Raumfahrt-Robotik in Deutschland

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Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #50 am: 18. Juli 2026, 19:29:26 »
Der Satz in der Ausschreibung ergibt für mich keinen Sinn.

Ziel ist die Entwicklung einer Lösung zur Steuerung und stabilen Datenübertragung kleiner Drohnen über Satelliten zu jeder Zeit – möglichst ohne Flugzeit, Energiehaushalt und Nutzlast zu beeinträchtigen.

Wenn ich etwas zusätzliches einbaue (eine neue Funktion in neuer Hardware), wird es Masse haben und Energie verbrauchen.
Außer man schafft es rein mit Software mit bestehender Hardware … das wäre spannend. Aber ein Kommunikationsnetz über Satelliten sollte zusätzliche Hardware in der Drohne bedeuten …
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Offline Blondi

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #51 am: Gestern um 06:47:05 »
Der Satz in der Ausschreibung ergibt für mich keinen Sinn.

Ziel ist die Entwicklung einer Lösung zur Steuerung und stabilen Datenübertragung kleiner Drohnen über Satelliten zu jeder Zeit – möglichst ohne Flugzeit, Energiehaushalt und Nutzlast zu beeinträchtigen.

Wenn ich etwas zusätzliches einbaue (eine neue Funktion in neuer Hardware), wird es Masse haben und Energie verbrauchen.
Außer man schafft es rein mit Software mit bestehender Hardware … das wäre spannend. Aber ein Kommunikationsnetz über Satelliten sollte zusätzliche Hardware in der Drohne bedeuten …

Das ergibt schon Sinn: Wenn man nur die Frequenzen zur Kommunikation mit der Drohne ändert/ergänzt um z.B. mit im niedrigen Orbit fliegenden Sateliten zu kommunizieren bedeutet das nicht dass zusätzliche Hardware benötigt wird und damit würde das Gewicht der Drohne nicht höher.
Den zusätzlichen Energieverbrauch für die Kommunikation mit Sateliten durch höhere Sendeleistung schätze ich als vernachlässigbar zum Gesamtenergieverbrauch ein, die Motoren brauchen sicher 98 bis 99 % der Verfügbaren Energie beim Fliegen. Zumindestens bei den großen Drohnen, für kleine (bis 249 Gramm, Klasse C0, bis 900 Gramm Klasse C1) sehe ich kein Anwendungsszenario für Satelitensteuerung, nur im kommerziellen Bereich. Da haben die Drohnen ein höheres Gewicht (Klasse C2 und höher).
lg Werner

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Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #52 am: Gestern um 09:11:54 »
Um es klarer zu bekommen:

Wie wird normalerweise, mit verfügbaren Drohnen, mit etablierter Hardware, eine Verbindung hergestellt? Welche Frequenzen? Welche Funktechnologie? Sind wir da im GHz-Bereich? An diese müssten die Satelliten „andocken“.

Welche Satelliten im LEO können hier als passende Relays arbeiten und die Drohnen ansprechen? Über das S-Band vielleicht doch vorstellbar …

Ich habe da für mich erstmal viele Fragezeichen. Aber vielleicht können wir die ja ausräumen.
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Offline Blondi

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #53 am: Gestern um 15:27:01 »
Die derzeit frei käuflichen Drohnen der Klassen C0 bis C4 (Für diese habe ich den Europäischen Drohnenpilotenschein A1-A3 und A2) verwenden die WLan Frequenzen 2,4 und 5,8 GHz.
Diese Frequenzen eignen sich sicher nicht für die Fernsteuerung der Drohnen via Satellit, alleine die beschränkte Sendeleistung (bei 5.8Ghz nur bis 25 mW über alles, d.h. mit Antenne) spricht dagegen. Wie es mit anderen Frequenzen ausschaut weiss ich nicht, vielleicht hat da einer unserer Spezialisten was dazu zu sagen.
lg Werner

Offline failsafe

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #54 am: Gestern um 16:35:35 »
Bei dieser geringen Sendeleistung ist die typische Reichweite etwa 600 m - passend zu der Vorschrift, dass Drohnen nur in Sichtweite des Piloten betrieben werden dürfen.
Die hier angestrebte Reichweitenerhöhung über Satelliten-Link dürfte auf militärische Anwendungen zielen, für die diese Einschränkungen zB der Sendeleistung wohl nicht gelten.

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Offline tomtom

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #55 am: Gestern um 18:46:59 »
Auf der Ausschreibungs-Plattform heißt es zur Zielsetzung:
"Gesucht werden robuste, sichere und skalierbare Technologien, die eine leistungsfähige Satellitenanbindung bei möglichst geringem Gewicht, niedrigem Energieverbrauch und geringen Kosten ermöglichen."

Die Anschaffungskosten der Drohnen sollen überwiegend unter 10.000,- € liegen. (Kommerzielle Drohnen liegen heute eher in der Preisklasse eines Mittelklassewagens).
Mit dem Wettbewerb will das DLR die internationale Newspace-Firmen fördern, die Ausschreibung soll aber in deutscher Sprache erfolgen.
Die Förderung einer Entwicklung soll bis 500.000,- € betragen.

https://www.spaceinnovationhub.de/wettbewerbe/space-innovation-cup/

Die satellitengestützte Kommunikation Direct-to-Device stelle ich mir nicht so einfach vor oder erfordert weitgehend stationäre Relais-Drohnen zwischen Satellit und Klein-Drohne.
Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #56 am: Gestern um 19:29:47 »
Die Uni Würzburg schlägt einen Mars-Rover vor, der der von einer Wüsteneidechse inspiriert ist.

https://pro-physik.de/nachrichten/schwimmen-um-nicht-stecken-zu-bleiben



Was genau ist der Vorteil? Bleibt nicht so leicht stecken? Wenn dieser Robot sich an einem Stein festrennt, hilft das auch nicht, oder? Aber sieht lustig aus.
Gruß Badabumm

Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #57 am: Gestern um 21:29:07 »
Es geht wohl darum, dass die Räder keine gerade Furche in den Sand ziehen, in der sich die hinteren festfahren können. Sondern auf dreifach so breiter Fläche mehr Halt finden.
Zudem stößt sich jedes Rad an einer schrägen hinteren Furchen-Kante ab statt hinter sich nur die eigene Furche und damit keinen Halt zu finden, so gibt es auch mehr Traktion.

Das Vorbild heißt auf deutsch übrigens Apothekerskink  - Sandfische sind wirklich Fische - und ist auch keine Eidechse, sondern "nur" eine Echse.
https://de.wikipedia.org/wiki/Apothekerskink
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

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Online alepu

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #58 am: Gestern um 22:19:49 »
Ja, eine Echse, noch genauer ein 'Skink'

Die Inspiration trifft es allerdings nicht wirklich, denn diese Echse bewegt sich fast ausschließlich unter der Oberfläche durch den Sand, also schwimmt tatsächlich im Sand und nicht darauf. (Kommt im Wesentlichen nur zur Paarung, Defäkation und zum Fressen nach oben!)
Ein Vergleich mit Wüsten-Klapperschlangen wäre da möglicherweise angebrachter, obwohl die sich dabei eher seitwärts bewegen.
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Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #59 am: Heute um 07:45:37 »
Bei dieser geringen Sendeleistung ist die typische Reichweite etwa 600 m - passend zu der Vorschrift, dass Drohnen nur in Sichtweite des Piloten betrieben werden dürfen.
Die hier angestrebte Reichweitenerhöhung über Satelliten-Link dürfte auf militärische Anwendungen zielen, für die diese Einschränkungen zB der Sendeleistung wohl nicht gelten.

ja, sicherlich sind hier militärische/sicherheitsgetriebene Anwendungen möglich. Aber auch Katastrophenhilfe, wenn die terrestrische Infrastruktur großflächig zerstört/geschädigt ist, kann hier ein Anwendungsfall sein, wo man mit Drohnen unzugängliche, entfernte oder große Gebiete absuchen und beliefern möchte.

In der Ausschreibung werden diese Szenarien genannt/betont:
Zitat
Mission mit realem Kundenszenario (Offshore, Waldbrand, Pipeline etc.

In zivilen Szenarios sind die Anforderungen/Rechte in der Frequenznutzung dann aber enger/eingeschränkter als im militärischen Szenario.
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Offline failsafe

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #60 am: Heute um 11:56:08 »
Fragt sich dann, ob das mit LEO-Sats und ggf Relais-Drohnen für die Kommunikation der richtige Ansatz ist: die Ukraine hat ja sehr viel Erfolg mit Drohnen, die nicht per Funkverbindung, sondern über sich abrollende Glasfaser (bis 20 km !) gesteuert werden und Bilder zurückschicken ..

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Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #61 am: Heute um 12:53:53 »
Guter Punkt ... würde bei den Ausschreibungskriterien als Ansatz/Architektur aber durchfallen. Es soll halt "mit Raumfahrt" sein ...
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Offline Blondi

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Re: Raumfahrt-Robotik in Deutschland
« Antwort #62 am: Heute um 12:58:28 »
Fragt sich dann, ob das mit LEO-Sats und ggf Relais-Drohnen für die Kommunikation der richtige Ansatz ist: die Ukraine hat ja sehr viel Erfolg mit Drohnen, die nicht per Funkverbindung, sondern über sich abrollende Glasfaser (bis 20 km !) gesteuert werden und Bilder zurückschicken ..

Diese Drohnen sind aber "One Way", mit Explosiver Last, Kreigsmaterial und sollten in diesem Forum nicht betrachtet werden.

Was meines Erachtens hier zur Dikussion stehen sollte sind Fragen ziviler Natur, wie man z.B. eine Drohne jenseits des derzeit mit direkter Funkverbindung möglichen unter Verwendung von Satelliten fernsteuert und auch wieder sicher zum Startplatz zurück bringt.

lg Werner