Blue Origin vs SpaceX

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Offline Mojschele

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #525 am: 16. April 2026, 12:58:59 »
Glücklicherweise ist BO endlich doch noch aus den Löchern gekommen und hat sogar einen recht fulminanten Start hingelegt. Doch zumindest vorläufig hecheln sie noch weit abgeschlagen hinter SX her.
Ich find deine Begeisterung für's Starship ja nachvollziehbar, allerdings möchte ich auf die 2  4 folgenden Punkte eingehen:

ad 5.) Es gibt momentan keine Leistungsfähigkeit von Starship - bislang wurden eine Banana und einige 100kg Stellitendummies nach oben gebracht. Das hat die NG auch schon erreicht... naja, zugegeben die Banane nicht. Dafür aber richtiger Orbit.

ad 7.) New Shepard brauchst nicht zählen, wurde ja von BO schon eingestellt und hat außer die propulsive Landung keinen Erkenntnisgewinn. Beim Thema Lebenserhaltung im Weltraum kann BO praktisch nix vorweisen.

ad 6.) Bezüglich Mond, da scheint - zumindest von außen betrachtet - BO tatsächlich breiter aufgestellt zu sein. Transporter (BO's Variante eines Tankers), Unbemannte Lander, bemannte Lander, Mondinfrastruktur. Wenn BO seine Starkfrequenz schnell erhöhen kann, bleiben sie für diese ganzen Pläne recht gut im Nicht-Rennen  ;D

ad 10.) bis dahin wird sich vielleicht schon abzeichnen ob es sich überhaupt lohnt für die geplante "Starship-Klasse" zu planen. Wenn das SS/HB-System wie erhofft funktioniert, hat EM wieder einen 10-15 Jahre Vorsprung wie mit der Falcon herausgearbeitet. Wenn nicht, verbrennen die anderen kein Lehrgeld für den Versuch.

Vermutlich in wenigen Wochen wissen wir mehr, wenn die SS-V3 eventuell endlich  den Orbit schafft. Und den Wiedereintritt. Und dann die schnelle Wiederbenutzung. Und dann das auftanken. und und und. Unterm Strich ist keiner wirklich besonders weit gekommen auf dem Weg zum Mond. 2028 ist echt extrem sportlich!
« Letzte Änderung: 16. April 2026, 21:10:44 von Mojschele »

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #526 am: 16. April 2026, 14:03:58 »
Glücklicherweise ist BO endlich doch noch aus den Löchern gekommen und hat sogar einen recht fulminanten Start hingelegt. Doch zumindest vorläufig hecheln sie noch weit abgeschlagen hinter SX her.
Ich find deine Begeisterung für's Starship ja nachvollziehbar, allerdings möchte ich auf die 2 Punkte eingehen:



ad 6.) Bezüglich Mond, da scheint - zumindest von außen betrachtet - BO tatsächlich breiter aufgestellt zu sein. Transporter (BO's Variante eines Tankers), Unbemannte Lander, bemannte Lander, Mondinfrastruktur. Wenn BO seine Starkfrequenz schnell erhöhen kann, bleiben sie für diese ganzen Pläne recht gut im Nicht-Rennen  ;D


Vermutlich in wenigen Wochen wissen wir mehr, wenn die SS-V3 eventuell endlich  den Orbit schafft. Und den Wiedereintritt. Und dann die schnelle Wiederbenutzung. Und dann das auftanken. und und und. Unterm Strich ist keiner wirklich besonders weit gekommen auf dem Weg zum Mond. 2028 ist echt extrem sportlich!

SX "legte alle Eier in einen Korb" -- "all in" ins Starship. Das kann gutgehen, kann aber auch jetzt noch zu 10% Wahrscheinlichkeit schiefgehen. Das Starship ist Oberstufe, Raumschiff, Lander bemannt/unbemannt, Tanker, Mondbasis,... Starship/SH gemaess Anforderung kann fuer den Mond ALLES. Fuer den Mars ist noch ein Update faellig.

Typisch EM -- er ging ja schon damals mit der Falcon-1 "va banque" und hat's haarscharf ueberlebt.

Beim Orbitalflug (Flug-14?) geht's um alles oder nichts: Wenn V3 dann nicht liefern sollte, bleibt V4 noch als Hoffnung.
HLS und/oder BM-MK-2? Die Qualifikation um die Teilnahme an Artemis-III ist immer noch offen.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #527 am: 16. April 2026, 16:12:10 »
Ich sehe das Betanken im Orbit gar nicht als so ein großes Problem an, die Hardware dafür ist vergleichsweise einfach und braucht nicht viel Platz. Genauso die Landebeine für ein HLS.

Die viel größere Hürde beim Starship sehe ich eher in der Nutzlastverkleidung. Bisher haben sie nur den flachen Schlitz. Wenn sie wirklich größere Satelliten aussetzen wollen müssen sie es schaffen eine größere Klappe einzubauen. Wie sie das hinbekommen, sodass es die Hitze und strukturelle Belastung eines Wiedereintritts und Flip-Manövers aushält wird echt spannend.
Bis dahin sind sie begrenzt auf flache Satelliten.

Für voluminöse Nutzlasten wird hat es die New Glenn wesentlich leichter haben.

Ich halte es aber für extrem unwahrscheinlich dass das Starship-Programm fehlschlägt. Solange ihnen kein Ship auf die Fabrik fällt können sie davon fast unbegrenzt mehr bauen ohne das ihnen die Kosten den Rücken brechen, sonst würden sie nicht gleichzeitig 4 Startplätze und 2 Fabriken bauen.

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Offline Nitro

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #528 am: 16. April 2026, 16:45:01 »
Ich sehe das Betanken im Orbit gar nicht als so ein großes Problem an, die Hardware dafür ist vergleichsweise einfach und braucht nicht viel Platz.

Da wuerde ich wiedersprechen. Eine Betankung im Orbit, so wie sie geplant ist, ist wesentlich komplexer als man annehmen mag. Wir reden hier von kryogenen Treibstoffen, immensen Druecken und Mengen und das alles unter den Bedinungen der Schwerelosigkeit und voll automatisch. Transfer von Treibstoffen innerhalb einer Oberstufe zu den Triebwerken ist da zB auch nicht mit zu vergleichen. Da muessen alle Ventile perfekt arbeiten, das Druckverhaeltnis muss genau stimmen und und und. Der Rattenschwanz ist gross.

Genau wie vor Jahren noch die Landung von Erststufen, ist das ein ziemliches Neuland und wurde aus guten Grund nicht einmal in kleinem Masstab im Routinebetrieb irgendwo im All ausgefuehrt. Ja, auf der ISS mit ATV, Progress und co. Aber das sind ganz andere Bedinungen und immer mit menschlichem Eingreifen Vorort verbundem.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #529 am: 16. April 2026, 18:02:51 »
Die viel größere Hürde beim Starship sehe ich eher in der Nutzlastverkleidung.

Schauen wir doch mal, wie Rocket-Lab das macht.
Wenn das "hungry-hippo" funktioniert, kann man da vielleicht was draus lernen.

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Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #530 am: 16. April 2026, 18:26:25 »
Starship-V-3 muß "liefern" wenn SX bei Artemis-3 und -4 mit dabei sein will.
Um V-4 zu entwickeln brauchen sie sicher wieder 1-2 Jahre. Außerdem ist V-4 ganz massiv überdimensioniert für die ersten Flüge zum Mond, ist ja schon V-3 eigentlich zu groß dafür. Aber wie @Springpunkt schon schrieb, wird SX eben so lange weiterentwickeln, bis die Rakete (V-3 !) zufriedenstellend funktioniert.
BO wird es mit den Mondlandern natürlich genauso machen und deshalb wird Artemis generell früher oder später wie geplant über die Bühne gehen.

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #531 am: 16. April 2026, 18:56:15 »
Die viel größere Hürde beim Starship sehe ich eher in der Nutzlastverkleidung.

Schauen wir doch mal, wie Rocket-Lab das macht.
Wenn das "hungry-hippo" funktioniert, kann man da vielleicht was draus lernen.

Ja sowas ähnliches wird es wohl werden, allerdings muss die Neutron keine 25000 km/h aus dem Orbit und einen Flip aushalten... und ist auch wesentlich kleiner.

Einen 9 Meter breiten und 18 Meter langen Nasenkonus zu halbieren und nicht unter seinem eigenen Gewicht zusammenzufallen oder sich so zu verformen das er sich vor dem Wiedereintritt nicht mehr schließen kann halte ich für eine größere Ingenieursleistung als die Leitungen und Ventile für Orbitalen Treibstofftransfer. Präzise arbeitende Ventile die extremen Belastungen ausgesetzt sind, sind ja keine Seltenheit in der Raumfahrt und die Belastungen durch den Fluss von kryogenen Treibstoffen unter minimaler Beschleunigung sind nichts im Vergleich zu dem was die Ventile der Headertanks während eines Landeanflugs aushalten müssen.

Da bin ich also sehr zuversichtlich.

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Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #532 am: 16. April 2026, 19:24:11 »
Eine viel größere Frachtluke brauchen sie auch mal spätestens dann, wenn sie beim HLS den JAXA-Rover ausladen wollen (3,5 m x 6 m ?). Allerdings muß dieses anschließend nicht wieder auf der Erde landen.

Sie werden wohl eine Lösung finden, aber eine große technische Herausforderung ist es bestimmt, aber sicher nicht die einzige bei diesem Raketen-Programm.

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Offline alepu

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #533 am: Gestern um 23:38:19 »
Fundierte Analyse von Eric Berger darüber, daß sich SX, bisher der beste und zuverlässigste Partner der NASA, aus dieser Zusammenarbeit langsam zurückzieht.
Ja, sogar Artemis muss möglicherweise ohne das Starship auskommen. Dafür beginnt BO eine zunehmend größere Rolle zu spielen und entwickelt sich im Gegensatz zu SX zu einem verlässlichen und hochmotivierten Partner.

https://arstechnica.com/space/2026/10/spacex-no-longer-needs-nasa-and-thats-a-problem-for-americas-space-agency

Offline FlyRider

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Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #534 am: Heute um 08:59:52 »
Fundierte Analyse von Eric Berger darüber, daß sich SX, bisher der beste und zuverlässigste Partner der NASA, aus dieser Zusammenarbeit langsam zurückzieht.
Ja, sogar Artemis muss möglicherweise ohne das Starship auskommen. Dafür beginnt BO eine zunehmend größere Rolle zu spielen und entwickelt sich im Gegensatz zu SX zu einem verlässlichen und hochmotivierten Partner.

https://arstechnica.com/space/2026/10/spacex-no-longer-needs-nasa-and-thats-a-problem-for-americas-space-agency

Ich kann dem Eric Berger eigentlich nur in allen Punkten zustimmen.

Artemis interessiert Musk nicht, auch den Mars nehm ich ihm nicht mehr ab - vielleicht noch als Vision für irgendwann, aber nicht als Ziel, das konkret verfolgt wird.

Musk will die Kontrolle über die Welt vor morgen, oder zumindest Teile davon, im Wesentlichen zumindet mal Kommunikation und KI. Robotik wär sicher auch noch nett, aber da ist China schon etwas enteilt.

Schon heute kommt die Kohle von SpaceX vorwiegend aus KI Rechenleistung, die - weil terrestrisch - mit Raumfahrt gar nichts zu tun hat und Starlink, das halt irgendwie in den Orbit muss und somit Raketen braucht. Mit Raumfahrt selbst kann man kein Geld verdienen, zumindest nicht in der von Musk gewünschten Größenordnung.

SpaceX wird den Vertrag für Artemis schon erfüllen, denk ich mal  ???. Aber wirklich wichtig für Musk ist nur das Starship für Starlink und Starmind. Für BO ist die NASA aktuell noch ein sehr wichtiger Partner, aber auch das kann sich schnell ändern.

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #535 am: Heute um 09:35:27 »
SX ist ein Wirtschaftsunternehmen -- BO ist ein teures Hobby eines Unternehmers. Jeff betreibt BO wie Hopp einen Fußballverein. Beide wollen darin nur Geld stecken aber keinen Gewinn machen (Jeff und Hopp haben andere Geldquellen). Elon geht's -- ausser bei Neuralink -- nur ums Geld.

Bringt Artemis Profit, dann ist's gut, wenn nicht, dann steigt er, wie bei der Dragon, aus.
HLS und/oder BM-MK-2? Die Qualifikation um die Teilnahme an Artemis-III ist immer noch offen.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor