Nukleartechnik für die Raumfahrt

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Offline alepu

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #900 am: 01. Mai 2026, 14:21:18 »
Sirvan hat dazu ein Video gemacht, in dem er u.a. auch auf das geplante Mars-Raumschiff SR-1-Freedom eingeht.


EC2

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #901 am: 01. Mai 2026, 18:27:57 »
Wozu hat er ein Video gemacht? Und was wird in dem Video gessagt?

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Offline alepu

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #902 am: 01. Mai 2026, 18:35:16 »
Wozu hat er ein Video gemacht? Und was wird in dem Video gessagt?

Ein Video sagt mehr als tausend Worte !
Und wie war nochmal der Titel dieses Fadens?

EC2

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #903 am: 01. Mai 2026, 18:48:50 »
Wozu hat er ein Video gemacht? Und was wird in dem Video gessagt?

Ein Video sagt mehr als tausend Worte !
Und wie war nochmal der Titel dieses Fadens?
Youtubemaktingfaden zur Verbreitung von Youtube-Content?

Offline failsafe

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #904 am: 03. Mai 2026, 12:05:56 »
Darstellung gibt es auch in vernünftiger (Text-)Form zB auf SpaceNews:

https://spacenews.com/nasa-to-test-nuclear-electric-propulsion-with-2028-mission-to-mars/

Offline failsafe

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #905 am: 23. Mai 2026, 12:14:47 »
Als neue Generation von RTGs (Radioisotope Thermo-electric Generators) werden jetzt die "NextGen RTGs" entwickelt, von L3Harris. Im Unterschied zu den Vorgängern MM-RTGs, die für den Einsatz auf der Oberfläche von (atmosphären-behafteten) anderen Planeten, zB Mars, optimiert waren, sollen die neuen RTGs das stärkere Temperaturgefälle bei Tiefraummissionen besser nutzen können. Das Critical Design Review wurde am 2. April 2026 erfolgreich abgeschlossen. Die neuen RTG nutzen weiterhin das Isotop 238Pu und sollen 250W elektrische Leistung pro Modul liefern (BoL):

https://www.l3harris.com/newsroom/editorial/2026/05/getting-space-nuclear-power-game-next-generation-technology

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #906 am: Gestern um 15:21:09 »

.......

⚛️ Nuklearantrieb als Schlüsseltechnologie

Ein besonders bedeutender Schritt ist laut NASA die Weiterentwicklung nuklearer Antriebssysteme. Nach Jahrzehnten der Forschung kündigt die Behörde an, diese Technologie nun tatsächlich im All einzusetzen.

Geplant ist der Start der Mission „Space Reactor-1 Freedom“ bis spätestens 2028. Dabei handelt es sich um das erste nuklearbetriebene interplanetare Raumfahrzeug. Die NASA erklärt, dass diese Technologie einen deutlich effizienteren Transport großer Massen im All ermöglicht und insbesondere für Missionen in große Entfernungen – etwa jenseits des Jupiters – entscheidend ist.

Nach seiner Ankunft am Mars soll das Raumfahrzeug mehrere kleine Helikopter einsetzen, die auf der Technologie des Ingenuity-Demonstrators basieren. Gleichzeitig dient die Mission dazu, nukleare Systeme unter realen Bedingungen zu erproben und die Grundlage für zukünftige Langzeitmissionen im Sonnensystem zu schaffen.

......

Immer und immer wieder wurde die Kontaminationsproblematik als Argument gegen Nuklearantriebe aufgefuehrt -- international und auch hier in diesem Forum.

Anscheinend koennte eine 180grad Wende  im Mindset stattgefunden haben: Ueber die Ursachen und Beweggruende bin ich sehr gespannt. Bislang setzt keine Raumfahrtnation diese Technologie auch nur im Labormassstab ein -- Stichwort: Tabubruch.
Die Kernkraft erfährt derzeit ohnehin wieder großes Interesse. Gleichzeitig ist erkennbar, dass das Weltall ökonomisch und militärisch erheblich wichtiger werden wird, und Kerntechnik als Antrieb oder Strom- und Wärmequelle macht einige Missionen einfacher.

Zur Kontamination: Wenn der Reaktor für das nuklearthermische Triebwerk nur Kernbrennstoff aus angereichertem Uran (als ohne Transurane) hat und ausreichend gegen ungewollte Kritikalität bei Unfällen abgesichert ist, dann ist die Gefahr durch Kontamination bei Fehlstarts sehr überschaubar. Vereinfacht gesagt, Uran ist ein Stoff aus der Natur, der dann wieder in der Natur verteilt wird. Da Reaktoren für die Raumfahrt zwecks kompakter Bauweise meist einen hohen Anreicherungsgrad vorsehen, sollte aus Nonproliferationsgründen aber natürlich Sorge getragen werden, dass das Material wieder eingesammelt  wird.

Erst nachdem ein nennenswerter Abbrand des Reaktorkerns stattgefunden hat, ist Kontamination ein ernsthaftes Thema. Bis dahin könnte man die Brennelemente in der Hand halten!

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #907 am: Gestern um 21:24:11 »
Na, ganz so harmlos ist das nun auch nicht.

Uran ist ein Stoff aus der Natur, der dann wieder in der Natur verteilt wird.
Mit dem Argument hätte man auch Deepwater Horizon blubbern lassen können, Erdöl ist auch ganz natürlich!
Stattdessen 60 Millarden Folgekosten, ohne Ökosystemschäden die gar nicht bezifferbar sind, und direkte und indirekte Todesfälle.


Frische Brennstoffpellets kann man prinzipiell anfassen, ja. Aber:
Die größere Gefahr ist nicht die Strahlung, sondern die hohe chemische Toxizität des Urans als Schwermetall. Uranstaub einatmen oder verschlucken kann schon bei kleinsten Dosen tödlich sein, und verschluckte Alphastrahler sind auch gefährlich und erzeugen sehr wohl Strahlenschäden.

Daher: Mehrere hundert Kilogramm Uran bei einer Raketenexplosion fein zerstäubt über bewohntem Gebiet zu verteilen ist keine gute Idee.
Also bitte nicht verharmlosen.
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #908 am: Heute um 11:26:59 »
[...] und verschluckte Alphastrahler sind auch gefährlich und erzeugen sehr wohl Strahlenschäden.

Die sind nicht nur auch gefährlich, das ist das schlimmste Zeug überhaupt. Alphastrahler senden Alphateilchen (Heliumkerne) aus, die zwar in Luft nur wenige Zentimeter Reichweite haben und selbst die oberste Hautschicht nicht durchdringen können; aber im Körper zerstören die schweren Teilchen alles, was in ihrem Weg liegt. Stichwort: Polonium, um sich ein Bild davon machen zu können. Entscheidend ist hier der Wirkungsquerschnitt und der ist bei Alphastrahlern sehr groß.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (David Hilbert, deutscher Mathematiker 1862-1943)

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #909 am: Heute um 11:55:58 »
Zustimmung.
Hier ging es aber ja um die Verharmlosung von Uran als Brennstoff für Raummissionen, und das, denke ich, habe ich ausreichend relativiert.
Ich wollte nicht gleich bei einem meiner ersten Beträge "so richtig draufhauen"  8)

Die Frage ist ja, wie stark pulverisiert das Uran bei einer Raketen-Fehlfunktion würde.
Die üblichen "Bedenken" kann man weitgehend ausschließen:
Keine nukleare Explosion. Uran kann durch eine Raketenexplosion nicht detonieren.
Die unmittelbare Strahlenbelastung der Bevölkerung wäre gering.
Kontaminierte Flächen müssten aufwendig dekontaminiert werden.
Das Hauptproblem wäre die Inhalation von Uranstaub, sofern er in bewohnte Gebiete kommt.
Die Situation wäre eher mit einem großräumigen Chemieunfall als mit einer Reaktorkatastrophe vergleichbar, aber dennoch extrem, mit hohen Folgekosten verbunden, und die Risiken sollten sehr genau überlegt und so weit wie möglich vermieden werden.

Ich habe nichts gegen Atomkraftnutzung im Weltall, dort ist sowieso jede Menge Strahlung und Gesundheitsgefährdung. Auf der Erde, und das betrifft auch Starts und mögliche Wiedereintritte, bitte so wenig wie möglich.
Mehr Δv, weniger Drama. Ich glaube an Daten, nicht an Lager. Man kann Physik nicht downvoten. Meine Selbstvorstellung: #993 im Faden "Hallo, bin neu".

Offline Flandry

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Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #910 am: Heute um 16:22:38 »
Mein Vorschlag wäre, den nuklearen Brennstoff separat vom eigentlichen Raumfahrzeug ins All zu transportieren und ihn erst dort in den Reaktor einzuführen.
Der Transport des Brennstoffs zum Raumfahrzeug könnte dann mit einem crewfähigen Raumschiff (z.B. einer Crew-Dragon, unbemannt natürlich) erfolgen.
Falls etwas beim Start schief geht, gibt es ein LAS und eine sichere, kontrollierte Rückkehrmöglichkeit für den Brennstoff, der sich so weder unkontrolliert in der Atmosphäre verbreitet oder in den Ozean stürzt.

Re: Nukleartechnik für die Raumfahrt
« Antwort #911 am: Heute um 19:31:08 »
Mein Vorschlag wäre, den nuklearen Brennstoff separat vom eigentlichen Raumfahrzeug ins All zu transportieren und ihn erst dort in den Reaktor einzuführen.
Der Transport des Brennstoffs zum Raumfahrzeug könnte dann mit einem crewfähigen Raumschiff (z.B. einer Crew-Dragon, unbemannt natürlich) erfolgen.
Falls etwas beim Start schief geht, gibt es ein LAS und eine sichere, kontrollierte Rückkehrmöglichkeit für den Brennstoff, der sich so weder unkontrolliert in der Atmosphäre verbreitet oder in den Ozean stürzt.

Hallo,
 ja ich denke auch, das wäre so am Sichersten.  Alle Gefahren umgehen, wenn möglich.
LG. Kalle