Umfrage

Wie viele Starship Starts wird es im Jahr 2030 geben?

Unter 50
13 (31%)
50 - 100
7 (16.7%)
100 - 200
9 (21.4%)
200 - 500
12 (28.6%)
500 - 750
1 (2.4%)
Über 1000
0 (0%)

Stimmen insgesamt: 42

Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)

  • 4179 Antworten
  • 1175818 Aufrufe

Offline Mojschele

  • ****
  • 411
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4175 am: Heute um 09:48:02 »
Ist zwar OT aber das mit dem Mars nehme ich dem EM nicht mehr ab. Entweder er wartet noch tianwen-3, MMX und Rosalind Franklin ab, um dann ein eigenes Klein-Projekt (unbemannt) (aus der Portokasse) zum Mars zu starten oder das mit dem Mars ist reines Marketing, um idealistische Investoren zur Finanzierung von Starship zu bekommen.
Da nehme ich EM ausnahmsweise mal in Schutz - mit seinen Marsplänen verschreckt er eher Investoren als dass er sie gewinnt. Grund: Es gibt kein realistische Geschäftsmodell für eine Marskolonie. So eine Kolonie wirft keinen Gewinn ab - was sollen die dort produzieren das man gewinnbringend verkaufen könnte??
Er ist persönlich daran interessiert - ob immer noch so stark wie vor 5 oder 10 Jahren kann ich allerdings nicht beurteilen.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4176 am: Heute um 10:44:46 »
Ein Geschaeftsmodell fuer eine Marskolonie ist vor tianwen-3 und MMX eher SciFi. Sollten wertvolle Erze/Metalle beim Sample-Return von Mars oder Phobos gefunden werden, dann koennte schnell ein Business-Case erstellt werden.

Beim Mond sind wir (leider) deutlich weiter: ausser He3 gibt's dort nichts, was es in aehnlicher Konzentration auch auf der Erde gibt. Der Mond als Ziel ist somit nur zum Ueben fuer kuenftige Missionen zum Mars und zu anderen Himmelskoerpern im Sonnensystem nuetzlich.
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Offline FlyRider

  • *****
  • 1512
    • Mein Makerspace
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4177 am: Heute um 11:23:34 »
Ein Geschaeftsmodell fuer eine Marskolonie ist vor tianwen-3 und MMX eher SciFi. Sollten wertvolle Erze/Metalle beim Sample-Return von Mars oder Phobos gefunden werden, dann koennte schnell ein Business-Case erstellt werden.

Mit fällt ehrlich gesagt kein Rohstoff ein, der auch nur ansatzweise dazu geeignet wäre, aus einem Abbau am Mars ein Geschäftsmodell zu machen.

Mit einer Marskkolonie Geld verdienen zu wollen ist pure Fantasie, heute und auch in 50 Jahren noch. Selbst wenn der Transport gar nichts mehr kosten sollte, allein der Betrieb einer Station auf dem Mars ist so teuer, dass sich das niemals rechnen wird. Ess sei denn, die 10 reichsten Menschen der Welt wollen dort gemeinsam ihre Kohle raushauen ... dann müssten sich aber EM und Jeff eine Station teilen  ;D

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4178 am: Heute um 11:36:01 »
Ein Geschaeftsmodell fuer eine Marskolonie ist vor tianwen-3 und MMX eher SciFi. Sollten wertvolle Erze/Metalle beim Sample-Return von Mars oder Phobos gefunden werden, dann koennte schnell ein Business-Case erstellt werden.

Mit fällt ehrlich gesagt kein Rohstoff ein, der auch nur ansatzweise dazu geeignet wäre, aus einem Abbau am Mars ein Geschäftsmodell zu machen.
....

Ich meine Metalle der Platingruppe -- zumeist vergesellschaftet mit Eisen. Ob diese auf Mars oder Phobos in hoeherer Konzentration als auf der Erde vorhanden sein sollten, ist unbekannt, aber (noch) nicht voellig unwahrscheinlich.
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4179 am: Heute um 14:19:45 »
Ein Geschaeftsmodell fuer eine Marskolonie ist vor tianwen-3 und MMX eher SciFi. Sollten wertvolle Erze/Metalle beim Sample-Return von Mars oder Phobos gefunden werden, dann koennte schnell ein Business-Case erstellt werden.

Mit fällt ehrlich gesagt kein Rohstoff ein, der auch nur ansatzweise dazu geeignet wäre, aus einem Abbau am Mars ein Geschäftsmodell zu machen.
....

Ich meine Metalle der Platingruppe -- zumeist vergesellschaftet mit Eisen. Ob diese auf Mars oder Phobos in hoeherer Konzentration als auf der Erde vorhanden sein sollten, ist unbekannt, aber (noch) nicht voellig unwahrscheinlich.
Wir müssen meiner Meinung nach drei Fälle auseinanderhalten:

1. Abbau zur Lieferung auf die Erde:
Sehr, sehr begrenzt. Helium-3 braucht heute noch niemand in größeren Mengen; mal sehen ob jemals. Damit sich Gold, Platin usw. über ein paar Kleinmissionen hinaus lohnen, müsste eine größere Menge gefördert werden, im zig-Tonnen-Maßstab, was dann direkt den Markt kaputt macht.

Das hat schon Jules Verne in "Die Jagd nach dem Meteor" 1901 richtig erkannt, wo die Weltwirtschaft schon durch die Ankündigung eines Goldmeteors ins Chaos gestürzt wird. In "Ein Stern fiel vom Himmel" von Hans Dominik, 1934, das ich kürzlich nochmals gelesen habe, wird das Problem dadurch gelöst, dass Deutschland sich heimlich große Mengen Gold von einem abgestürtzen Meteor verschafft, den Rest vernichtet, und das dann ganz langsam auf den Markt bringt, um die Staatsschulden abzuzahlen.

2. Abbau für Treibstoffgewinnung vor Ort: Das kommt wahrscheinlich zuerst, vor allem Wasser.

3. Abbau für Rohstoffe, die im All verwendet werden. Eisen, Mangan, vor allem Titan. Für eine wachsende Weltall-Industrie, ob im Erdorbit, auf dem Mond oder Mars, können wir nicht immer weiter Material von der Erde raufschicken, nicht einmal wenn die Preise nochmal um zwei Zehnerpotenzen fallen.

Für 2 und 3 jetzt schon mal die Technologien zu entwickeln ist kritisch, wenn man dann, wenn es soweit ist, nicht im Hintertreffen sein will.
Aber irgendein Geschäftsmodell für größeren Abbau zur Lieferung zur Erde, erst recht von Mars, ist meiner Einschätzung nach völlig illusorisch. Marskolonisten können sich nicht, wie einst mit Biberfellen, Tabak und Baumwolle, den Nachschub bezahlen lassen. Abbau dort und auf dem Mond dient eigenen Zecken, um wenigstens etwas unabhängig zu werden.

Und um die Kurve zum Thema zu bekommen: Im Unterschied zu Starlink, Starmind usw. ist die Marskolonisierung eben kein Geschäftsmodell. Die Entwicklung von Starship mag neue Geschäftsfelder versprechen, aber das Primärziel sind, ganz platt, ewiger Ruhm und interplanetare Menschheit.
Mehr Δv, weniger Drama. Mich überzeugen Daten, nicht Lager.