Der Vergleich mit der N1 hinkt so sehr, dass es sich nicht lohnt, weiter darüber zu diskutieren. Außer "viele Triebwerke", und die hatten wir schon bei Starship V1+2, gibt es so gut wie keine Übereinstimmung, weder bei Rechnerleistung, Triebwerkstechnologie, Treibstoff, Regelbarkeit, Ausfallkompensation, Schubvektorsteuerung, Telemetrie, noch Wiederverwendbarkeit. Ein gänzlich anderer Antrieb.
Die These, dass SpaceX versäumt habe, den Schalldruck durch turbulente Strömungen zu berechnen oder dabei eine zu starke Dämpfung verwendet, ist auch ziemlich steil und durch keinerlei mir bekannte Fakten belegt. Natürlich möchte man in der Rechnung gerade so viel Stabilisierung einsetzen, dass keine numerischen Schwingungen entstehen, aber gleichzeitig alle physikalisch relevanten Strukturen erhalten.
Eine zu starke P-G-Glättung wäre aber besonders daran zu erkennen, dass die abgestrahlten Schallpegel systematisch zu niedrig sind und und insbesondere der hochfrequente Anteil des Schallspektrums unterschätzt wird. Nun wird aber der Schalldruck seit 12+ Starts gemessen, auf McGregor auch, und der hochfrequente Anteil dürfte den massiven Teilen der Rakete eher weniger zusetzen als die langwelligen Anteile - meine Interpretation. Daher würde ich diese These verwerfen und SpaceX vertrauen, dass die sowas berechnen können.
Hier mit Fachchinesich herumzuwerfen ist wenig hilfreich, und zu behaupten, wir würden es nie erfahren, ebenfalls. Bisher war SpaceX immer sehr offen bei der Fehleranalyse.
Beeblebrox, wenn du hier schon so Einzeiler/Reizwörter wie "N1" und "Köpfe rollen" reinwirfst, wäre es nett, dann auch auf Rückfragen zu antworten und Quellen zu nennen. Sonst wirkt das doch wie Provokation.
Zurück zum Startabbruch:
Wie lange das nun dauert, hängt vor allem davon ab, ob die Triebwerke normal oder unter hoher Belastung abgeschaltet wurden.
Die Aussage "Austausch von 2 Raptoren" stimmt mich da hoffnungsvoll, denn es haben ja offenbar 4 nicht gestartet und ebenso weiß man schon dass 31 bleiben können, also unversehrt sind.
Auf NSF wird eine Frame-by-frame-Analyse der Telemetrie diskutiert, danach haben die Triebwerksgruppen ihren Start über 10 Videobilder hinweg nacheinander durchgeführt, erst gedrosselt, dann voll, und sich dann ebenfalls über 10 Videobilder hinweg nacheinander ebenso kontrolliert abgeschaltet. Das klingt für mich nicht nach einer abrupten Abschaltsequenz.
Sicher wird es noch einen weiteren Statikfiretest geben.