Wird unsere Atmosphäre durch zunehmende Raumfahrtaktivitäten geschädigt?

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Online James

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Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Natürlich sehen wir viele Vorteile der Raumfahrt.
Man darf aber vor möglichen Problemen die Augen nicht verschließen.
So wie Raumfahrt, und zwar mit Megakonstellationen im Orbit, durchaus ein Problem für die astronomie darstellen kann, kann der Eintrag von Metallen in die Hochatmosphäre möglicherweise auch zu einem Problem für unsere Atmosphäre werden. Nur weil die Erkenntnisse noch sehr gering sind, heißt es nicht das es dieses Problem nicht geben kann.
Die ersten 1000 Autos in Europa haben auch kein Problem dargestellt. Die ersten 1000 Kaminschlote des Industriezeitalters auch nicht.
Jetzt ist die Lage anders. Solche Themen rechtzeitig zu bekeuchten ist somit durchaus in unser aller Interesse.
Da der Eintritt von Satelliten eher keine spektakulären Bilder bietet, kommen im Videobeitrag auch auch Bilder von Trümmerregen von Oberstufen, wenn ich es recht sehe auch von einem der mislungenen Teststart des Starships vor. Das ändert aber die Kernaussage nicht.
Science.orf.at hat diesbezüglich einen Artikel auf ihrer Portalseite: https://science.orf.at/stories/3234281/
Zitat
Verglühte Rakete verschmutzt Atmosphäre
Wenn Weltraumschrott in der Atmosphäre verglüht, kann er zu Verschmutzungen führen. Fachleute haben Spuren davon nun erstmals in der oberen Atmosphäre gemessen – 20 Stunden, nachdem ein Teil einer SpaceX-Rakete von Elon Musk verglüht war.
Sie fanden in einer Höhe von rund 96 Kilometern eine deutlich erhöhte Menge an Lithiumatomen – etwa zehnmal mehr als normal. Eine natürliche Ursache konnten das Team um Robin Wing vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik in Deutschland ausschließen.
Grundlage des Artikels ist eine Veröffentlichung im Fachmagazin „Communications Earth & Environment“.

Alle 2-3 Tage gibt's einen Starlink-Start. Bemannte Flüge sind <10 im ganzen Jahr.

Täglich verglühen mehrere Meteoriten. Somit ist die Belastung momentan noch so gering wie die der Autos in den 1920ern. (Damals dienten Autos noch als Reinhalter der Städte, da die Innenstädte von London und New York im Pferdemist erstickten.)
Wiedereintritt des Orion-Raumschiffs am Ende der Artemis-2 Mission: ich bin sehr gespannt und hoffe, dass alles gut geht. In ein paar Wochen wissen wir mehr.

Da fehlt uns noch Forschung um das genauer einzuschätzen! Dazu auch eine Folge "Wissenschaft im Brennpunkt":
Fallout im Orbit – Was bleibt, wenn Weltraumschrott verglüht
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:ef694f5cf7827a4d/

Es verglüht eine fünfstellige Tonnage Meteoriten jährlich in der Atmosphäre, bin mir nicht sicher, wann und ob die technischen Überbleibsel das übertreffen.

Hier eine interessante Folge aus dem Podcast Astro/Geo, wo sie sich mit dem Thema beschäftigen. Ich denke es gibt schon einen Unterschied zwischen Meteoriten und  Satelliten. Die Zusammensetzung ist ja schon ein bisschen anders.
https://astrogeo.de/aluminium-im-himmel-wie-satelliten-die-ozonschicht-gefaehrden/

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Online James

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Da möchte ich dann doch mal kurz darauf hinweisen das im Science.orf.at Artikel auch ausdrücklich auf Aluminium eingegangen wird. Da besteht schon ein Unterschied zu Meteoriten.
Zitat
Bisher Aluminium im Mittelpunkt
Bisherige Untersuchungen zu den Auswirkungen verglühender Raketen- und Satellitenteile konzentrierten sich vor allem auf Aluminium, weil es in solchen Objekten in großen Mengen verbaut wird. Laut einer 2023 im Fachmagazin „PNAS“ veröffentlichten Studie enthalten bereits etwa zehn Prozent der Schwefelsäurepartikel in der Stratosphäre Aluminium und andere Metalle, die aus verglühten Satelliten und Raketenstufen stammen. Bei der Reaktion des Aluminiums mit Sauerstoff entsteht Aluminiumoxid, von dem seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es den Ozonabbau beschleunigt.
Natürlich wird auch angeführt das die Zusammenhänge und Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht sind. Das ist aber auch keine Entwarnung.