Dort würde ich mir aber wirklich Sorgen wegen dem Anlanden von Hurricanes machen!
Ob es für die Natur gut oder schlecht ausgeht?
Hurrikane, oh ja.
Ich hatte ja schon mal zusammengestellt, wie das heutige Starbase bereits 3x in den letzten 100 Jahren so getroffen wurde, dass jedesmal eine in Aufbau befindliche Küstenstadt komplett zerstört wurde bis nur noch ein Dutzend feste Anwohner blieben.
Auf Pekan Island sieht das ähnlich aus, sogar noch weniger historisch, nämlich "Rita" 2005.
Vorher über 300 Einwohner. Nach Sturm und 4 m Überflutung jetzt Schule geschlossen, fast komplett Geisterstadt, ein einziger Laden und knapp 70 Bewohner, fast alle entlang der Straße 82, kaum noch Landwirtschaft auf versalzten Böden, überleben nur durch den jährlichen Einfall von Wasservogel-Jägern im Winter.
Damit ist es jetzt auch vorbei, und aufgrund der staatlichen Auflagen für das Bauen in Hurrikan-Gebieten, die Häuser sehr viel teurer machen, dürfte sich die ehemalige Stadt auch ohne SpaceX nicht wieder erholen.
Pecan Island has never recovered from Hurricane Rita
Hurricane Rita remembered 20 years later
Ursprünglich schützten kilometerweite Süßwasser-Marschlande Pecan Island. Küstendünen bauten sich durch Ablagerungen des Mississippi auf, aber der fließt seit langem kanalisiert und die Küsten ziehen sich zurück.
Zudem wurden hunderte Kilometer große und kleine Kanäle gegraben, von der Ölindustrie und dem Corps of Engineers. Es wurden Großprojekte wie der Freshwater Bayou Channel ausgehoben, um eine direkte Verbindung zum Golf zu schaffen. Sie gelten heute als Hauptursache für den rasanten Landverlust, zerstörten die natürliche Hydrologie und ließen Salzwasser eindringen. Genau dies machte die Region erst so anfällig für Sturmfluten.
Louisiana setzt nun auf naturnahen Küstenschutz und Marschland-Renaturierung. Im East Pecan Island Marsh Creation Projekt z.B. werden 4.000 Hektar Marschland zwischen Pecan Island und dem Freshwater Bayou Canal neu aufgeschüttet. Bezahlen sollten das teilsweise die Verursacher, s. zum Rechtsstreit weiter oben; und so wie es jetzt aussieht, ist die großflächige Renaturierung Teil des Deals mit - wahrscheinlich - SpaceX, dass das auch aus Eigeninteresse zum Schutz der geplanten Anlagen machen sollte.
Die Vereinbarung soll Klauseln enthalten, nach denen SpaceX weite Teile der Küstenschutz- und Renaturierungsmaßnahmen finanziell unterstützen und umsetzen muss.
Die Einstellung von Jagd, Fischerei, Freizeit-Quad-Fahrten und kommerziellem Tourismus nimmt Druck von der Tier- Und Pflanzenwelt. Durch das Verschließen der tausenden noch immer offenen Exxon-Bohrlöcher wird eine seit Jahrzehnten andauerhafte Quelle von Boden- und Wasservergiftung beseitigt.
Es wird nun befürchtet, dass Lärm, Lichtverschmutzung und potenzielle Raketenexplosionen die Tierwelt vertreiben und das sensible Marschland nachhaltig zerstören. Aber, nur ein Bruchteil, wohl nur wenige 100 bis 1000 ha wird für die Startinfrastruktur benötigt. Der Rest der 130.000 ha dient als Sicherheits- und Lärmpufferzone.
Da SpaceX aus logistischen Gründen (Schiffskanal) und Sicherheitsgründen (Flugbahn über das Meer) die Startrampen auf dem schmalen Küstenstreifen errichten muss, treffen die intensivsten Nachteile aber genau das biologisch wertvollste "Herzstück" des gesamten Areals.
Das Hinterland, das als Pufferzone dient, besteht meist aus trockenerem, einförmigem Marschland. Die artenreichsten Zonen, die flachen Schlammbänke, Gezeitenbecken und Brutstrände für seltene Vögel, liegen jedoch direkt an der schmalen Küstenlinie.
Lichtverschmutzung trifft ausgerechnet die Routen von Zugvögeln wie den bedrohnen Kranichen.
Der Deal ist ökologisch gesehen ein Tauschgeschäft: Man opfert die ungestörte Ruhe und Integrität eines Teils des sensiblen Küstenstreifens, gewinnt dafür aber den langfristigen Schutz und die Sanierung eines riesigen Hinterlandes vor der Ausbeutung durch Mensch und fossile Industrie.
Da der Küstenabschnitt durch die Ölindustrie und Kanäle bereits stark fragmentiert und durch Salzwassereinbruch erodiert ist, wird hier kein intaktes Ökosystem geopfert. Die Bebauung der Küste bleibt gemessen an der Gesamtgröße des Areals lokal. Zudem wäre es eine wichtige Verbindung zwischen dem Rockefeller Wildlife Refuge im Westen und dem Paul J Rainey Wildlife Sanctuary im Osten.
Wenn man SpaceX trauen könnte, dass man wirklich an einer ökologischen Lösung interessiert ist und sowohl die Startanlagen sensibel baut und betreibt wie auch die Umweltschutzbemühungen ernsthaft vorantreibt, könnte es ein ordentlicher Netto-Gewinn für die Natur werden und ein gutes Vorzeigeprojekt. Leider fehlt mir sowohl nach der Persönlichkeitsmutation von Musk vor ein paar Jahren wie auch dem teils rigorosen Vorgehen in Starbase dafür etwas das Vertrauen.