Hier kann man schön "Orbitmechanik@work" sehen:
Die Satelliten werden mit niedriger Relativgeschwindigkeit retrograd ausgestoßen ... und schon nach ein paar Sekunden sieht man, wie sie absinken und ein tieferes Perigäum auf der anderen Seite der Erde ansteuern.
ja genau, retrograd, die fliegen "hinterher", so war das auch bei den vorherigen Flügen,
Aber, @Schillrich, ich glaube, das was du da beobachtet hast ist eine optische Täuschung: Bei 1 m/s Auswurf retrograd auf 276 km Höhe verringert sich die Orbitalgeschwindigkeit z.B. von 7,70 km/s auf 7,699 km/s, aus einer angenommenen Kreisbahn wird dann eine Ellipse von 276 x 274 km. 2 km über den ganzen Orbit verteilt! Das kann man nie und nimmer in wenigen Sekunden auf einem Bild erkennen.
Die Auswurfgeschwindigkeit wurde, glaube ich, nie genannt, aber das Durchqueren der Frachtluke dauert ein paar s bei einer Länge der Sats von ein paar m, also ist 1 m/s zumindest die richtige Größenordnung.
Damit erklärt sich auch
Reicht der Schwung des Dispenser um die Flugbahn der Starlink zu erklären. Wenn der Sat nach oben gestoßen wird, bewegt sich das Schiff nach unten wenn insgesamt 50 t ausgestoßen wurden ist das vielleicht schon relevant
Das würde nur *prograd* sehr geringfügig funktionieren, denn die Sats werden ja nicht "geschossen" sondern eher sanft ausgestoßen. Das bringt so gut wie keinen Vorteil.
("Nach oben" heißt in der Orbitalmechanik ja nicht "höherer Orbit", im Gegenteil)
Die Satelliten werden garantiert auch nicht auf einer zu niedrigen Flugbahn ausgesetzt, die durch den PEZ-Ausstoß orbital gemacht wird. Viel zu wenig "Wums": Die V3 haben eine Zielregion von etwa 350 km Höhe, brauchen also selbst noch über 40 m/s + ggf. Kompensierung von Atmosphärenbremsung.
Aber warum retrograd, wenn man den Sats 1 m/s kostenlos mitgeben könnte? So müssen sie 2 m/s mit den Ionentreibwerken zusätzlich schaffen, was die Lebendauer geringfügig verringert.
Vielleicht schlicht eine Sicherheitsmaßnahme, damit es keine Kollision nach dem Deorbit-Burn geben kann. So wird der Abstand gezielt vergrößert, prograd würde er verkleinert. Durch die geänderte Bahnmechanik solle da eigentlich auch nichts passieren dürfen, aber bei einer Ionenantriebs-Fehlfunktion eines Sats, lieber mehr Abstand halten.
Interessant: Impulserhaltung: Auch das Starship wird bei 50 Tonnen ausgeworfener Nutzlast in die entgegengesetzte Richtung beschleunigt: Ganz simpel 50.000 kg × 2 m/s = 100.000 kgm/s; hat Starship während der Aussetzung beispielsweise noch 100 t Masse, erhält es 1 m/s. Messbar, aber minimal im Vergleich zu Raptorzündung (war beim Deorbit-Burn 91 m/s) und der Gesamtgeschwindigkeit.