Saturnmond Enceladus

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Offline Majo2096

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #150 am: 07. Januar 2013, 20:24:24 »
Gibt es irgendwelche angaben Woraus diese jetz bestehen ?
strömt hier Gas aus oder wierd Materie Ausgestoßen ?

Offline Liftboy

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #151 am: 07. Januar 2013, 20:32:23 »
Zitat
Also 4/3 oder 1,333 km/Pixel.

Hm, also zum Pixelzählen war ich jetzt zu faul, aber man kann es ja eventuell anhand der Größe des Mondes abschätzen. Bei Wikipedia sind rund 500km Durchmesser angegeben, also würd ich den sichtbaren Jetteil auf etwa 250-300km länge schätzen. Schon ne ganze Ecke :)

PS: Hab dann auch gleich die Antwort auf meine eigene Frage gefunden, die Aktivität beschränkt sich wohl auf die Südpolarregion des Mondes.

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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #152 am: 07. Januar 2013, 22:24:22 »
Hallo @Majo2096
zu deinen Fragen,
Gibt es irgendwelche angaben Woraus diese jetz bestehen ?
strömt hier Gas aus oder wierd Materie Ausgestoßen ?
kann ich etwas beitragen.
Die Jets am Südpol stoßen Wasserdampf und Wassereispartikel aus.  Die Eisgeysire von Enceladus erstrecken sich in einer Länge ca. 490 km über dem Saturnmond.
Zur weiteren Info kannst Du in dem Artikel  Schneefall auf dem Saturnmond Enceladus sehr informative Einzelheiten nachlesen.

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #153 am: 04. April 2013, 12:45:16 »
Hallo Zusammen,
am 2. April 2013 nahm Cassini Enceladus mit den Fontänen auf.
Dieses Aufnahme wurde durch die CL1 und UV3 Filter aus 829.801 Kilometer aufgenommen.

Bei der Aufnahme betrug die Entfernung von Cassini zu Enceladus rund 830.439 Kilometer und sie wurde durch die BL1 und CL2 Filtern aufgenommen.

Dazu auch der sehr informative Bericht von @redmoon im Portal.
Cassinis Saturnorbit Nummer 186

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #154 am: 23. April 2013, 23:53:00 »
Hallo Zusammen,

Die Karte von Enceladus von Dezember 2011
Dieses Mosaik ist die aktualisierte globale Karte von dem Saturnmond Enceladus. Die neuen Bilder dazu hat Cassini bei den Vorbeiflügen im Dezember 2011 aufgenommen.
Durch das Projektionsverfahren sind die "Tigerstreifen" etwas verzerrt in der unteren linken Mitte und unten rechts der Mitte auf der Karte zu sehen. Die Karte ist eine equidistante (zylindrische ? ) Projektion und hat am Aquator eine Skala von 110 Meter pro Pixel. Der mittlere Radius von Enceladus beträgt  für die Projektion von der Karte 252 Kilometer.
 
http://saturn.jpl.nasa.gov/photos/imagedetails/index.cfm?imageId=4783

Die polaren, stereographischen Karten sind nach akualisierten Bilder von der nördlichen und südlichen Hemisphäre von Enceladus zu diesen Mosaiken zusammengestellt worden. Jede Karte ist am Pol und am Aquator zentriert. Der Maßstab der großen Karten beträgt 110 Meter pro Pixel. Die Gitterlinien zeigen die Breite und Länge in 30 Grad Schritten. Auf den Karten ist das stark unterschiedlichen Gelände in der Nähe vom Nord- und Süd-Pol zu sehen.
In der Nähe des Nordpols ist das mit Kratern übersäte Gebiet die älteste Oberfläche von Enceladus. Die Karte zeigt ein breites Band von Kratern, dass sich vom Äquator auf der Saturn zugewandten Seite (zentriert auf 0 Grad Längengrad), über den Nordpol bis zu dem Äquator auf der Saturn abgewandten Seite (zentriert auf 180 Grad Längengrad) erstreckt.Das Gelände von Enceladus nahe dem Äquator und den mittleren Breiten in dem vorderen Bereich von 90 Grad westlicher Länge und auf der hinteren Seite,bei  270 Grad westlicher Länge, ist viel weniger stark mit Kratern bedeckt. Diese Bereichen sind durch Zonen mit Spalten gekennzeichnet.

Die Nord-Polarkarte von Enceladus von Dezember 2011
http://saturn.jpl.nasa.gov/photos/imagedetails/index.cfm?imageId=4776

Auf der südlichen Polarkarte erstreckt sich ein Band von Kratern bei 0 und 180 Grad westlicher Länge südlich vom Äquator. Bei etwa 55 Grad südlicher Breite ist das verkraterte Gelände auffallend von Frakturen unterbrochen. Das Gelände um den Pol ist nahezu frei von Einschlagkratern und es ist das jüngste Gebiet der Oberfläche von Enceladus. Die Gruppe der parallelen Spalten ("Streifen") in der Südpolarregion haben an den Flanken ein relativ dunkles Albedo und  jeder Spalten grenzt sich  dadurch von Gelände ab. Ein einzigartiges Merkmal des Südpolgeländes sind die Haken ähnlichen Kurven am Ende dieses parallelen Fraktursytsems. Ähnliche Muster von gefalteten oder geknickten Frakturen können in der gesamten Region gesehen werden.

Die aktualisierte Süd-Polarkarte  von Enceladus von Dezember 2011
Bildnachweis: NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute

http://saturn.jpl.nasa.gov/photos/imagedetails/index.cfm?imageId=4784

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline redmoon

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #155 am: 25. April 2013, 19:15:08 »
Hallo Gertrud,

dann hat es ja doch noch mit der Veröffentlichung geklappt...  :D

Über die Arbeiten für die Erstellung einer überarbeiteten Enceladus-Karte wurde bereits im September 2012 auf der damaligen EPSC-Konferenz berichtet ( hier die damalige Meldung auf unserer Portalseite :  http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25092012202952.shtml ).

Was bisher allerdings noch fehlt ist die Veröffentlichung der 15 einzelnen Kartenblätter der Oberfläche von Enceladus...

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Nicht ewig bleibt die Menschheit auf der Erde - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski

carmignan

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #156 am: 01. August 2013, 11:01:23 »
Hallo,

ich bin neu hier und komme gleich mit einer Frage. In "Nature" vermuten Hedman u.A. (http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature12371.html), dass sich die Tigerstreifen weiter oeffnen, wenn Enceladus in seinem Umlauf am weitesten von Saturn entfernt ist. Eine Folge der Gezeitenkraeften, die auf den Mond einwirken. Auf http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/01122008142750.shtml wird JPL-Wissenschaftlerin Candice Hansen zitiert, die auf Grund der gleichen Gezeitenkraeften vermutet, dass sich die Spalten an Enceladus´ Sueddpol weiter oeffnen sollten, wenn Enceladus naeher an Saturn kreist: "Wenn Enceladus weiter weg ist vom Saturn, muessten sich dieser These nach die Spalten weiter schließen".

Wie rechne ich hier 1 und 1 am Besten zusammen?

Han

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Offline pikarl

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #157 am: 01. August 2013, 11:22:09 »
Hallo Han,

der Widerspruch ist auflösbar: Die Arbeit von Hansen und vielen anderen waren theoretische (!) Modelle, die periodische Effekte in den Fontänen vorhergesagt haben. Allerdings gab es bislang gar keine belastbaren periodischen Beobachtungen, an welchem Punkt auf der Bahn Enceladus Dampf und Eis ins All bläst.

Die neuen Cassini-Daten (die überwiegend aus großer Entfernung vom Mond gemacht wurden - daher war das relativ schwierig) bestätigen nun genau ein Modell: Das tidal-stress model, das Hurford und Helfenstein im Jahr 2007 (sozusagen parallel zu Candice Hansen) vorgeschlagen haben:
http://www.nature.com/nature/journal/v447/n7142/abs/nature05821.html

EDIT: Was ich mich frage - bislang wurde immer gesagt, die Gezeitenreibung reiche nicht aus, so viel geschmolzenes Material am Südpol von Enceladus zu erklären. Woher die Wärme stammt, klärt auch die neue Veröffentlichung von dieser Woche nicht (sie spricht das gar nicht an). - Ist das weiterhin ungeklärt?

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Offline Schillrich

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #158 am: 01. August 2013, 12:42:50 »
Hallo Karl,

meinst du mit "so viel geschmolzenem Material" :
  • ein ständiges Reservoir, aus dem sich die Geysire bedienen?
  • durch einen Prozess lokal und zeitlich begrenzt erzeugtes Material, das mit den Ausbruchsraten vereinbar ist?
?
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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #159 am: 01. August 2013, 12:49:37 »
Hallo Zusammen,
zu der neuen Erforschung der Anziehungskraft des Saturn auf Enceladus wurden diese Aufnahmen von Cassini veröffentlicht.
Diese Bilder der Einschübe mit Enceladus wurden mit dem visuellen und infraroten Mapping Spektrometer (VIMS) von Cassini aufgenommen. Sie zeigen, das die Anziehungskraft von Saturn auf die Menge der organischen Partikel und dem Wassereies Einwirkung hat, welche durch die Risse der "Tigerstreifen"  sprüht. Es entweicht das meiste Material, wenn Enceladus am weitesten von Saturn entfernt ist, es ist auf der Abbildung in der Umlaufbahn links zu sehen. Rechtes Bild in der Umlaufbahn gibt den nahen Standort von Enceladus zu Saturn wieder, wenn der Austritt des Materials am wenigsten erfolgt. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Schwerkraft von Saturn die Risse dann zusammenpressen.
Sie vermuten, das durch die Verringerung der Schwerkraft sich die Risse wieder öffnen und die Jets sich verstärkt bilden. Die Wissenschaftler untersuchten die Helligkeit des ausgeworfenen Materials, da die feinen Körner des Wassereises in der Wolke sehr hell sind, wenn sie von hinten beleuchtet werden. Zwischen den dunkelsten und hellsten Bildern entdeckten sie eine Änderung von  drei-bis viermal in der Helligkeit.
Diese Analyse ist eine klare Feststellung, dass die Jets von Enceladus in einer vorhersagbaren Weise variieren.
Das Hintergrundbild ist aus den Daten von Cassinis Kameras von 2006.
Es zeigt vereinfacht dargestellt, wo diese verschiedenen Helligkeitstufen in der Umlaufbahn um den Saturn entdeckt wurden.
Der linke Einschub auf dem Bild wurde am 1.10.2011 aufgenommen und der Einschub auf der rechten Seite  ist aus den Daten vom 30.01.2011.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17040

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17039

Kredit der Bilder:
NASA/JPL-Caltech/University of Arizona/Cornell/SSI

http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2013-237#1

Hallo @pikarl,
leider beantwortet es Deine Frage nicht, da es ja nicht in den Artikeln erwähnt wird

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #160 am: 01. August 2013, 14:46:11 »
Hallo @pikarl
(.............)
EDIT: Was ich mich frage - bislang wurde immer gesagt, die Gezeitenreibung reiche nicht aus, so viel geschmolzenes Material am Südpol von Enceladus zu erklären. Woher die Wärme stammt, klärt auch die neue Veröffentlichung von dieser Woche nicht (sie spricht das gar nicht an). - Ist das weiterhin ungeklärt?
Ralph-Mirko Richter berichtete in dem Portalbeitrag Enceladus: Salzwasserreservoir anscheinend bestätigt
von der Existenz eines großflächigen Ozeans aus flüssigem Salzwasser unter der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus. Es besteht aber wohl weiterhin Unklarheit über die Entstehung des Ozeans. Er kann vermutlich nicht allein durch die Einwirkung der Gavitationskräfte von Saturn erklärt werden.
 
Christophe Sotin, ein Co-Autor und Cassini Teammitglied am NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena vermutet in dem Artikel:
Die Art und Weise wie die Strahlen auf die entsprechende Belastung auf Enceladus  reagieren, könnten sie ihren Ursprung in einen großen Körper mit flüssigen Wasser haben.
Zitat
"The way the jets react so responsively to changing stresses on Enceladus suggests they have their origins in a large body of liquid water," said Christophe Sotin, a co-author and Cassini team member at NASA's Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Calif.
Quelle:
http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2013-237#1

Nur über das vorher und warum die Flüssigkeit zwischen dem felsigen Kern und der  Eisoberfläche vorhanden ist, finde ich bis jetzt keine brauchbare Aussage.

Für mich persönlich ist es auch verwirrend, dass es salzhaltige Eiskörner gibt, welche größer und langsamer in der Nähe von Enceladus sind, als die salzfreien Eispartikel, welche weiter entfernt bei dem E-Ring überwiegen.
Hat sich durch den Sonneneinfluß der Salzgehalt der Partikel verflüchtigt.?
Oder gibt es doch keine gemeinsame Quelle ?
 
Mit den besten Grüßen
Gertrud
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carmignan

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #161 am: 02. August 2013, 08:02:58 »
Hallo zusammen,

danke fuer die aufklaerende Antworte!

Zu dem niedrigen Salzgehalt des E-Rings im Vergleich zu dem Salzgehalt der Ausstoesse habe ich mal gelesen, dass die Salzpartikel durch ihren Gewicht wieder zurueckfallen wuerden auf die Mondoberflaeche und es deshalb nicht schaffen bis in den E-Ring.

Ob da was dran ist?

Han 

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Offline pikarl

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #162 am: 02. August 2013, 12:00:49 »
Hallo @pikarl
(.............)
EDIT: Was ich mich frage - bislang wurde immer gesagt, die Gezeitenreibung reiche nicht aus, so viel geschmolzenes Material am Südpol von Enceladus zu erklären. Woher die Wärme stammt, klärt auch die neue Veröffentlichung von dieser Woche nicht (sie spricht das gar nicht an). - Ist das weiterhin ungeklärt?
Ralph-Mirko Richter berichtete in dem Portalbeitrag Enceladus: Salzwasserreservoir anscheinend bestätigt
von der Existenz eines großflächigen Ozeans aus flüssigem Salzwasser unter der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus. Es besteht aber wohl weiterhin Unklarheit über die Entstehung des Ozeans. Er kann vermutlich nicht allein durch die Einwirkung der Gavitationskräfte von Saturn erklärt werden.

Danke Gertrud, auf diese Ergebnisse hatte ich angespielt.

carmignan

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #163 am: 03. August 2013, 08:46:07 »
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Schwerkraft von Saturn die Risse [in der Periapsis] zusammenpressen.
Sie vermuten, das durch die Verringerung der Schwerkraft sich die Risse wieder öffnen und die Jets sich verstärkt bilden.

Darf ich das vereinfacht so verstehen, dass in der Periapsis die laengste Mondachse, die ja radial zu Saturn  steht, etwas ausgedehnt wird, sich also verlaengert, waehrend in der Apoapsis diese Achse etwas kuerzer ist?

Han

Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #164 am: 03. August 2013, 11:10:33 »
Ich bin kein Physiker, aber ich verstehe es genau anders herum. In der Periapsis presst die Schwerkraft des Saturn die Risse zusammen, muss dann nicht die Periapsis näher am Saturn liegen als die Apoapsis, damit die Schwerkrafteinwirkung in der Periapsis höher ist?

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Offline Schillrich

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #165 am: 03. August 2013, 12:18:08 »
Hallo ihr Beiden,

das Perizentrum eines elliptischen Orbits ist der nächste Punkt. Das Apozentrum der fernste. Ob jetzt aus der Veränderungen der Gezeitenkräfte lokal ein "Ziehen" oder ein "Pressen" wird, kann man nur damit nicht allgemein beantworten. Weitere Faktoren sind die genaue Geometrie/Lage der Körper und der betroffenen Oberfläche zueinander, Elastizität des Körpers und deren lokale Unterschiede, seine globale Verformung (ggf. verformt er sich an anderen Stellen anders und stärker, und das dominiert dann die Verformung am Südpol), ... usw. Eben da es nicht eindeutig ist, gab es ja so verschiedene, gegensätzliche Modelle.
Man weiß jetzt eigentlich nur: Im Perizentrum werden die Tigerstreifen geschlossen. Man kann wohl auch grundsätzlich den Wirkmechanismus plausibel erklären. Warum genau das passiert, ist eher noch offen.

\\   //    Grüße
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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #166 am: 03. August 2013, 12:22:41 »
Wieder was gelernt, danke. Ist auf jeden Fall sehr spannend.

carmignan

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #167 am: 05. August 2013, 09:09:34 »

Zu dem niedrigen Salzgehalt des E-Rings im Vergleich zu dem Salzgehalt der Ausstoesse habe ich mal gelesen, dass die Salzpartikel durch ihren Gewicht wieder zurueckfallen wuerden auf die Mondoberflaeche und es deshalb nicht schaffen bis in den E-Ring.


Hier eine Quelle: http://www.uni-heidelberg.de/presse/news2011/pm20110622_enceladus.htm

Han

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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #168 am: 05. August 2013, 12:22:17 »
Hallo carmignan,

Danke für den Link,
da Dein Link einen Fehler aufweist, gebe ich nochmal den Hinweis auf den Beitrag dazu.
http://www.uni-heidelberg.de/presse/news2011/pm20110622_enceladus.html

Die zurückfallenden Salzpartikel hatte ja auch @redmoon in seinem Portalartikel beschrieben.

Die Wissenschaftler geben in den Beitrag an, das mehr als 99 Prozent der Masse in Form von salzreichen Partikel durch die Tigerstreifen ausgeworfen werden.

Durch welche Kräfte werden die salzreichen Partikel in salzfreie Partikel, welche den  E-Ring bilden, umgewandelt.?
Werden sie umgewandelt oder sind es die Partikel aus dem Wasserdampf ?
Zitat
Wie andere Forschungsarbeiten zeigen, werden neben den Eispartikeln jede Sekunde rund 200 Kilogramm Wasserdampf aus „Düsen“ in den Tigerstreifen geschleudert

Quelle:
http://www.uni-heidelberg.de/presse/news2011/pm20110622_enceladus.html

Leider habe ich den Mechanismus noch nicht verstanden. :(

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #169 am: 05. August 2013, 13:02:27 »
Es entstehen sowohl größere als auch feine kleine Teilchen. Die kleinen sind salzarm und leicht genug, um der Schwerkraft des Mondes zu entkommen. Die großen fallen wieder zurück.

Ich habe das so verstanden, daß die größeren Brocken aus dem untermondischen Ozean stammen, während die kleinen Fragmente Bestandteil des sehr salzarmen Oberflächeneises waren.
„Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten.“ K. E. Ziolkowski

-

Stolzer Träger einer Raumconverwarnung wegen Schreibens unbequemer Wahrheiten.

carmignan

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #170 am: 07. August 2013, 09:31:21 »

Dann waere die obere Eisschicht an der Oberflaeche von Enceladus reicher an Salz als die oberen Eisschichten der anderen Saturnmonde, die Partikel aus dem E-Ring abbekommen.

Han

carmignan

  • Gast
Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #171 am: 08. August 2013, 17:02:30 »
Was ich mich frage - bislang wurde immer gesagt, die Gezeitenreibung reiche nicht aus, so viel geschmolzenes Material am Südpol von Enceladus zu erklären. Woher die Wärme stammt, klärt auch die neue Veröffentlichung von dieser Woche nicht (sie spricht das gar nicht an). - Ist das weiterhin ungeklärt?

Die aktuellen Theorien gehen davon aus, dass der Zustand von Enceladus nicht stabil ist, sondern Perioden mit geringerer und grösserer wärmegetriebener Oberflächenaktivität kennt, eg. O'Neill & Nimmo 2010 und Showman, Han & Hubbard 2013. Der Ursprung der Wärme wäre die bekannte Gezeitenreibung. Erst wenn die angesammelte Wärme gross genug ist, kommt es durch Konvektion zur Oberflächenaktivität. Elegant an diesen Theorien ist, dass man zu gleicher Zeit versucht das unterschiedliche Alter der Oberflächenerscheinungen auf Enceladus zu erklären.

Theorien also.

Nebenbei wird noch bemerkt, dass die Aktivität jetzt offensichtlich abnimmt, weil sie nicht ausreiche um genügend Nachschub für den vollständigen Erhalt des E-Rings zu produzieren (O'Neill & Nimmo 2010, sich stützend auf Porco et al. 2006).

Han

EDIT: Hm, es ist mir nicht klar, auf welche Aussage in Porco et al. 2006 Bezug genommen wird.
« Letzte Änderung: 08. August 2013, 18:24:15 von carmignan »

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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #172 am: 28. August 2013, 22:12:26 »
Hallo Zusammen,

es wurde eine neue Studie über Enceladus veröffentlicht.

Darin wird über die mögliche Lage des inneren Flüssigkeitsreservoir berichtet. Die Studie von M. Běhounkova et al nimmt an, dass das Reservoir unter dem Südpol zentriert ist und sich in den Breiten von 120 °, 180 ° und 360 ° befindet. In der Studie wird erwähnt, das die Konvektion von Enceladus durch den Einfluss der Gezeiten ausgelöst wird. Die heutige Exzentrizität von Enceladus  soll zu klein sein, um genug Gezeitenreibung zu erzeugen, um den Wärmeverlust durch die thermische Konvektion auszugleichen. Darum vermuten die Wissenschaftler, dass der heutigen Enceladus sich nahe dem Ende des konvektiven Zustandes befindet.   

Quelle:
http://www.sciences.univ-nantes.fr/lpgnantes/lpg/fichiers/tobie-g/PUBLICATION/Behounkova13.pdf

Mit der Hoffnung,
doch alles gut verstanden zu haben, :-\
die besten Grüße
Gertrud
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Offline Gertrud

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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #173 am: 27. Dezember 2013, 21:55:38 »
Hallo Zusammen,

Ein sonniger Enceladus
Das Sonnenlicht lässt das Eis des Saturnmondes Enceladus ähnlich wie frisch gefallener Schnee reflektieren. Die blaue Farbe in diesem False-Color -Bild zeigt die Eispartikel größer als der Durchschnitt an. Auf der Mondoberfläche sind die Frakturen, Falten und Kanten, die durch tektonischen Spannungen verursacht wurden, gut zu sehen. Dieses Bild zeigt die Seite von Enceladus, die zum Saturn gewandt ist. Norden ist oben und das Bild wurde aus den Aufnahmen am 7.04.2010 mit den Filtern für ultraviolettes, sichtbares und infrarotes Licht der Narrow-Angle Camera (NAC) in den Wellenlängen von  338 bis 750 Nanometer erstellt. Der Abstand zu Enceladus betrug 198.000 Kilometer. Die Auflösung beträgt 1 km pro Pixel.
 
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17181

   
Die Tektonik auf Enceladus im Mosaik.
Die „Tigerstreifen“ wurde von Cassini im November 2009 aufgenommen.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA11686

Ein Schneeball im Weltall.
Der Saturnmond Enceladus gleicht durch das Eis und den Schnee einem perfekten Schneeball auf diesem Bild von Cassini.
Im Süden ist der Bergrücken von dem hügeligen Gebirgsgürtel, der die Region umgibt, zusehen. Die Aufnahmen wurden mit den Filtern für  ultraviolettes, sichtbares und infrarotes Licht der Narrow-Angle Camera (NAC) am 10.03.2012 aufgenommen. Die Entfernung zu Enceladus betrug 170.000 Kilometer und die Auflösung beträgt 1km pro Pixel.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17182

Die Jets der Südpolregion
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA11688

Die sehr detaillierte Oberfläche von Enceladus
Ein etwas skaliertes Bild

Das Mosaik in sehr großer Auflösung.
https://images.raumfahrer.net/up035595.jpg
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA11685

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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Re: Saturnmond Enceladus
« Antwort #174 am: 03. April 2014, 22:55:08 »
Es scheint neue Nachrichten zum bereits vermuteten Unterwasserozean/-see auf Enceladus zu geben.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/saturnmond-enceladus-hinweise-fuer-ozean-unter-dem-eis-a-962436.html

Die Hinweise auf die Existenz von diesem Wasserreservoir kommen aus den Schwerkraftdaten, die Cassini gesammelt hat. Am Südpol befindet sich eine Senke, weswegen man dort eine geringere Schwerkraftwirkung erwartet hat, als anderswo. Das hat man prinzipiell auch so gefunden, nur war die Abweichung geringer als man erwartet hat. So muss es unterirdisch dichteres Material geben, als das Eis an der Oberfläche - und da kommt wohl nur Wasser in Frage.

Die Wasseransamlung soll sich etwa 30-40km unter der Eiskruste befinden, und liegt wie wohl schon eher vermutet eben am Südpol. Es handelt sich wohl um ein regionales Meer, allerdings kann man einen globalen Ozean auch (noch) nicht ausschließen.
Mindestens soll er jedenfalls so groß sein, wie der Lake Superior (Nordamerika).