Nachdem der US-amerikanische Präsident J.F. Kennedy 1961 die Mondlandung zu einem nationalen Ziel erklärt hatte, begann Wernher von Braun mit seiner Mannschaft die dazu notwendigen Gerätschaften zu entwerfen und alle Massen durchzukalkulieren.
Nach dem Ende des Mercury – Programms war 1963 klar dass es zwischen Mercury und dem Apollo – Mondflugprogramm einen Zwischenschritt geben müsse. Vor dem ersten Apolloflug sollten alle wichtigen Fragen wie die Navigation im All, das Zusammenkoppeln von Raumflugkörpern und die Bewegung und Dauerbelastungen von Astronauten geklärt sein.
Hierfür wurde mit den Erfahrungen aus dem Bau der Mercury-Kapsel sehr zügig eine vergrößerte Kapsel für zwei Personen geschaffen. Die NASA war, im Gegensatz zur russischen Vorgehensweise, sehr freizügig mit Informationen über ihre nächsten Schritte und teilte frühzeitig Termine zur Umsetzung ihrer Vorhaben mit.
So verkündete man detailliert die Aufgaben und Ablaufpläne zum sogenannten Gemini – Programm. Nach zwei unbemannten Testflügen und einem Erprobungsflug sollte schon beim zweiten bemannten Geminiflug ein Astronaut aus dem Raumschiff aussteigen und so Erfahrungen für Außenbordtätigkeiten sammeln.
S. P. Koroljow, der russische Gegenspieler zum deutschamerikaner W.v. Braun wußte also genau für wann die Amerikaner ihren ersten Ausstieg planten. Und er wollte unbedingt zeigen, dass die UdSSR nach wie vor die Nummer Eins im Weltraum war. Er wollte aufzeigen, dass die russischen Raumschiffe größer und fortschrittlicher entwickelt waren als ihre amerikanischen Gegenstücke.
Während in den USA die Detailkonstruktion und der Bau der Raumschiffe an die Firmen der Flugzeugindustrie vergeben wurde, verblieb in der UdSSR alles aus Gründen der Geheimhaltung im OKB 1 unter der alleinigen Führung von Koroljow. Dort gab es nicht die notwendige Entwicklungs- und Produktionskapazität zum Bau von gleichzeitig zwei neuen Raumschiffen. Das neue Raumschiff, welches auf die Wostokkapsel folgen sollte, würde frühstens 1967 zur Verfügung stehen. In zwei Versionen, Sond und Sojus, sollte es den russischen Weg zum Mond ebnen. Eine Kombination, noch ohne Namen, sollte den ersten Menschen, einen russischen Kosmonauten dann, vor den Amerikanern, zum Mond bringen.
So kam Koroljow auf die Idee, mit geringem Aufwand ein neues, größeres Raumschiff der Welt vorzutäuschen. Bei einem ersten Flug der nun Woßchod genannten Wostokkapsel wurde der Rettungs-Schleudersitz entfernt und 3 Kosmonauten, aus Platzmangel ohne Raumanzug, in die innen nur 2,1m messende Wostok-Kugel gepfercht. Nach dem kurzen geglückten Flug konnte man wieder einen Rekord vorweisen und behaupten, dass neue russische 3-Mann Raumschiff sei schon vor Apollo einsatzbereit.
In einem zweiten Schritt wurde dann eine neue Ersttat vorbereitet. Ein Kosmonaut sollte noch vor den Amerikanern aus dem neuen Raumschiff aussteigen. Das Team von Koroljow entwickelte in aller Eile eine aufblasbare Luftschleuse welche einen sicheren Ausstieg ins All ermöglichen sollte. Dieses Prinzip war für die Sojus – Raumkapsel – Kombination vorgesehen, wo ein Schleusenraum vor der Rückkehrkapsel angeordnet war. Doch vieles blieb aus Zeitdruck unerprobt.
Überhastet brach man nach nur einem unbemanten Erprobungsflug (der auch nicht in allen Teilen erfolgreich verlaufen war) mit zwei Kosmonauten an Bord auf. Es war ein teufliches Wagnis, nur um dem Erzfeind zuvor zu kommen.
Die Tafel Nr.4 zeigt den Ausstieg des Kosmonauten Leonow aus dem Raumschiff Woßchod 2. Die Startrakete R-7 wurde wegen der erhöhten Nutzmasse nochmals verlängert. Die Oberstufe war eine überarbeitete Konstruktion, welche von der 2. Sufe der Militärrakete R-9 abgeleitet war.





