Ein Geschaeftsmodell fuer eine Marskolonie ist vor tianwen-3 und MMX eher SciFi. Sollten wertvolle Erze/Metalle beim Sample-Return von Mars oder Phobos gefunden werden, dann koennte schnell ein Business-Case erstellt werden.
Mit fällt ehrlich gesagt kein Rohstoff ein, der auch nur ansatzweise dazu geeignet wäre, aus einem Abbau am Mars ein Geschäftsmodell zu machen.
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Ich meine Metalle der Platingruppe -- zumeist vergesellschaftet mit Eisen. Ob diese auf Mars oder Phobos in hoeherer Konzentration als auf der Erde vorhanden sein sollten, ist unbekannt, aber (noch) nicht voellig unwahrscheinlich.
Wir müssen meiner Meinung nach drei Fälle auseinanderhalten:
1. Abbau zur Lieferung auf die Erde:
Sehr, sehr begrenzt. Helium-3 braucht heute noch niemand in größeren Mengen; mal sehen ob jemals. Damit sich Gold, Platin usw. über ein paar Kleinmissionen hinaus lohnen, müsste eine größere Menge gefördert werden, im zig-Tonnen-Maßstab, was dann direkt den Markt kaputt macht.
Das hat schon Jules Verne in "Die Jagd nach dem Meteor" 1901 richtig erkannt, wo die Weltwirtschaft schon durch die Ankündigung eines Goldmeteors ins Chaos gestürzt wird. In "Ein Stern fiel vom Himmel" von Hans Dominik, 1934, das ich kürzlich nochmals gelesen habe, wird das Problem dadurch gelöst, dass Deutschland sich heimlich große Mengen Gold von einem abgestürtzen Meteor verschafft, den Rest vernichtet, und das dann ganz langsam auf den Markt bringt, um die Staatsschulden abzuzahlen.
2. Abbau für Treibstoffgewinnung vor Ort: Das kommt wahrscheinlich zuerst, vor allem Wasser.
3. Abbau für Rohstoffe, die im All verwendet werden. Eisen, Mangan, vor allem Titan. Für eine wachsende Weltall-Industrie, ob im Erdorbit, auf dem Mond oder Mars, können wir nicht immer weiter Material von der Erde raufschicken, nicht einmal wenn die Preise nochmal um zwei Zehnerpotenzen fallen.
Für 2 und 3 jetzt schon mal die Technologien zu entwickeln ist kritisch, wenn man dann, wenn es soweit ist, nicht im Hintertreffen sein will.
Aber irgendein Geschäftsmodell für größeren Abbau zur Lieferung zur Erde, erst recht von Mars, ist meiner Einschätzung nach völlig illusorisch. Marskolonisten können sich nicht, wie einst mit Biberfellen, Tabak und Baumwolle, den Nachschub bezahlen lassen. Abbau dort und auf dem Mond dient eigenen Zecken, um wenigstens etwas unabhängig zu werden.
Und um die Kurve zum Thema zu bekommen: Im Unterschied zu Starlink, Starmind usw. ist die Marskolonisierung eben kein Geschäftsmodell. Die Entwicklung von Starship mag neue Geschäftsfelder versprechen, aber das Primärziel sind, ganz platt, ewiger Ruhm und interplanetare Menschheit.