Ariane 6 / ESA Programmatik

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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #125 am: 07. November 2023, 10:53:44 »
Frankreich, Italien und Deutschland vereinbaren die zukünftige Programmtik im Trägerraketensektor.

Bei der Ausschreibung "Challenge" sollen max. 150 Mio € pro Anbieter vergeben werden.
Avio soll ab Mitte 2024 die Vega selber vermarkten können.

https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/11/20231106-wichtige-weichenstellung-im-rahmen-des-europaeischen-raumfahrtgipfels-2023.html
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/S-T/231106-trilateral-joint-statement-on-the-occasion-of-the-european-space-summit-2023.pdf

Europa wird noch Meister des Tischfeuerwerks. ;)
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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #126 am: 11. Januar 2024, 18:02:54 »
ESA warnt Arianegroup - ‘keine Garantien’ für Ariane im Trägerraketenmarkt
https://www.ft.com/content/58e85e5a-cf6b-4cda-ab06-7acd5c91ffc1

Gemeint ist damit aber erst der Ariane 6 Nachfolger, für den die ESA einen Wettbewerb von verschiedenen Anbietern haben will, um Kosten zu reduzieren.

Airbus-Chef Faury findet Wettbewerb gut, beobachtet aber eine zunehmende Fragmentierung, die zu vielen aber nicht wettbewerbsfähigen Anbietern führt.

Andererseits will die ESA laut heutiger Pressekonferenz am Geo-Return festhalten und irgendwie dafür sorgen, dass der Geo-Return den Wettbewerb nicht behindert und irgendwie Flexibilität hineinbekommen will, ohne jetzt zu sagen, wie das gehen soll.
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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #127 am: 06. Februar 2024, 11:25:44 »
Macron sagt in Toulouse, dass man für den Erfolg der Ariane 6 gekämpft hat, leider haben einige unserer Partner beschlossen, zu Konkurrenten zu werden. Man wolle hart daran arbeiten, die Besten zu sein.

Für die ESA gibt es noch keine Lösung, wie der Wettbewerb ohne GeoReturn organisiert sein soll und befürchtet, dass ein nationaler Wettbewerb entsteht.

https://www.ft.com/content/90888730-fc05-4058-8027-8b4f74dbde02
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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #128 am: 07. Februar 2024, 13:23:56 »
Weiss jemand, welche Partner da gemeint sind?
Nimmt man den Vergleich NASA vs. esa, dort werden Stellen abgebaut, hier soll alles auf Kosten des Steuerzahlers möglichst ohne Marktmechanismen abgewickelt werden, oder will man das wirklich ändern?

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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #129 am: 07. Februar 2024, 15:26:57 »
In dem Artikel heißt es:
Zitat
The demand for competition came from Germany, home to some of Europe’s most promising rocket start-ups. It was the price France had to pay for German backing on a €1bn European support package for Ariane 6.

Der Titel des Artikels lautet: Raketenrevolution droht Jahrzehnte europäischer Einigkeit in der Raumfahrt zunichte zu machen

Der Startschuss für den Wettbewerb um den führenden Raketenbauer des Kontinents ist gefallen.
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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #130 am: 07. Februar 2024, 18:18:04 »
Soll wohl soviel heißen wie:
"Deutschland unterstützt seine aufstrebende Raketenindustrie und speziell Frankreich muß darunter leiden"

Fakt ist wohl, daß bisher sehr viel nach dem Willen von Frankreich gelaufen ist, was sich jetzt möglicherweise ändern wird.
(Meine ganz persönliche Meinung!)

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #131 am: 08. Februar 2024, 07:46:49 »
Es ist dann natürlich schade, wenn das im Sinne von Nationen gedacht wird.
Wie bei ULA sollte man auch Ariane einem Wettbewerb aussetzen.

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Offline Schillrich

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #132 am: 09. Februar 2024, 11:23:48 »
Frankreich wird hier halt aus seiner Komfortzone gedrängt ... das kommt bei den Betroffenen nie gut an. Daher sind solche Meinungsäußerungen/Einschätzungen durchaus verständlich. Aber aus meiner Sicht wird dabei ausgeblendet, dass die "Einigkeit bei Trägern" ja derzeit nicht liefert/nicht leistet. Wir fliegen nicht, aber nicht weil es Konkurrenz am Horizont gibt ...
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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #133 am: 23. Juni 2024, 09:04:06 »
Interview mit Arianegroup-Chef Martin Sion, der sich dazu äußert, warum es bei der Ariane 6 Entwicklung so lange gedauert hat.

Der Geschäfts-Plan ist, dass die zugesicherte staatliche Nachfrage (EU/ESA) bei 4 Trägern pro Jahr liegt und Arianespace weitere 5 Starts pa. verkaufen soll, um auf 9 Starts pro Jahr zu kommen.

Zur Wettbewerbsfähigkeit will er sich nicht äußern, entscheidend sei der Auftragsbestand.

(Weitere Äußerungen betreffen sein Engagement für Maia-Space und wachsende Rüstungsaktivitäten.)

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ariane-6-wie-europas-raumfahrt-aus-der-krise-kommen-soll-19761948.html
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Offline James

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #134 am: 25. Oktober 2025, 09:41:28 »
Deutschland will die Vinci-Produktionslinie von Frankreich haben ...

Endmontage von Ariane-Oberstufentriebwerk Vinci künftig in Lampoldshausen

Das Vinci-Oberstufentriebwerk der Ariane-6-Rakete wird in Zukunft in Lampoldshausen montiert werden. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 24. Oktober 2025 unterzeichnet. Das DLR und ArianeGroup haben sich gemeinsam für diesen Schritt eingesetzt.
Eine Pressemitteilung des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR.


Das Vinci-Triebwerk der Ariane-6-Rakete am Prüfstand P4.1. in Lampoldshausen
Das Vinci-Oberstufentriebwerk der Ariane-6-Rakete wird in Zukunft in Lampoldshausen gefertigt werden. Am dortigen Standort des DLR wird die Endmontage des Triebwerks, also der Zusammenbau der Einzelteile wie Turbopumpen, Ventile und Schubkammer zum fertigen Triebwerk stattfinden. Im Anschluss führt die DLR-Einrichtung Raumfahrtantriebe die finalen Tests für das Vinci-Triebwerk am Prüfstand P4.1 durch, der zusammen mit dem Triebwerk im Bild zu sehen ist. Die entsprechende Vereinbarung wurde am 24. Oktober 2025 unterzeichnet.
Credit: © DLR. Alle Rechte vorbehalten


Weiter in der Pressemitteilung des DLR  =>  Link zum Portalartikel

Viele Grüße, die Redaktionsmitglieder

Offline EuroAll

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #135 am: 19. Juni 2026, 16:09:01 »
Laut ESA auf der Pressekonferenz zum 347th ESA Council am 17.06.2026 wurde bezüglich der Kadenz an Ariane 6 Starts pro Jahr gesagt das aktuell gut auf die normal geplanten 9 hingearbeitet wird. Es wird geprüft ob nicht doch die Kadenz auf 12, 15 oder gar 20 Starts pro Jahr erhöht werden kann (und sollte). Vor allem spielen wohl finanzielle Aspekte, hinsichtlich der Kosten des weiteren Ramp-Ups die erstmal getragen werden müssen, eine Rolle.

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #136 am: 19. Juni 2026, 18:46:17 »
Für eine Institution, die mutmaßlich jeden Start mit einem Betrag x unterstützen muß, kann man diesen Ansatz verstehen. Andererseits wird die schon bezahlte Infrastruktur besser genutzt.

Mich würde interessieren, bei welcher Startfrequenz das ganze Selbsttragend wäre.

Ist man da wirklich so weit weg ?

Offline EuroAll

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #137 am: 10. August 2026, 00:19:09 »
Glaub da hätten wir alle gerne mehr Zahlen. Könnte mir schon vorstellen das sich das über alle Lieferketten hinweg als gesamtes betrachtet zum Positiveren wenden könnte. Unter der Voraussetzung man kann auch Jahre nach der (teils deutlichen) Erhöhung der Kadenz sie schön weiter mit Aufträgen füllen.

Offline EuroAll

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #138 am: 10. August 2026, 01:33:11 »
Jetzt allerdings direkt hinterher noch etwas Negatives (zumindest aus meiner Sicht).
Es geistert ein ESA-Dokument umher das wohl die Weiterentwicklung der Ariane 6 Anfang des Jahres gestoppt wurde!

Was das alles umfasst erschließt sich draus leider nicht. In einige dieser Programm ist bereits bestimmt schon einiges an Geld und Arbeit geflossen. Best Case genannte Einstellung von ArianeEVO meint lediglich das Anbringen von wiederverwendbaren Boostern. Laut verlinkten Artikels aber die Weiterentwicklung der Oberstufe, allerdings ist dieses Dokument im Vergleich zu den allgemeinen Infos nicht einsehbar.
Das würde heißen es bleibt bei der aktuellen Ariane 64 Block 2 als leistungsfähigste Version. Es würde dann lediglich noch die Erhöhung der Startkadenz, falls dies bewilligt wird, umgesetzt.



Betroffen wären vermutlich allen voran die leichte Oberstufe ICARUS (an der bereits gearbeitet wird und mit PHOEBUS in die Erprobung gehen soll). Auch die Astris Kickstage mit dem Triebwerk BERTA bzw. evtl. GRETA könnte mitgemeint sein, obwohl auch hier schon entwickelt wurde und auch die Industrie Astris immer wieder nennt.
Zu den Veränderungen an der Erststufe die ich noch unter ArianeEVO bzw. teils schon Vorbereitung für ArianeNEXT (oder wie auch immer) verstehen würde ist einmal der Austausch des einen Vulcain 2.1 Triebwerk gegen zwei Prometheus (H2) Triebwerke. Und später dann das bereits erwähnte Anbringen von wiederverwendbaren Boostern mit je drei Prometheus (CH4) Triebwerken.
Btw bereits umgesetzte Upgrades sind das Multi Launch System (siehe Amazon LEO Starts) und die P160C Booster (Ariane 64 Block 2).

Weiter gedacht, wenn wir über ein kompletten Freeze reden würden könnte dies auch sowas betreffen wie die Aufnahmefähigkeit von Cargo/Crew Kapsel statt Nutzlastverkleidung/Adapter (bei Crew: Änderung an der Startanlage, Human Rating für Ariane 6, Startabbruchsysteme … und Studien dazu schon in Gange).


Quelle: https://www.spacescout.info/2026/08/ariane-6-lightweight-upper-stage-future-upgrades-cancelled/

Offline failsafe

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #139 am: 10. August 2026, 09:31:40 »
Betroffen wäre explizit die L4 Mission (Enceladus Orbiter & Lander) anfang der 2040er Jahre, die erste grosse Mission des Voyage 2050-Programms der ESA, für die dann extra "Klimmzüge" notwendig würden.. Ebenfalls betroffen wäre die geplante Erhöhung der Nutzlast des Argonaut-Mondlanders der ESA.

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Offline Schillrich

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #140 am: 11. August 2026, 09:08:52 »
Keine Weiterentwicklung? Hört sich für mich so an, dass man sich in einer technologischen Sackgasse sieht und ein anderes Pferd für die Zukunft braucht ... die ganzen Milliarden ...
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Offline Mojschele

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #141 am: 11. August 2026, 09:58:56 »
Ist das nicht das was an der Ariane6 kritisiert wurde - das sie als Wegwerfrakete entwickelt wurde in einer Zeit in der die Wiederverwendung seine deutliche Vorteile schon bewiesen hatte? Da macht es doch wenig Sinn gutes Geld einem schlechten Konzept hinterher zu werfen!

Offline R2-D2

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #142 am: 11. August 2026, 10:24:03 »
Keine Weiterentwicklung? Hört sich für mich so an, dass man sich in einer technologischen Sackgasse sieht und ein anderes Pferd für die Zukunft braucht ... die ganzen Milliarden ...
Was hat das mit Sackgasse zu tun? Wieso muss man die Ariane 6 noch (teuer) weiterentwickeln, wenn sie die geforderte Leistung jetzt schon bringt? Man sollte doch (eigentlich immer) Kosten und Nutzen von Weiterentwicklungen gegenüberstellen. Also, was bringt eine neue Oberstufe (mehr Nutzlast, Kostenersparnis etc.?) im Vergleich zum Invest? Gibt es Möglichkeiten, die Kosten der gesamten Rakete zu senken? Wenn Änderungen sich nicht rechnen, kann man doch erst einmal das bestehende System (das Deine besagten Millarden gekostet hat) nutzen - bis sich neue Anforderungen ergeben.

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Offline Schillrich

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #143 am: 11. August 2026, 12:51:04 »
Für mich ist die Frage, möchte/muss man "wachsen"/sich verändern? Und wenn ja, kann man das dann.

Wenn man das verneint, ist eine stabile Produktion natürlich (erstmal) sinnvoll. Aber wie langfristig wird man damit am Markt bleiben? Welche Chancen hat man ... oder verpasst man?

Vielleicht liegt es auch nur am Wording. Für mich ist "... will not be developed further" sehr negativ besetzt, da es nach totalem Stillstand und absehbarem Ende des Lebenszyklus klingt.
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Offline James

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #144 am: 11. August 2026, 13:51:11 »
... Aber wie langfristig wird man damit am Markt bleiben? ...
Aber man sieht doch jetzt schon das man damit am Markt keinen großen Erfolg hat. Also die Ariane 6 ist eine schöne Rakete, aber in dem was möglich ist, einfach zu weit zurückgefallen. Es mag ja eine Kostensenkung der Startpreise ermöglicht haben, aber in zu geringen Ausmaß. Mit diesem System wird man keine großen Anteile am Markt mehr gewinnen können. Das man den eigenen Zugang zum Orbitaltransport in den Mittelpunkt stellt ist ja nur dem geschuldet, weil man mehr, also Konkurenzfähigkeit, eh kaum erreicht. Daher würde es auch m.M.n. durchaus Sinn machen, die Weiterentwicklung zur Gänze zu stoppen, und sämtliche Ressourcen in ein zukunftträchtigeres System zu investieren. Beides, Weiterentwicklung und ein neuer Ansatz, verzögert das Ganze nur.
Es wird eine Grundsatzentscheidung sein, ob man da noch mal mitspielen will, dann müßte man das Entwicklungstempo wohl etwas anziehen. Oder man hofft auf private Startanbieter, aber die müssen überhaupt erstmal auf diesen Performancestand kommen.

Offline EuroAll

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #145 am: 11. August 2026, 22:43:39 »
Was vermutlich kommen muss/sollte ist die Kadenz Erhöhung. Wegen noch wachsendem Bedarf und evtl. um Kosten zu senken/bessere Einnahmen irgendwie zu haben. Wir erinnern uns, dass das was nun geplant ist im Sicherheitsbereich aber auch die anderen institutionellen Missionen mit einer europäischen Rakete geflogen werden soll und das wäre auch in den nächsten Jahren in der Liga nur die Ariane 6.

Die Frage ist halt wie weit sind die einzelnen Weiterentwicklungen bereits fortgeschritten (und dementsprechend bereits Geld geflossen). Prometheus ist theoretisch fertig, zu PHOEBUS/ICARUS gibt es bereits Prototypen bzw. an den Verfahren wird gearbeitet, eine Kickstage wie Astris ist nach wie vor sinnvoll, zumal das Triebwerk dafür bereits entwickelt und erprobt wurde. Anhand dessen beurteilt was immer mal wieder als Meldungen an die Öffentlichkeit gedrungen ist.

Und der Stopp der Weiterentwicklung hat ja bereits konkrete Auswirkungen auf geplante Missionen. Siehe die L4 Mission der ESA oder mehr Nutzlast die mit Argonaut in Artemis eingebracht werden könnte. Schätze andere zukünftige L Missionen oder potentielle Crew-Kapseln kann das genauso betreffen.

Ich bin leider nicht optimistisch das in naher Zukunft uns in Europa eine Alternative in der Lastklasse der Ariane 6 oder bestenfalls noch leistungsfähiger zur Verfügung stehen wird. Jedenfalls die Weiterentwicklung einzustellen bevor ein vernünftiger Plan für eine Nachfolge in dieser Liga steht halte ich für nicht so klug. ArianeNEXT steht immer wieder im Raum als Synonym für die nächste Schwerlastrakete Europas. Sei es eine weitere Ariane oder von einem der anderen privaten Anbieter (die sich alle noch beweisen müssen). Die ESA will ja eigentlich keine eigene mehr komplett selbst entwickeln. Für mich sind da deshalb noch viele Fragezeichen.

Offline radi

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #146 am: 12. August 2026, 08:34:01 »
Ich glaube es ist Sinnvoll, die Entwicklung der Ariane einzustellen. Das ist einfach eine Sackgasse und wenn man nur begrenzte Mittel hat, ist es besser diese in New Space zu investieren. Es wird sicher eine Durststrecke geben (Ähnlich zum Ende des Shuttleprogramms in USA) allerdings schauen wir mal wozu das geführt hat. Die Verfügbarkeit von verschiedenen Schwerlastraketen, sogar Super Schwerlastraketen, verschiedene Raumschifftypen und dass danke Wiederverwendung zu Preisen von denen man zuletzt beim Beginn des Shuttleprogramms geträumt hat. Dank der privatwirtschaftlichen Dynamik und Innovation ist da die Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Und es gibt ja schon einige gute Kandidaten in Europa mit denen man das ebenso umsetzen kann.

Offline failsafe

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #147 am: Gestern um 21:05:34 »
ESA hat bestätigt, dass es die Fortführung der Entwicklung der Ariane 6, in Form von Block 3,  nicht geben wird. Damit entfällt auch die neue Oberstufe ICARUS :

https://europeanspaceflight.com/esa-confirms-ariane-6-block-3-upgrades-have-been-shelved/

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #148 am: Heute um 12:48:37 »
Und schon kommt die Analyse von Eric Berger dazu.
Er legt genau den Finger in die Wunde, dass nach wie vor jeder Start massiv subventioniert wird und fragt, ob es Sinn macht, dann auch noch Drittaufträge anzunehmen oder gar die Produktion zu steigern.

From arstechnica.com
Europe cancels planned upgrades for Ariane 6 rocket
https://arstechnica.com/space/2026/08/europe-cancels-planned-upgrades-for-ariane-6-rocket/

Die Absage dieses Upgrades hat Auswirkungen auf einige wissenschaftliche Missionen der Europäischen Weltraumorganisation, darunter eine Sonde zum eisigen Saturnmond Enceladus.
Die vielleicht wichtigere Frage ist, was die Absage künftiger Versionen der Ariane-6-Rakete über die Zukunft des Programms aussagt. In gewisser Weise war die Rakete ein enormer Erfolg. Sie hat dem Kontinent einen zuverlässigen Zugang zur Umlaufbahn für seine wichtigsten Satelliten ermöglicht, als der Krieg in der Ukraine Europa dazu zwang, den Einsatz russischer Raketen einzustellen, und Europas Abhängigkeit von Starts mit den SpaceX-Raketen von Elon Musk beendete.
Die Tatsache jedoch, dass die europäischen Minister, die die Finanzierung der Ariane 6 sicherstellen, diese Upgrades abgelehnt haben, könnte auf eine wachsende Ungeduld hinsichtlich der Kosten der Rakete hindeuten.
...
Europa macht bei jeder dieser Missionen wahrscheinlich Verluste.
Der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Josef Aschbacher, hat öffentlich bestätigt, dass die an der Weltraumorganisation beteiligten europäischen Regierungen bei neun Flügen pro Jahr jeden Start weiterhin mit zwischen 32 und 38 Millionen Euro pro Flug subventionieren müssen.
Rechnet man die Entwicklungskosten über die laufenden Subventionen ab, haben die europäischen Steuerzahler mehr als 100 Millionen Euro in jeden Start gesteckt, bevor der Kunde dem Raketenbetreiber Arianespace überhaupt etwas bezahlt.
...
Im Juni erklärte Aschbacher, Europa sei auf dem besten Weg, im nächsten Jahr insgesamt zehn Ariane-6-Starts durchführen zu können und damit das für Arianespace festgelegte Ziel zu erreichen. Er fügte jedoch hinzu, dass die Agentur verschiedene Szenarien prüfe, um diese Kapazität auf 12, 15 oder sogar 20 Starts pro Jahr zu erhöhen.
...
Aschbacher sagte, er hoffe, bis Ende dieses Jahres von den europäischen Ministern „Klarheit“ darüber zu erhalten, ob und welche Pläne es für eine Ausweitung der Produktion der Ariane-6-Rakete gebe. Die Entscheidung dürfte den Ministern jedoch nicht leichtfallen, da sie Investitionen in Fabriken und andere logistische Einrichtungen tätigen müssten, um die Raketenproduktion zu steigern. Und wäre es das wert, dies zu tun, um der wachsenden kommerziellen Nachfrage gerecht zu werden, wenn der einzige Weg, diese Nachfrage zu wecken, darin besteht, den Preis der Trägerrakete massiv zu subventionieren?
Die Minister könnten zu dem Schluss kommen, dass diese Mittel besser in die nächste Generation der Ariane-Rakete investiert werden sollten, die zumindest eine teilweise Wiederverwendung vorsieht und besser mit einer wachsenden Zahl wiederverwendbarer Trägerraketen in den Vereinigten Staaten und China konkurrieren könnte.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.

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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #149 am: Heute um 13:25:06 »
Wenn Ariane NEXT (halbwiederverwendbar wie F9) als jetzt geplanter Nachfolger der Ariane 6 tatsächlich in etwa 10 Jahren ("in den 30ern") kommen sollte, wird sie leider genauso veraltet sein wie Ariane 6 heute.
Hoffnungslos veraltet in der Technik und im Preis.
Wo SX beginnt die F9 auszusortieren, plant Europa eine "F9" in der Zukunft zu entwickeln! Wie innovativ ist das denn?