Raumcon

Astronomie => Deep Sky => Thema gestartet von: H.J.Kemm am 14. November 2005, 12:31:08

Titel: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 14. November 2005, 12:31:08
Moin,

diese Info ging zwar schon vor einer Woche durch die Ticker, aber ich möchte sie noch einmal aufgreifen.

Wieder ein Superfoto von Spitzer:

(https://images.raumfahrer.net/up010531.jpg)

Diese Region ist im Sternbild CASSIOPEIA, ~ 7.000 Lj.

Auf dieser Aufnahme vom SPITZER-Weltraumteleskop der NASA sieht man die Geburtsklinik für Sterne.

Die Säulen bestehen aus kaltem Staub und Gas, sie sind entstanden durch Druckstrahlung von benachbarten Sternen und in ihnen entstehen neue Sterne.



Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 25. April 2006, 01:34:09
Moin,

Zitat:

Garching - Das Weltraumteleskop "Hubble" hat ein spektakuläres Bild der Galaxie M82 im Sternbild Großer Bär geschossen, in der zahllose junge Sterne entstehen. Die "Geburtenrate" in diesem kosmischen Kreißsaal liegt bis zu zehn Mal über derjenigen unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, wie das europäische "Hubble"-Zentrum am Montag in Garching bei München berichtete. Es hatte die Aufnahme, das bislang schärfste Weitwinkelbild der Galaxie M82, zum 16. Jahrestag des "Hubble"-Starts vom 24. April 1990 veröffentlicht.

Auf dem aus sechs Einzelaufnahmen zusammengesetzten Foto leuchten den Angaben zufolge nicht nur ungezählte junge Sonnen, die sich meist dutzendweise versammelt haben, sondern auch hoch aufragende heiße Wasserstoff-Gasschwaden, die von den frisch entstandenen Sternen ins All geblasen werden. Die rasante Rate der Sternentstehung werde vermutlich in den nächsten zehn Millionen Jahren zum Erliegen kommen, da der zwölf Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie mit der Zeit der Sternenrohstoff ausgehen werde.


Aus: derStandard.at vom 25.04.2006


(https://images.raumfahrer.net/up010532.jpg)

Foto: Hubble


Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rolli am 25. April 2006, 08:30:01
Fantastische Aufnahme!

Ist eigentlich der Entscheid, KEINE Wartunsmission mehr mit dem Shuttle zum "Hubble" durchzuführen absolut endgültig, oder gibt es noch einen Hoffnungsschimmer?
 [smiley=undecided.gif]
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 25. April 2006, 09:32:43
Moin Rolli,

ich hatte vor kurzem gelesen, dass *Hubble* doch noch gewartet werden soll.

Wenn ich den Artikel finde, bringe ich ihn hier rein.


Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rolli am 25. April 2006, 11:52:42
Na dann hoffen wir doch noch mal weiter.

Hier noch ein paar Bilder aus dem net gefischt:

http://www.blue-cosmos.de/galerie/galerie.html

 ::)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 26. April 2006, 19:35:22
Moin,


zur Frage von Rolli:

Nach den Worten von Griffin sollen die Space Shuttle in den kommenden dreieinhalb Jahren 16 Mal fliegen und den Ausbau der Internationalen Raumstation ISS abschließen. Mit einem weiteren Shuttle-Flug wird das alternde Weltraumteleskop *Hubble* in Stand gesetzt. Batterien und Stabilisatoren müssen am *Hubble* ausgewechselt werden, damit das Weltraumteleskop nicht außer Kontrolle gerät.

Das ist die Aussage von NASA-Chef M. Griffin vom Dienstag vor einem Senatsausschuss in Washington.


Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rolli am 26. April 2006, 19:49:23
Hi Jerry

na das sind doch sehr gute Nachrichten
 [smiley=thumbsup.gif]
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 30. Juni 2006, 05:40:12
Moin,

Ausgangspunkt für die Sternentstehung ist eine Gaswolke, die überwiegend aus Wasserstoff besteht, und die aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert.

Wissenschaftler vom IRAM, Grenoble und MPIfR, Bonn haben eine neue Karte von unserer großen Nachbargalaxis *M 31* (Andromeda) erstellt, die eine detaillierte Verteilung von Sternentstehungsgebieten zeigt.

Ein ausführlicher Bericht ist hier zu lesen >>>>> (http://www.planet-smilies.de/a_smilies/schreib_1.gif) (http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2006/pressemitteilung200606281/index.html)



Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 30. Juni 2006, 18:14:00
Moin,

hier einige Aufnahmen vom *Hubble*-Weltraumteleskop von Sternentstehungsgebieten. Typisch dabei die *Pillars of Creation* (Säulen der Schöpfung).

(https://images.raumfahrer.net/up038295.jpg)



(https://images.raumfahrer.net/up010534.jpg)



(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/45/Orion-nebula_central.jpg/556px-Orion-nebula_central.jpg)



(https://images.raumfahrer.net/up010533.jpg)


(https://images.raumfahrer.net/up010531.jpg)
Diese Aufnahme ist vom *Spitzer-Weltraumteleskop

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 30. Juni 2006, 18:27:11
Moin,

in Ergänzung zum Beitrag # 6 sollte dieser Beitrag noch mit einbezogen werden (alte ESA-Information)


 Der Andromeda-Nebel, eine Spiralgalaxie, ist mit einer Entfernung von etwa 2,4 Millionen Lichtjahren der nächste große Nachbar der Milchstraße. Er zeigt ein beeindruckendes spiralförmiges Muster von Sternen und Staubstreifen. Die Geburt dieser Sterne zu verstehen, ist ein wichtiges Forschungsgebiet der modernen Astronomie.

In gasreichen Galaxien bilden sich immer wieder neue Sterne. Heute weiß man, daß die Sterne im Inneren von relativ dichten Wolken aus Wasserstoff-Molekülen entstehen, aber man kennt nur wenige Einzelheiten, wie das geschieht. Deshalb untersucht man in der Radioastronomie vorzugsweise solche Wolken, die sich auf Fotoplatten als dunkle Stellen vor dem hellen Hintergrund der Sterne abzeichnen. Die Absorption des Lichts ist in diesem Zusammenhang nur ein Nebeneffekt, der durch den Staub entsteht, der mit dem Gas gemischt ist.

Leider ist der größte Anteil dieser Wolken, der Wasserstoff, so gut wie unsichtbar, und auch der enthaltene Staub ist schwer zu messen. Insbesondere ist nicht klar, in welchem Verhältnis Staub und Gas in den Wolken enthalten sind. Deshalb wird als Indikator für den Wasserstoff eine Emissionslinie des viel selteneren Kohlenmonoxid-Moleküls (CO) beobachtet. Diese Linie wird von den CO-Molekülen bei einer Frequenz von 115 Ghz direkt abgestrahlt (das entspricht einer Wellenlänge von 2,6 mm). Die Häufigkeit des CO beträgt zwar nur etwa ein Zehntausendstel der des Wasserstoffs, aber dennoch ist diese Strahlung relativ stark und daher gut zu beobachten. Darüber hinaus sind beide Molekülanteile sehr gut gemischt. Daher kann man von den gemessenen Eigenschaften des Kohlenmonoxids auf die des nicht sichtbaren Wasserstoffs schließen. Wirklich gesichert ist dieser Zusammenhang bisher allerdings nur für einige wenige Gebiete in unserer Milchstraße, die vielleicht sehr untypische Eigenschaften haben könnten.

Um diesen Kennisstand zu verbessern, mußte man möglichst viele kosmische Molekülwolken und ihre Umgebung erfassen. In unserer Milchstraße sind im Prinzip viele Gebiete bekannt und oft auch im Detail kartiert worden. Unsere Position innerhalb der Milchstraße macht es jedoch nahezu unmöglich, ihre Strukturen in ihrer Gesamtheit zu identifizieren und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Gebieten herauszufinden. Hingegen ist der Andromeda-Nebel für eine solche Studie ideal geeignet: Diese Galaxie ist relativ nah und zeigt - von der Erde aus gesehen - eine deutliche Spiralstruktur aus Sternen und Staubgebieten. Der Blick von außen ermöglicht es, zusammengehörige Teile der Galaxie miteinander zu vergleichen, und das sowohl in der Größenordnung einzelner Regionen (etwa 30 Lichtjahre) als auch in der Dimension der gesamten Galaxie (Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren).

Ein internationales Team von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn (MPIfR), der Universität Bonn (RAIUB) und des Instituts für Millimeter-Radioastronomie (IRAM) in Grenoble und Granada benutzte für die umfangreiche Kartierung des Andromedanebels das IRAM 30-m Radioteleskop auf dem Pico Veleta in Südspanien und das IRAM-Radiointerferometer auf dem Plateau de Bure in Frankreich.

In einigen der beobachteten Regionen gab es Hinweise auf ungewöhnlich turbulente Bewegungen der Molekülwolken. Diese Gebiete wurden deshalb zusätzlich mit dem IRAM-Interferometer auf dem Plateau de Bure untersucht. Bei diesem Gerät ist zwar das Gesichtsfeld relativ klein (nur etwa doppelt so groß wie der Durchmesser eines einzelnen Meßpunktes des 30 m-Teleskopes). Doch dafür ist die räumliche Auflösung des Interferometers zehn- bis zwanzigmal besser, was durch das Zusammenschalten von insgesamt fünf 15 m-Antennen erreicht wird. Diese verfügen zusammen über das Auflösungsvermögen eines Radioteleskops von über 400 Metern Durchmesser. Mit diesen Messungen konnte erstmals klar gezeigt werden, daß es im Andromeda-Nebel verschiedene Strukturen von Molekülwolken gibt, und daß ihre Eigenschaften wesentlich von jungen Sternen in ihrer Nähe beeinflußt werden.


(https://images.raumfahrer.net/up010535.jpg)


Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. September 2006, 08:35:32
Moin,

diese Aufnahme vom The Heart Nebula / IC 1805 ist aus 2 Gründen interessant:

(https://images.raumfahrer.net/up038294.jpg)

Sie ist erstellt von  Ken Crawford / Rancho Del Sol Observatory  (sehr interessante Biografie) und ausserdem kann man hier sehr gut Sternerntstehungsgebiete sehen. In den Zipfeln befinden sich Konzentrationen in denen sich Sterne entwickeln.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 18. April 2007, 19:21:51
Moin,

>>> Rosettennebel gebiert laufend neue Sterne
4.500 Lichtjahre entfernter Nebel unter die Lupe genommen

In akribischer Puzzlearbeit haben Astronomen den bisher detailreichsten Einblick in den Rosettennebel gewonnen, eine Geburtsstätte neuer Sterne in der Milchstraße. Das Bild besteht aus 200 Einzelaufnahmen und zeigt, dass in dem Gas- und Staubnebel noch immer Sonnen entstehen. Robert Greimel von der Universität Graz stellt das Mosaik an diesem Mittwoch auf der Tagung der Königlich-Britischen Astronomischen Gesellschaft (RAS) in Preston vor.

Der Rosettennebel liegt in rund 4.500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn. Die "Sternenfabrik" misst etwa 100 Lichtjahre im Durchmesser. Im Zentrum des Nebels haben junge, helle Sonnen ein Loch in die Gaswolke geblasen. Die ultraviolette Strahlung dieser heißen Sterne lässt den umgebenden Nebel leuchten. (APA/dpa) <<<
(aus: derStandard)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rolli am 18. April 2007, 09:28:59
Immer noch werden tausende von neuen Sternen geboren, zum Beispiel im Rosetta-Nebel:

(https://images.raumfahrer.net/up038293.jpg)
DPA / IPHAS Collaboration
Rosetta-Nebel im Sternbild Einhorn: 4500 Lichtjahre entfernter Sternenkindergarten

Zitat:

FERNE STERNENQUELLE

Fruchtbarer Nebel des Einhorns

Junge, heiße Sterne haben ein Loch ins Zentrum des Nebels geblasen: Der Rosetta-Nebel, ein Kindergarten der Milchstraße, sieht aus wie ein rotleuchtender Doughnut (Krapfen, Pfannkuchen). Für diese Ansicht mussten Forscher Hunderte Einzelaufnahmen zusammensetzen.

Das Wunder der Entstehung - aus der Nähe ein feurig-infernalischer Akt inmitten der feindlichen Eiseskälte des Alls, aus der Ferne ein bunt-schimmerndes Sternenfeuerwerk: In akribischer Puzzlearbeit haben Astronomen den bislang detailreichsten Einblick in den Rosetta-Nebel gewonnen. Er ist einer der Sternenkindergarten der Milchstraße.

Das Bild ist eigentlich ein Mosaik, das aus 200 Einzelaufnahmen besteht. Robert Greimel von der Universität Graz und seine Kollegen haben sie in akribischer Handarbeit zu einem Panorama der fernen Sternenquelle zusammengesetzt. Der wissenschaftliche Wert: Die Aufnahme zeigt, dass in dem Gas- und Staubnebel noch immer Sonnen entstehen. Im Zentrum des Rosetta-Nebels hat die intensive Strahlung junger, heller Sonnen ein Loch in die Gaswolke geblasen. Der umgebende Nebel leuchtet unter dem Einfluss des ultravioletten Lichts auf, das die Sonnen aussenden.

Greimel wird das Mosaik am heutigen Mittwoch auf der Tagung der britischen Royal Astronomical Society (RAS) in Preston vorstellen. Es entspricht etwa der Größe von 20 Vollmondscheiben am Himmel. Der Rosetta-Nebel liegt in rund 4500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Einhorn. Die Sternenfabrik misst etwa 100 Lichtjahre im Durchmesser.
Zitatende

Quelle:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,druck-477741,00.html

 :o
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 19. April 2007, 08:59:45
Moin,

zum *Rosettennebel* NGC 2238 hatten wir schon etwas geschrieben in: https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=776.0
Beitrag 3 und 4.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rolli am 19. April 2007, 17:25:03
Und noch eine Ergänzung:

(https://images.raumfahrer.net/up038292.jpg)
So stellt sich ein Künstler das Szenario vor, wenn sich ein junger Stern mit samt seiner protoplanetaren Scheibe innerhalb der Gefahrenzone um einen heißen O-Stern (oben rechts) befindet. Bild: NASA / JPL-Caltech / T. Pyle (SSC)

http://www.astronews.com/news/artikel/2007/04/0704-013p.html

Eine sogenannte Todeszone von 1,6 Lichtjahren Durchmesser...
Ist ja ein Ding !
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Heribert am 20. April 2007, 09:19:32
Hoi Rolli,

der Autor des Bildes nennt sich "Künstler" ???
das sieht ja wie ein vergrößerter Ausschnitt einer Hubble-Aufnahme aus dem Orion-Nebel aus, wo viele Protosterne mit Staubscheiben zu sehen sind.  ;D ;)

Grüßli, Heribert
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rolli am 20. April 2007, 09:31:04
Moin Heribert

tja, diese jungen Sterne mit planetarer "Scheibe" sehen halt alle ein bisserl ähnlich aus.
Immerhin schon aufregend, wenn man denkt, dass aus dieser "Scheibe" einmal einzelne Planeten entstehen und, im Glücksfall, ein richtig schönes "Sonnensystem" daraus wird.

Eigentlich müssten ja aus dieser Logik zufolge auch intelligentes Leben irgendwo schon eine kleine Ewigkeit bestehen, und es entsteht vortwährend neues.

Oha, soeben ist eine PN eingefahren, Absender:

Orion, Planet Maximus, Rat der Weisen

 ;D
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 30. Mai 2007, 11:50:33
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up038291.jpg)


Sternentstehung in der Großen Magellanschen Wolke (LMC)

Dieses mit dem Weltraumteleskop *HUBBLE* aufgenommene Bild zeigt LH 95, eine der zahlreichen Regionen in der nur 180000 Lichtjahre entfernten *LMC* , in denen die Wechselwirkung mit unserer Galaxis heftige Sternbildungsaktivität auslöst. Unmittelbar neben heißen, massereichen Sternen sind auch zahlreiche massearme Sterne zu erkennen.

Erdgebundene Beobachtungen erreichen bisher nur die hellen, massereichen blauen Riesensterne in der *LMC*, nicht aber die leuchtschwächeren Sterne geringer Masse. Dieses Bild zeigt mehr Details als jemals zuvor und erlaubt die präzise Untersuchung einer unglaublichen Fülle masseärmerer neuer Sterne – und damit eine genauere Bestimmung ihres Alters und ihrer Masse.

Sind einmal aus dem Kollaps einer kalten, dichten Molekülwolke massereiche Sterne entstanden (deren Masse drei Sonnenmassen oder mehr beträgt), so erzeugen sie kräftige Winde und intensive Ultraviolettstrahlung, die eine HII-Region aus heißem, hell leuchtendem ionisiertem Wasserstoff erzeugen. Die HII-Region dehnt sich aus und »frisst« die Molekülwolke auf. Der blaue Nebel, der LH 95 allseits umgibt, ist Teil einer solchen HII-Region.

Noch haben die Sternwinde einige dichte Partien der ursprünglichen Molekülwolke nicht vollständig erodiert – sie sind als dunkle Staubfilamente zu erkennen, die das blaue Lichts und die Strahlung dahinterliegender Sterne zum Teil verschlucken, zum Teil röten. Andere Teile der Molekülwolke sind bereits zu zahlreichen neugeborenen Sternen kollabiert, von denen die leuchtschwächsten stark zur Haufenbildung neigen.

Auf dem Bild sind mindestens zwei kompakte kleine Sternhaufen zu sehen, einer rechts oberhalb der Mitte, der andere weit links. Sie enthalten Hunderte massearmer neuer Sterne. Überraschenderweise finden sich solche Sterne auch in der nahen Umgebung heller, massereicher Sterne. Ausserdem sind zahlreiche Galaxien erkennbar, die sich im Hintergrund der *LMC* befinden.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 30. Mai 2007, 12:18:37
Moin,

Der verborgene Halo von *M 82* durch explosive Sternentstehung

(https://images.raumfahrer.net/up038290.jpg)

Diese Bilder zeigen die 12 Mill. Lj entfernte »explodierende Galaxie« *M 82* im *Großen Bären*, links im *visible light*, rechts in einem mit dem Weltraumteleskop *Spitzer* aufgenommenen Infrarotbild, das aus Aufnahmen bei 3.6 Mikrometern Wellenlänge (blau kodiert), 4.5 Mikrometern (grün) und 5.8 bis 8.0 Mikrometern (rot) zusammengesetzt ist. Während der Hauptkörper der Galaxie im Sichtbaren elongiert, relativ glatt und regelmäßig erscheint, tritt im Infraroten eine zusätzliche, annähernd sphärisch verteilte und filamentartige Komponente auf, die sich bis etwa 20000 Lichtjahre aus der Ebene der Galaxie hinaus verfolgen lässt.

Im Sichtbaren dominiert das Licht von der stellaren Komponente von *M 82* – wir sehen die Galaxie recht genau von der Kante (edge-on). Auf länger belichteten Aufnahmen erscheinen auch im Sichtbaren bereits zwei kegelförmige, senkrecht zum Hauptkörper der Galaxie orientierte Strukturen. Sie bestehen aus H-alpha-Strahlung, die von ionisiertem Gas emittiert wird, einem »Superwind«, der von den heißen Sternen in *M 82* ausgeht.

Bei den von Spitzer registrierten Wellenlängen sehen wir die thermische Eigenemission der Staubteilchen, die von dem »Superwind« nach außen transportiert werden: Der Staub strahlt im Infraroten entsprechend seiner Temperatur von ca. 100 Kelvin. Denn er wird aufgeheizt, und zwar sowohl durch das Licht der heißen Sterne in *M 82*, als auch durch seine Wechselwirkung mit dem heißen Gas, das in einem schnellen »Superwind« von diesen Sternen ausgeht, in den intergalaktischen Raum strömt und selbst hell im Röntgenlicht strahlt. Dieses Infrarotbild zeigt bisher am deutlichsten die Verteilung der Staubkomponente im Superwind.

Die mit *Spitzer* registrierten Infrarotspektren zeigen die für »PAK« (polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) typischen spektralen Merkmale. Offenbar kommt diese organische Teilchenart noch in großer Entfernung von
*M 82* vor und kann im »Superwind« der Galaxie überleben. Ursache für den Superwind ist ein explosives Einsetzen von Sternentstehung in dieser Galaxie, das zur Bildung einer großen Zahl massereicher junger Sterne geführt hat. Ausgelöst wurde dieser »Starburst« durch die gravitative Wechselwirkung mit der benachbarten großen Spiralgalaxie *M 81*, die das Einstürzen großer Mengen interstellarer Materie in *M 82* bewirkte.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 04. Juli 2007, 21:13:43
Moin,

in der ~ 12,5 Mill. Lj entfernten irregulären Galaxie *NGC 4449*, Sternbild *Canes Venatici (Jagdhunde)* hat das Weltraumteleskop *Hubble* ein Feuerwerk von Sterngeburten fotografiert.

(https://images.raumfahrer.net/up038289.jpg)
 Credit:  NASA, ESA

Wissenschaftler meinen, daß so auch im jungen Weltall in den ersten Galaxien Sterne geboren sein müßten.
Da das Sternentstehungsgebiet nicht im Zentrum von *NGC 4449* geschieht, wird angenommen, daß diese kleine Galaxie mit der Nachbargalaxie *NGC 4641* kollidiert sein könnte.
In ~ 1 Mrd. Jahre wird das Gas- und Staubmaterial aufgebraucht sein.

Mehr dazu kann hier nachgelesen werden:  (http://www.planet-smilies.de/lesen/lesen_003.gif) (http://www.spacetelescope.org/news/html/heic0711.html)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 31. August 2007, 08:03:20
Moin,

nach drei Jahren harter Arbeit bekommen wir aus der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 2007 vom *HAWK-I* (High Acuity, Wide field K-band Imaging) *First Light* (erstes Licht) auf *Yepun*,Teleskop Nr. 4 von ESO`s VLT. Die ersten Bilder zeigen sehr eindrucksvoll sein Potential.

(http://www.eso.org/public/outreach/press-rel/pr-2007/images/phot-36c-07-normal.jpg)

Dieses Bild zeigt ein Sternentstehungsgebiet im Sternbild *Schlange*, hier im Teil, betitelt  als *Serpens Cauda* (Schwanz der Schlange).

(https://images.raumfahrer.net/up038288.png)

Das *VLT* ist mit einem neuen `eye` ausgerüstet worden um das Universum zu studieren. *HAWK-I* arbeitet im Nahinfrarot-Bereich von 0,85 - 2,5 Mikrometern und erreicht bei einer einzelnen Belichtung den Flächenbereich des Vollmondes. Dieses Zusatzinstrument wird einzigartig zur Entdeckung und der Studie lichtschwacher Objekte, wie entfernte Galaxien oder kleine Sterne und Planeten genutzt.

(http://www.eso.org/public/outreach/press-rel/pr-2007/images/phot-36a-07-preview.jpg)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 03. Oktober 2007, 04:18:25
Moin,

hier das Sternentstehungsgebiet im Emissionsnebel / offener Sternhaufen im Sternbild Schiffskiel *NGC 3603*, 20.000 Lj, +9,1 m. Diese jungen Sterne sind erst ~ 2 Mill. Jahre alt.

(https://images.raumfahrer.net/up038286.jpg)
Aufnahme: spacetelescope.org/news/html/heic0715.html

Zu sehen ist auch *Sher 25*, ein Stern im Endstadium seines Lebens; er wird demnächst als Supernova explodieren, d.h. etwa in einigen 1000 Jahren.

(https://images.raumfahrer.net/up038287.jpg)
Aufnahme: chandra.harvard.edu/photo/2001/1123/

Im Zentrumdes Sternentstehungsgebietes befindet sich *HD 97950 A1*, der wohl größte Stern mit ~ 114 SM0 Gewicht, evtl handelt es sich hierbei um ein Mehrfachsystem. (Hierzu gibt es einen eigenen Thread) >>> (http://www.planet-smilies.de/lesen/lesen_005.gif) (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=538.msg5702#msg5702)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Corsar am 15. Oktober 2007, 15:41:45
Bonjour, all diese neuen Sterne entstehen doch aus die Material von gestorbene Sterne? Ist es bekannt ob in unsere Galaxie noch Materie aus das Ursprung (Urknall) vorhanden ist was noch nicht war ein Stern, oder in eine andere Galaxie? Wenn daraus neue Sterne entsteht, dann ist doch da eine ganz andere Zusammensetzung? Jac
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 15. Dezember 2007, 04:13:36
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up038285.jpg)
Bild: antwrp.gsfc.nasa.gov/Don Goldman

Auf diesem Bild sieht man den Stern *T-Tauri*, irregulärer Veränderlicher im Sternbild Stier, 400 Lj und in seiner unmittelbaren Umgebung den Gasnebel *Hind* (NGC 1555/1554). Beide, also Stern und Nebel liegen eingebettet in einer Molekülwolke.

Besonders interessant ist, dass Stern und Nebel *veränderliche* Objekte sind und trotz ihrer gegenseitigen unmittelbaren Nachbarschaft zeitlich betrachtet unterschiedliche Helligkeitsausbrüche haben. Beide sind mit ~ einigen Mill. Jahren noch sehr jung und befinden sich in der Frühphase ihrer Entwicklung.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 17. Dezember 2007, 11:08:19
Moin,

so wie um *L 1157*, 800 Lj, 0,9 MSo, Sternbild Kepheus, könnte der Raum auf der jetzigen Fläche unseres Sonnensystems vor ~ 4,5 Mrd. Jahren ausgesehen haben.

(https://images.raumfahrer.net/up038283.jpg)
Bild: Spitzer/NASA
 
In sichtbaren Licht erscheinet die umliegenden Region um *L 1157* schwarz (links). Der rötliche Dunst rund um *L 1157* (rechts) ist Staub. Die weißen Punkte sind andere Sterne, meist im Hintergrund. Der Protostern, gerade einige tausend Jahre alt, ist auch im infraroten nicht sichtbar; dafür aber die beiden Jets (~ 1 Lj lang) aus denen sich im Verlaufe der nächsten Jahre Planeten entwickeln könnten.
Die Lage von *L 1157* ist hier zu erkennen. (Gas, welches aus der Umgebung auf den werdenden Stern fällt, wird hier durch Magnetfelder an den Polen wieder ausgestoßen.)

(https://images.raumfahrer.net/up038284.gif)
Bild: harvard.edu

Die Polarisierung-Karte zeigt, dass Magnetfeld in der unmittelbaren und weiteren Umgebung *L 1157*.
 
Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Schillrich am 31. Dezember 2007, 09:37:52
Über die Rolle der Materieströme bei der Sternentstehung:

Quelle: http://cfa-www.harvard.edu/press/2007/pr200734.html
[size=9](Der Link funktioniert beim Klicken nicht, nur durch Copy&Paste in die Adressleiste ist der Zugriff möglich)[/size]
kurzer deutscher Artikel: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/30122007211907.shtml

Mit dem SMA wurde HH 211 beobachter. Dieser Protostern ist noch sehr jung und wächst noch aus seiner Akkretionsscheibe. Über und unter der Scheibe existieren 2 Materieströme vom Stern weg. Diese bewegen sich sehr schnell, und v.a. rotieren sie um sich selbst. Damit helfen sie dem Stern beim Wachstum indem sie Drehimpuls aus der Scheibe nehmen.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 31. Dezember 2007, 10:15:16
Moin,

zum Thema *Sternentstehung* passt auch dieser Artikel vom MPIA >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley/technik/smiley-channel.de_technik013.gif) (http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/Bild_des_Monats/index_de.html)
Im Besonderen geht es dabei um die Frage: Wie junge Sterne überschüssigen Drehimpuls loswerden

(https://images.raumfahrer.net/up038282.jpg)


Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 14. Februar 2008, 11:23:45
Moin,

das Weltraumteleskop *Spitzer* hat sich auf *Rho Ophiuchi* (Rho Oph) konzentriert und dabei das Sternentstehungsgebiet genauer beleuchtet.

*Rho Oph* ist ~ 407 Lj von uns entfernt und befindet sich im Sternbild Scorpius.

Hier der komplette Bericht >>> (http://www.planet-smilies.de/a_smilies/schreib_2.gif) (http://gallery.spitzer.caltech.edu/Imagegallery/image.php?image_name=ssc2008-03a)

(https://images.raumfahrer.net/up038281.jpg)
Foto: ipac.jpl.nasa.gov


Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 31. März 2008, 08:20:34
Moin,

hier ein sehr interessantes Sternentstehungsgebiet >>> (http://www.pic-upload.de/31.03.08/l98wfq.jpg)

Es handelt sich um den Emissionsnebel *N 44* in der *Grossen Magellanschen Wolke*. Hier entstehen nicht *einige* Sterne, sondern ein
richtiger Haufen, zu sehen in der Riesenblase im Zentrum des Nebels, die einen Durchmesser von ~ 20 Lj hat.

Hier ein Auszug aus der Aufnahme.

(http://www.pic-upload.de/31.03.08/ux4s7l.jpg)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. April 2008, 04:34:56
Moin,

in der Kombination *VLA* (erdgebundenes Radiointerferometer für den Zentimeterwellenbereich und arbeitet bei Wellenlängen von 0,7–400 cm) sowie *GALEX* (Satellitenteleskop zur Beobachtung von Galaxien im ultravioletten Bereich, von 135 bis 175 nm bzw. von 175 bis 280 nm, des elektromagnetischen Spektrums) ist die Galaxie *M 83* beobachtet worden.

*M 83*, Sternbild Wasserschlange, 7,5 mag, 14 Mio Lj, ø 40.000 Lj, zeigt ein starkes Sternentstehungsgebiet in den langen äusseren Spiralarmen.

(http://www.pic-upload.de/09.05.08/ictkeh.jpg)
Bild: links Composit VLA + Galex, rechts nur Galex

Es fällt auf, dass diese Sternentstehungsgebiete, im Bild rot, sehr weit vom Zentrum von *M 83*, über 100.000 Lj, entfernt sind und zwar in den Gebieten, wo sich atomares Wasserstoffgas befindet.

Mehr gibt es hier >>> (http://www.planet-smilies.de/lesen/lesen_005.gif) (http://www.galex.caltech.edu/newsroom/glx2008-01r.html)
Aus dem Bericht geht leider nicht hervor, ob es sich hierbei um ionisierten atomarem Wasserstoff (ein Plasmazustand aus einzelnen Protonen) handelt, wie in H-II Gebieten, oder um neutralen atomaren Wasserstoff, wie in H-I Gebieten.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 09. Mai 2008, 09:30:19
Moin,

Aus dem Bericht geht leider nicht hervor, ob es sich hierbei um ionisierten atomarem Wasserstoff (ein Plasmazustand aus einzelnen Protonen) handelt, wie in H-II Gebieten, oder um neutralen atomaren Wasserstoff, wie in H-I Gebieten.

Ich habe mich da jetzt bei MPI schlau gemacht und kann folgendes sagen:

Die Abbildung links zeigt einen Vergleich der UV-Strahlung (hier ist das ferne UV blau und das nahe UV grün kodiert) mit der rot dargestellten Verteilung der 21-cm-Radiostrahlung des neutralen, atomaren Wasserstoffs.

Offenbar gibt es überall, wo junge Sterne ihr UV-Licht aussenden, auch neutralen Wasserstoff, der seine chrakteristische Radiostrahlung emittiert – und umgekehrt: Wo es neutralen Wasserstoff gibt, da leuchten auch junge Sterne. Beide passen perfekt zusammen! Das kann nur sein, wenn die Sterne tatsächlich dort entstanden sind, wo wir sie heute beobachten – nämlich überall dort, wo es neutralen, atomaren Wasserstoff um *M 83* gibt.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 11. Juli 2008, 09:04:56
Das Spitzer-Telescop entdeckte "Sternen-Fabrik"! In dieser "Sternen-Fabrik" sollen jährlich 4000 neue Sterne geboren werden im Vergleich zu unserer Milch-Straße mit 10 neuen Sternen lt NASA.
Hier ein Foto von Spitzer der Sternen-Fabrik, die aktivsten Bereiche sind hier in grün und rot zu sehen:
(https://images.raumfahrer.net/up038280.gif)

Mehr darüber hier: http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2008-129

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Super_sonne am 15. Juli 2008, 19:02:22
Wow

Echt fantastische aufnahmen und Bilder !!

Aber ich hab noch immer ncht richtig verstanden wie sterne entstehen .
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Super_sonne am 15. Juli 2008, 19:03:48
Hi

Wie vile sterne entstehen eigetlich so in einer woche !?

Laura/Super_sonne
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 15. Juli 2008, 20:40:12
Moin Laura,

Aber ich hab noch immer nicht richtig verstanden wie Sterne entstehen .

ich könnte Dir jetzt das so grob erklären, schlage aber vor, dass wir das gemeinsam mit Bluestar in Barsinghausen durchsprechen. Sie hatte mich nämlich auch schon danach gefragt.

Einverstanden?

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 08. Oktober 2008, 09:49:01
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up038279.jpg)
Foto: www.eso.org/public/outreach

dieses Portrait von *NGC 346* bringt neue Informationen über Sternentstehungen. *NGC 346*, 210.000 Lj, offener Sternhaufen in *SMC*  Das Bild basiert auf Daten von ESA XTM-Newton (Röntgenstrahlen; blau), ESO-Technologie-Teleskop (sichtbares Licht; grün) und  Spitzer (Infrarot, rot). Das Infrarotlicht zeigt kalten Staub, während das sichtbare Licht heisses Gas swichtbar macht und die Röntgenstrahlen stellen sehr heisses Gas dar. Gewöhnliche Sterne erscheinen als blaue Punkte mit weißen Mitten, während die jungen Sterne, die im Staub eingehüllt werden, erscheinen als rote Punkte mit weißen Mitten.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: A1942D am 08. Oktober 2008, 10:41:49
Hallo, interessant; aber was ist das eigentlich für ein Sternentstehungsgebiet? Kannst Du mir das auch sagen?
A.D.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 08. Oktober 2008, 13:01:07
Moin,

Du kannst ja tücksche Fragen stellen!

Ich habe versucht das rauszubekommen, aber leider nichts gefunden, nur, dass man von einer *eigentümlichen Umgebung* spricht.

Jedenfalls müsste es eine H I oder H II Region sein.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 08. Oktober 2008, 13:59:45
Hallo Jerry und A1942D,

vielleicht ist die Frage auch gar nicht so tückisch. Ich weiß nämlich nicht so recht, was A1942D überhaupt meint? Vielleicht könntest Du die Frage noch etwas präzisieren?

Falls Du mit "Was für ein Sternenstehungsgebiet?" nur den Ort meinst an dem es sich befindet, kann ich weiterhelfen: NGC 346 befindet sich in der kleinen Magellanschen Wolke (http://de.wikipedia.org/wiki/Magellansche_Wolken) (das hatte Jerry auch schon geschrieben) und ist ein sogenannter offener Sternhaufen in einem Emissionsnebel (http://de.wikipedia.org/wiki/Emissionsnebel). Der Sternhaufen besteht aus min. 70.000 Sternen, die sich wahrscheinlich alle aus demselben Grundmaterial (derselben Materiewolke) gebildet haben.

Jerry, was meinst Du mit *eigentümlicher Umgebung*?

Hier nochmal ein Bild zur Struktur des Sternhaufens:
(https://images.raumfahrer.net/up038278.jpg)
Bild: ESO, DIMITRIOS A. GOULIERMIS et al., vollständiges Paper http://www.eso.org/public/outreach/press-rel/pr-2008/gouliermis.pdf

Zu H II-Gebieten, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/H-II-Gebiet
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 20. Oktober 2008, 20:01:39
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up038277.jpg)
Foto: starobserver.org/ap081019

dies Bild zeigt zeigt einen Ausschnitt aus dem Zentrum des *Lagunennebel*, auch *M 8*, ~ 5.200 Lj, Sternbild *Schütze*, 6,0m. Hier ist ein interessantes Sternentstehungsgebiet zu beobachten, indem der auffallend helle Stern *Herschel 36* die Szene beherrst. Dieser Stern ist der jüngste bekannte Hauptreihenstern mit nur ~ 10.OOO Jahren. Er produziert einen extrem starken Sternenwind (Schockwelle), der den *Lagunennebel* langsam von innen auflöst und Staubkonzentrationen schafft, aus denen neue Sterne entstehen. Leider haben diese keine grosse Überlebenschance, denn die  Schockwelle, ausgehend von *Herschel 36*, zerreisst die jungen Sterne wieder.

Jerry    
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 22. Oktober 2008, 00:36:03
Nach dem hier "bewölkt" ist, war der Besuch bei Chandra-Telescop ein voller Erfolg  ;), so gibt es von RCW-108 ein tolles Bild  :) aufgenommen von Chandra welches auch eine rege Region betreff Sternengeburt aufzeigt:
(https://images.raumfahrer.net/up038276.jpg)

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. Oktober 2008, 04:52:01
Moin,

dazu gibt es diese Animation >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley/technik/smiley-channel.de_technik013.gif) (http://de.youtube.com/watch?v=uIG1ZpuJpNs)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 22. Oktober 2008, 23:32:16
Die Europäische Südsternwarte ESO hat jetzt eine neue Aufnahme der Sternentstehungsregion Gum 29 veröffentlicht. Im Zentrum dieser stellaren Kinderstube befindet sich der Sternhaufen Westerlund 2, in dem sich eines der massereichsten Doppelsternsysteme verbirgt, das den Astronomen bekannt ist. Die beiden Sterne haben jeweils die mehr als 80-fache Masse unserer Sonne.


Bei Gum 29 handelt es sich um eine gewaltige Wasserstoffwolke. Die Strahlung der jungen Sterne im Zentrum der Wolke sorgte dafür, dass der Wasserstoff ionisiert wurde, also seine Elektronen verloren hat. Astronomen nennen solche Gebiete HII-Regionen. Gum 29 hat einen Durchmesser von über 200 Lichtjahren. Er ist der 29. Eintrag in einem Katalog, den der australische Astronom Colin Stanley Gum im Jahr 1955 zusammengestellt hat.

Im Zentrum des jetzt von der Europäischen Südsternwarte ESO veröffentlichten Bildes liegt deutlich erkennbar der Sternhaufen Westerlund 2. Nach jüngsten Messungen ist dieser ungefähr 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und liegt damit am äußeren Rand des Carina-Spiralarms der Milchstraße.

Das Sternentstehungsgebiet Gum 29. Im Zentrum der Sternhaufen Westerlund 2, in dem sich ein äußerst massereiches Doppelsternsystem befindet. Bild: ESO
(https://images.raumfahrer.net/up010529.jpg)

Blick auf Westerlund-2:
(https://images.raumfahrer.net/up010530.jpg)

Mehr darüber hier:http://www.eso.org/public/outreach/press-rel/pr-2008/pr-37-08.html

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 23. Oktober 2008, 02:41:04
Moin,

hier noch eine besonders schöne Aufnahmen-Kombination von *Chandra X-ray* und *Spitzer Infrared Image* >>

(https://images.raumfahrer.net/up010528.jpg)
Credit: X-ray: NASA/CXC/Univ. de Liege/Y. Naze et al; IR: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Wisconsin/E. Churchwell

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 23. Oktober 2008, 09:04:47
Guten Morgen Jerry!

Das sind die Bilder, welche einem immer wieder zeigen WARUM man selbst diesen "Hobby-Virus" hat :)

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 11. November 2008, 14:59:29
Mit dem 12-m Atacama Pathfinder Experiment (APEX)-Teleskop, das das Großprojekt ALMA  (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1164.0) vorbereiten soll, wurde ein schönes Bild einer sehr jungen Sternentstehungsregion gemacht. Zu sehen ist die ca. 4200 Lichtjahre Region RCW 120. Im Zentrum dieser Region befindet sich ein sehr heißer Stern, der das umliegende Gas (Wasserstoff) ionisiert und so diese Blase aus ionisiertem Wasserstoff mit seiner UV-Strahlung erzeugt. Während diese Blase expandiert, verdichtet die dabei entstehende Schockwelle unliegenden Staub und Gas dermaßen, dass dieser unter seiner eigenen Schwerkraft kollabiert und zu Wasserstoffwolken 'verklumpt'. Diese Wolken sind mit nur knapp über 20 Kelvin noch recht kalt und stellen somit eine sehr frühe Phase der Sternentstehung dar.
Dank der Sensitivität von APEX kann nun die Formation kleinerer Sterne beobachtet werden als bisher.

(https://images.raumfahrer.net/up010527.jpg)
ESO PR Photo 40/08
Die abgebildete Blase hat einen Durchmesser von ungefähr 10 Lichtjahren.
Das Bild ist ein Komposit aus den Spekralbereichen Submillimeter und Infrarot. Grob vereinfacht sieht man in rot das ionisierte Gas und in hellblau die kalten Gasklumpen.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 12. November 2008, 16:43:20
Moin,

über *RCW 120* hatten wir hier schon einen Beitrag.
(https://images.raumfahrer.net/up010526.jpg)
Bilder und Text von: www.mpifr-bonn.mpg.de
Sternentstehung in der galaktischen HII-Region RCW 120.

>>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley2007/lesen/smiley-channel.de_lesen005.gif) (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1082.msg12278#msg12278)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 12. November 2008, 16:52:47
Hallo Jerry.

Interessant! Das ist ja inhaltlich fast exakt die gleiche Meldung, nur das Bild ist anders. Hatte nach einem APEX-Thread gesucht, bekam aber nur den ALMA-Thread ausgespuckt. Naja, aber hier passt es ja auch rein!

Grüße,
Timo
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 25. November 2008, 00:09:21
Geheimnis des fehlenden Wasserstoffs:
 
Das offensichtliche Fehlen von Wasserstoff in den Weiten des Universums, welcher als Rohstoff für Sterne, Planeten und mögliches Leben lebenswichtig ist, führen die Astronomen in Science Daily auf!
Mehr darüber hier:http://www.sciencedaily.com/releases/2008/11/081124102701.htm

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 25. November 2008, 20:23:18
Zum ersten Mal haben Astrophysiker ein überzeugendes theoretisches Modell geliefert, dass den Einfluss von Supernovae bei der Entstehung der Sonne und des Sonnensystems zeigt. Das Modell geht davon aus, dass die dichte, kalte Wasserstoffgaswolke in der Wiege des Sonnensystems durch die Schockwelle eine nahen Supernova zum kollabieren gebracht wurde.

Diese Idee ist zwar nicht neu, aber bisher konnten Zweifel auf Grund der Isotopstruktur einiger Meteoriten aus der Frühzeit des Sonnensystems nicht ausgeräumt werden.

Mehr darüber: Quelle (http://www.cosmosmagazine.com/news/2368/little-bang-created-our-solar-system?page=0%2C0&%24Version=0&%24Path=/&%24Domain=.cosmosmagazine.com)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 18. Dezember 2008, 02:13:02
[split] [link=https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=.0][splithere][/link][splithere_end]
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 05. Januar 2009, 20:59:44
Sternentstehung am Abgrund

Sterne können selbst unter extremen Bedingungen entstehen. Für diese Ansicht sprechen neue Beobachtungsergebnisse amerikanischer und deutscher Astronomen. Im Zentrum der Milchstraße, in unmittelbarer Nähe eines extrem massereichen Schwarzen Lochs, fanden sie zwei Objekte, bei denen es sich wahrscheinlich um neugeborene Sterne handelt.
Mehr darüber hier: http://astronomie.scienceticker.info/2009/01/05/sternentstehung-am-abgrund/

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 06. Januar 2009, 17:10:28
Na, das kommt mir aber bekannt vor ...

http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25072008153533.shtml

GG
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 08. Januar 2009, 00:02:05
Wenn junge Sterne "durch das All pflügen" und durch Zufall von Hubble entdeckt werden, ergeben sich solche Aufnahmen wie hier:

(https://images.raumfahrer.net/up010525.jpg)

Mehr darüber hier: http://www.nasa.gov/mission_pages/hubble/science/hst_img_20090107.html

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 08. Januar 2009, 23:05:12
Weitere Informationen zu den "rasenden Sternen":
Amerikanische Astronomen haben eine Reihe von Sternen entdeckt, die durch das All rasen und dabei eine deutlich sichtbare Spur erzeugen. Diese “Bugwelle” kommt zustande, indem der Teilchenwind der Sterne das interstellare Medium vor sich her treibt, verdichtet und zum Glimmen anregt.
Weiter hier: http://astronomie.scienceticker.info/2009/01/08/stellare-unruhestifter/

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 17. Januar 2009, 01:50:06
Wie gelingt es extrem massereichen Sternen, so schwer zu werden? Bisher hatte man auf diese Frage keine gute Antwort, da ab einer gewissen Masse der Strahlungsdruck jede Akkretionsscheibe entgegen der Gravitationskraft wegdrücken müsste.

Amerikanische Astronomen haben nun mit Hilfe von Simulationen ein Modell entwickelt, das den Entstrhungsprozess erklären könnte. Demnach können sich Kanäle herausbilden, durch die das Plasma entgegen dem Strahlungsdruck in den Stern fließen kann.
Nebenbei entdeckten die Astronomen in ihren Simulationen, dass Systeme mit großen Sternen besonders dazu tendieren, Doppelsternsysteme zu sein. Zusätzliche Masse können solche Riesensterne erlangen, wenn kleinere Sterne, die mit ihnen aus der selben kollabierenden Gaswolke entstanden sind, nach einiger Zeit mit ihren großen Brüdern verschmelzen.

https://publicaffairs.llnl.gov/news/news_releases/2009/NR-09-01-04.html
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 18. Januar 2009, 15:47:25
Im Portal gibt es nun einen Artikel zum Thema: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/17012009155740.shtml
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 28. Januar 2009, 23:57:48
Das geteilte Sternentstehungsgebiet

NGC 604 ist die größte Sternentstehungsregion in der nahen Galaxie M33. Eine gründliche Untersuchung dieses Gebietes mit dem NASA-Röntgenteleskop Chandra hat jetzt Erstaunliches ans Licht gebracht: NGC 604 ist offenbar in zwei Bereiche unterteilt, die durch eine mächtige Wand aus Gas voneinander abgeschirmt sind.
Weiter hier: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/01/0901-037.shtml

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hansjuergen am 04. Februar 2009, 22:16:54
Zitat
Maximale Sternentstehung im jungen Kosmos

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Astronomie stellten fest: In der Entstehungsphase der Galaxien produzierten die Galaxienkerne mit der maximal möglichen Effizienz neue Sterne


Galaxien – unsere Milchstraße und ihre kosmischen Verwandten – bestehen aus hunderten von Milliarden von Sternen. Doch wie haben sich diese gigantischen Sternansammlungen vor Milliarden von Jahren gebildet? Entstand zuerst ein Zentralbereich mit Sternen, der mit der Zeit anwuchs, oder bildeten sich die Sterne gleichmäßig im ganzen heutigen Volumen der Galaxie? Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Astronomie fand nun erstmals direkte Hinweise, dass die Sternbildung in einem kleinen Zentralbereich beginnt.

Die Forscher untersuchten eine der entferntesten bekannten aktiven Galaxien, einen Quasar mit der Bezeichnung J1148+5251. Licht von dieser Galaxie erreicht die Erde erst nach einer Reisezeit von 12.8 Milliarden Jahren; heutige Beobachtungen zeigen diese Galaxie daher so, wie sie vor 12.8 Milliarden Jahren aussah, weniger als 1 Milliarde Jahre nach dem Urknall.

Mit Hilfe des IRAM-Interferometers, eines deutsch-französisch-spanischen Radioteleskops, gelang der Nachweis, dass sich damals im Kern von J1148+5251 extrem viele Sterne bildeten – so schnell, wie es nach den Gesetzen der Physik gerade noch zulässig ist. Im Gegensatz zu vorherigen Messungen gelang es zudem, die Ausdehnung des Sternentstehungsgebietes zu messen, die nur rund 4000 Lichtjahre beträgt. Erst damit werden die Abschätzung der Sternentstehungsraten pro Volumen und der Vergleich mit Sternentstehungsmodellen möglich.

Die Ergebnisse werden in der Ausgabe vom 5. Februar 2009 (Band 457, Nr. 7230) der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
(https://images.raumfahrer.net/up010524.jpg)

Weiter hier: http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2009/PR090205/PR_090205_de.html

Hansjürgen
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 30. Mai 2007, 10:34:35
Moin,

wieder mal was Neues von der Entstehung unseres Sonnensystems:


Kosmische Winde, nicht eine Supernova formten unser Sonnensystem

Die Geburt unseres Sonnensystems wurde nicht durch eine Supernova ausgelöst, sondern durch starke kosmische Winde. Diese Annahme leitet ein internationales Forscherteam um Dänen Martin Bizzarro aus Präzisionsmessungen der Verteilung von Metallen in Meteoriten ab, die aus der Anfangszeit unseres Sonnensystems stammen.


Mehr dazu >>>> (http://home.arcor.de/yothales/bilder/guckstduhier.gif) (http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/278502.html)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. Mai 2009, 00:04:15
Moin,

in der Zeitschrift *Astronomy & Astrophysics* schreibt Susanne Pfalzner über den wahren Geburtsort unserer Sonne, somit auch unseres Sonnensystemes. Sie widerlegt da die bisherige Annahme über den Geburtsort.

Ich komme an diese Zeitschrift nicht ran; kann da jemand helfen. Der Artikel soll ganz interessant sein.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Staufi am 16. Mai 2009, 02:07:29
Versuch doch mal über die Homepage etwas heraus zufinden

Wenn man sich einen Account erstellt, kann man sich die letzten Artikel sogar kostenlos runterladen. Allerdings wenn ich das richtig verstehe haben diese Artikel einen Kopierschutz ähnlich wie bei legalen Musiksongs aus dem Internet und es wär verboten das hier zu veröffentlichen. Sorry aber mein Englisch ist begrenzt.

Hier der Link:http://www.aanda.org/index.php?option=com_services&label=laf&Itemid=177 (http://www.aanda.org/index.php?option=com_services&label=laf&Itemid=177)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Volker am 16. Mai 2009, 02:39:23
Ich komme an diese Zeitschrift nicht ran; kann da jemand helfen. Der Artikel soll ganz interessant sein.

Die meisten Artikel, die heutzutage in A&A oder ApJ oder MNRAS ... erscheinen, werden vorher schon auf Preprint Servern abgelegt. Der  von Astrophysikern am hauefigsten benutzte ist
http://arxiv.org/find/astro-ph
Da findest Du auch den Artikel von Pfalzner.

Die neuesten Artikel findest du hier:
http://arxiv.org/list/astro-ph/new

Natuerlich sind das alles reine Fachartikel, da hat man nicht immer so viel Spass dran...

Gruss,
Volker
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 16. Mai 2009, 08:50:51
... und es wär verboten das hier zu veröffentlichen.

Wenn man den Inhalt mit eigenen Worten wiedergibt, ist alles erlaubt.

GG
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 16. Mai 2009, 10:18:15
Hab mir den Artikel mal angeguckt. Interessanterweise geht es nur sehr nebenbei um den Geburtsort unserer Sonne.

Im wesentlichen kommt Pfalzner basierend auf ihren empirischen Ergebnissen zu der Auffassung, dass es Sternentstehungscluster nicht in jeder beliebigen Kombination aus Masse, Dichte und Alter geben kann, sondern sich die Cluster grob in zwei Gruppen einteilen lassen: Die "Leaky-Cluster" und die "Starburst-Cluster". Die Leakies heißen so, weil aus ihm relativ schnell Sterne ausbrechen und den Cluster verlassen. Pfalzner stellt fest, dass es zwar schön ist, dass sie diese beiden Cluster-Typen gefunden hat, man nun aber erklären müsste, warum sich das genau so verhält und nicht anders.

Zum Geburtscluster der Sonne steht im Paper lediglich, dass es wahrscheinlich ein Leaky-Cluster war.

Um genaueres über den wirklich individuellen Cluster zu erfahren, müssen wir wahrscheinlich auf die ESA-Mission GAIA warten (das steht nicht im Artikel).

Gruß,
Timo
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: T.D.K. am 18. Juni 2009, 21:46:35
Aber wie muß ich mir das dann eigentlich vorstellen, wenn ein Stern der wesentlich kleiner ist als unsere Sonne schon die Fusion zünden kann. Und man sagt das Der dann den Staub (duch den Strahlungsdruck) von sich wegdrückt; das überhaupt solche Riesen entstehen? War die Wolke sehr dicht? Aber warum ist sie dann nicht vorher kollabiert? Oder hat sie sich langsamer zusammengezogen sodas die Fusion erst später einsetzte und immer mehr Material angezogen werden konnte bevor die Strahlung überhand nahm? Bei dem Größenvergleich zwischen Beteigeuze und unserer Sonne und "nur" 20 Sonnenmassen schwerer kann er ja nicht so dicht sein oder? (im Kern natürlich ja) :)
Wie kann so ein Brocken (und Beteigeuze ist ja noch ein kleiner von denen) :) entstehen wenn die Fusion doch schon "sehr" früh (wenig Masse) einsetzt?

Gruß :)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 18. Juni 2009, 22:20:49
Dazu hatten wir im Januar folgende Meldung: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/17012009155740.shtml.

GG
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: T.D.K. am 18. Juni 2009, 22:25:45
Danke :)
Einfache Antwort :)
Schaff nicht immer alles zu lesen :)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 18. Juni 2009, 22:38:04
Hallo T.D.K.,

habe deine Frage mal aus dem Beteigeuze-Thread in diesen allgemeineren verschoben, da es sich ja um eine allgemeine Frage handelt... und zwar um eine schwere!

Auf Grund der von dir beschriebenen Problematik kann man sich bis heute nicht einhellig erklären, wie solche massiven Sterne eigentlich entstehen. Es gibt zwar eine Reihe von Theorien, aber eben keine allgemein akzeptierte. Auf jeden Fall muss die Formation in irgend einer Weise anders Ablaufen als bei masseärmeren Sternen.

Da es sich um magnetisierte Molekularwolken handelt, die da kollabieren, kann es sein, dass sich Jets herausbilden. Durch diese Jets entstehen (jedenfalls in Simulationen) Öffnungen, im heranstürzenden Material, durch die ein Teil des Strahlungsdrucks entweichen kann, sodass die Massenakkretion weitergehen kann. So verstehe ich das jedenfalls.

Es gibt aber noch eine Reihe von alternativen Theorien, bis hin zur Formierung aus mehreren masseärmeren Sternen.

Auffällig ist jedenfalls, dass sehr schwere Sterne sich gerne in Clustern formen. Möglicherweise verläuft die Massenakkretion daher bei diesen Sternen nicht nur über eine Akkretionsscheibe, sondern über einen Massentransfer aus dem gesamte Sternentstehungsgebiet. Dabei würden Proto-Sterne, die sich im gravitativen Zentrum der gesamten molekularen Wolke befinden, in der Lage sein, erheblich mehr Masse anzuziehen.

Möglicherweise gibt es ja sogar mehr als einen Formationsmechanismus für Sterne mit vielen Sonnenmassen!

Insgesamt muss man sagen, dass dringend weitere Beobachtungen nötig sind, um zu klären, was nun wirklich passiert, anstatt nur theoretisch plausibel zu sein.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: T.D.K. am 18. Juni 2009, 22:45:25
Ja war am überlegen wo ihn reinschreib aber da gerade bei Beteigeuze war. :)

Aber müßte es dann nicht in den Clustern auch wenigstens genausoviele massearme oder tote Sterne geben? Sozusagen ausgesaugt? :)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 18. Juni 2009, 22:51:26
Aber müßte es dann nicht in den Clustern auch wenigstens genausoviele massearme oder tote Sterne geben? Sozusagen ausgesaugt? :)

Oder einfach statt "tote Sterne: nicht-existente, also nie entstandene Sterne? D.h. insgesamt weniger Sterne, relativ gesehen.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 14. August 2009, 11:27:39
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up010522.jpg)
Bild: Cepheus B from Chandra and Spitzer: X-ray (NASA/CXC/PSU/K. Getman et al.); IR (NASA/JPL-Caltech/CfA/J. Wang et al.)

Das Composite-Bild, die Kombination von Daten aus dem Chandra Röntgen-Observatorium und das Spitzer Space Telescope zeigt die Molekülwolke *Cepheus B*, sie befindet sich in unserer Galaxie etwa 2.400 Lj von der Erde. Eine molekulare Wolke ist eine Region mit kühlen interstellaren Gas und Staub. Die Spitzer-Daten, in den Farben rot, grün und blau zeigen die Molekülwolke (im unteren Teil des Bildes) und junge Sterne in und um *Cepheus B*, und die Chandra-Daten in violett zeigen die jungen Sterne mit besonders starker Röntgenstrahlung. Dien Spitzer-Daten ist zu entnehmen, ob die jungen Sterne eine so genannte *protoplanetary* Scheibe um sich herum haben. Solche Scheiben gibt es nur bei sehr jungen Planeten-Systeme, ihr Vorhandensein ist ein Hinweis auf das Alter der Sterne-Systeme.

Die Auswertung der beiden Bilder deutet darauf hin, dass die Sternentstehung in *Cepheus B* vor allem ausgelöst wird  durch die Strahlung von einem hellen, massiven Stern (HD 217086) außerhalb der molekularen Wolke. Danach wird die Sternentstehung ausgelöst durch die Strahlung von einer Wellen-Verdichtung die in das Innere der Molekülwolke hineinführt, während die äußeren Schichten verdunsten.

(https://images.raumfahrer.net/up010523.jpg)
Bild: Chandra / Auszug

Dies Bildes zeigt wichtige Regionen in und um *Cepheus B*. Die "innere Ebene" von *Cepheus B* zeigt die Region, wo die Sterne meist rund 1 Mio Jahre alt sind, davon haben ~ 70-80% eine *protoplanetary disk*.  Die "mittlere Ebene" zeigt den Bereich unmittelbar neben *Cepheus B*, wo die Sterne 2-3 Mio Jahre alt sind und über 60% von ihnen haben *protoplanetary disks*, während in der "äußeren Schicht" die Sterne etwa 3-5 Mio Jahre alt sind und nur noch etwa 30% von ihnen haben *protoplanetary disks*.

Diese Zunahme im Alter, wie die Sterne weiter entfernt von *Cepheus B* sind, ist das Ergebnis aus der Wellenverdichtung.

So ähnlich könnte das Sonnensystem und weitere Nachbarsysteme in der lokalen Flocke vor ~ 4 Mrd. Jahren entstanden sein.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. August 2009, 14:11:39
Moin,

(http://www.eso.org/gallery/d/115361-2/phot-29c-09-fullres.jpg)
ESO PR Photo 29c/09
Nebula around star cluster RCW 38
(http://www.eso.org/gallery/d/115345-2/phot-29b-09-fullres.jpg)
ESO PR Photo 29b/09
Star cluster RCW 38
(http://www.eso.org/gallery/d/115340-2/phot-29a-09-fullres.jpg)
ESO PR Photo 29a/09
Around the massive star IRS2

Das VLT von der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat mit der adaptiven Optik (MACAO) die H-II-Region *RCW 38*, auch *GUM 22* benannt, näher untersucht. *RCW 38* ist eine eingebettete Sternansammlung, also ein Konglomerat von jungen Sternen, die immer noch von einer Gas- und Staubwolke umgeben sind. Dieses Gebiet liegt in ~ 5.500 Lj, nahe dem Sternbild *Vela*. Es sollte untersucht werden wie andere Sonnensysteme, die gerade im Entstehen sind, interagieren.
Durch die vielen Supernovae in der Nähe wird das interstellare Medium dort mit schweren Elementen angereichert, die sich in den entstehenden Sternen und Planeten anreichern könnten.
Aber es wurde festgestellt, dass sich im Zentrum von *RCW 38* das Riesen-Doppelsternsystem *IRS2* befindet, welches eine geordnete Sternneubioldung erheblich stört.
Die Wissenschaftler fanden eine eine ganze Reihe von Protosternen, also dichte Klumpen aus Gas, die es aber unter dem schädlichen Einfluss von *IRS2* nicht schaffen, sich zu einer richtigen Sonne zu entwickeln. Das massenreiche Sternduo liegt genau im Zentrum und seine starken Emissionen haben förmlich eine Blase in den umgebenden Nebel *RWC 38* geschnitten.

Inwieweit die 3 *ionising stars*, der riesige CPD-47 2963, der superriesige HD 78344 und der CD-47 4551 ebenfalls mit einwirken, konnte noch nicht nachgewiesen werden.

Wenn sich *IRS2* nicht so *rüpelhaft* aufführen würde, dann wäre die Gebiet mit Abstand das geburtenstärkste das die Astronomen kennen. (hätte, wäre, könnte!)

Hier noch eine sehr interessante Karte zu *RCW 38* >>> (http://smiliestation.de/smileys/Schilder/13.gif) (http://galaxymap.org/mwe/mwe.php?centreLon=267.9963598632812&centreLat=-0.959156494140625&zoom=6&tile_set=msx&show_markers=1)

Auch in ESO-PR 2009 gibt es noch mehr Informationen >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley2007/lesen/smiley-channel.de_lesen007.gif) (http://www.eso.org/public/outreach/press-rel/pr-2009/pr-29-09.html)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 23. August 2009, 04:18:17
Moin,

APOD hat dazu ein grosses Bild vom gesamten *GUM-Nebel*, Sternbilder Segel und Achterdeck des Schiffes, >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley2007/lesen/smiley-channel.de_lesen007.gif) (http://apod.nasa.gov/apod/)

Wenn man mit dem Mauspfeil über diese tolle Weitwinkelansicht fährt, kann man sehen, wo welche Objekte in dem *Gum-Nebel* liegen. Wir sind nur etwa 450 Lj vom vorderen und 1.500 Lj vom hinteren Rand dieser Emissionswolke aus leuchtendem Wasserstoffgas entfernt.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 23. August 2009, 05:45:10
Moin,

zu *RCW* habe ich noch den kompletten *The RCW Catalog* gefunden >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley/technik/smiley-channel.de_technik013.gif) (http://galaxymap.org/cgi-bin/rcw.py?s=1)

Der RCW-Katalog (Rodgers, Campbell, Whiteoak) ist ein astronomischer Katalog von Hα emittierenden Gebieten in der südwestlichen Milchstraße. Neben der *RCW*-Listung ist darin auch die *GUM*-Listung enthalten.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rene.eichler2 am 23. August 2009, 12:33:50
Hallo

Ich habe mal gelesen, dass eine Gas- und Staubwolke auf 10 Kelvin abkühlen muss um überhaupt zusammenfallen zu können.
Ich frage mich wie es dann sein kann dass im Zentrum (Bulge) unserer Galaxie, Sterne entstehen können.
Die hohe Strahlung von Sternen in diesen Gebiet würde die Wolke doch erwärmen.

Das ist wie wenn man eine Kartoffel in kochendes Wasser wirft und glaubt dass sie gefriert. :-\

Wie kann sie trotzdem so weit abkühlen?

Gruß Rene´
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 03. September 2009, 21:25:29
Moin,

mit nur 410 Lj Entfernung ist *Barnard 68* eine der uns nächsten *Dunkel Wolken*. In ihr sind sogenannte Bok-Globulen vorhanden, dichte Molekül- und Staubwolken, die nach Ansicht der Astronomen eine Vorstufe der Sterne darstellen
Für sichtbares Licht ist die dunkle Wolke undurchsichtig. Nimmt man sie dagegen mit Infrarotlicht auf, so kann man durch sie hindurch sehen. Hier erscheinen jetzt viele Sterne, die sich hinter der Wolke befinden. Solche Aufnahmen ermöglichen den Astronomen tiefere Einblicke in den Aufbau dieses Nebels.

(http://www.eso.org/public/outreach/press-rel/pr-1999/phot-29b-99-preview.jpg)

Wissenschaftler sind der Auffassung, dass diese *Dunkel Wolke* in einem sehr frühen Stadium der Instabilität ist, und wohl erst zu kollabieren beginnt. Die Ursache dafür meinen sie in einer kleinen Struktur im Südosten der Wolke ausgemacht zu haben: Aufnahmen der Wolke zeigen deutlich eine eigenständige, etwa 10-mal leichtere Globule, die offensichtlich dabei ist, mit *Barnard 68* zu kollidieren.

(https://images.raumfahrer.net/up010520.jpg)
Bild: Staubdichte in Barnard 68

Um das Ganze besser verstehen zu können, simulierten Wissenschaftler einen Ablauf des Systems und kamen zu dem Ergebnis, dass tatsächlich die kleinere Globule die grössere direkt kontaktiert. Im weiteren Verlauf der Simulation geriet das vorher stabile System in der Tat aus dem Gleichgewicht, begann zu kollabieren und erzeugte extrem hohe Dichten in seinem Zentrum – die Voraussetzungen für die Bildung eines Sternes scheinen erfüllt.

(https://images.raumfahrer.net/up010521.jpg)
Bild: Momentaufnahmen der Simulation - die kleine Globule verschmilzt mit der großen Gaswolke

Somit wird wohl in den nächsten 200.000 Jahren ein neuer, vielleicht sonnenähnlicher Stern in unserer Nachbarschaft entstehen, in dessen Umgebung sich auch möglicherweise Planeten bilden könnten.

In APOD gibt es eine besonders grosse Aufnahme von Molecular Cloud Barnard 68 / FORS Team, 8.2-meter VLT Antu, ESO  >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley2007/lesen/smiley-channel.de_lesen007.gif) (http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap090623.html) Molecular Cloud Barnard 68
Credit: FORS Team, 8.2-meter VLT Antu, ESO

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 17. Oktober 2009, 23:13:48
Moin,

dieses APOD-Bild zeigt die Galaxie *M 33* (Triangulumnebel), 5,7 mag, 2,8 Mio. Lj, ø 60.000 Lj.

http://www.imagingdeepsky.com/Galaxies/M33NB/M33NB.htm (http://www.imagingdeepsky.com/Galaxies/M33NB/M33NB.htm)

Ken Crawford (Rancho Del Sol Observatory)
Bright Nebulae of M33

*M 33* ist nach der Andromedagalaxie und unserer Milchstraße das drittgrößte Objekt in der *Lokalen Gruppe* und die einzige echte Spiralgalaxie neben diesen beiden.
Neben der großen HII-Region *NGC 604*, einem riesigen Sternentstehungsgebiet in *M 33* mit einem ø von fast 1.500 Lj, sieht man auf dieser Kompositaufnahme unzählbare Sternbildungsgebiete. Ken Crawford hat am Rancho Del Sol Observatory durch Schmalband- und Breitband in *M 33* die Sternentstehungsgebiete, die sich meist aussen entlang der Spiralarme bilden, festgehalten. Die intensive ultraviolette Strahlung von den lichtstarken, massereichen Sternen ionisiert das Gas in der Umgebung und erzeugt so das charakteristische rote Leuchten. In *M 33* befinden sich einige der größten bekannten Sternbildungsstätten überhaupt.

Hier gibt es die Aufnahme in starker Vergrösserung >>> (http://www.planet-smilies.de/a_smilies/schreib_1.gif) (https://images.raumfahrer.net/up010519.jpg)  

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 21. Oktober 2009, 03:38:19
Moin,

mir liegt diese PN vor (Auszug): ... dann sind die neuentstanden Sterne erst klein und werden dann große Riesen....

Ich muss eingestehen, dass wir hier in der Raumcon noch nicht über die Lebensphasen von Sternen gesprochen haben - über das HRD (Hertzsprung-Russell-Diagramm) wurde noch garnichts gesagt, das werden wir aber nachholen. (eigener Titel: *HRD* kommt in Kürze)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 21. Oktober 2009, 13:49:10
Schreib' den Titel lieber aus, da weiß man dann gleich bescheid.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. Oktober 2009, 17:58:06
Moin,

ich hab den Thread jetzt gestartet, er heisst: *Sternentwicklung* >>>  (http://smiliestation.de/smileys/Schilder/13.gif) (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6938.msg121604#new)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 23. Oktober 2009, 03:27:32
Moin,

in dem einsehbaren Bereich des Universums werden mehr masseleichte Sterne geboren als massereiche Sterne, aber diese Verteilung ist nicht gleich.
Wissenschaftler gehen nach jahrelanger Beobachtung davon aus, dass auf jeden Stern mit mindestens 20 MSo ~ 500 Sterne mit höchstens 1 MSo kommen, in einigen Galaxien scheint das Verhältnis jedoch bei 1:2.000 zu liegen. Einen klaren Beweis konnte die Wissenschaft bisher aber nicht liefern, da der exakte Nachweis fehlt, denn die leuchtschwachen massearmen Sternchen werden oft von ihren leuchtkräftigen Geschwistern überstrahlt.

Unter der Leitung von Gerhardt R. Meurer, Department of Physics and Astronomy, Johns Hopkins University, Baltimore wurden mit dem erdgebundenen Teleskop des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile und dem Weltraumteleskop GALEX ~ 100 Galaxien im ultravioletten und im tiefroten Bereich des Spektrums untersucht. Ihr Ziel waren Sterne von 3 bzw. 20 MSo.

Das Ergebnis war überraschend, denn die Menge massearmer Sterne lag um den Faktor vier über dem erwarteten Wert. Besonders in kleinen unregelmässigen Galaxien wurde das Ergebnis untermauert. In grossen stabilen Galaxien wurde dieser Wert bei weitem nicht erreicht.

Dies Ergebnis begründet das Untersuchungsteam damit, dass in den kleinen Galaxien schwerlich massereiche Sterne entstehen können, da es offensichtlich an Substanz fehlt, was bei grossen Galaxien schon er möglich ist.

Aber das erzielte Gesamtergebnis blieb dann doch in dem erwarteten Zahlenverhältnis.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Matjes am 25. Oktober 2009, 14:27:29
Guten Morgen an alle und besonders an Jerry

Rene.Eichler hatte eine Frage gestellt:
"Ich habe mal gelesen, dass eine Gas- und Staubwolke auf 10 Kelvin abkühlen muss um überhaupt zusammenfallen zu können.
Ich frage mich wie es dann sein kann dass im Zentrum (Bulge) unserer Galaxie, Sterne entstehen können.
Die hohe Strahlung von Sternen in diesen Gebiet würde die Wolke doch erwärmen., warum es im Zentrum unserer Milchstraße überhaupt Sterne entstehen können."

Die Beantwortung der Frage interessiert mich auch!
Nur um die Diskussion anzuregen: Der Virialsatz nennt doch als Bedingung einer Kontraktion einer Gas- und Staubwolke, daß die Temperatur klein und die Dichte hoch ist. 

Und dann noch eine Frage dazu: wenn eine solche Wolke zusammenfallen muß, um einen Stern zu bilden, dann dreht sie sich doch immer scheller. Messungen der Rotation von vielen Sonnen haben aber erbracht, daß Sonnen sich nur langsam drehen. In unserem Sonnensystem hat die Sonne ca. 95 der Gesamtmasse und Jupiter 95% des Gesamtdrehimpuls des Sonnensystems.

Gruß

Matjes
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 25. Oktober 2009, 19:12:33
Hallo Matjes,

was sollte denn in dem Bulge den Abkühlungsprozess aufhalten? Auch die höhere Sternendichte ist nicht so hoch, als dass keine neuen Sterne mehr entstehen könnten.

Zum zweiten Punkt: Naja, das könnte einerseits darauf hindeuten, dass Sterne ebenfalls über Begleiter verfügen, die einen großen Teil des Drehimpulses aufgenommen haben oder dass andererseits der Drehimpuls von Anfang an sehr niedrig war. Ein Teil des Drehimpulses kann auch durch Dissipation verloren gehen.

Gruß, Timo
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rene.eichler2 am 26. Oktober 2009, 16:48:01
Hallo

Zitat
was sollte denn in dem Bulge den Abkühlungsprozess aufhalten? Auch die höhere Sternendichte ist nicht so hoch, als dass keine neuen Sterne mehr entstehen könnten.

Die höhere Umgebungstemperatur sollte die Wolke garnicht bis auf unter 10 Kelvin abkühlen lassen und diese Temperatur braucht eine Wolke um überhaupt kollabieren zu können.
Im Bulge ist die Strahlung so hoch, dass die Wolke immer wieder erwärmt wird.

Wie sollte denn die Wolke kälter als die Umgebungstemperatur werden?

Gruß
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 27. Oktober 2009, 12:51:09
Das stimmt schon, in dem Bulge gibt es weniger molekulare Wolken als in den Spiralarmen der Galaxie. Dennoch herrschen auch dort immer wieder lokal Bedingungen, die die Sternentstehung ermöglichen - sogar in direkter Nachbarschaft (<150 pc) des galaktischen Zentrums. Siehe z.B. Sgr B2 (http://en.wikipedia.org/wiki/Sagittarius_B2)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rene.eichler2 am 27. Oktober 2009, 15:59:12
Hallo

Schade dass der text auf englisch ist.
Also soweit ich das verstanden habe ist die Wolke in dem Artikel 40 Kelvin kalt.
Eine solche Wolke kann aber erst zu einem Stern kollabieren wenn sie mindestens 10 Kelvin kalt ist.
Das sind 30 K zuviel.
Demnach dürften in dieser Wolke garkeine Sterne entstehen.

Wie kann man eigendlich die Temperatur einer solchen Wolke, nahe dem Galaktischen Zentrum, bestimmen?
Eine so kalte Wolke dürfte ja eigendlich überhaupt keine Strahlung aussenden.
Oder vermutet man nur dass die Wolke so kalt ist, weil dort Serne entstehen?

Gruß René
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 27. Oktober 2009, 16:07:54
40 K hat die Wolke in ihren äußeren Randbereichen. In den dichteren Sternentstehungsregionen in der Wolke herrschen Temperature von bis zu 300 K.

Es hängt halt von der Phase der Sternenstehung und den genauen Umständen ab, wie kalt oder warm es genau sein muss.

Damit überhaupt Sterne entstehen können, muss es erstmal eine solche molekulare Wolke geben. Diese hat Temperaturen von 10-20 K. Wenn sich Teile der Wolke stärker verdichten, steigt auch die Temperatur.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 27. Oktober 2009, 21:44:47
@ René, hör bitte damit auf, irgendwelche Zahlen aus der Luft zu greifen und gerade so wie dir es passt in irgendeinen Zusammenhang zu stellen. So kommen wir hier nicht weiter.

Es ist eine Sache, einen Vorgang oder einen Prozess verstehen zu wollen und eine andere, mit aufgesetzten Scheuklappen willkürliche Behauptungen aufzustellen.

- Ich habe die letzten beiden Beiträge gelöscht, da sie die Diskussion nicht weiter gebracht haben -
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rene.eichler2 am 28. Oktober 2009, 18:50:47
Zitat
@ René, hör bitte damit auf, irgendwelche Zahlen aus der Luft zu greifen und gerade so wie dir es passt in irgendeinen Zusammenhang zu stellen. So kommen wir hier nicht weiter.
Welche Zahlen waren denn aus der Luft gegriffen?
Ich sehe das eher so, alles was deinem Weltbild irgendwie ankratzen könnte und worauf du kein plausibles Argument zur Verteidigung deiner Dogmen hast wird gelöscht.
Ich habe ganz vernünftige Argumente gebracht.
Erkläre einfach wie eine Gas und Staubwolke auf 10 K abkühlen kann wenn diese sich in einer Umgebung von hoher Strahlungsdichte (galaktisches Zentrum) befindet.
Hier eine Infrarot-Aufnahme (Wärmestrahlung) vom Milchstraßenzentrum.
dort im Zentrum wo so viel Wärmestrahlung herkommt soll deine Wolke auf 10 K abkühlen.
(https://images.raumfahrer.net/up010518.jpg)
Wenn du es nicht weißt , dann gibs doch einfach zu.
Außerdem wenn du denkst ich greife irgendwelche Zahlen aus der Luft, dann sag mir welche und ich werde dir beweisen dass ich nichts einfach so aus der Luft greife.
Das willst du aber scheinbar garnicht.

LG René
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 28. Oktober 2009, 20:32:22
Also, erstmal vorweg: Was meinst du woher ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Infrarotstrahlung aus dem galaktischen Zentrum auf deinem Bild kommt?

Zufälligerweise von riesigen Molekularwolken, die sich zusammenziehen, sich dabei erhitzen und schließlich Sterne bilden! Sogar unter den unwidrigen Bedingungen in der nähe des zentralen Schwarzen Lochs können sich Sterne bilden, obwohl dort starke magnetische Felder und Gezeitenkräfte wirken und Turbulenzen auftreten.

Unbegründet ist deine Aussage: Es muss 10 K haben, damit sich Sterne bilden können und das könne nicht sein, weil es zu viele Sterne gäbe, die mit ihrer Wärmestrahlung verhindern, dass Wolken abkühlen könnten.

Warum ist das unbegründet? Weil du mehrere Punkte nicht beachtest:

1. Der vorherrschende Erhitzungsmechanismus bei solchen Wolken ist UV-Strahlung und nicht Wärmestrahlung.

2. Die äußeren Bereich dieser Wolken können UV-Strahlung sehr gut abblocken. Daher kann es im Inneren zugleich sehr kalt und sehr dicht sein. Die einzige relevante Hitzequelle im Inneren ist kosmische Strahlung, aber auch das ist kaum etwas.

3. Die Wolken selbst sind es schließlich, die Infrarot- und Mikrowellenstrahlung abgeben. Diese Strahlung wird vom Staub nämlich durchgelassen und stellt somit den zentralen Kühlmechanismus dar.

4. Über eben diese Strahlung kann man nun mit Teleskopen wie Herschel die Temperatur der Wolken messen.

5. Die Infrarotstrahlung umliegender Sterne ist wenig relevant als Hitzequelle, da diese Strahlung, wie gesagt, die Wolken relativ gut passieren kann.

Wo ist also das Problem?

Ich gebe zu, dass uns die Mechanismen der Sternentstehung immer noch nicht bis ins letzte Detail bekannt sind. Gerade deswegen sind Teleskope wie Herschel unterwegs! Wenn Herschel oder ein anderes Instrument neue Erkenntnisse liefert, wird man das bisherige Verständnis der Sternentstehung entsprechend anpassen. Den Vorwurf des Dogmatismus halte ich für geradezu lächerlich. Ehrlich.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Matjes am 28. Oktober 2009, 21:25:42
An Kreuzberga und Rene.Eichler

Streitet Euch doch nicht. Bringt Nix.

Der Virialsatz muß erfüllt sein. Dieser Satz beschreibt das Verhältnis von auseinandertreibender Energie und zusammenziehender Energie. Die Temperatur treibt auseinander und die Dichte zieht zusammen. Wenn die Dichte hoch ist (und da scheint Sgr B2 etwas ganz Besonders zu sein) kann auch die Temperatur etwas höher sein und trotzdem ist der Virialsatz erfüllt.

In der heutigen Standarttheorie spielt besonders der Staubanteil in den Molekülwolken eine wichtige Rolle, da Festkörper besser abstrahlen als die Gaskomponente. Gaswolken bleiben heiß und Staubwolken kühlen ab.

Ich würde gern mehr über die Bedeutung von Drehimpulstransport bei der Sternentstehung verstehen. Wie werden junge Sterne ihren Drehimpuls los. In älteren Theorien (also 18 Jh - Birkeland) wurde der Drehimpuls durch elektrische Kräfte auf die entstehenden Planeten übertragen und damit ihre Bahnen stabilisiert. In neueren Theorien (20 Jh) werden die Sternwinde (besonders durch die Entdeckung der T Tauri Sterne) verantwortlich gemacht. Dadurch wird der Stern seinen Drehimpuls los und kann weiter schrumpfen, bis sein atomares Feuer zündet. Aber ich finde kaum Beiträge dazu. Wer kennt sich aus?

Matjes
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 29. Oktober 2009, 04:03:01
Moin,

zur Frage nach dem Drehimpuls hatte mir mal unser Ex-Mitglied Cicu dies Buch empfohlen >>>
Drehimpulse in der Quantenmechanik / von Albrecht Lindner
Verfasser   Lindner, Albrecht
Erschienen   Stuttgart : Teubner, 1984
Umfang   208 S. : graph. Darst.
Schriftenreihe   Teubner-Studienbuecher : Physik

   
ISBN   3-519-03061-6
   
RVK-Notation   UK 3500 Physik/Quantentheorie, Quantenmechanik/Spezielle Methoden der Quantenmechanik/Drehimpulse in der Quantenmechanik
Schlagwortkette   *Quantenmechanik ; Drehimpuls

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: rene.eichler2 am 29. Oktober 2009, 16:33:00
Hallo Matjes

Die Theorie von Birkeland würde mich interressieren.
Wo kann man die mal nachlesen.
Ich glaube auch, dass der Drehimpuls durch elektrische Kräfte auf die Planeten übertragen wird.

Gruß René
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Brainstorm64 am 29. Oktober 2009, 17:23:21
Da bei Dir alles über Elektrische Kräfte übertragen wird, überrascht mich das nicht unbedingt... ::)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 29. Oktober 2009, 18:16:51
Wenn hier über astronomische Theorien des 18. Jahrhunderts diskutiert werden soll, dann bitte im entsprechenden Thread -> Geschichte der Astronomie. Ansonsten gibt es noch anzumerken, dass Birkeland vor allem im 19. Jhd. gelebt hat und Teile seiner Theorien heute noch aktuell sind und auch bestätigt werden konnten. Magnetische Bänder in der Erdmagnetosphäre werden gelegentlich auch Birkeland-Ströme genannt, wenn den magnetischen Bändern elektrisch geladene Teilchen folgen: http://pluslucis.univie.ac.at/FBA/FBA99/Biernat/4.pdf


@Jerry: Was hat denn dein Literaturhinweis mit Sternentstehung zu tun? Geht es dort nicht um Quantenmechanik?

Ansonsten fällt mir zu dem Thema ein: Gezeitenkräfte. Halbwegs anschauliches Beispiel wäre das Erde-Mond-System. Die Erde dreht sich immer langsamer, während der Mond sich immer weiter entfernt. So ähnlich könnte ein Drehimpulstransfer zwischen Stern und protoplanetarer Scheibe aussehen.

Bitte bedenkt, dass es hier um das Thema "Sternenstehung" geht. Zum Thema "Planetenentstehung" gibt es einen eigenen Thread (Migrationsmechanismen von Planeten bspw. gehören da rein).
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 03. November 2009, 02:49:05
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up010517.jpg)
Bild: NASA, ESA, and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Spiralgalaxie Messier 82

Diese Galaxie stufte man früher als irreguläre Galaxie ein, weil sie in den damaligen Teleskopen so zerrupft aussah. Dank dem HST konnte man das aber richtig stellen. *M 82* ist eine Balkenspirale, 8,6 mag, Sternbild Großer Bär, 14 x 106 Lj. Durch die Wechselwirkung mit M81 bei einem nahen Vorbeiflug vor etwa 500 Millionen Jahren ist die Galaxie M82 dramatisch verändert worden. In ihrem inneren Bereich hat sich die Rate, mit der neue Sterne aus der interstellaren Materie entstehen, stark erhöht. Die Anzahl der explodierenden Sterne liegt um den Faktor 30 höher als in der Milchstrasse und junge Sterne werden hier zehnmal schneller geboren. Wissenschaftler hatten gesagt, dass dies der Grund für die sehr starke Gammastrahlung ist. Diese Aussage konnte jetzt bestätigt werden. Mit den vier Spiegelteleskopen vom Veritas-Observatoriumwurden wurden sogar Strahlungen von 700 x 109 eV festgestellt (Teilchen im  sichtbaren Licht haben eine Energie von etwa 2 eV.

Solch eine Zukunft könnte auch unserer Milchstrasse haben, wenn sie mit der Andromeda-Galaxie in ferner Zukunft kontaktiert.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 04. November 2009, 14:52:11
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up010516.jpg)
Credit: X-ray: NASA/CXC/JHU/D.Strickland; Optical: NASA/ESA/STScI/AURA/The Hubble Heritage Team; IR: NASA/JPL-Caltech/Univ. of AZ/C. Engelbracht

im sichtbaren Licht vom Hubble sieht *M 82* wie eine gewöhnliche spiralförmige Milchstraße aus. Jedoch durch das Spitzer Weltraumteleskop im Infrarotbereich sehen wir ein anderes Bild von dem Material, das von der Scheibe der Galaxie weggesprengt wird. Röntgenstrahl-Daten von *Chandra* zeigen sengendes Gas, das auf Mio° durch diesen gewaltsamen Ausbruch hoch geheizt worden ist. Das Composit von allen diesen verschiedenen Daten offenbart die wahre Natur dieser Galaxie.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 06. November 2009, 22:02:50
Moin,

die Galaxie mit überdurchschnittlicher Sternentstehungsrate ist *M 83* (Südliche Feuerradgalaxie), Sternbild Wasserschlange, +7,5 mag, 14,7 ? 106 Lj.

(https://images.raumfahrer.net/up010514.jpg)
Hubble Image Showcases Star Birth in M83, the Southern Pinwheel

Auf dem Bild macht sie einen prachtvollen Eindruck, zeigt gut sichtbare Spiralarme und weist ein sehr dynamisches Erscheinungsbild auf, wenn man sich auf die roten und blauen Knoten, die die Spiralarme durchziehen, bezieht. Die roten Knoten sind offensichtlich diffuse Gasnebel, in denen sich noch immer neue Sterne bilden, und die durch heiße junge Sterne zum Leuchten angeregt werden.
Die blauen Regionen repräsentieren junge Sternpopulationen, die sich erst vor kurzem, vor einigen Millionen Jahren gebildet haben.
Sie ist auch eine Galaxie mit den meisten SN´s.

Hier noch ein Composit vom NASA Galaxy Evolution Explorer and the National Science Foundation's Very Large Array in New Mexico.

(https://images.raumfahrer.net/up010515.jpg)

Auch hier ist die hohe Sternentstehungsrate auch noch in ~ 140.000 Lj vom Zentrum zu sehen.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 24. November 2009, 23:49:06
Moin,

im Frühstadium des Universums bestanden die gerade neu entstandenen Galaxien noch überwiegend aus gravitativ gebundener Materie. Erst dann kam es zu Sterngeburten.

Astronomen der Universität von Durham in England haben mittels Gravitationslinsen-Technik die ~ 12,5 x 109 Lj entfernte Galaxie *MS1358arc* beobachtet.

(https://images.raumfahrer.net/up010513.jpg)
Bild: NASA/STScI (Composit) / Als rötlicher Bogen erscheint die ferne Galaxie MS1358arc durch die Gravitationslinse

Mit Hilfe der Teleskope Spitzer, Hubble und Gemini North analysierten sie die Sternenbildungsrate in dieser noch sehr jungen Galaxie und kamen zu dem Ergebnis, dass in ihr zu diesem Zeitpunkt ~ 50 Sterne pro Jahr entstanden sind, weitaus mehr und schneller Sterne als bisher angenommen. Erwartet wurden 1 bis 2 Sonnengeburten pro Jahr. Die Fachleute nehmen an, dass diese Galaxie ziemlich typisch für Galaxien in diesem noch jungen Alter sind und schliessen daraus, dass auch die Milchstraße einmal so aussah, als in ihr die ersten Sterne entstanden.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. Dezember 2009, 13:42:42
Moin,

ich greife den Beitrag >>> Hubble, Beitrag # 80 (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1172.msg128891#new) auf und gebe noch weitere Informationen dazu.

Mit der neuen WFC 3 hat Hubble jetzt neue Aufnahmen der Sternbildungsregion *R?136*in 30 Doradus (Tarantelnebel oder NGC 2070), 170.000 Lj, im ultravioletten und sichtbaren Licht sowie im nahen Infraroten gemacht.

(https://images.raumfahrer.net/up010512.jpg)

Hier im Vergleich eine Aufnahme vom Hubble vom Juli 2001 >>> APOD (http://apod.nasa.gov/apod/ap010730.html)

Diese Region wurde schon oft untersucht und dabei wurde bereits am 8. April 1981 von Astronomen der Ruhr-Universität Bochum die Supersonne R 136a entdeckt, die offenbar die 300-fache MSo aufweist. R136a hat einen Durchmesser von ~ 150 Mio km.
Diese aktive Sternentstehungsregion ist ~ 50 Lj groß und enthält einige zehntausend Sterne. Besonders auffällig sind die vielen bläulich leuchtenden Sterne, deren Oberfläche so heiss ist, dass sie überwiegend im Ultravioletten strahlen.

Erst durch die Aufnahmen im Infraroten konnten jetzt einzelne Lichtpunkte aufgelöst werden und somit unterschieden, ob es ein grosser Stern ist oder mehrere kleinere dicht beieinander.

Auf dem neueren Composit ist klar erkennbar, dass diese neu entstandenen Sterne, einschliesslich ihrer protoplanetaren Scheiben, die Region fast ganz leergesaugt haben. Erst in einem grösseren Abstand befinden sich noch dichtere Wolken aus Gas und Staub.

Wie bereits schon in einigen anderen Beiträgen festgestellt wurde, scheinen die beiden magellanschen Wolken durch irgendetwas zur überproportionalen Aktivität angeregt zu sein.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 28. Januar 2010, 11:12:10
Moin,

die typische Sternentstehung verläuft nach folgendem Schema:
Der Beginn ist eine Gaswolke, die überwiegend aus Wasserstoff besteht, und die aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert. Das geschieht, wenn die Schwerkraft den Gasdruck übersteigt. Dann erfolgt die weitere Verdichtung der Gaswolke und es entstehen einzelne Globulen, aus denen dann anschließend die Sterne hervorgehen.

Früher war man ja davon ausgegangen, dass durch Aufsammeln von Gas und Staub aus der protostellaren Scheibe Sterne mit höchstens 10 MSo entstehen können. Der Grund: Durch ihren Strahlungsdruck würden massive Sterne das Material der protostellaren Scheibe sehr schnell in´s All verblasen. Weiter wurde angenommen, dass extrem massereiche Sterne nur durch Verschmelzung entstehen könnten.

Zwischenzeitig ist aber bekannt, dass die Sternentstehung bei kleinen und grossen Sternen gleich abläuft, also auch Riesensterne wachsen nicht schlagartig, sondern allmählich.

Wissenschaftlern gelang jetzt mit dem Feldspektrometer am Gemini-Teleskop auf Hawaii die protostellare Scheibe um den jungen massereichen Stern W33A näher zu untersuchen und Details darin zu erkennen. Daraus konnten die Wissenschaftler auf die Verteilung verschiedener Atome bzw. Moleküle im Innern der Gasscheibe und auf deren Bewegung schließen. Um den sich bildenden Stern W33A dreht eine protostellare Scheibe aus Gas und Staub, aus der laufend Material zum Protostern gesogen wird. Außerhalb dieser Scheibe gibt es einen aufgeblähten, ebenfalls rotierenden Torus aus Gas. Von den Polen des Protosterns  gehen Strahlströme aus, die einen geringen Anteil des aufgefangenen Materials ins All verbläst.

(http://astronomie.scienceticker.info/wp-content/uploads/2010/01/gemini-w33a.jpg)
Bild: Gemini Observatory, Artwork by Lynette Cook (künstlerische Darstellung)
Nach oben und unten die Strahlströme (bläulich) / innen die prostellare Scheibe (rötlich) mit dem innenliegenden Protostern / aussen der Torus (grau)

So wie jetzt beobachtet können massereiche Protosterne auch dann noch Material aufsaugen, wenn sie bereits intensiv strahlen und damit einen starken Strahlungsdruck auf ihre Umgebung ausüben. Die Forscher schätzen die Masse innerhalb des Torus auf derzeit 15 MSo und es ist also noch genügend Material da um W33A noch grösser werden zu lassen.

(https://images.raumfahrer.net/up010511.jpg)
Bild: Chini et al./ESO
Die protostellare Staubscheibe (im Querschnitt) und in ihrem Zentrum ein junger, riesiger Protostern.
(Bild als Beispiel - es handelt sich hier nicht um W33A)

An der Forschung beteiligten sich: Ben Davies, Melvin Hoare und Willem-Jan de Wit, School of Physics and Astronomy, University of Leeds, und Carlson Center for Imaging Science, Rochester Institute of Technology, Rochester, New York; und andere.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 03. Februar 2010, 20:18:16
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up010509.jpg)
ESO PR Photo 05a/10
NGC 3603 und das umgebende Sternentstehungsgebiet

NGC 3603 ist einer der hellsten kompakten Sternhaufen der Milchstraße und enthält eine Vielzahl junger, massereicher Sterne. Die ihn umgebenden Gas- und Staubwolken beherbergen sowohl das erdnächste aktive Sternentstehungsgebiet als auch den massereichsten bislang bekannten Stern unserer Heimatgalaxie.

Obiges Bild wurde mit dem FORS-Instrument am VLT auf dem Cerro Paranal in Chile aufgenommen. Es zeigt den Sternhaufen samt seiner Umgebung, und macht insbesondere die Details der strukturreichen Gas- und Staubwolken sichtbar.

(https://images.raumfahrer.net/up010510.jpg)
PR Image eso9946b
Central Star Cluster in NGC3603

Die Aufnahmen zeigen Sterne in allen Entwicklungsstadien – von neu geborenen und jungen bis hin zu erwachsenen Sternen und solchen, die sich dem Ende ihres Lebens nähern. Dabei haben alle diese Sterne in etwa das gleiche Alter von rund 1 Mio Jahren – verglichen mit dem Alter unserer Sonne und unseres Sonnensystems (rund 5 Mrd Jahre). Dass sie sich trotz des einheitlichen Alters in so unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden, liegt an ihren stark unterschiedlichen Massen: Massereiche Sterne brennen heiss und sehr hell, und sie haben ihren Kernbrennstoff in viel kürzerer Zeit verbraucht als ihre weniger massereichen, kühleren und weniger hellen Geschwister.

Mehr dazu >>> (http://mastermsc.ma.funpic.de/smilies/image291.gif) (http://www.eso.org/public/belgium-de/press-rel/pr-2010/pr-05-10.html) und siehe auch Beitrag 21 in diesem Thread.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Olli am 04. Februar 2010, 13:19:15
Schon wahnsinn diese Aufnahmen... weißt du, Jerry, welche räumliche Ausdehnung die in den Bildern gezeigten Bereiche haben?
Habe unter dem ESO-Link dazu nichts gefunden.

Sind das wenige Lichtjahre oder sind die Strukturen kleiner oder größer?
Je nach dem wie groß die Abstände zwischen den Sternen sind, ergeben sich durchaus interessante Wechselwirkungseffkte.

Grüße,
Olli
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Kreuzberga am 04. Februar 2010, 14:58:31
Hallo Olli,

schau mal auf dieses 2005er Hubbler-Bild mit ungefährem Maßstab, natürlich abhängig von der Entfernungsabschätzung:
 (http://www.raumfahrer.net/astronomie/images/ngc3603 .jpg)

Die Blauen Riesen im offenen Cluster liegen also schon ganz schön dicht beeinander.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. Februar 2010, 22:58:19
Moin,

(https://images.raumfahrer.net/up010508.jpg)
Zwei Ansichten einer typischen Galaxie, 5,5 x 109 Jahre nach dem Urknall. Links eine Aufnahme von Hubble im optischen Licht, rechts das Composit einer Abbildung mit dem IRAM-Interferometer im Licht einer Kohlenstoffmonoxid-Linie (rot/gelb) und dem optischen Bild im sogenannten I-Band (grau). Diese Beobachtungen zeigen zum ersten Mal deutlich, dass die molekulare Emissionslinie und die optische Strahlung der Sterne eine massereiche, rotierende Scheibe von etwa 60.000 Lj ø nachzeichnen. Die Masse des kalten Gases in dieser Scheibe ist etwa zehnmal grösser als in heutigen Galaxien.
Bild: MPE/IRAM

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass normale Galaxien wenige Milliarden Jahre nach dem Urknall fünf- bis zehnmal mehr Gas als heutige Galaxien enthielten - und stellten damit eine größere Menge an Rohstoffen für die Sternentstehung bereit.

Mehr Informationen >>> Gas steigert die Geburtenrate von Sternen (http://www.mpe-garching.mpg.de/Highlights/PR20100210/text-d.html)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hofi am 23. Juni 2010, 07:49:55
Hallo,

ein neues Bild des Hubble-Weltraumteleskop zeigt die Sternentstehungsregion N11 in der LMC. Eine entsprechende Newsmeldung findet ihr *hier* (http://www.raumfahrer.net/news/newsbits/newsbits.shtml#23062010074802).

lg
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: websquid am 15. Juli 2010, 11:07:45
Die ESO hat einen Artikel über den neu gebildeten Stern IRAS 13481-6124 veröffentlicht. Dieser "Sternembryo" hat ca 20 Sonnenmassen, die umgebende Staubscheibe nochmal so viel. Beobachtet wurde dieser Stern vom Weltraumteleskop Spitzer, dem AMBER-Instrument am VLTI, dem 12m APEX-Submillimeterteleskop sowie dem NTT in La Silla.  Das entscheidende an den Beobachtungen ist:
Zitat
Das ist das erste Mal, dass wir die inneren Bereiche einer Scheibe um einen massereichen jungen Stern abbilden konnten. Unsere Beobachtungen zeigen, dass die Entstehung von Sternen immer gleich abläuft, unabhängig von ihrer Masse.
Wer mehr lesen will: Hier klicken (http://www.eso.org/public/germany/news/eso1029/)

mfg websquid
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. Juli 2010, 04:00:29
Moin,

das ist echt interessant, denn bisher wurde ja angenommen, dass massereiche Sterne mit mehr als 8 MSo sehr schnell  kontrahieren und nach Beginn der stellaren Kernfusion von Wasserstoff zu Helium treibt der Sonnenwind (Plasma, bestehend aus Protonen, Elektronen sowie aus Heliumkernen) die umgebende Globule schnell auseinander. Es kann dadurch keine Akkretionsscheibe entstehen und somit akkretiert der junge Stern keine weitere Masse mehr.

Aber nun solch eine Scheibe!

Es ist nur schade, dass man nichts über das *Farben-Helligkeits-Diagramm* geschrieben hat.

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: T.D.K. am 21. Juli 2010, 13:16:21
Die ESO hat in der Großen Magellanschen Wolke einen Stern entdeckt der 265 Sonnenmassen hat!
Bisher galt 150 MS ja als Limit und der hat fast Doppelt soviel.

(https://images.raumfahrer.net/up009266.jpg)


http://www.eso.org/public/news/eso1030/ (http://www.eso.org/public/news/eso1030/)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Hellfish am 21. Juli 2010, 13:57:51
wie kann ich mir das mit der sonnenmasse vorstellen? geht man davon aus das 1 sonnenmasse die größe unsere sonne hat?
ich hab zwar bei wiki ein bericht über sonnenmasse entdeckt.
dort wird beschrieben:
Die Sonnenmasse, kurz M☉, ist eine astronomische Maßeinheit, die über die Masse der Sonne definiert wird.

aber welche sonne?

soll das dann bedeuten das ein stern 265x größer als unsere sonne ist?  ::)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: T.D.K. am 21. Juli 2010, 13:58:46
Jain. Bezieht sich auf die Masse unserer Sonne.
Und der ist eben 265 mal schwerer als unsere Sonne.
Hat aber nichts mit dem Durchmesser zu tun, sondern mit der Masse.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 21. Juli 2010, 14:11:39
Moin,

to Hellfish:

siehe auch hier mal rein >>> Überriesen (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=652.0)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: H.J.Kemm am 21. Juli 2010, 19:58:17
Moin,

zu *NGC 3603* siehe auch hier >>> Sternentstehung / Antwort 102 (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=451.msg134214#msg134214)

und zu *RMC 136a* siehe hier >>>
Sternentstehung / Antwort 100 (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=451.90)

Jerry
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 15. Februar 2012, 16:06:54
Hallo Zusammen,

Sternentstehung in Barnards “dunklen Flecken am Himmel”

Die Entfernung der Taurus Molecular Cloud  zur Erde beträgt etwa 450 Lichtjahren und sie liegt im Sternbild Taurus (Stier).

(https://images.raumfahrer.net/up038270.jpg)
Credit: ESO, IAU and Sky & Telescope

In der Aufnahme des Atacama Pathfinder Experiments (APEX) aus Chile ist eine mehr als zehn Lichtjahre lange, gebogene filamentartigen Struktur aus kosmischem Staub zusehen, die unter der Bezeichnung Barnard 211 und Barnard 213 bekannt ist.

Edward Emerson Barnard hat am  Anfang des 20. Jahrhunderts in einem fotografischen Atlas Dunkelwolken in der Milchstraße erfasst und der dazugehörigen
Katalog wurde unter dem Titel „On the dark markings of the sky“ („Über die dunklen Flecken am Himmel“) veröffentlicht.

Die Taurus Molecular Cloud erscheint im sichtbaren Licht als dunkle Gebiete und Barnards dunkle Flecken sind Wolken aus  interstellarem Gas und Staub.
Diese winzigen Partikel, ähnlich dem sehr feinem Ruß oder Sand, absorbieren sichtbares Licht und geben den Blick auf das Sternenfeld hinter den Wolken nicht frei.

(https://images.raumfahrer.net/up038271.jpg)
Credit: Digitized Sky Survey 2. Danksagung: Davide De Martin.
https://images.raumfahrer.net/up038272.jpg (https://images.raumfahrer.net/up038272.jpg)


Dieser kosmische Staub ist etwa -260 °C kalt, und das schwache Leuchten kann nur durch Submillimeter-Wellenlängen-Beobachtungen von 12 Meter-APEX-Submillimeterteleskop  nachgewiesen werden.
In den Wolken verbergen sich neugeborene Sterne und dichte Gaswolken, die kurz vor dem Kollapieren zur neuen Sternbildung stehen.
Das linke Bild zeigt das Gebiet im sichtbaren Licht und rechts ist die Beobachtung der LABOCA-Kamera von dem APEX-Teleskop zu sehen
(https://images.raumfahrer.net/up038273.jpg)
Credit: ESO/APEX (MPIfR/ESO/OSO)/A. Hacar et al./Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin.
http://www.eso.org/public/images/comparisons/eso1209ea/ (http://www.eso.org/public/images/comparisons/eso1209ea/)

Die Wärmestrahlung der komischen Staubkörner in rechten oberen Bereich von Barnard 211 ,und der unten linker Bereich ist Barnard 213, werden in diesem Falschfarben- Composit-Bild in orange dargestellt.
(https://images.raumfahrer.net/up038274.jpg)
Credit: ESO/APEX (MPIfR/ESO/OSO)/A. Hacar et al./Digitized Sky Survey 2. Acknowledgment: Davide De Martin.
https://images.raumfahrer.net/up038275.jpg (https://images.raumfahrer.net/up038275.jpg)

Der helle Stern über Barnard 211 und 213  ist φ Tauri. und der nur teilweise am linken Bildrand sichtbare Stern trägt die Bezeichnung HD 27482.

Quelle:
http://www.eso.org/public/germany/news/eso1209/ (http://www.eso.org/public/germany/news/eso1209/)

Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: redmoon am 17. Februar 2012, 17:24:09
Hallo,

mit etwas Verzögerung dann auch der entsprechende Bericht auf unserer Portalseite : 
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/17022012171537.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/17022012171537.shtml) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: redmoon am 19. Januar 2013, 16:49:28
Hallo,

eine am vergangenen Mittwoch von der europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichte Aufnahme zeigt die Dunkelwolke "Lupus 3".

Mehr zu diesem Sternentstehungsgebiet auf unserer Portalseite :  http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/17012013185816.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/17012013185816.shtml) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: redmoon am 26. Januar 2013, 16:02:21
Hallo,

eine am letzten Mittwoch veröffentlichte Aufnahme des APEX-Teleskops der ESO zeigt die Region rund um den Reflektionsnebel NGC 1999. Mehr zu diesem Sternentstehungsgebiet auf unserer Portalseite :  http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/26012013153817.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/26012013153817.shtml)

Schöne Grüße aus Hambnurg - Mirko
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Majo2096 am 26. Januar 2013, 21:23:11
Hallo Mirko,

In dem Artikel zu NGC 1999 auf der Portalseite schreibst du:
Zitat
Im Zentrum des Nebels ist ein dunkler Fleck erkennbar, welcher auf einer bekannten Aufnahme des von der NASA und der ESA betriebenen Weltraumteleskops Hubble noch deutlicher in Erscheinung tritt.

Ich dachte eigentlich das Hubbel ein reines Nasa Projekt ist und hab auch auf der Internetseite der ESA nichts zu Hubbel gefunden, kann es sein das sich hier ein Fehler eingeschlichen hat ?
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: websquid am 26. Januar 2013, 21:43:37
Nein, das stimmt schon so. Das HST ist eine Kooperation von NASA und ESA, wobei die ESA aber wirklich nur wenige Instrumente beigesteuert hat und damit nur "Juniorpartner" ist. Bei der Operation des Systems hängt in Europa auch noch die ESO mit drin. Die europäische Webseite zu Hubble findest du hier: http://www.spacetelescope.org/ (http://www.spacetelescope.org/)

Edit: Auch auf der normalen ESA-Seite ist Hubble zu finden, guck mal hier: http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Mission_navigator (http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Mission_navigator)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Majo2096 am 26. Januar 2013, 21:59:38
Danke für die Antwort,
habe vorhin einfach Hubbel in die ESA search zeile eingegeben und nichts gefunden :-[
und da sonst immer nur die NASA erwähnt wird war es mir nicht klar.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 27. Januar 2013, 00:03:00
Es schreibt sich ja auch Hubble und nicht Hubbel. Benannt wurde es nach dem Astronomen Edwin Hubble.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Majo2096 am 27. Januar 2013, 00:21:58
achso mit so einen Buchstabendreher kann das ja auch nicht klappen  :-[
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 27. Januar 2013, 10:56:25
Google-Suche nach esa & hubble liefert: http://www.spacetelescope.org/ (http://www.spacetelescope.org/).
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 14. Mai 2013, 10:07:09
Hallo Zusammen,

Hubble hat eine interessante Galaxie -Form entdeckt.
Die Galaxie 2MASX J05210136-2521450 ist eine sehr hell leuchtende Infrarot-Galaxie, die enorme Mengen Licht in den  Infrarot-Wellenlängen aussendet. Daraus schließen die Wissenschaftler auf eine intensive Sternentstehungsaktivität. Die Kollision zwischen zwei wechselwirkenden Galaxien hat in dem Verschmelzungsprozess Spuren hinterlassen.  2MASX J05210136-2521450 präsentiert einen einzigen hellen Kern und eine spektakuläre äußere Struktur, die aus einer einseitigen Verlängerung des inneren Arms besteht. Durch die einwirkenden Gravitationskräfte bei der Verschmelzung bewegt sich ein Arm in die entgegengesetzte Richtung. Das Bild ist ein Composit von Bilder der Advanced Camera von Hubble im Nah-Infrarot-und sichtbares Licht.
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030093320-49f4d638.jpg)
Credit: ESA/Hubble & NASA. Acknowledgement: Luca Limatola
http://www.nasa.gov/mission_pages/hubble/science/2masx-j0521.html (http://www.nasa.gov/mission_pages/hubble/science/2masx-j0521.html)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: redmoon am 18. Mai 2013, 13:23:18
Hallo,

Astronomen konnten durch die Auswertung von Daten des Radioteleskops APEX und des Weltraumteleskops Herschel im Bereich der Orion-Molekülwolke definitiv 15 Protosterne nachweisen, welche vermutlich zu den jüngsten Protosternen gehören, die jemals gefunden wurden.

Mehr dazu auf unserer Portalseite :  http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/18052013130453.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/18052013130453.shtml) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Schillrich am 20. Mai 2013, 06:55:30
Guten Morgen,

passt vielleicht am besten mit hierhin: Schön aufbereitet, die Evolutionsslinien der Sterne:
(https://images.raumfahrer.net/up038269.jpg)
NASA, Chandra

Und hübsch interaktiv hier nochmal:
http://chandra.harvard.edu/edu/formal/stellar_ev/stellar_ev_flash.html (http://chandra.harvard.edu/edu/formal/stellar_ev/stellar_ev_flash.html)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Major Tom am 30. Mai 2013, 18:24:12
Möglicherweise müssen die Theorien zur Sternentwicklung grundlegend überarbeitet werden. Simon Campbell vom Zentrum für Astrophysik an der Monash Universität in Melbourne entdeckte Anomalien in alten Fachartikeln. Demnach folgen offenbar nicht alle Sterne der normalen Entwicklung und blähen sich nicht zu Riesensternen auf, obwohl sie das anhand der vorhandenen Masse eigentlich sollten.

Cambpell beobachtete daraufhin mit dem VLT den Kugelsternhaufen NGC 6752 und entdeckte einen direkten Zusammenhang von Natriumgehalt und Sternentwicklung. Sämtliche Sterne im Asymptotischen Riesenast waren alte Sterne der ersten Generation mit niedrigem Natriumanteil. Kein einziger Stern der zweiten Generation mit hohem Natriumgehalt, das sind fast 3/4 aller Sterne des Sternhaufens, war zu einem Riesenstern geworden.

Quelle: http://dx.doi.org/10.1038/nature12191 (http://dx.doi.org/10.1038/nature12191)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Major Tom am 10. Juli 2013, 13:04:37
Mit ALMA, dem Atacama Large Millimeter-submillimeter Array, wurde der größte Protostern entdeckt, der in der Milchstraße bekannt ist. Er hat mehr als die 500fache Masse der Sonne und wächst immer noch. Am Ende der Entwicklung dürfte sich daraus ein gigantischer Stern von etwa 100facher Sonnenmasse bilden.

Quelle: http://dx.doi.org/10.1051/0004-6361/201321318 (http://dx.doi.org/10.1051/0004-6361/201321318)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: websquid am 10. Juli 2013, 14:46:20
Dazu mehr im Portal: http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/10072013144531.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/10072013144531.shtml)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 29. August 2014, 22:30:34
Hallo Zusammen,
Ein extrem massereicher Stern wurde gefunden.
Die  deutsch-schwedische Astronomengruppe unter der Leitung von Shiwei Wu vom Max-Planck-Institut für Astronomie hat den massereichsten Stern in W49, in der Kinderstube unserer Milchstraße entdeckt. Durch seine Masse zwischen 100 und 180 Mal soviel Masse wie unsere Sonne hat der Stern W49nr1 seltenheitswert. Nur einige Dutzend solcher Sterne von den Milliarden erfassten Sternen fallen in diese Gewichtsklasse. Nur mit den Infrarotbeobachtungen des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO)  war es den Forschern möglich, das Gebiet W49 hinter den dichten Staubwolken zu identifizieren. Die Region W49 ist rund 36.000 Lichtjahre (11,1 kpc) von der Erde entfernt. Zwei Spiralarme unserer Heimatgalaxie liegen zwischen uns und dem Sternhaufen.
Der weißen Pfeil gekennzeichnet den Stern W49nr1
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030143906-abe5d313.jpg)
Bild: S.-W. Wu, A. Bik, Th. Henning, A. Pasquali, W. Brandner, A. Stolte.
 
Der bläuliche Riesenstern W49nr1 hat den 25.5-fachen Durchmesser unserer Sonne
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030143908-8a1697ca.jpg)
Bild: MPIA / Axel M. Quetz

http://www.aanda.org/articles/aa/abs/2014/08/aa24154-14/aa24154-14.html (http://www.aanda.org/articles/aa/abs/2014/08/aa24154-14/aa24154-14.html)
http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2014/PR_2014_07/PR_2014_07_de.html (http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/PR/2014/PR_2014_07/PR_2014_07_de.html)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Duc-Lo am 02. September 2014, 11:57:55
Hallo,
Ich habe ein sehr interesantes Video gefunden. Da wird erklärt wie ein Stern so entsteht.  Endlich habe ich es verstanden, wie so ein Stern entsteht.  ;)

Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 02. September 2014, 16:10:33
Die Erklärung ist allerdings nicht sehr exakt. "Größer als" bzw. "kleiner als" die Sonne ist doch sehr dehnbar. Riesiges Schwarzes Loch ist sogar vollkommen irreführend, da ein stellares SL nur ein paar Kilometer Durchmesser hat.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Volker am 03. September 2014, 15:01:43
Hallo,

Zitat
Die Erklärung ist allerdings nicht sehr exakt

Naja, wenn man sich nur 90 Sekunden Zeit dafür nimmt, dann leidet die Praezision natürlich ein bisschen...

Gruss,
Volker
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: GG am 03. September 2014, 15:17:14
Der Brockhaus gilt (galt?) aber als Messlatte für exaktes Wissen. Zumindest waren vor ein paar Wochen Leute von Brockhaus Online an unserer Schule und haben Werbung für ihr tolles Produkt gemacht. Hm. :-\
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: -eumel- am 21. März 2016, 01:47:55
Das neue Hubble Bild bitte in voller Auflösung (4K) betrachten! (Achtung Schmierphon-User: 6,5 MB!) :

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030202456-f81d65cd.jpg) Credit: NASA, ESA, P Crowther (University of Sheffield)

In der großen Magellanischen Wolke - einer Nachbargalaxie, 170000 Lichtjahre entfernt, liegt 30Doradus, der Tarantula-Nebel.
Der Tarantel-Nebel enthält einige sehr helle Stern-Entstehungsgebiete, die für uns gut beobachtbar sind, weil sie relativ nahe sind.
Im Zentrum des Nebels liegt der offene Sternhaufen R136, der nur wenige Lichtjahre durchmisst.
R136 ist erst 1-2 Millionen Jahre alt und seine blauen Sterne sind sehr hell und heiß.
Sie haben bereits sämtliches Gas und Material aus der Umgebung in sich aufgesaugt.

In R136 gibt es die größten Sterne, die bisher überhaupt entdeckt wurden:
- Dutzende Sterne mit mehr als 50 Sonnenmassen,
- 9 Riesensterne mit mehr als 100 Sonnenmassen,
- 4 Sterne mit mehr als 150 Sonnenmassen
- und den massivsten Stern R136a1 mit 250 Sonnenmassen.

Viele von ihnen haben die Massengrenze der Sterne überschritten und es ist unklar, wie sie überhaupt entstehen und bestehen können.
Sie emittieren riesige Energiemengen, verlieren monatlich eine Erdmasse, die sie auf 1% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen.
Ihre Oberflächen-Temperatur ist so heiß, dass sie uns blau erscheinen.
Hauptsächlich strahlen sie im ultraviolettem Spektrum. 
Ihre aggressive, energiereiche Strahlung lässt weiter entfernte Gaswolken aufleuchten und regt durch ihre Schockwellen weitere Stern-Entstehungen an.

Die Herausforderung für die Astronomen bestand hauptsächlich darin, diese dicht beieinander liegenden hellen Objekte aufzulösen.
Dazu hat das Team um Paul Crowther (University of Sheffield, U.K.) einen weiteren großen Beitrag geleistet.
Für ihre Arbeit kombinierten sie Aufnahmen der Wide Field Camera 3 (WFC3) und dem Space Telescope Imaging Spectrograph (STIS).
Sie würdigten nochmals den Beitrag der Space Shuttle Astronauten, die bei Service Missionen das STIS reparierten.


Quelle (https://www.spacetelescope.org/news/heic1605/)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Magellan am 21. März 2016, 11:22:04
Zitat
Sie haben bereits sämtliches Gas und Material aus der Umgebung in sich aufgesaugt.
--------------------------
Sie emittieren riesige Energiemengen, verlieren monatlich eine Erdmasse, die sie auf 1% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen.
Wie ist das zu verstehen? Ist das Aufsaugen ein abgeschlossener Zustand, dem jetzt das Emittieren folgt? Denn bei dieser Abstrahlung kann doch nichts mehr an den Stern heran zum Aufsaugen?
Zitat
Ihre aggressive, energiereiche Strahlung lässt weiter entfernte Gaswolken aufleuchten und regt durch ihre Schockwellen weitere Stern-Entstehungen an.
Welcher Art sind diese Schockwellen? Handelt es sich also um reinen Strahlungsdruck? Eine Schockwelle ensteht doch entweder bei sprunghaften Vorgängen im Stern oder durch dessen rasche Bewegung auf die o.a. Gaswolken zu bzw. vice versa.
Wobei dann also Material verdichtet werden müßte, soweit daß Grav.Senken enstehen, wenn ich das richtig sehe?
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: SpaceMech am 21. März 2016, 12:09:08
Wie ist das zu verstehen? Ist das Aufsaugen ein abgeschlossener Zustand, dem jetzt das Emittieren folgt? Denn bei dieser Abstrahlung kann doch nichts mehr an den Stern heran zum Aufsaugen?
...
Welcher Art sind diese Schockwellen? Handelt es sich also um reinen Strahlungsdruck? Eine Schockwelle ensteht doch entweder bei sprunghaften Vorgängen im Stern oder durch dessen rasche Bewegung auf die o.a. Gaswolken zu bzw. vice versa.
Wobei dann also Material verdichtet werden müßte, soweit daß Grav.Senken enstehen, wenn ich das richtig sehe?

Lies mal nach zB unter https://de.wikipedia.org/wiki/Sternentstehung (https://de.wikipedia.org/wiki/Sternentstehung)

Im T-Tauri-Stadium können Sterne über Sternwinde heftig Masse verlieren UND GLEICHZEITIG aus der Akkretionsscheibe noch Masse aufnehmen; ist also kein Widerspruch.
Schockfronten im umgebenden Merdium: durch die Sternwinde ode die polaren Jets.

   Gruss  HHg
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Magellan am 21. März 2016, 16:43:29
Ja warum steht dann da nicht gleich nur der Link nach W. ? Da brauch ich doch das Forum als evlt Bündelung von Wissen nicht ?

Und was die Schockwellen betrifft, stand da "...Strahlung..." und nichts von Sternwinde und Jets. Daher meine Frage, weil ich als Laie den Zusammenhang nicht sah.

Ich lese hier immer "Frage nur..." und "Es gibt keine dummen Fragen"

Da muß ich als interessierter Laie wohl die Schwelle noch unterschritten haben....
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Spike77 am 21. März 2016, 18:49:57
Da habe ich auch ein paar Fragen zu :-)

zu R136a1 ... im Wikipedia-Artikel (https://en.wikipedia.org/wiki/R136a1) zu ihm steht dass er 315 Sonnenmassen groß wäre. Da haben wir jetzt eine Differenz von 65 Sonnenmassen. Also nicht gerade wenig. Kann ich das ignorieren und sagen: da haben verschiedene Forscher mit verschiedenen Modellen und Methoden gearbeitet und gut ist?

Zum Masseverlust hätte ich auch eine Frage.

Ich muss mir das nicht so vorstellen, dass R136a1 (nur zum Beispiel) jetzt jedes Jahr 12 Erdmassen verliert und dann in 6,9 Millionen Jahren alle seine Masse emittiert hat und aufhört zu existieren oder? Das würde doch bestimmt irgendwann aber eine gewissen Größe aufhören oder?
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Prodatron am 21. März 2016, 21:16:18
Zitat von: wikipedia-EN
R136a1 closely matches the expected properties for an initially rapidly-rotating 320 M☉ star with LMC metallicity after shining for about 1.7 million years.

A current mass of 256 M☉ is found in similar analysis using PoWR (Potsdam Wolf Rayet) atmospheric models with optical and ultraviolet spectra and a mass-luminosity relation, assuming a single star.

A more recent analysis using BONNSAI to derive the age and mass by matching an evolutionary model to the observed parameters gives a current mass of 315 M☉, from an initial mass of 325 M☉.

Er hat also mit um die 320-325 Sonnenmassen gestartet. Die Leute aus Potsdam haben ihn dann auf aktuell noch 256 von ursprünglich 320 geschätzt. Die aktuelleren Ergebnisse von BONNSAI scheinen nun aber auf 315 von ursprünglich 325 hinzudeuten. Also ja, das geht ja in der Astronomie ständig hin und her bei solchen Zahlen.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 27. April 2016, 15:19:21
Hallo Zusammen,

Lichtechos geben Hinweise zu einer protoplanetaren Scheibe.

Zuerst schauten die Astronomen, wie viel Zeit das direkte Licht vom Stern zur Erde braucht. Dann ermittelten sie, wie lange das Licht vom Stern, welches vom Stern den inneren Rand der umgebenen Scheibe traf, zur Erde benötigt. Durch die Zeitdifferenz wird der Abstand des Sterns zur protoplanetaren Scheibe gemessen. In dieser Studie betrug das Lichtecho gerade mal 74 Sekunden. Der Stern YLW 16B befindet sich in der Ophiuchi Sternentstehungsregion und liegt etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt.  YLW 16B hat in etwa die gleiche Masse wie unsere Sonne, ist aber mit nur eine Million Jahre ein Baby, im Vergleich zu unseren 4,6-Milliarden-jährigen Sonne.
Die Astronomen kombinierten die  Spitzer Daten mit Beobachtungen von erdgebundenen Teleskopen, das Mayall-Teleskop auf dem Kitt Peak National Observatory in Arizona; die SOAR und SMARTS Teleskope in Chile; und das Harold L. Johnson Teleskop in Mexiko. Die bodengestützten Observatorien beobachteten das kurzwellige Infrarotlicht dass direkt vom Stern emittiert wird. Und Spitzer beobachtete das längerwelliges Infrarotlicht von den Echos der protoplanetaren Scheibe. Die dicken interstellaren Wolken blockieren den Blick von der Erde. Die Astronomen konnten nicht das sichtbares Licht verwenden, um den Stern zu überwachen. Das unregelmäßige Licht ermöglichte den Astronomen die Lücke zwischen der protoplanetaren Scheibe und dem Stern zu messen. Sie berechneten eine Zeitverzögerung von etwa 0,08 Astronomische Einheiten, das ist etwa 8 Prozent des Abstandes zwischen Erde und Sonne.
Für die Spitzer-Studie wurde zum ersten Mal das Licht-Echo-Verfahren im Rahmen von protoplanetaren Scheiben verwendet.
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030204753-7dd3d1af.jpg)
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20645 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20645)

http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=6439 (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=6439)
http://arxiv.org/abs/1603.06000 (http://arxiv.org/abs/1603.06000)
http://arxiv.org/pdf/1603.06000v1.pdf (http://arxiv.org/pdf/1603.06000v1.pdf)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: AeitschTi am 07. September 2016, 12:14:03
Bildveröffentlichung potw1636a: N159

Diese Aufnahme zeigt eine vorgestern veröffentlichte Aufnahme einer HII-Region in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße.

Dieser Strudel aus glühendem Staub und dunklem Gas ist eine Sternenwiege bzw. stellare Geburtsstätte mit einer Ausdehnung von 150 Lichtjahren.

N159 enthält viele heiße, junge Sterne. Sie senden große Mengen ultraviolettes Licht aus, welches das Wasserstoffgas in ihrer Nähe zum glühen bringt und den Sternenwind das meiste Gas des Nebels wegschieben lässt.

Im Herzen der kosmischen Wolke befindet sich der schmetterlingsförmige Papillon-Nebel. Er wird von einem Materiestrom gebildet, den der Strahlungsdruck eines heißen jungen Sterns vom 10-fachen der Masse unserer Sonne ins All schießt.

N159 ist über 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich direkt südlich von NGC 2070 (auch Tarantelnebel oder 30 Doradus genannt), einem weiteren  großen Sternenentstehungsgebiet innerhalb der Großen Magellanschen Wolke.

(https://images.raumfahrer.net/up070644.jpg)

Image Credit: ESA/Hubble & NASA

Quelle: http://www.spacetelescope.org/images/potw1636a/ (http://www.spacetelescope.org/images/potw1636a/)
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 23. Dezember 2019, 16:10:20
Hallo Zusammen,

die Perseus-Molekülwolke.
Ist eine Ansammlung von Gas und Staub mit einem Durchmesser von mehr als 500 Lichtjahren und beherbergt eine Fülle junger Sterne. Es wurde hier vom Spitzer-Weltraumteleskop der NASA aufgenommen. Das Multiband Imaging Photometer (MIPS) von Spitzer hat dieses Bild während der "Kältemission" von Spitzer aufgenommen, die vom Start des Raumschiffs im Jahr 2003 bis zum Jahr 2009 lief, danach war die Versorgung mit flüssigem Heliumkühlmittel für das Weltraumteleskop erschöpft. (Es war dann der Beginn von Spitzers "warmer Mission".)

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031054825-2fa9e562.jpg)
Größe der Aufnahme 15950 × 6500  und 6.84 MB.

Dieses Bild (Abbildung 1) des Spitzer-Weltraumteleskops zeigt die Position und scheinbare Größe der Perseus-Molekülwolke am Nachthimmel. Die Ansammlung von Gas und Staub befindet sich am Rande der Perseus-Konstellation und ist etwa 1.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und etwa 500 Lichtjahre breit.
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031054829-ba7944e0.jpg)

Dieses mit Anmerkungen versehene Bild (Abbildung 2) der Perseus-Molekülwolke, das vom Spitzer-Weltraumteleskop bereitgestellt wird, zeigt die Position verschiedener Sternhaufen, darunter NGC 1333.
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031054830-0680b69a.jpg)
Kredit aller Bilder: NASA/JPL-Caltech
Quellen:
https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23405 (https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA23405)
http://www.spitzer.caltech.edu/news/2207-ssc2019-18-Spitzer-Studies-a-Stellar-Playground-With-a-Long-History (http://www.spitzer.caltech.edu/news/2207-ssc2019-18-Spitzer-Studies-a-Stellar-Playground-With-a-Long-History)

In deutsch vom Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE)
Wie sich eine Scheibe um junge Protosterne dreht (https://www.mpe.mpg.de/7341175/news20190904)

Beste Grüße
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 15. Januar 2020, 16:01:37
Hallo Zusammen,

der Murchison CM2 Meteorit enthält das älteste Material der Erde:
7 Milliarden Jahre alten Sternenstaub

 
Sterne haben Lebenszyklen. Sie werden geboren, wenn sich Staub- und Gaspartikel im Weltraum finden und aufeinander fallen und sich erwärmen. Sie brennen Millionen bis Milliarden von Jahren und sterben dann. Wenn sie sterben, werfen sie die Teilchen, die sich in ihren Winden gebildet haben, in den Weltraum, und diese Sternenstaubteile bilden schließlich neue Sterne, zusammen mit neuen Planeten, Monden und Meteoriten.

Und in diesem Meteoriten, der am 28. September 1969 in Victoria, in Australien gefallen war, haben Wissenschaftler jetzt  uralten Sternenstaub entdeckt, der sich vor fünf bis sieben Milliarden Jahren gebildet hat, das älteste feste Material, das jemals auf der Erde gefunden wurde.

Die Materialien, die Philipp Heck, Kurator am Field Museum, und seine Kollegen untersucht haben, heißen präsolare Körner, Mineralien, die vor der Geburt der Sonne gebildet wurden. Sie sind solide Proben von Sternen, echtes Sternenstaub. Diese Sternenstaubstücke wurden in Meteoriten gefangen, wo sie Milliarden von Jahren unverändert blieben, was sie zu Zeitkapseln der Zeit vor dem Sonnensystem machte.
Aber präsolare Körner sind schwer zu bekommen. Sie sind selten, nur in etwa fünf Prozent der Meteoriten, die auf die Erde gefallen sind, zu finden,

Das Field Museum verfügt jedoch über den größten Teil des Meteoriten von Murchison, er ist eine Fundgrube präsolarer Körner. Die  Menschen in Murchison, Victoria, stellten sie der Wissenschaft zur Verfügung. Für diese Studie wurden die presolare Körner vor etwa 30 Jahren an der Universität von Chicago aus dem Murchison-Meteoriten isoliert.
Die Fragmente des Meteoriten wird zu Pulver zerkleinern, es ist dann eine Art Paste, sie hat eine scharfe Eigenschaft, es riecht nach fauler Erdnussbutter. Diese „faule Erdnussbutter-Meteoriten-Paste“ wurde dann mit Säure aufgelöst, bis nur noch die präsolaren Körner übrig waren.
Nachdem die präsolaren Körner isoliert worden waren, stellten die Forscher fest, aus welchen Arten von Sternen sie stammten und wie alt sie waren. Sie haben Alterdaten für die Exposition verwendet, die im Wesentlichen die Exposition gegenüber kosmischen Strahlen messen, bei denen es sich um energiereiche Partikel handelt, die durch unsere Galaxie fliegen und in feste Materie eindringen. Einige dieser kosmischen Strahlen interagieren mit der Materie und bilden neue Elemente. In dem die Forscher messen, wie viele dieser neuen kosmisch erzeugten Elemente in einem präsolaren Korn vorhanden sind, können sie feststellen, wie lange es kosmischer Strahlung ausgesetzt war, und sie messen wie alt es ist.

Die Forscher erfuhren, dass einige der präsolaren Körner in ihrer Probe die ältesten waren, die jemals entdeckt wurden, basierend darauf, wie viele kosmische Strahlen sie aufgenommen hatten, mussten die meisten Körner 4,6 bis 4,9 Milliarden Jahre alt sein und einige Körner waren gleichmäßig älter als 5,5 Milliarden Jahre. Im Kontext ist unsere Sonne 4,6 Milliarden und die Erde 4,5 Milliarden Jahre alt.

Das Alter der präsolaren Körner war jedoch noch nicht das Ende der Entdeckung. Da sich beim Sterben eines Sterns präsolare Körner bilden, können sie uns etwas über die Geschichte der Sterne erzählen. Und vor 7 Milliarden Jahren bildete sich anscheinend eine Rekordernte von neuen Sternen, eine Art astraler Babyboom.
Die Forscher fanden mehr junge Körner, als sie es erwartet hatten. Ihre Hypothese ist, dass die Mehrheit dieser Körner, die 4,9 bis 4,6 Milliarden Jahre alt sind, in einer Episode verstärkter Sternentstehung entstanden ist. Es gab eine Zeit vor dem Start des Sonnensystems, in der sich mehr Sterne gebildet haben als normal.

Dieser Befund ist eine Munition in einer Debatte zwischen Wissenschaftlern darüber, ob sich ständig neue Sterne bilden oder ob es im Laufe der Zeit Höhen und Tiefen bei der Anzahl neuer Sterne gibt. Einige Forscher denken, dass die Sternentstehungsrate der Galaxie konstant ist, aber mit diesen Körner aus den Proben von Meteoriten haben die Wissenschaftler jetzt direkte Beweise für eine Periode verstärkter Sternentstehung in unserer Galaxie vor 7 Milliarden Jahren. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Studie.

Philipp Heck erklärte, dass dies nicht das einzige Unerwartete ist, was sein Team gefunden hat. Bei der Untersuchung der Wechselwirkung der Mineralien in den Körnern mit der kosmischen Strahlung stellten die Forscher fest, dass präsolare Körner häufig in großen Clustern „wie Müsli“ durch den Weltraum schweben. Niemand hat gedacht, dass dies in dieser Größenordnung möglich ist.
Sternenstaub ist das älteste Material, das die Erde erreicht, und von dort aus können wir mehr über unsere Ursprungssterne, die Herkunft des Kohlenstoffs in unserem Körper und die Herkunft des Sauerstoffs, den wir atmen, erfahren. Mit Sternenstaub können wir dieses Material bis in die Zeit vor der Sonne zurückverfolgen, erklärte Philipp Heck.

https://www.pnas.org/content/early/2020/01/07/1904573117 (https://www.pnas.org/content/early/2020/01/07/1904573117)
https://www.fieldmuseum.org/about/press/meteorite-contains-oldest-material-earth-7-billion-year-old-stardust (https://www.fieldmuseum.org/about/press/meteorite-contains-oldest-material-earth-7-billion-year-old-stardust)

https://www.lpi.usra.edu/meteor/metbull.php?code=16875 (https://www.lpi.usra.edu/meteor/metbull.php?code=16875)
https://de.wikipedia.org/wiki/Murchison_(Meteorit) (https://de.wikipedia.org/wiki/Murchison_(Meteorit))

Beste Grüße
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Prodatron am 16. Januar 2020, 00:49:23
@Gertrud, danke für diesen super interessanten Artikel!

Und vor 7 Milliarden Jahren bildete sich anscheinend eine Rekordernte von neuen Sternen, eine Art astraler Babyboom.
[...]
Dieser Befund ist eine Munition in einer Debatte zwischen Wissenschaftlern darüber, ob sich ständig neue Sterne bilden oder ob es im Laufe der Zeit Höhen und Tiefen bei der Anzahl neuer Sterne gibt. Einige Forscher denken, dass die Sternentstehungsrate der Galaxie konstant ist, aber mit diesen Körner aus den Proben von Meteoriten haben die Wissenschaftler jetzt direkte Beweise für eine Periode verstärkter Sternentstehung in unserer Galaxie vor 7 Milliarden Jahren.
Aber es macht doch gar keinen Sinn, daß die Rate immer konstant war?
Die Milchstrasse hat immer wieder größere und kleinere Kollisionen mit anderen (Zwerg)Galaxien gehabt. Solche Kollisionen führen zur erhöhten Sternenentstehung, da der Kollaps von Molekülwolken hierbei vermehrt angeregt wird.
Vermutlich hat dann so eine etwas größere Kollision auch mal vor 7 Mrd. Jahren stattgefunden. Die jetzigen Befunde beweisen doch nur, daß es regelmäßig Verschmelzungen bzw. Kollisionen gab, was man ja eh angenommen hat.
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 28. März 2020, 17:12:55
Hallo Prodatron,

entschuldige bitte, das ich erst jetzt zu Deiner Frage antworte.
Es ist mir damals anscheinend aus dem Gedächtnis gefallen. :(

Die Wissenschaftler haben mit den Zeilen,
[...] Einige Forscher denken, dass die Sternentstehungsrate der Galaxie konstant ist, aber mit diesen Körner aus den Proben von Meteoriten haben die Wissenschaftler jetzt direkte Beweise für eine Periode verstärkter Sternentstehung in unserer Galaxie vor 7 Milliarden Jahren.
der bis damals von einigen Forschern vertretende Annahme, dass die Sternentstehungsrate der Galaxie konstant gewesen ist, widerlegt.

(………)
Vermutlich hat dann so eine etwas größere Kollision auch mal vor 7 Mrd. Jahren stattgefunden. Die jetzigen Befunde beweisen doch nur, daß es regelmäßig Verschmelzungen bzw. Kollisionen gab, *was man ja eh angenommen hat.
hervorhebung von mir

Das wissenschaftliche Team um Philipp Heck, konnten dies jetzt mit den neuen Ergebnissen der Forschungen belegen.

Beste Grüße
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 28. März 2020, 17:51:09
Hallo Zusammen,

das Sternentstehungsprojekt kartiert nahegelegene interstellare Wolken.

Die Astronomen haben neue, detaillierte Karten von drei nahe gelegenen interstellaren Gaswolken aufgenommen, die Regionen mit anhaltender Sternentstehung mit hoher Masse enthalten.
Mit einem neuen 100-GHz-Empfänger, FOREST, am 45-m- Radioteleskop von Nobeyama haben die Wissenschaftler Beobachtungen zu drei nahe gelegenen Molekülwolken, Orion A, Aquila Rift und M 17, durchgeführt.
Aus den interstellaren Gaswolken werden Sterne wie die Sonne geboren. Diese interstellaren Gaswolken sind im sichtbaren Licht schwer zu beobachten, sie senden jedoch eine starke Radiowellenlänge aus, die vom 45-m-Radioteleskop Nobeyama in Japan beobachtet werden kann.
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Fumitaka Nakamura, einem außerordentlichen Professor am Nationalen Astronomischen Observatorium Japans (NAOJ), verwendete das Teleskop, um detaillierte Karten von interstellaren Gaswolken zu erstellen. Das Team, dem Mitglieder der NAOJ, der Universität Tokio, der Tokyo Gakugei University, der Ibaraki University, der Otsuma Women’s University, der Niigata University, der Nagoya City University und anderer Universitäten angehören, wird die Beobachtungsdaten verwenden, um den Sternentstehungsprozess zu untersuchen.

Für die Region Orion A arbeitete die Gruppe mit dem CARMA-Interferometer (https://www.astro.caltech.edu/research/carma/)  in den USA zusammen und kombinierte ihre Daten, um die detaillierteste Karte der Region zu erstellen. Die resultierende Karte hat eine räumliche Auflösung von ungefähr 3200 astronomischen Einheiten. Dies bedeutet, dass die Karte Details anzeigen kann, die nur 60-mal so groß wie das Sonnensystem sind.

Selbst das leistungsstärkste Radioteleskop der Welt, das Atacama Large Millimeter / Submillimeter Array (ALMA), konnte aufgrund der begrenzten Sichtfeld- und Beobachtungszeitbeschränkungen von ALMA keine vergleichbare Karte von Orion A in großem Maßstab erhalten. ALMA kann jedoch weiter entfernte interstellare Wolken untersuchen. Daher ergänzt diese groß angelegte, detaillierteste Karte der Orion A-Gaswolke, die vom Star Formation Project erhalten wurde, andere Beobachtungsuntersuchungen.
Die Ergebnisse dieser Forschung, die als Sternentstehungsprojekt bezeichnet wird, werden dazu beitragen, das Verständnis des Sternentstehungsprozesses zu verbessern.

Montage der Intensität der Radioemissionslinien des CO-Moleküls in den drei Regionen, die vom Star Formation Project und dem Nobeyama 45-m-Radioteleskop beobachtet wurden.
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031072149-45b088d0.jpg)
(Bildnachweis: NAOJ)
https://www.nao.ac.jp/en/news/science/2020/20200323-nro.html (https://www.nao.ac.jp/en/news/science/2020/20200323-nro.html)
https://academic.oup.com/pasj/article/71/Supplement_1/S3/5564843 (https://academic.oup.com/pasj/article/71/Supplement_1/S3/5564843)

Die Beobachtungen mit dem CARMA-Interferometer wurden am 3. April 2015 beendet und das Observatorium wurde geschlossen. Die Außerbetriebnahme ist abgeschlossen. Die Ausrüstung wurde aus allen Gebäuden entfernt. Die Entfernung der Antenne begann am 16. Juni 2015. Das Video zeigt die Entfernung der Antennen.

https://www.mmarray.org/ (https://www.mmarray.org/)
 
Beste Grüße
Gertrud
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Rücksturz am 11. Oktober 2020, 12:15:26
"ASPECS: Wie Galaxien ihre Sterne produziert haben

Wie Galaxien ihre Sterne produziert haben: ASPECS-Durchmusterung rekonstruiert Schlüsselkapitel der kosmischen Geschichte. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie."

(https://www.raumfahrer.net/news/images/StaubwolkenMMstrahlungSpaceTelSciInstASPECSteam.jpg)

Das Hubble Ultra-Deep Field (UDF, links) ist eine der am besten untersuchten Himmelsregionen. Mit dem Hubble-Weltraumteleskop haben Astronomen Hunderte von Galaxien im UDF identifiziert. Das Licht der entferntesten dieser Galaxien hat mehr als 13 Milliarden Jahre benötigt, um uns zu erreichen. Das rechte Bild zeigt dieselbe Himmelsregion, beobachtet im Rahmen der ASPECS-Durchmusterung. Das Bild zeigt Millimeterstrahlung von Staubwolken in den den UDF-Galaxien. Dieses ALMA-Bild bietet die bisher tiefste Ansicht des weit entfernten staubigen Universums.
(Bild: Space Telescope Science Institute and ASPECS team)


Weiter in der Pressemitteilung des MPIA:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/24092020113535.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/24092020113535.shtml)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Rücksturz am 12. Oktober 2020, 14:38:57
"Sterne und Planeten wachsen gemeinsam als Geschwister

ALMA zeigt Ringe um einen noch wachsenden Protostern im System IRS 63. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE)."

(https://www.raumfahrer.net/news/images/mpe0710202aMPEDSeguraCox.jpg)

Die dichte Region L1709 in der Ophiuchus-Molekülwolke, die vom Weltraumteleskop Herschel kartiert wurde. Darin eingebettet das viel kleinere System IRS 63 mit Protostern und Scheibe (markiert durch das schwarze Kreuz).
(Bild: MPE/D. Segura-Cox, Herschel data from ESA/Herschel/SPIRE/PACS/D. Arzoumanian)


Weiter in der Pressemitteilung des MPE:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/07102020204959.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/07102020204959.shtml)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Rücksturz am 25. Dezember 2020, 19:24:36
"Wie sich Sterne in nahe gelegenen Galaxien bilden

Wie Sterne genau entstehen, ist nach wie vor eines der grossen Rätsel der Astrophysik. Eine UZH-Studie analysiert bisherige Beobachtungsdaten neu und kommt zum Schluss: In den nah gelegenen Galaxien bilden sich die Sterne typischerweise proportional zur Menge des dort vorhandenen Gases. Dies deutet darauf hin, dass die Netto-Gaszufuhr aus kosmischen Entfernungen der Hauptantrieb für die galaktische Sternentstehung ist. Eine Medienmitteilung der Universität Zürich."

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031075625-8cb9fe72.jpg)

Die Abbildung zeigt die Visualisierung des Gases in und um eine milchstrassenähnliche Galaxie (Mitte) im heutigen Universum, wie sie von einer kosmologischen Simulation des Autors vorhergesagt wird.
(Bild: Robert Feldmann)


Weiter in der Medienmitteilung der Uni Zürich:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25122020144433.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25122020144433.shtml)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Rücksturz am 22. Juni 2021, 17:58:32
"Schwarze Löcher und die Sternentstehung

Wenn Schwarze Löcher den Weg für die Sternentstehung in Satellitengalaxien freimachen. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie."

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031082205-d443c154.jpg)

Gasdichte rund um eine massereiche Zentralgalaxie in einer Galaxiengruppe im virtuellen Universum der TNG50-Simulation. Das Gas im Inneren der Galaxie entspricht der hellen vertikalen Struktur und bildet eine Gasscheibe. Links und rechts von der Struktur befinden sich Blasen - Regionen, die in diesem Bild wie Kreise aussehen, mit deutlich reduzierter Gasdichte im Inneren. Diese Geometrie des Gases ist auf die Wirkung des supermassereichen Schwarzen Lochs zurückzuführen, das sich im Zentrum der Galaxie verbirgt, das Gas vorzugsweise in Richtungen senkrecht zur Gasscheibe der Galaxie ausstößt und dabei Regionen mit geringerer Dichte erzeugt.
(Bild: TNG Collaboration/Dylan Nelson)


Weiter in der Pressemitteilung des MPIA:
https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/15062021111437.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/15062021111437.shtml)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: James am 30. Juni 2022, 22:34:01
"AIP: Rätselhafte Verbindung von Sternentstehung und Radiostrahlung in Galaxien

Zum 50-jährigen Jahrestag der Entdeckung einer engen Verbindung von Sternentstehung in Galaxien und deren Infrarot- und Radiostrahlung haben Forschende am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) nun die zugrundeliegende Physik entschlüsselt. Dazu verwendeten sie neuartige Computersimulationen der Galaxienentstehung mit einer kompletten Modellierung der kosmischen Strahlung. Eine Pressemitteilung des AIP."

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031090643-451a26bd.jpg)
Simulation einer sich bildenden Scheibengalaxie, in welcher kosmische Strahlung von Supernova-Überresten beschleunigt wird, um danach ins interstellare Medium zu entweichen. Querschnitte der Scheibe (oben) und vertikale Schnitte (unten) zeigen die Anzahldichte der Elektronen der kosmischen Strahlung im stationären Zustand (links), der Magnetfeldstärke (Mitte) und der Radio-Synchrotron-Helligkeit (rechts). (Bild: Werhahn/AIP)

Weiter in der Pressemitteilung des AIP  =>  Link zum Portalartikel (https://www.raumfahrer.net/aip-raetselhafte-verbindung-von-sternentstehung-und-radiostrahlung-in-galaxien/)

Viele Grüße, James
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: James am 12. August 2022, 13:49:55
"Schnappschuss eines Winds, der einen gebündelten Gas-Jet speist

Astronomen verfolgen den Weg von Gasströmen von einer Scheibe eines massereichen jungen Sterns durch die Beobachtung von Wassermasern. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie."

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031091116-adcdf105.jpg)
Dieses Bild zeigt den Gasfluss (roter Fleck in der Mitte) eines neuen Sterns, der aus einem Himmelsobjekt mit der Bezeichnung IRAS 21078+5211 ausströmt. Das Bild ist eine Kombination aus Daten des Spitzer-Weltraumteleskops und des Two Micron All Sky Survey (2MASS). (Bild: NASA/JPL-Caltech/2MASS/B. Whitney (SSI/University of Wisconsin))

Weiter in der Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie  =>  Link zum Portalartikel (https://www.raumfahrer.net/schnappschuss-eines-winds-der-einen-gebuendelten-gas-jet-speist/)

Viele Grüße, James
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: James am 01. September 2022, 11:57:27
"Erste Einblicke in die hochproduktive Sternenfabrik im Zentrum unserer Galaxis

Dank detailscharfer Beobachtungen ist Astronom*innen erstmals eine repräsentative Untersuchung zahlreicher junger Sterne in den zentralen Regionen unserer Heimatgalaxie gelungen. Die Sternentstehung im galaktischen Zentrum begann demzufolge in der Nähe des Zentrums und setzte sich dann nach außen hin fort. Eine Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie."

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031091254-f7e4f6da.jpg)
Falschfarbenbild der Region Sagittarius B1 als Teil der GALACTICNUCLEUS-Durchmusterung. Anhand der Daten, die diesem Bild zugrunde liegen, konnten Francisco Nogueras-Lara und Kolleg*innen drei Millionen Sterne im galaktischen Zentrum identifizieren und wichtige Eigenschaften der hochproduktiven Sternentstehung in dieser Region unserer Heimatgalaxie bestimmen. (Bild: F. Nogueras-Lara et al. / MPIA)

Weiter in der Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Astronomie  =>  Link zum Portalartikel (https://www.raumfahrer.net/erste-einblicke-in-die-hochproduktive-sternenfabrik-im-zentrum-unserer-galaxis/)

Viele Grüße, James
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Rücksturz am 19. September 2022, 18:29:07
"Universität Innsbruck: Stern-Kindheit prägt stellare Entwicklung

In klassischen Modellen zur Sternentwicklung wurde bis heute der frühen Evolution der Sterne wenig Bedeutung zugemessen. Thomas Steindl vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck zeigt nun erstmals, dass die Biografie der Sterne durchaus durch ihre frühe Phase geprägt wird. Die Studie wurde in Nature Communications veröffentlicht. Eine Medieninformation der Universität Innsbruck."

(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/31/20231031091413-02f27ec8.jpg)

Der junge Stern in der Mitte befindet sich in einer Molekülwolke und wird von einer Scheibe umhüllt. In den ersten Lebensphasen zieht der Stern beispielsweise durch Magnetfelder zahlreiche Materialien an, die sich in den Turbulenzen immer wieder neu durchmischen. Das Innere des jungen Sterns wird von Pulsationen durchzogen. (Bild: Mirjana Keser)

Weiter in der Medieninformation der Uni Innsbruck:
https://www.raumfahrer.net/universitaet-innsbruck-stern-kindheit-praegt-stellare-entwicklung/ (https://www.raumfahrer.net/universitaet-innsbruck-stern-kindheit-praegt-stellare-entwicklung/)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: James am 28. Dezember 2022, 11:19:53
MPE: Heißer Staub um junge Sterne

Hochauflösende ALMA-Beobachtungen des Systems IRAS 16293-2422 zeigen lokalisierte heiße Bereiche im Staub rund um das junge Sternsystem. Eine Studie, geleitet vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE), zeigt, dass diese „Hot Spots” höchstwahrscheinlich nicht auf die Strahlung der Protosterne sondern auf lokale Schocks zurückzuführen sind, die durch schnelle Gasbewegungen verursacht werden. Eine Pressemitteilung des MPE.

(https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IRAS162932422ALMAESONAOJNRAOMaureiraetal.jpg)
Ein detaillierter Blick auf die jungen Doppelsterne (markiert durch Sternsymbole) im System IRAS 16293-2422. In diesem Radiobild, das mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array in Chile aufgenommen wurde, zeigt die Farbe die Temperaturverteilung der Protosterne und ihrer Umgebung an, wobei weiß auf eine hohe Temperatur hinweist. Die drei Hot Spots (durch Kreuze markiert) werden höchstwahrscheinlich durch Schocks erhitzt, nicht durch die Protosterne selbst. (Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/Maureira et al.))

Weiter in der Pressemitteilung des MPE  =>  Link zum Portalartikel (https://www.raumfahrer.net/mpe-heisser-staub-um-junge-sterne/)

Viele Grüße, James
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: James am 13. Januar 2023, 09:13:20
Siehe auch den Beitrag im AstroGeoPodcast (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19493.msg543244#msg543244) Thema
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: James am 10. Oktober 2023, 19:42:25
MPE: Gas füttert Protosterne von außerhalb ihrer Hüllen

Eine neue Untersuchung unter der Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) deckt die komplizierte Verbindung zwischen so genannten ‚Streamern’ und Filamenten auf und stellt so die herkömmlichen Vorstellungen der Sternentstehung in Frage. Eine Pressemitteilung des MPE.

(https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/b5KomplexBSaxtonNRAOAUNSFESA.jpg)
Der Barnard-5-Komplex (rot und grün; Radiobilder aufgenommen mit VLA und GBT) eingebettet in Staub (blau, aufgenommen mit dem Herschel Space Observatory der ESA im Infrarot). (Bild: B. Saxton (NRAO/AUI/NSF); ESA)

Weiter in der Pressemeldung des MPE  =>  Link zum Portalartikel (https://www.raumfahrer.net/mpe-gas-fuettert-protosterne-von-ausserhalb-ihrer-huellen/)

Viele Grüße, James
Titel: Re: Sternentstehung
Beitrag von: Gertrud am 27. Oktober 2023, 20:11:49
Hallo Zusammen,

bitte setzt neue Beiträge zur Sternentstehung in dem Thread Sternentwicklung.
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6938.0 (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=6938.0)

Danke Gertrud