Das mag stimmen, aber der Mond muss ja sehr früh entstanden sein. Wenn also die Kollisionstheorie stimmt, dann müsste der Mond extrem schnell abgebremst worden sein, damit er in den restlichen 4 Milliarden Jahren von seinen vermutlich existierenden 4,5 seine Vorderseite konstant der Erde zuwendet. Ist das so? Wird eine Rotation dermaßen schnell abgebremst? Wir reden ja hier von der ENTSTEHUNG der verschiedenen Mondseiten und NICHT davon, wie er sich heute, nach 4 Milliarden Jahren, dreht und präsentiert. Die Entstehungstheorien gehen davon aus, dass bereits kurz nach der Kollision Vorder- und Rückseite schon wie heute fixiert waren - und das glaube ich einfach nicht. Und wenn ein solcher Aufprall NACH dem Rotationsstopp eingetreten wäre - würde er dann nicht die ganze Chose wieder erneut ins Trudeln bringen? Auch dann wäre nicht vorhersehbar, WO und WIE der Mond stehenbleibt.
Oder, anders: wenn die Abbremsung einer Rotation sich über Millionen von Jahren hinzog, bis sie irgendwann im Erdmittelalter zum Stillstand, zum heutigen Zustand gekommen ist, dann kann es auch keine unterschiedlichen Vorder- und Rückseiten geben, denn dann könnte es auch sein, dass der Mond „in der Mitte“ stehengeblieben wäre, man sähe also eine Trennlinie zwischen einer Seite, die durch Ereignis A entstanden war, und einer Seite, die mal durch Ereignis B entstanden war.
Wenn es also die unterschiedliche Vorder- und Rückseite gibt, so können die nur NACH dem Stillstand entstanden sein, als es keine Rotation mehr gab.
Also, alles hängt davon ab, wie lange der Bremsprozess für den Mond gedauert hätte, bis er seine heutigen Zustand erreicht hätte.