Ich poste das hier mal, da es um Texas und Standort Starbase TX geht.
Morgen sind die Midterm-Wahlen und täglich sehen die Prognosen besser für die Demokraten aus, sowohl Mehrheit im Senat wie Repräsentantenhaus. Selbst ein Senator aus Texas wird wahrscheinlich, das gab es seit 1988(!) nicht mehr.
Weniger bekannt ist, dass in Texas auch Gouverneurs- und Regierungswahlen sind. Dem amtierenden republikanischen Gouverneur Greg Abbott, seit 2015, steht die Demokratin Gina Hinojosa entgegen. Texas ist seit Jahrzehnten fest in republikanischer Hand, aber nun scheint es knapper zu werden als es zu erwarten war.
Noch sehen die Prognosen Abbott vorne, Polling Forecast sagt Stand heute:
Abbott: 50,8 %
Hinojosa: 48,2 %
Abbott hat die Expansion von SpaceX und der texanischen Raumfahrtindustrie aktiv unterstützt. Er hat 2023 die Texas Space Commission gegründet und versucht, Texas als Standort für die geplante United States Space Academy zu etablieren.
Hinojosa stellt dagegen vor allem die privilegierte Behandlung von Elon Musk und SpaceX, öffentliche Fördermittel und die Missachtung der Interessen der Bevölkerung vor Ort infrage.
Hinojosa hat Abbott verklagt, um Einsicht in dessen Kommunikation mit Musk zu erhalten. Sie möchte klären, welche Absprachen es gegeben hat. Hintergrund ist, dass Musk Abbotts Wiederwahlkampagne mit 5.5 Mill. $ unterstützt hat; dies sei eine zu enge Verbindung zwischen Politik und Großunternehmen.
Auch die Ausrichtung der Texas Space Commission könnte sich verändern. Eine neue Gouverneurin hätte Einfluss auf die Besetzung und die politische Ausrichtung.
Hinojosa steht für stärkere Kontrolle staatlicher Fördermittel, mehr Gewicht für kommunale Interessen und eine kritischere Prüfung von SpaceX-Projekten. Ich sehe ihre Bedenken als durchaus berechtigt an.
Es wäre aber falsch, aus ihrer Kritik an SpaceX und Abbot eine generelle Ablehnung der Raumfahrt abzuleiten. Hinojosa ist nicht grundsätzlich negativ zu Raumfahrt und SpaceX eingestellt. Ihre Kritik richtet sich mehr gegen die Art, wie Abbott wirtschaftliche Großprojekte unterstützt und dabei die Interessen von Musk und SpaceX bevorzugt.
Konkret Starbase:
Es gibt ja Überlegungen, rund 526 Hektar des Boca Chica State Park an SpaceX zu verkaufen, das ist rund um die Startanlage, und damit für den öffentlichen Zugang zum Strand sowie für Naturschutz relevant.
Hinojosa lehnt eine solche Übertragung an SpaceX ab. Sie bezeichnete die Strände als öffentliches Eigentum - das steht so übrigens in der texanischen Verfassung.
Abbott erklärte nur, er kenne die Einzelheiten des möglichen Verkaufs nicht und könne sich deshalb nicht dazu positionieren. Allerdings wurde das Thema von der Tagesordnung der Kommssion am 5. 11. gestrichen; es wird gemunkelt, damit im Vorfeld keine Negativschlagzeilen auftauchen.
Was würde ein Wahlsieg Hinojosas für Starbase bedeuten?
Erstmal keinen unmittelbarem Einfluss oder Behinderung der SpaceX-Aktivitäten.
Viele Genehmigungen, Starts und Umweltprüfungen, liegen bei Bundesbehörden.
Texas kontrolliert aber Grundstücke, Wasserrechte, Straßen und Infrastruktur. Hier könnte sie durchaus andere Prioritäten setzen und die agressive Expansion eindämmen.
Könnte ggf. erklären, warum SpaceX in den letzten Monaten und vor allem Wochen so extrem Land kauft und Bauvorhaben vorantreibt: um prophylaktisch Fakten zu schaffen?
(Louisiana hingegen geht sicher klar an die Republikaner, und der Gouverneur wird dort erst Ende 2027 gewählt. Wäre aus Musks Sicht sicher sinnvoll, bis dahin dort viele schöne neue Arbeitsplätze zu schaffen und ein paar Milliarden reinzupumpen...)