Vielleicht findet sich hier jemand, der das fachlich stärker durchdringt als ich, aber ich versuche mal eine Antwort:
Ja, deine beiden Thesen stimmen im Prinzip so physikalisch
Bei der ersten muss man aber beachten:
Die Periheldrehung allein misst nicht direkt den Spin, das beschreibt die zitierte Arbeit auch. Da gibt es zunächst die Schwarzschild-Präzession, wie sie auch bei einem nichtrotierenden SL auftritt, die muss man erst herausrechnen. Der Spin erzeugt dann zusätzlich die "Lense-Thirring-Präzession", die ebenfalls die Periheldrehung verändert. Die Periheldrehung zeigt also zunächst nur die "Projektion des Spins auf den Bahndrehimpuls", nicht direkt den Spin selbst.
Zur zweiten These:
Die gesamte Bahnebene präzediert; klassische nodale Lense-Thirring-Präzession. Also, die Bahnebene taumelt um die Richtung des Drehimpulses. Man beobachtet also eine Veränderung des Bahndrehimpulsvektors; aus der Richtung dieser Präzession kann man die Richtung des Spinvektors bestimmen. Und aus der Geschwindigkeit der Präzession kann man dann dessen Betrag bestimmen.
Die Idee ist also richtig, der Weg dahin wie immer etwas komplizierter.
Bitte gern widersprechen oder widerlegen, wenn ich das falsch verstanden haben sollte
