SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)

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SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« am: 03. August 2026, 12:23:28 »
Nachdem aus Gerüchten so langsam Wirklichkeit wird, wage ich mal ein neues eigenes Thema.
Die "Vorgeschichte" findet sich hier:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19858.msg586962#msg586962
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19858.msg587277#msg587277

SpaceX plant einen Weltraumbahnhof an der Südwestküste von Louisiana
Das 130.000 Acre große Gelände im Küstengebiet von Vermilion Parish könnte zu einem der größten Raketenstartplätze des Landes werden.

Louisiana steht kurz vor dem Abschluss eines Vertrags, der Elon Musks Unternehmen SpaceX an die Küste von Vermilion Parish bringen soll. Dort plant der Luft- und Raumfahrtriese den Bau eines neuen Weltraumbahnhofs, von dem aus Raketen von einem 18 Meilen langen Sumpfgebiet etwa 45 Meilen südwestlich von Lafayette aus in die Umlaufbahn gebracht werden sollen.
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Der Standort der geplanten Anlage, bekannt als „Pecan Island“, steht im Mittelpunkt einer komplexen Vergleichsvereinbarung, mit der Dutzende von Rechtsstreitigkeiten im Küstenbereich beigelegt werden, in denen ExxonMobil für Umweltverschmutzung und Landverlust verantwortlich gemacht wird.
Laut einer Quelle mit Insiderwissen über die Vereinbarung, die sich nicht öffentlich äußern durfte, sieht der Vergleich vor, dass SpaceX die Kontrolle über das Grundstück – insgesamt rund 130.000 Acres – erhält, sei es durch einen Verkauf, einen langfristigen Pachtvertrag oder eine andere Art von Vereinbarung.
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SpaceX lehnte eine Stellungnahme zu diesem Artikel ab, verwies jedoch auf eine frühere Erklärung, die das Unternehmen auf X veröffentlicht hatte und in der es seine Pläne zum Ausbau der Startkapazitäten darlegte.
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Im Juni gab Gouverneur Landry  einen Vergleich in den Küstenklagen bekannt. Gemäß der Vereinbarung wird von ExxonMobil erwartet, dass das Unternehmen dem Staat Grundstücke übergibt, die es seit den 1950er Jahren in Vermilion Parish besitzt und für die Freizeitjagd und das Angeln verpachtet hat. Laut der  Quelle wird SpaceX dann die Kontrolle über das Gelände übernehmen; die Vereinbarung soll Bestimmungen zur Renaturierung und zum Schutz der Küste enthalten.
Es ist unklar, wie groß die Anlage in Louisiana sein würde. Luft- und Raumfahrtexperten gehen davon aus, dass das Unternehmen wahrscheinlich nur einen Bruchteil der 130.000 Acres als Startplatz nutzen und den Rest als Schallschutzzone reservieren würde.
Letzte Woche schlug die FAA umfassende Regeländerungen vor, die es Luft- und Raumfahrtunternehmen, die Raketen starten wollen, ermöglichen würden, mehr als ein Dutzend Umweltschutzgesetze zu umgehen. Experten zufolge würden diese Änderungen dazu beitragen, den Weg für das SpaceX-Projekt in Louisiana zu ebnen.
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Sollten die Änderungen, die keiner Zustimmung durch den Kongress bedürfen, umgesetzt werden, würde dies SpaceX ermöglichen, Startrampen zu errichten und seine wiederverwendbaren „Starship“-Raketen in die Umlaufbahn zu bringen, ohne sich den Umweltprüfungen und Kontrollen unterziehen zu müssen, denen das Unternehmen an seinem Startplatz in Boca Chica im Süden von Texas ausgesetzt war.
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„SpaceX ist offensichtlich der größte Nutznießer – um eine Größenordnung –, da SpaceX die meisten Lizenzen besitzt und die meisten Anträge stellt – aber die Regelung gilt für die gesamte Branche“, sagte Kimberly Siversen Burke, Leiterin für Regierungsangelegenheiten bei der in Florida ansässigen Beratungsfirma Quilty Space, die Luft- und Raumfahrtunternehmen berät. „Ich habe keine Ahnung, was auf Pecan Island passieren wird“, sagte sie. „Aber ich weiß, dass es für SpaceX nie einen günstigeren Zeitpunkt geben wird, um dieses Projekt zu realisieren.“
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Brett Hartl, Leiter der Abteilung für Regierungsangelegenheiten beim Center for Biological Diversity, erklärte gegenüber der Fachzeitschrift FLYING, das Weiße Haus wolle „selbst die grundlegendsten Umweltschutzmaßnahmen aushöhlen, um einige der reichsten Menschen der Welt noch reicher zu machen“. „Wir haben gesehen, welche konkreten Umweltschäden durch die explodierenden Raketenspielzeuge der Superreichen verursacht wurden“, sagte er. „Sie können sich verdammt sicher sein, dass wir dieses obszöne Geschenk an bestimmte Interessengruppen bekämpfen werden.“
Eine 30-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Vorschriften läuft am 31. August ab.

https://web.archive.org/web/20260802102402/https://www.nola.com/news/business/spacex-planning-spaceport-in-coastal-southwest-louisiana/article_01510d48-5f43-4381-aff9-6294b4d9d04c.html


Und hier ein Überflug über die Gegend:
www.youtube.com/watch?v=oWzK2TIgdY4
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Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #1 am: 03. August 2026, 14:25:38 »
Es hat schon seine Vorteile, wenn man einer der größten Arbeitgeber Amerikas ist, an gleich mehreren sicherheitsrelevanten Projekten arbeitet und einen heißen Draht zum Präsidenten hat!
Schadet natürlich auch nicht, wenn man obendrein der mit großem Abstand reichste Mann des ganzen Planeten ist.

Pecan Island ("Spacebase"?) wird sicher nicht der letzte große Starship-Startplatz bleiben. Bin gespannt wo dann der nächste entstehen wird! UAE? Australien?

Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #2 am: 03. August 2026, 14:54:55 »
SpaceX hat unglaubliches Glück in doppelter Hinsicht, dass gerade jetzt das Gebiet sozusagen frei wird, weil sich Exxon zurückzieht, und die Politik Hürden beseitigt. Wieweit das auf direkte Einflussnahme zurückgeht, was wissen wir schon, reine Spekulation.

Das Gebiet war "belastet" mit jahrzehntelangen Klagen von lokalen Gemeinden und des US-Bundesstaates Louisiana wegen schwerer Umweltschäden: Vorwürfe des massiven Landverlusts der Küstenfeuchtgebiete, der Erosion sowie der Gewässerverschmutzung durch Öl- und Gasförderung, Kanalbaggerungen und Pipelinebau. Auch das ist alles keine unberührte Natur, sondern gescheiterte großindustrielle Erschließung und Ausbeutung.
Die über 40 Klagen wurden ursprünglich in Louisiana verhandelt. Die Energiekonzerne hatten dort einen schweren Stand, es drohten Strafen in Milliardenhöhe. Die Ölindustrie versuchte daher, die Fälle vor Bundesgerichte zu verlagern, die als deutlich industriefreundlicher gelten. Im April gab der Supreme Court den Ölkonzernen einstimmig 8:0 recht. Kuriose Begründung: Die historische Ölförderung im Zweiten Weltkrieg sei quasi "im Auftrag der US-Regierung" gewesen, um das Militär mit Treibstoff zu versorgen. Daher falle die Zuständigkeit unter Bundesrecht!
Nun schuf das Urteil aber für beide Seiten eine Patt-Situation:
Louisiana drohte ein jahrelanger, zäher und ungewisser Neustart der Prozesse ohne Garantie auf Entschädigung. Für Exxon blieben die Rechtsrisiken und Image-Schäden hoch.
So einigten sich Gouverneur Jeff Landry und ExxonMobil im Mai nur fünf Wochen nach dem Machtwort des Supreme Court auf den oben angesprochenen Vergleich zur Küstenrenaturierung.

Und dann wurden direkt Nägel mit Köpfen gemacht:
Beendigung lokaler Jagd- und Fischereipachten schon für die Saison 2026-27.
Parlament von Louisiana verabschiedete im Eilverfahren Gesetze, die massive Steuererleichterungen für "Raumfahrtunternehmen mit Investitionen von über 1 Milliarde Dollar" garantieren.
Weitere Gesetze schützen Investoren vor Lärm- und Belästigungsklagen durch Anwohner.

Auch wenn SpaceX nach wie vor kein öffentliches Wort der Bestätigung gesagt hat, sind die Indizien erdrückend.
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Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #3 am: 03. August 2026, 16:07:34 »
Wenn man erstmal weiterliest  :D

Der Senator von Louisiana, Bob Hensgens, hat Ende Juli die Behörden des Vermilion Parish offiziell dazu aufgerufen, sich unverzüglich auf einen massiven Ansturm vorzubereiten.  :E

State Senator Hensgens discusses potential SpaceX project impact on Vermilion Parish
https://www.klfy.com/local/vermilion-parish/hensgens-discusses-spacex-rumors/

"Ich kenne derzeit keine Einzelheiten zu einem großangelegten Wirtschaftsentwicklungsprojekt in Vermilion Parish; ich dachte einfach, es sei meine Aufgabe, zu sagen: Hey, wenn einige dieser Gerüchte stimmen, wie können wir dann den Nutzen maximieren und die Beeinträchtigungen minimieren?"
Obwohl er betonte, dass kein Projekt bestätigt sei, ermutigte Hensgens Anwohner, Unternehmen und Schulen, sich auf diese Möglichkeit vorzubereiten.

In seinen in anderen Medien besprochenen Reden vor Wirtschaftsverbänden und Rotariern hat der Senator noch weitere Forderungen aufgestellt; und sagte, er weigere sich, eine Geheimhaltungserklärung zu unterschreiben: Im Hintergrund liefen Verhandlungen mit einem großen Raumfahrtkonzern. Betonte aber, dass ihm Details nicht vorliegen, wahrscheinlich weil er nichts unterschrieben habe, und sowohl SpaceX als auch Blue Origin angefragt und Kontakte zu Großgrundbesitzern gesucht hätten. Wörtlich „Wir reden hier über eine Bedeutung auf dem Niveau von Elon Musk und Jeff Bezos.“  ???

Auch die Lokalpolitik agiert schon; Zusammenfassung:

Laut Schätzungen werden für eine dreijährige Aufbauphase mehr als 3.000 Bauarbeiter und Angehörige in die ländliche Region strömen. Danach wird mit tausenden dauerhaften, hochbezahlten Arbeitsplätzen in den Bereichen Ingenieurwesen, Fertigung, IT und Raketenbetrieb gerechnet.
Da Pecan Island extrem abgelegen liegt und die nächste Kleinstadt (Kaplan, Abbeville) über eine Stunde Fahrtzeit entfernt ist, bereitet die Politik eine Infrastruktur-Offensive vor: Errichtung von "Workforce Camps" (Arbeiter-Siedlungen), temporärer, modularer Wohnsiedlungen an den Logistikknotenpunkten. Für die Fachkräfte greift Louisiana auf das NASA Michoud Assembly Facility in New Orleans zurück. Viele Komponenten sollen dort oder in Texas vorgefertigt und auf dem Seeweg angeliefert werden.
Senator Hensgens fordert, dass das Parish sofort mit der Ausbildung der lokalen Bevölkerung beginnen müsse. Ziel sei, möglichst viele Arbeiter aus der kriselnden Öl- und Gasindustrie für den Raketenbau umzuschulen. Der Staat Louisiana hat die lokalen Schulbehörden, die Polizei und die Stadtverwaltungen aufgefordert, sich zusammenzusetzen, um den logistischen Druck auf das Straßennetz (Highway 82), die Schulen und die medizinische Versorgung zu planen, bevor die Bagger anrollen.

Macht man sowas, wenn es "nur Gerüchte" gibt?
Ungelegte Eier, oder wissen sie längst alle mehr, dürfen aber wegen Verschwiegenheitsklauseln noch nichts sagen?
Und vielleicht ist es doch Bezos ??
Vielleicht wissen wir schon ein paar Wochen mehr.
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Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #4 am: 03. August 2026, 16:26:23 »
Die Geheimhaltung würde eher zu BO passen, die Größe des Projektes eher zu SX.
Wir werden es wie üblich abwarten müssen, wird wohl nicht mehr allzulange dauern....

Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #5 am: 03. August 2026, 17:25:57 »
Dort würde ich mir aber wirklich Sorgen wegen dem Anlanden von Hurricanes machen!
Ob es für die Natur gut oder schlecht ausgeht? 🤔
In Grünheide hat Tesla vorbildlich alle Auflagen erfüllt, wollen bestimmte Kreise natürlich niemals wahrhaben. Ist Jagd so toll, oder Ölförderung?
Raketenstarts machen Krach, komischerweise sind es auch in D gerade Truppenübungsplätze, wo sich eine erstaunliche Vielfalt etabliert hat. Wenn natürlich ganze Städte gebaut werden sollen, war es das...
Wir werden es sehen.

Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #6 am: Gestern um 11:33:21 »
Jetzt berichtet auch arstechnica,
aber auch hier keine neuen Infos über das hinaus, was ich gestern schon woanders gelesen hatte:

https://arstechnica.com/space/2026/08/spacex-is-set-to-acquire-130000-acres-of-marshland-in-southern-louisiana/

Hurricanes müssen halt überall eingeplant werden. Wind scheint beherrschbar zu sein, Überflutungen muss man halt einplanen.
Zu den möglichen Umweltfolgen habe ich auch einiges gefunden, dazu später mal mehr.
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Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #7 am: Heute um 15:43:21 »
Dort würde ich mir aber wirklich Sorgen wegen dem Anlanden von Hurricanes machen!
Ob es für die Natur gut oder schlecht ausgeht?

Hurrikane, oh ja.

Ich hatte ja schon mal zusammengestellt, wie das heutige Starbase bereits 3x in den letzten 100 Jahren so getroffen wurde, dass jedesmal eine in Aufbau befindliche Küstenstadt komplett zerstört wurde bis nur noch ein Dutzend feste Anwohner blieben.

Auf Pekan Island sieht das ähnlich aus, sogar noch weniger historisch, nämlich "Rita" 2005.
Vorher über 300 Einwohner. Nach Sturm und 4 m Überflutung jetzt Schule geschlossen, fast komplett Geisterstadt, ein einziger Laden und knapp 70 Bewohner, fast alle entlang der Straße 82, kaum noch Landwirtschaft auf versalzten Böden, überleben nur durch den jährlichen Einfall von Wasservogel-Jägern im Winter.

Damit ist es jetzt auch vorbei, und aufgrund der staatlichen Auflagen für das Bauen in Hurrikan-Gebieten, die Häuser sehr viel teurer machen, dürfte sich die ehemalige Stadt auch ohne SpaceX nicht wieder erholen.

Pecan Island has never recovered from Hurricane Rita


Hurricane Rita remembered 20 years later


Ursprünglich schützten kilometerweite Süßwasser-Marschlande Pecan Island. Küstendünen bauten sich durch Ablagerungen des Mississippi auf, aber der fließt seit langem kanalisiert und die Küsten ziehen sich zurück.
Zudem wurden hunderte Kilometer große und kleine Kanäle gegraben, von der Ölindustrie und dem Corps of Engineers. Es wurden Großprojekte wie der Freshwater Bayou Channel ausgehoben, um eine direkte Verbindung zum Golf zu schaffen. Sie gelten heute als Hauptursache für den rasanten Landverlust, zerstörten die natürliche Hydrologie und ließen Salzwasser eindringen. Genau dies machte die Region erst so anfällig für Sturmfluten.

Louisiana setzt nun auf naturnahen Küstenschutz und Marschland-Renaturierung. Im East Pecan Island Marsh Creation Projekt z.B. werden 4.000 Hektar Marschland zwischen Pecan Island und dem Freshwater Bayou Canal neu aufgeschüttet. Bezahlen sollten das teilsweise die Verursacher, s. zum Rechtsstreit weiter oben; und so wie es jetzt aussieht, ist die großflächige Renaturierung Teil des Deals mit - wahrscheinlich - SpaceX, dass das auch aus Eigeninteresse zum Schutz der geplanten Anlagen machen sollte.
Die Vereinbarung soll Klauseln enthalten, nach denen SpaceX weite Teile der Küstenschutz- und Renaturierungsmaßnahmen finanziell unterstützen und umsetzen muss.

Die Einstellung von Jagd, Fischerei, Freizeit-Quad-Fahrten und kommerziellem Tourismus nimmt Druck von der Tier- Und Pflanzenwelt. Durch das Verschließen der tausenden noch immer offenen Exxon-Bohrlöcher wird eine seit Jahrzehnten andauerhafte Quelle von Boden- und Wasservergiftung beseitigt.

Es wird nun befürchtet, dass Lärm, Lichtverschmutzung und potenzielle Raketenexplosionen die Tierwelt vertreiben und das sensible Marschland nachhaltig zerstören. Aber, nur ein Bruchteil, wohl nur wenige 100 bis 1000 ha wird für die Startinfrastruktur benötigt. Der Rest der 130.000 ha dient als Sicherheits- und Lärmpufferzone.

Da SpaceX aus logistischen Gründen (Schiffskanal) und Sicherheitsgründen (Flugbahn über das Meer) die Startrampen auf dem schmalen Küstenstreifen errichten muss, treffen die intensivsten Nachteile aber genau das biologisch wertvollste "Herzstück" des gesamten Areals.
Das Hinterland, das als Pufferzone dient, besteht meist aus trockenerem, einförmigem Marschland. Die artenreichsten Zonen, die flachen Schlammbänke, Gezeitenbecken und Brutstrände für seltene Vögel, liegen jedoch direkt an der schmalen Küstenlinie.
Lichtverschmutzung trifft ausgerechnet die Routen von Zugvögeln wie den bedrohnen Kranichen.

Der Deal ist ökologisch gesehen ein Tauschgeschäft: Man opfert die ungestörte Ruhe und Integrität eines Teils des sensiblen Küstenstreifens, gewinnt dafür aber den langfristigen Schutz und die Sanierung eines riesigen Hinterlandes vor der Ausbeutung durch Mensch und fossile Industrie.

Da der Küstenabschnitt durch die Ölindustrie und Kanäle bereits stark fragmentiert und durch Salzwassereinbruch erodiert ist, wird hier kein intaktes Ökosystem geopfert. Die Bebauung der Küste bleibt  gemessen an der Gesamtgröße des Areals lokal. Zudem wäre es eine wichtige Verbindung zwischen dem Rockefeller Wildlife Refuge im Westen und dem Paul J Rainey Wildlife Sanctuary im Osten.

Wenn man SpaceX trauen könnte, dass man wirklich an einer ökologischen Lösung interessiert ist und sowohl die Startanlagen sensibel baut und betreibt wie auch die Umweltschutzbemühungen ernsthaft vorantreibt, könnte es ein ordentlicher Netto-Gewinn für die Natur werden und ein gutes Vorzeigeprojekt. Leider fehlt mir sowohl nach der Persönlichkeitsmutation von Musk vor ein paar Jahren wie auch dem teils rigorosen Vorgehen in Starbase dafür etwas das Vertrauen.
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Re: SpaceX-Weltraumbahnhof Pecan Island (Louisiana)
« Antwort #8 am: Heute um 16:33:30 »
Ja, das ist möglicherweise der berühmte Fuß in der Tür und Vorschriften ändern sich, wie gerade erst geschehen.