Elon Musk

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Re: Elon Musk
« Antwort #175 am: Heute um 17:10:37 »
Mit der Gleichung Musk=Mars kommt man der Wahrheit etwas naeher.

Seit den 1970ern wird fieberhaft nach Leben gesucht -- weder antikes noch zeitgenoessisches Leben wurde gefunden. Durch die hohe Perchlorat-Konzentration im Marsboden ist auch keines zu erwarten.

Eine Station auf dem Mars ist somit gar nicht so erstrebenswert (der Mond ist -- nach derzeitigem Wissen -- nicht viel lebensfeindlicher als der Mars).

Auch Scobel ist kritisch zu betrachten: die Welt wird eher immer einfacher: intuitive Programmierumgebungen, grosse Librarys in Java und C, grosse FEM-Tools, generative AI, grosse Auswahl an Triebwerken -- ist doch einfacher als damals eine Vanguard auf einer PDP mit Assembler durchzurechnen (in den 1950/60ern hatte man vielfach auf Fortran wegen des hohen RAM-Verbrauches verzichten muessen.). Alles war damals zu Urzeiten der NASA viel viel schwieriger.

Schwieriger wird es nur mit jedem Evolutionssprung: vom Baum klettern ---> Hoehle ---> Hoehlenmalerei ---> Feuer ----> Haus ---> Stadt. Der letzte Evolutionsschritt fand etwa im Jahr -2500 statt. Der naechste Evolutionssprung: Erde ---> Raumstation ---> Station auf Himmelskoerper ---> Stadt auf Himmelskoerper. Letzteres findet vielleicht in 100 Jahren, vielleicht nie statt. EM wird dies definitiv nicht erleben (ihm wird vielleicht in 100 Jahren gedacht -- entweder positiv (hat die Basis fuer ein schoenes Leben auf X bereitet) oder negativ (hat die Basis fuer ein grauenhaftes Leben auf X bereitet).).

Ich bin so frech, Elon zu kritisieren: nicht nach landschaftlicher Schoenheit suchen (die Bilder vom Mars aehneln der Namib oder der Kalahari, Elon's Heimat), sondern nach Bodenschaetzen. Der wichtigste Bodenschatz im Weltraum ist Wassereis -- Ziele damit Asteroiden, Phobos/Daimos, Ceres, Erdmond. Letzterere 2 haben eine zu hohe Gravitation als Space-Tankstelle. Der Mars ist da ganz aussen vor. Wenn Elon's Ziel falsch ist, dann kann sein Weg nicht richtig sein. Richtiger Weg: Hayabusa-1/2, Tianwen-2, MMX.

Nur egal: ob falscher Weg oder richtiger Weg -- wer sich nicht bewegt kommt gar nirgendwo hin. Elon bewegt wenigstens etwas im 21. Jahrhundert, damit es nicht zum Sofa-Jahrhundert wird.
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Elon Musk
« Antwort #176 am: Heute um 19:39:57 »
Der Mars ist da ganz aussen vor. Wenn Elon's Ziel falsch ist, dann kann sein Weg nicht richtig sein. Richtiger Weg: Hayabusa-1/2, Tianwen-2, MMX.

Ich kann den Mars als Elons Ziel schon nachvollziehen:

Der Mars ist der erdähnlichste Planet, den man besiedeln könnte. Menschen sind für längeren Aufenthalt unter Mikrogravitation einfach nicht geeignet: wenn man einen anderen Himmelskörper besiedeln will, dann Mars. Dort gibt es auch genügend Wasser.
Das Gravitationsproblem darf man nicht unterschätzen: weit mehr als Muskel und Knochen. Und wer will sich auf dem Mond oder Asteroiden dauerhaft in eine Zentrifuge setzen?

Venus: Gravitation o.k. aber Druck und Temperatur derzeit unlösbar, kaum Wasser.
Mond, Kleinplaneten und Asteroiden: z.T. viel zu niedrige Gravitation, Klimabedingungen schwierig, Wasser?.
Große Monde der Gasplaneten: genug Wasser aber zu weit weg, z.T. zu hohe Strahlung.

Derzeit ist halt nur der Mond gut erreichbar und wird deshalb wohl als erster langzeitbesiedelt sein. Für eine hohe Bevölkerung ist er aber ungeeignet.

Musks Ziel ist es ja ein Backup zu haben, falls die Menschheit auf der Erde ernsthaft gefährdet ist.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (David Hilbert, deutscher Mathematiker 1862-1943)

Offline trallala

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Re: Elon Musk
« Antwort #177 am: Heute um 20:25:09 »
[...] Und wer will sich auf dem Mond oder Asteroiden dauerhaft in eine Zentrifuge setzen?[...]
Meines Wissens ist noch nicht klar, ob die Gravitation auf dem Mond reicht, um die negativen Effekte der Schwerelosigkeit zu eliminieren. Reicht 1/6g, damit das Blut nicht in den Kopf steigt? Reichen die Erschütterungen und Anstrengungen für Knochen und Muskeln? Reichen die 1/3g auf dem Mars? Das wird noch ein spannendes Forschungsfeld.