen, die jeweils mit identischen Instrumenten ausgestattet sind, um den Mars gleichzeitig von zwei verschiedenen Positionen im Weltraum aus zu beobachten. Insbesondere würde M-Matisse Aufschluss darüber geben, wie der Sonnenwind die Atmosphäre, Ionosphäre und Magnetosphäre des Mars beeinflusst. Ziel der Mission ist es, die Auswirkungen dieser Wechselwirkungen auf die untere Atmosphäre und die Oberfläche des Mars zu untersuchen, was ein wichtiger Aspekt für das Verständnis der Bewohnbarkeit des Roten Planeten sowie der Entwicklung seiner Atmosphäre und seines Klimas ist.
Plasma Observatory ist eine Mission mit sieben Raumfahrzeugen zur Untersuchung der Umgebung elektrisch geladener Teilchen (sogenanntes Plasma) um die Erde. Sie würde sich auf zwei Fragen konzentrieren: Wie werden Teilchen in Weltraumplasmen energetisiert? Welche Prozesse dominieren den Energietransport und treiben die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Regionen des Magnetosphärensystems der Erde an? Plasma Observatory würde die aktuellen und geplanten Missionen der ESA zur Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Sonne und Erde ergänzen, um unser Verständnis darüber zu verbessern, wie der Sonnenwind unseren Planeten beeinflusst, und uns letztendlich dabei zu helfen, Leben und Technologie vor seinen Auswirkungen zu schützen.
Theseus ist eine Multi-Instrumenten-Mission, die sich auf hochenergetische, kurzlebige Ereignisse im Kosmos konzentriert. Insbesondere würde Theseus Gammastrahlenausbrüche in naher und ferner Umgebung untersuchen. Nahegelegene, kurzlebige Gammastrahlenausbrüche sind wahrscheinlich Gegenstücke zu Gravitationswellen, die durch die Verschmelzung von Neutronensternen freigesetzt werden. Entfernte, längerlebige Gammastrahlenausbrüche würden uns helfen, mehr über die Entstehung der ersten Galaxien im Universum zu erfahren. Insgesamt würde Theseus ein breites Spektrum der Wissenschaft abdecken, von der stellaren Astrophysik und den Auswirkungen der Sternaktivität auf Exoplaneten bis hin zur Physik der Materieakkretion und Teilchenbeschleunigungsprozesse.