Ein sehr interessanter Bericht zum Starliner-Flug aus einem Gespräch mit NASA Astronaut Butch Wilmore, der der Commander beim Flug war:
https://arstechnica.com/space/2025/04/the-harrowing-story-of-what-flying-starliner-was-like-when-its-thrusters-failed/Kurze Zusammenfassung mit meinen Worten:
Am Anfang verlief der Flug sehr gut, die Flugbahn der Atlas V war extrem genau. Und die Kapsel ließ sich sehr präzise steuern.
In der Nacht war es in der Kapsel dann ziemlich kühl, so um die 10°C (50°F). Eventuell lag es daran, dass sie nur zu zweit dort waren, die Kapsel aber 4 Personen aufnehmen kann. Butch und Suni haben dann ihre Raumanzüge, Handschuhe und Stiefel angezogen.
Beim Anflug auf die ISS begannen dann die Triebwerksprobleme. Sie verloren erst eine von 4 Antriebseinheiten (mit je 7 Triebwerken).
Dann noch eine zweite - sie waren damit nur noch 1-Fehler-Tolerant. Damit ist ein Anflug an die ISS laut der Flugregeln eigentlich ausgeschlossen.
Aber die NASA hat die Flugregeln hier übergangen.
Dann fällt die dritte Einheit aus... Damit gibt es keinerlei Fehlertoleranz mehr, es droht der Verlust der Steuerbarkeit. Und die Kaspel reagiert jetzt sehr träge.
Man beschloss, einen Restart der Triebwerke zu versuchen. Damit bekam man 2 von 4 Triebwerken wieder zum Laufen und setzte den Anflug fort.
Nachdem später wieder eine Einheit ausfiel, machte man noch einmal einen Reset - diesmal funktionierten 3 von 4 Antriebseinheiten wieder. Damit konnte man sogar wieder autonom fliegen und schaffte es an der ISS anzudocken.
Hinsichtlich des Rückflugs mit dem Starliner war Butch von Anfang an skeptisch... Als Rettungskapsel auf der ISS wurde ihnen auch die Dragon-Kapsel zugewiesen.