Nukleartechnik für die Raumfahrt

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Online tomtom

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #875 am: 16. September 2025, 16:38:09 »
Neuer thermischer Nuklearantrieb (CNTR) könnte die Reisezeit zum Mars halbieren, wobei flüssiges Uran eingesetzt wird, dass durch hohe Zentrifugalrotation (7500 RPM) an der Außenseite des Reaktorzylinders gehalten wird und in der Mitte das H2-Gas erhitzt und für den Antrieb sorgt.
Ist natürlich erstmal nur eine Idee eines Forschungslabors, bei der es noch viele Herausforderungen zu lösen gilt.

https://scienceblog.com/new-nuclear-rocket-could-cut-mars-travel-time-in-half/
Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #876 am: 16. September 2025, 17:19:27 »
"Neu" ist die Idee des CNTR nicht wirklich, das Konzept taucht 1951 schon auf und NASA hat eine konzeptionelle Designstudie dazu 1960 gemacht (https://ntrs.nasa.gov/citations/19650026954).
Die neue Studie die dem Scienceblog Beitrag zugrunde liegt (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0094576525002838?via%3Dihub) scheint das Konzept aus einem modernen Blickwinkel nochmal neu aufzugreifen, aber sie stellen größtenteils die selben technischen Herausforderungen fest.

Das Konzept hat (noch mehr als andere Nuklearantriebskonzepte) das Problem der Eindämmung des Kernbrennstoffs. Das sollte offensichtlich sein sobald man hört, dass das flüssige(!) Uran vom Wasserstoff durchblubbert wird und dann aus der Düse am Ende entweicht.

Generell kann ich jedem der an Nuklearantrieben in der Raumfahrt interessiert ist die Webseite projectrho.com wärmstens empfehlen, diese ist allerdings auf englisch und anfangs nicht unbedingt leicht zu manövrieren. Dort werden alle erdenklichen Antriebe sehr ausführlich und mit vielen Quellen hinterlegt beschrieben.
Der Beitrag zum Zentrifugalen thermischen Nuklearantriebs ist hier: https://www.projectrho.com/public_html/rocket/enginelist2.php#id--Nuclear_Thermal--Liquid_Core--Centrifugal_NTR

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #877 am: Heute um 08:17:09 »

.......

⚛️ Nuklearantrieb als Schlüsseltechnologie

Ein besonders bedeutender Schritt ist laut NASA die Weiterentwicklung nuklearer Antriebssysteme. Nach Jahrzehnten der Forschung kündigt die Behörde an, diese Technologie nun tatsächlich im All einzusetzen.

Geplant ist der Start der Mission „Space Reactor-1 Freedom“ bis spätestens 2028. Dabei handelt es sich um das erste nuklearbetriebene interplanetare Raumfahrzeug. Die NASA erklärt, dass diese Technologie einen deutlich effizienteren Transport großer Massen im All ermöglicht und insbesondere für Missionen in große Entfernungen – etwa jenseits des Jupiters – entscheidend ist.

Nach seiner Ankunft am Mars soll das Raumfahrzeug mehrere kleine Helikopter einsetzen, die auf der Technologie des Ingenuity-Demonstrators basieren. Gleichzeitig dient die Mission dazu, nukleare Systeme unter realen Bedingungen zu erproben und die Grundlage für zukünftige Langzeitmissionen im Sonnensystem zu schaffen.

......

Immer und immer wieder wurde die Kontaminationsproblematik als Argument gegen Nuklearantriebe aufgefuehrt -- international und auch hier in diesem Forum.

Anscheinend koennte eine 180grad Wende  im Mindset stattgefunden haben: Ueber die Ursachen und Beweggruende bin ich sehr gespannt. Bislang setzt keine Raumfahrtnation diese Technologie auch nur im Labormassstab ein -- Stichwort: Tabubruch.
Wiedereintritt des Orion-Raumschiffs am Ende der Artemis-2 Mission: ich bin sehr gespannt und hoffe, dass alles gut geht. In ein paar Wochen wissen wir mehr.

Das neue Pad-2 in Starbase muss erstmal seine Tauglichkeit beweisen. Vielleicht sind Nachbesserungen nötig

Offline radi

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #878 am: Heute um 09:43:49 »
Dabei geht es aber um Nuclear electric propulsion in dieser Mission, nicht um eine Technologie in der direkt radioaktives Material ausgestoßen wird. Nicht etwa die Verwendung wie es z.b. Nerva vorsah. Es gibt natürlich immernoch das Risiko, dass nukleares Material austreten kann, bei einem Unfall etwa, aber es ist nicht teil des Designs.

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #879 am: Heute um 10:14:09 »
Dabei geht es aber um Nuclear electric propulsion in dieser Mission, nicht um eine Technologie in der direkt radioaktives Material ausgestoßen wird. Nicht etwa die Verwendung wie es z.b. Nerva vorsah. Es gibt natürlich immernoch das Risiko, dass nukleares Material austreten kann, bei einem Unfall etwa, aber es ist nicht teil des Designs.

Unfallmoeglichkeiten:
1.) Fehlstart: da hat der Reaktor noch nicht "gezuendet" ---> keine Spaltprodukte (U/Pu ist eher harmlos in der globalen Verduennung)
2.) ungewollter Deorbit ----> Spaltprodukte reichlich vorhanden  (koennte bei potentiell belebten Himmelskoerpern -- wie Mars, Europa, Encelladus, Titan -- ein schwerwiegendes ethisches Problem sein)

btw.: Sehe ich das richtig: "Nuclear electric propulsion" = Nukleare Stromerzeugung und mit dem dadurch gewonnenem Strom dann Arcjet Propulsion oder Ionenantrieb?
Wiedereintritt des Orion-Raumschiffs am Ende der Artemis-2 Mission: ich bin sehr gespannt und hoffe, dass alles gut geht. In ein paar Wochen wissen wir mehr.

Das neue Pad-2 in Starbase muss erstmal seine Tauglichkeit beweisen. Vielleicht sind Nachbesserungen nötig

Online Mojschele

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #880 am: Heute um 11:22:48 »
btw.: Sehe ich das richtig: "Nuclear electric propulsion" = Nukleare Stromerzeugung und mit dem dadurch gewonnenem Strom dann Arcjet Propulsion oder Ionenantrieb?
Ja, laut NASA:
Das Raumschiff nutzt einen etwa 20–25 Kilowatt starken Kernreaktor, der mit angereichertem Uran (High-Assay Low-Enriched Uranium und Uranium Dioxide) betrieben wird.

Die Energie des Reaktors wird dann für den Antrieb und die Stromversorgung genutzt, allerdings ist die NASA so begeistert davon endlich einen Kernreaktor im Weltraum zu nutzen das nirgendwo steht welcher Antrieb damit betrieben werden soll (zumindest nicht für die Suchmaschinen auffindbar...).

Ionenantrieb wird doch eher zu schubschwach sein für das ganze Vehikel, oder? Ich würde ja auf ein TLB (thermisches Lichtbogentriebwerk vlg. Arcjet propulsion) tippen oder sind die MPD-Antriebe schon so weit entwickelt das man sie zu einem Marsflug hernimmt bzw. die brauchen doch auch deutlich mehr als die oben erwähnten 20kW? Der VASIMR z.B. braucht eher was im MW Bereich wenn ich das richtig im Kopf hab.