SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren

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Offline Nitro

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SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« am: Gestern um 15:46:24 »
Wie schon bei den Geruechten zum Boersengang angekuendigt plant SpaceX satellitengestuetze Rechenzentren im All zu etablieren, um damit vor allem KI Software laufen zu lassen, welche aktuell Unmengen an Strom frist. Mit einer Konstellation aus vernetzten Satelliten im sonnensynchronen Orbit soll so ein Rechenzentrum entstehen, welches permanent mit Strom aus der Sonne versorgt werden kann.

Das alles ist jetzt offiziell durch einen Antrag von SpaceX bei der FCC bestaetigt worden:

https://fccprod.servicenowservices.com/icfs?id=ibfs_application_summary&number=SAT-LOA-20260108-00016

Ganze 1 Millionen Satelliten will SpaceX so im All vernetzen, zwischen 500 und 2000 Kilometern, in einem 30 Grad Orbit. Die Satelliten sollen hauptsaechlich untereinander mit optischen Datenlinks verbunden sein, sowie auch mit Starlinks welche dann wiederum die Daten auf die Erde uebertragen sollen. Auch Ka-Band soll zum Einsatz kommen, welches dann aber eher als Backup fuer Kommandos und Telemetrie zum Einsatz kommt.

Durch das relative freie Ka-Band und die optischen Links erhofft man sich auch eine freiere Regulierung, wie z.B. den Wegfall der ueblichen Fristen von sechs Jahren fuer die halbe- und neun fuer die ganze Konstellation.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #1 am: Gestern um 16:00:42 »
Für ein Rechenzentrum im All braucht man riesige Radiatoren zur Wärmeabfuhr. Das ist genauso eine Herausforderung wie ein Kernkraftwerk auf dem Mond. Auch dort bekommt man schwer die Wärme abgeführt.
Ich bin gespannt, LOP-G -- sollte das Geld fehlen: warum nicht eine Koproduktion?

Online Tee2014

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #2 am: Gestern um 17:06:41 »
die rechenzentrums sat's im sso, die datenübertragungs sat's im 30° orbit ?

gruß tee

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Offline Nitro

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #3 am: Gestern um 17:09:11 »
die rechenzentrums sat's im sso, die datenübertragungs sat's im 30° orbit ?

gruß tee

So kann man es wohl verstehen, ja.

Zitat
In a filing with the FCC late Jan. 30, SpaceX proposed an orbital data center constellation of up to one million satellites in low Earth orbit. The satellites would operate at altitudes between 500 and 2,000 kilometers, in 30-degree and sun-synchronous inclinations, to maximize time in sunlight for solar power generation.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

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Online James

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #4 am: Gestern um 17:15:33 »
Auf 2000km werden sie warscheinlich für die Astronomie nicht mehr so stören wie die Starlinks.
Auf 500km wird es wieder schlechter sein.
Aber auf 2000km bleiben sie dann dafür praktisch ewig dort.
Und davon 1 Million.
Mich schauderts.
Elon will anscheinend Starts über Starts. Reicht es nicht schon mit Starlink und Exploration?
Oder ist Starlink nicht wirklich das Geschäft wie erhofft?
Hoffentlich bleibt das einer der nicht verwirklichten Pläne.

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Offline alepu

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #5 am: Gestern um 17:48:05 »
Im Zusammenhang mit diesen Plänen hat EM jetzt xAI mit SpaceX fusioniert.

Siehe u.a. auch hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/XAI

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Online Schillrich

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #6 am: Gestern um 20:25:56 »
Für ein Rechenzentrum im All braucht man riesige Radiatoren zur Wärmeabfuhr. Das ist genauso eine Herausforderung wie ein Kernkraftwerk auf dem Mond. Auch dort bekommt man schwer die Wärme abgeführt.

Nicht zwingend. Die große Zahl an geplanten Satelliten spricht für eine verteilte Architektur aus vielen kleinen/normalen Satelliten, jeder mit "einem Server" in sich. Im Thermalmanagement muss so ein Satellit das abführen, was er an Wärmeeinstrahlung (von Sonne und Erde) und elektrischer Leistung (von der Sonne) aufnimmt. Das schaffen Satelliten (offensichtlich) grundsätzlich. Wenn es thermal zu eng wird, muss man die elektrische Leistungsaufnahme oder den Duty-Cycle in jedem Satelliten reduzieren, dafür auf weitere Satelliten ausweichen/erweitern. Man skaliert über die Menge der Satelliten, nicht deren Größe. Daher auch die Laserlinks und offenbar eine dedizierte "Transport-Layer", um die Kommunikation zwischen allen Elemente herzustellen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline Hugo

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #7 am: Gestern um 21:25:19 »
Rechenzentrum im Weltall

Ich sehe hier nur einen einzigen Vorteil: Die Solarzelle hat 100% der Zeit Sonne. Am Boden sind es über das Jahr verteilt nur 11 Prozent mit Nachführung würde man auf 15% kommen. Somit spart man sich 85% der Kosten für die Solarpanels, plus kosten für die Akkus, da man diese ja nicht wirklich benötigt.

Jetzt könnte man denken, dass wenn man am Boden die 7-Fache Fläche für Panels benötigt, dass man einfach alle Kosten *7 nehmen kann. Aber das stimmt bei weitem nicht. So ein Starlink hält 5 Jahre. Eine Solaranlage am Bode 20 Jahre. Und am Boden kann man Wartungen und Reparaturen durchführen. Somit dürften sich am Ende die Kosten für die Panels ausgleichen.

Fazit. Der vorteil, dass man weniger Solarfläche benötigt, da man mehr 100% Sonnenstunden pro Tag hat ist sofort wieder aufgehoben.

Dazu kommt, dass ein Satellit drauf optimiert ist, mit so wenig Strom wie möglich, so viel Daten wie möglich zu übertragen. Denn je weniger Strom er braucht, desto kleinere Panels sind möglich, desto größer kann der Satellit selber werden. Das gilt aber nicht für KI-Rechenzentren, denn diese benötigen gerade die Leistung nur zum Rechnen. Damit steigt natürlich auch die Wärmeproduktion und somit der Kühlaufwand.

An sonsten sehe ich nur Nachteile für Rechenzentren im All
- Nicht wartbar
- Benötigt Treibstoff, um in der Umlaufbahn zu bleiben
- Benötigt Raketen, um in der Umlaufbahn zu kommen
- Internetanbindung erfordert Bodenstationen
- Höhere Entwicklungskosten
- Mehr Wärmeproduktion im Vergleich zu Standard-Satelliten
- Mehr Kühlaufwand (kein Problem, aber Aufwand, es wird ein "Thermalmanagement" benötigt)

Übersehe ich da etwas? Aber bei dieser Masse an Nachteilen, sehe ich keine Vorteile. Aus welchem Grund sollte man so etwas überhaupt betreiben wollen?

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #8 am: Gestern um 21:53:01 »
Weitere Nachteile die ich sehe:
- die Satelliten inkl. Solarpanel und KI-Hardware können nicht recycled werden und die ganzen seltenen Erden usw. sind komplett verloren
- alles aus den niedrigeren Orbits kommt irgendwann wieder runter und verglüht in der Atmosphäre. Das was für Auswirkungen hat ist noch total unklar, könnte aber möglicherweise die Ozonschicht und das Klima beeinflussen

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #9 am: Gestern um 22:04:57 »
Vorteil: Landschaftsschutz auf der guten alten Erde.
Wenn es mal richtig riesig wird Verringerung der Sonneneinstrahlung...

Online Tee2014

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #10 am: Heute um 02:16:00 »
nach 5-6 jahren ist die rechner hardware auch schon veraltet, der rechner im satellit wir nicht gewartet sondern duch einen neuen ersetzt. man könnte die solarzellen und den radiator als eine art energieeinheit im all lassen und nur den neuen rechner in einem container an die energieeinheit andocken - alles rein theoretisch versteht sich :)

gruß tee

Offline Hugo

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #11 am: Heute um 08:13:09 »
und die ganzen seltenen Erden usw. sind komplett verloren
Aus wirtschaftlicher Sicht: Die heißen "Seltene Erden" (großes "S") und sind zum Glück nicht selten (kleines "s"), sondern es gibt sie recht häufig. Klar kosten sie Geld, aber  man kann sie ja auch einfach nachkaufen bzw. nachfördern im Bergwerk.

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #12 am: Heute um 09:06:47 »
Korrekt: Seltenerdmetalle.
Seltene Erden ist Umgangssprache / Journalistendeutsch.
Promethium ist in der Natur selten.
Wird für Betaisotopenbatterien für Satelliten / Rover verwendet.
Selten sind auch abbauwürdige Lagerstätten.
Alles andere wird sehr teuer.

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #13 am: Heute um 09:08:30 »
Da die Rechenzentren-Sats solarsynchon kreisen sollen, gibt es keine Verschattung / Verringerung der Sonneneinstrahlung auf der Erde.

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #14 am: Heute um 09:12:54 »
Aber bei dieser Masse an Nachteilen, sehe ich keine Vorteile. Aus welchem Grund sollte man so etwas überhaupt betreiben wollen?
Gewinn.
Dann sind alle Nachteile egal.

Offline CarloPO

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #15 am: Heute um 09:18:44 »
Hallo zusammen,

ich sehe dem ganzen eher Positiv gegenüber. Es gibt auch Gerüchte das Tesla in naher Zukunft übernommen werden soll.

Bei so großen Ereignissen sind so viele Experten im Hintergrund die das alles durchdacht und berechnet haben, das sie zu dem Schluss gekommen sind das es machbar und sinnvoll ist Weltraum Rechenzentrum). Wenn das nicht der Fall wäre würde keine Firma so ein großes Risiko eingehen.

Justmy2Cents

Carlo

Offline radi

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #16 am: Heute um 09:27:01 »
Aber bei dieser Masse an Nachteilen, sehe ich keine Vorteile. Aus welchem Grund sollte man so etwas überhaupt betreiben wollen?
Gewinn.
Dann sind alle Nachteile egal.

Das ist ja das tolle an der Marktwirtschaft, Gewinn macht man damit nur, wenn die "Nachteile" entsprechend effizient aufwiegen kann mit den Vorteilen.
Wenn die selten Erden, der Rakentenstart, der Orbittreibstoff zu teuer sind, die Lebensdauer zu kurz ist, die Entwicklungskosten zu hoch sind. Dann wird es keinen Gewinn geben! Und man muss sich ja mit den Kosten der Rechenzentren auf dem Boden messen lassen können, wenn sich rausstellt, dass die günstiger sind und auch sein werden, wie hier geschrieben wird. Dann wird auch niemand die Satelliten starten. SpaceX und auch Elon machen das nicht um "möglichst" viel zu starten. Von daher würde ich einfach mal abwarten und die Entwicklung weiter verfolgen.

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #17 am: Heute um 10:35:08 »
Pure Marktwirtschaft = Kapitalismus bedeutet:
Gewinne werden personalisiert.
Verluste, Nachteile für Umwelt usw, werden sozialisiert = auf die Allgemeinheit abgewälzt.
Daher müssen bei solchen Projekten Gewinne nicht gegen allgemeine Nachteile aufgewogen werden.
Gewinn allein reicht.

Offline radi

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #18 am: Heute um 11:21:20 »
Pure Marktwirtschaft = Kapitalismus bedeutet:
Gewinne werden personalisiert.
Verluste, Nachteile für Umwelt usw, werden sozialisiert = auf die Allgemeinheit abgewälzt.
Daher müssen bei solchen Projekten Gewinne nicht gegen allgemeine Nachteile aufgewogen werden.
Gewinn allein reicht.

Ja da geb ich dir recht, insbesondere wenn business cases darauf basieren, dass mit Subventionen durch die Allgemeinheit gerechnet wird, oder Folgeerscheinungen auftreten, wie etwa Zerstörung der Umwelt (Btw. die gibt es ja so gesehen immer, die Frage ist nur in welchem Umfang). Letzteres sehe ich hier nicht als Problem sehen, insbesondere nicht im Vergleich dazu die Rechezentren auf der Erde zu bauen(Bodenversiegelung, Ernergieerzeugung, usw.). Für mich ist die Frage tatsächlich eher eine ökonomische. Und das was ökonomisch Sinnvoll ist ist in diesem Fall wahrscheinlich auch die okölogischste(Außer natürlich man macht garnix und zieht wieder in ne Höhle).

Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #19 am: Heute um 14:38:41 »
Wurde denn schon staatliche Förderung für diese Idee in Aussicht gestellt?

Wenn so etwas in dieser Größenordnung funktioniert, dann funktionieren auch Solarfarmen am L1.

Offline Romsdalen

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #20 am: Heute um 16:07:26 »
Also, der einzige wirkliche Vorteil (oder vielleicht besser "Grund, warum so etwas propagiert wird), der mir einfällt wäre:
Aktuell ist an der Börse KI in aller Munde, und mit dem möglichen Börsengang von SpaceX dieses Jahr, könnte man evtl. mit dieser Story einen noch höheren Erlös bei der Erstausgabe der Aktien erzielen.
OK, das hat jetzt erstmal nichts mit dem eigentlichen Projekt zu tun...


Offline trallala

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #22 am: Heute um 19:54:51 »
Mich wundert, dass Weltraummüll bisher gar nicht in der Diskussion vorkommt  ???
Starlink mit seinen tausenden Satelliten kann ja nur dauerhaft funktionieren, weil der Orbit so niedrig ist, dass die unvermeidlichen defekten Satelliten schnell verglühen.

Noch viel mehr Satelliten in einer viel höheren Umlaufbahn kann doch gar nicht lange gutgehen. Das weiß auch Elon Musk. Für mich ist das Vorhaben eine reine Nebelkerze aus strategischen Gründen.

KI kann SpaceX ganz sicher gut gebrauchen tief im Weltall, aber nicht so.

Online Tee2014

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #23 am: Heute um 21:08:04 »
täuch Dich da nicht, bei dem vorhaben stehen das Pentagon und Trump dahinter, es wäre nicht das erstemal das über das militär neue technologie in die welt gesetzt wird.

gruß tee

Online SirFalcon

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Re: SpaceX - Satellitengestützte Rechenzentren
« Antwort #24 am: Heute um 23:07:57 »
Ich sehe noch zwei Beweggründe:

(1) Auf der Erde ist ein wesentlicher Grund für den schleppenden Aufbau von Rechenzentren die Energieknappheit an verschiedenen Standorten
(2) So können Rechenzentren um Mond und Mars eingerichtet werden, ohne Bandbreite in Richtung Erde zu benötigen. Quasi "lokale" Rechenzentren für die Bedarfe vor Ort