Blue Origin vs SpaceX

  • 532 Antworten
  • 136036 Aufrufe

Offline Mojschele

  • ****
  • 363
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #525 am: Gestern um 12:58:59 »
Glücklicherweise ist BO endlich doch noch aus den Löchern gekommen und hat sogar einen recht fulminanten Start hingelegt. Doch zumindest vorläufig hecheln sie noch weit abgeschlagen hinter SX her.
Ich find deine Begeisterung für's Starship ja nachvollziehbar, allerdings möchte ich auf die 2  4 folgenden Punkte eingehen:

ad 5.) Es gibt momentan keine Leistungsfähigkeit von Starship - bislang wurden eine Banana und einige 100kg Stellitendummies nach oben gebracht. Das hat die NG auch schon erreicht... naja, zugegeben die Banane nicht. Dafür aber richtiger Orbit.

ad 7.) New Shepard brauchst nicht zählen, wurde ja von BO schon eingestellt und hat außer die propulsive Landung keinen Erkenntnisgewinn. Beim Thema Lebenserhaltung im Weltraum kann BO praktisch nix vorweisen.

ad 6.) Bezüglich Mond, da scheint - zumindest von außen betrachtet - BO tatsächlich breiter aufgestellt zu sein. Transporter (BO's Variante eines Tankers), Unbemannte Lander, bemannte Lander, Mondinfrastruktur. Wenn BO seine Starkfrequenz schnell erhöhen kann, bleiben sie für diese ganzen Pläne recht gut im Nicht-Rennen  ;D

ad 10.) bis dahin wird sich vielleicht schon abzeichnen ob es sich überhaupt lohnt für die geplante "Starship-Klasse" zu planen. Wenn das SS/HB-System wie erhofft funktioniert, hat EM wieder einen 10-15 Jahre Vorsprung wie mit der Falcon herausgearbeitet. Wenn nicht, verbrennen die anderen kein Lehrgeld für den Versuch.

Vermutlich in wenigen Wochen wissen wir mehr, wenn die SS-V3 eventuell endlich  den Orbit schafft. Und den Wiedereintritt. Und dann die schnelle Wiederbenutzung. Und dann das auftanken. und und und. Unterm Strich ist keiner wirklich besonders weit gekommen auf dem Weg zum Mond. 2028 ist echt extrem sportlich!
« Letzte Änderung: Gestern um 21:10:44 von Mojschele »

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #526 am: Gestern um 14:03:58 »
Glücklicherweise ist BO endlich doch noch aus den Löchern gekommen und hat sogar einen recht fulminanten Start hingelegt. Doch zumindest vorläufig hecheln sie noch weit abgeschlagen hinter SX her.
Ich find deine Begeisterung für's Starship ja nachvollziehbar, allerdings möchte ich auf die 2 Punkte eingehen:



ad 6.) Bezüglich Mond, da scheint - zumindest von außen betrachtet - BO tatsächlich breiter aufgestellt zu sein. Transporter (BO's Variante eines Tankers), Unbemannte Lander, bemannte Lander, Mondinfrastruktur. Wenn BO seine Starkfrequenz schnell erhöhen kann, bleiben sie für diese ganzen Pläne recht gut im Nicht-Rennen  ;D


Vermutlich in wenigen Wochen wissen wir mehr, wenn die SS-V3 eventuell endlich  den Orbit schafft. Und den Wiedereintritt. Und dann die schnelle Wiederbenutzung. Und dann das auftanken. und und und. Unterm Strich ist keiner wirklich besonders weit gekommen auf dem Weg zum Mond. 2028 ist echt extrem sportlich!

SX "legte alle Eier in einen Korb" -- "all in" ins Starship. Das kann gutgehen, kann aber auch jetzt noch zu 10% Wahrscheinlichkeit schiefgehen. Das Starship ist Oberstufe, Raumschiff, Lander bemannt/unbemannt, Tanker, Mondbasis,... Starship/SH gemaess Anforderung kann fuer den Mond ALLES. Fuer den Mars ist noch ein Update faellig.

Typisch EM -- er ging ja schon damals mit der Falcon-1 "va banque" und hat's haarscharf ueberlebt.

Beim Orbitalflug (Flug-14?) geht's um alles oder nichts: Wenn V3 dann nicht liefern sollte, bleibt V4 noch als Hoffnung.
Starbase: Static-Fire B19. In wenigen Tagen wissen wir mehr. Vielleicht sind Nachbesserungen notwendig.

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #527 am: Gestern um 16:12:10 »
Ich sehe das Betanken im Orbit gar nicht als so ein großes Problem an, die Hardware dafür ist vergleichsweise einfach und braucht nicht viel Platz. Genauso die Landebeine für ein HLS.

Die viel größere Hürde beim Starship sehe ich eher in der Nutzlastverkleidung. Bisher haben sie nur den flachen Schlitz. Wenn sie wirklich größere Satelliten aussetzen wollen müssen sie es schaffen eine größere Klappe einzubauen. Wie sie das hinbekommen, sodass es die Hitze und strukturelle Belastung eines Wiedereintritts und Flip-Manövers aushält wird echt spannend.
Bis dahin sind sie begrenzt auf flache Satelliten.

Für voluminöse Nutzlasten wird hat es die New Glenn wesentlich leichter haben.

Ich halte es aber für extrem unwahrscheinlich dass das Starship-Programm fehlschlägt. Solange ihnen kein Ship auf die Fabrik fällt können sie davon fast unbegrenzt mehr bauen ohne das ihnen die Kosten den Rücken brechen, sonst würden sie nicht gleichzeitig 4 Startplätze und 2 Fabriken bauen.

*

Offline Nitro

  • Raumcon Moderator
  • *****
  • 7206
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #528 am: Gestern um 16:45:01 »
Ich sehe das Betanken im Orbit gar nicht als so ein großes Problem an, die Hardware dafür ist vergleichsweise einfach und braucht nicht viel Platz.

Da wuerde ich wiedersprechen. Eine Betankung im Orbit, so wie sie geplant ist, ist wesentlich komplexer als man annehmen mag. Wir reden hier von kryogenen Treibstoffen, immensen Druecken und Mengen und das alles unter den Bedinungen der Schwerelosigkeit und voll automatisch. Transfer von Treibstoffen innerhalb einer Oberstufe zu den Triebwerken ist da zB auch nicht mit zu vergleichen. Da muessen alle Ventile perfekt arbeiten, das Druckverhaeltnis muss genau stimmen und und und. Der Rattenschwanz ist gross.

Genau wie vor Jahren noch die Landung von Erststufen, ist das ein ziemliches Neuland und wurde aus guten Grund nicht einmal in kleinem Masstab im Routinebetrieb irgendwo im All ausgefuehrt. Ja, auf der ISS mit ATV, Progress und co. Aber das sind ganz andere Bedinungen und immer mit menschlichem Eingreifen Vorort verbundem.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #529 am: Gestern um 18:02:51 »
Die viel größere Hürde beim Starship sehe ich eher in der Nutzlastverkleidung.

Schauen wir doch mal, wie Rocket-Lab das macht.
Wenn das "hungry-hippo" funktioniert, kann man da vielleicht was draus lernen.

*

Offline alepu

  • *****
  • 13458
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #530 am: Gestern um 18:26:25 »
Starship-V-3 muß "liefern" wenn SX bei Artemis-3 und -4 mit dabei sein will.
Um V-4 zu entwickeln brauchen sie sicher wieder 1-2 Jahre. Außerdem ist V-4 ganz massiv überdimensioniert für die ersten Flüge zum Mond, ist ja schon V-3 eigentlich zu groß dafür. Aber wie @Springpunkt schon schrieb, wird SX eben so lange weiterentwickeln, bis die Rakete (V-3 !) zufriedenstellend funktioniert.
BO wird es mit den Mondlandern natürlich genauso machen und deshalb wird Artemis generell früher oder später wie geplant über die Bühne gehen.

Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #531 am: Gestern um 18:56:15 »
Die viel größere Hürde beim Starship sehe ich eher in der Nutzlastverkleidung.

Schauen wir doch mal, wie Rocket-Lab das macht.
Wenn das "hungry-hippo" funktioniert, kann man da vielleicht was draus lernen.

Ja sowas ähnliches wird es wohl werden, allerdings muss die Neutron keine 25000 km/h aus dem Orbit und einen Flip aushalten... und ist auch wesentlich kleiner.

Einen 9 Meter breiten und 18 Meter langen Nasenkonus zu halbieren und nicht unter seinem eigenen Gewicht zusammenzufallen oder sich so zu verformen das er sich vor dem Wiedereintritt nicht mehr schließen kann halte ich für eine größere Ingenieursleistung als die Leitungen und Ventile für Orbitalen Treibstofftransfer. Präzise arbeitende Ventile die extremen Belastungen ausgesetzt sind, sind ja keine Seltenheit in der Raumfahrt und die Belastungen durch den Fluss von kryogenen Treibstoffen unter minimaler Beschleunigung sind nichts im Vergleich zu dem was die Ventile der Headertanks während eines Landeanflugs aushalten müssen.

Da bin ich also sehr zuversichtlich.

*

Offline alepu

  • *****
  • 13458
Re: Blue Origin vs SpaceX
« Antwort #532 am: Gestern um 19:24:11 »
Eine viel größere Frachtluke brauchen sie auch mal spätestens dann, wenn sie beim HLS den JAXA-Rover ausladen wollen (3,5 m x 6 m ?). Allerdings muß dieses anschließend nicht wieder auf der Erde landen.

Sie werden wohl eine Lösung finden, aber eine große technische Herausforderung ist es bestimmt, aber sicher nicht die einzige bei diesem Raketen-Programm.