US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress

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Offline tomtom

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #25 am: 04. Januar 2022, 15:12:42 »
Raumfahrtfan meint wahrscheinlich die Kosten des Starships. ;)

Die NASA hat die erklärte Unterstützung der Biden Administration und beim SLS gibt es aktuell auch keinerlei Anzeichen über Veränderungen, schließlich ist auch der aktuelle NASA-Chef einer der Väter des SLS.

Alles andere ist selbstgebastelte Spekulation.
Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #26 am: 04. Januar 2022, 15:13:35 »
Ohne da SLS wäre ein Großteil der NASA allerdings betätigungslos.
Für mich ist die NASA längst nichts mehr, was mit Trägerraketen zu tun hat. Für mich ist die NASA
JWST, Mars 2020, Parker Solar Probe, MSL, Juno, New Horizons, Cassini, Hubble, Voyager und all die anderen legendären, wunderbaren und meist extremst erfolgreichen Sonden. Wenn sie das SLS einstellen, können sie dann gerne den mMn viel sinnvolleren Forschungsbereich verdoppeln.

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Offline Sensei

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #27 am: 04. Januar 2022, 15:56:24 »
Das kommt eben stark auf die Sichtweise an:
Letztendlich ist NASA das, was bezahlt wird.
Und das sind gerade zu etwa 7 von 24 Mrd $ die "Deep Space Exploration Systems":

https://www.nasa.gov/sites/default/files/atoms/files/fy2022_budget_summary.pdf
ABER: Wenn es nach mir ginge, wäre ich auch sehr für einen Fokus auf die wissenschaftlichen Forschungsmissionen.
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@Raumfahrtfan: Ja diese Aussichten bestehen. Und die Überlegungen gibt es so (Sinn von SLS, inbesondere angesichts der Kosten und Alternativen) auch schon quasi seit Anfang an. Durch Fortschreiten von Starship wird das nur noch gravierender.

Aber wie beschrieben ist 1. noch nicht klar, ob und wann Starship (so wie geplant) operationell einsetzbar wird.
Und 2. ist es ein Trugschluss zu glauben, dass die Entscheidungen zur SSL nur aufgrund von Kosten-Nutzen Erwägungen getroffen werden. Das Gegenteil ist der Fall.

“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #28 am: 04. Januar 2022, 19:55:42 »
Ja, was ich meine ist das die NASA komplett aus dem Raketenbau und -betrieb aussteigt.

Die dafür nötige Infrastruktur wird veräußert oder man findet andere Aufgaben für die Leute. Dies wird aber erst möglich sein wenn komplett auf der Hand liegt das die NASA gegen SpaceX und Co. im Raketengeschäft keine Chance mehr hat. Da aber die Senatoren bei denen NASA-Zentren liegen ein gewichtiges Wörtchen mitzrenden haben wird das sicher kein leichtes Unterfangen. Deswegen wird das dauern. Die Senatoren wollen priorisiert die Arbeitsplätze in ihren Gebieten sicherstellen, deswegen ist ja SLS überhaupt erst entstanden. Was die Leute schlussendlich arbeiten ist den Senatoren egal.

Die NASA konzentriert sich dann auf die Forschungsmissionen wo defnitiv keine Wirtschaftlichkeit bei gegeben ist, was also Geld von Staat erfordert. Also die Sonden, Raumstationen und bemannte Missionen. Das wird nur dann eben alles von der Privatwirtschaft nach oben gehoben. So wie es bei der ISS Versorgung jetzt schon läuft.

Ich glaube aber selbst wenn SpaceX und die NASA für ein Projekt das selbe Budget hätten und es bei Null lös ginge würde SpaceX gewinnen. Für mich lassen sich die Strukturen von SpaceX heute und der NASA in den 60ern wo James Webb, George Mueller(Miller) und Wernher von Braun das sagen haben gut vergleichen, bei beiden ging es gestrafft, strukturiert und vor allem effizient zu egal welchen Auftrag es zu erledingen gab. Die NASA heute ist durch politische Einflussnahme und magelnden Wettbewerbsdruck ziemlich eingerostet.

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Offline alepu

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #29 am: 05. Mai 2022, 16:54:21 »
Senator Bernie Sanders hat versucht die Finanzierung eines 2. Mondlanders zu verhindern, ist aber gescheitert.

https://spacenews.com/senate-rejects-effort-to-strip-nasa-lunar-lander-provision-from-authorization-bill

Offline Stefan307

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #30 am: 05. Mai 2022, 17:18:29 »
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Ich glaube aber selbst wenn SpaceX und die NASA für ein Projekt das selbe Budget hätten und es bei Null lös ginge würde SpaceX gewinnen. Für mich lassen sich die Strukturen von SpaceX heute und der NASA in den 60ern wo James Webb, George Mueller(Miller) und Wernher von Braun das sagen haben gut vergleichen, bei beiden ging es gestrafft, strukturiert und vor allem effizient zu egal welchen Auftrag es zu erledingen gab. Die NASA heute ist durch politische Einflussnahme und magelnden Wettbewerbsdruck ziemlich eingerostet.

Gerade die 60er Jahre NASA ist dem Teil das heute das SLS entwickelt sehr ähnlich! Man hatte damals schlicht viel mehr Geld! Werner von Braun war einer der großen Verfechter Staatlicher Raketen Entwicklung...
Wie kann man das mit SX verglichen? Die 50iger Raumfahrt in den USA wäre da schon eher vergleichbar, aber gerade diese Mentalität hat man ja schnellstens abgelegt als nach Sputnik und Gagarin die mittel für "ordentliche und strukturierte" Arbeit zur Verfügung standen.
The universe is probably littered with the one-planet graves of cultures which made the sensible economic decision that there's no good reason to go into space--each discovered, studied, and remembered by the ones who made the irrational decision.

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Offline alepu

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #31 am: 05. Mai 2022, 19:22:18 »
Werher von Braun war das natürlich von Deutschland her so gewöhnt und wer hätte das damals auch sonst finanzieren und machen sollen ausser der Staat.
Die Finanzierung ist generell natürlich sehr wichtig, aber macht es nicht alleine, (siehe z.B. BO).
Entscheidend ist ein gutes Konzept und der richtige "Mann" der es vertritt. Also der "Wille" hinter der Idee (siehe SX). Auch Kolumbus mußte erst "Klinken putzen" bis er seine Schiffe finanziert bekam, aber er hatte den Willen, war von seiner Idee überzeugt und ließ nicht locker.
Es vereinfacht natürlich die Sache enorm, wenn du der Staatschef bist (siehe J.F.K.), aber auch das ist heute keine Garantie mehr, (siehe Trump).  ;)
Ich bin überzeugt davon, daß die 'US-Raumfahrtpolitik' spätestens dann wieder Fahrt aufnehmen wird, wenn China/Rußland eine stärkere "Bedrohung" auch in der bemannten Raumfahrt darstellen werden. Dies kündigt sich ja bereits an, mit der Gründung und relativ großzügigen (im Vergleich zur NASA) Finanzierung der US-SpaceForce.

Offline Stefan307

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #32 am: 06. Mai 2022, 09:24:21 »
Atlas Thor und Titan waren kommerzielle Entwicklungen im Auftrag des Staates! In den USA gab es also beides!
Für den letzten Abschnitt absolute Zustimmung! Wenn die Sowjet Union ein ernsthaftes Marsprogramm aufgelegt hätte, wäre  30 Jahre Marslandung schon gefeiert worden.
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Offline alepu

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Re: US Raumfahrtpolitik Biden/Kongress
« Antwort #33 am: 23. Juni 2022, 23:18:27 »
Nachwievor das selbe Spiel. Finanzierung für SLS und Unterfinanzierung für HLD/Lunar Gateway
Was der "Angry Astronaut" dazu zu sagen hat:


www.youtube.com/watch?v=WggPleYt_ts