Russische Trägerstarts

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Re: Russische Trägerstarts
« Antwort #675 am: 07. September 2026, 15:46:21 »
Sehe ich auch so; wäre nur mal interessant zu wissen, wieweit das Angara-Progeamm denn nun betroffen ist. Wäre da gar nichts, würde man das nicht lautstark verkünden? Angeblich produziert das Werk auch Komponenten für Militärtransportflugzeuge, das macht es durchaus zu einem Ziel, aber erklärt ggf. auch die Geheimhaltung.

Ukrainische Analysen stellen den Brand in Zusammenhang mit dem Schaden am RKZ Progress, dem Hersteller der Sojus-2-Träger. Sollte man allerdings vorsichtig behandeln, weil die Auswirkungen des Progress-Schadens ebenfalls noch nicht vollständig geklärt sind.

Die ukrainische Darstellung*, der Brand könne zusammen mit dem Schaden bei Progress zu einem „katastrophalen“ Einbruch der russischen Startkapazität führen, ist zwar nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber deutlich spekulativer als die vermuteten Schäden. Danach könnte es weitaus schwerwiegendere Folgen für die russische Raumfahrtindustrie haben. Es wird spekuliert, dass dies den Aufbau des russischen Starlink-Äquivalents behindern würde. Denn nach der Zerstörung des Sojus-2.1B-Werks wurden Angaras als möglicher Ersatz in Betracht gezogen.

* https://www.unian.net/weapons/pozhar-na-zavode-proton-pm-mozhet-imet-katastroficheskie-posledstviya-dlya-rf-13488045.html
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Re: Russische Trägerstarts
« Antwort #676 am: 15. September 2026, 23:08:42 »
Eine sehr ausführliche Analyse des ukrainischen Raketenangriffs auf die „Progress“-Rakete https://www.thespacereview.com/article/5313/1

Auch wenn der ukrainische Angriff auf Progress möglicherweise nicht alle seine Ziele erreicht hat, wird er zweifellos Auswirkungen auf die Produktionskapazitäten für die „Sojus-2“-Trägerraketen haben. Zudem hat er die Risiken aufgezeigt, dass die kritischen Satellitenkonstellationenin hohem Maße von einer einzigen Trägerraketenfamilie abhängig sind. Als einziger Produktionsstandort stellt Progress einen Single Point of Failure dar, der kurzfristig nicht zu ersetzen ist. Weitere Angriffe könnten weitreichende Folgen für das Raumfahrtprogramm haben, eine Vielzahl militärischer und ziviler Satelliten am Boden halten und sowohl „Sojus“- als auch „Progress“-Missionen zur ISS gefährden.

Zusätzlich hat die Ukraine auch versucht, den operativen Bereich des russischen Raumfahrtprogramms anzugreifen, indem sie Drohnenangriffe auf das Kosmodrom Plesetsk durchführte. Seit Dezember fanden mindestens drei Wellen solcher Angriffe statt, die alle strategisch so zeitlich abgestimmt waren, dass sie die letzten Startvorbereitungen stören sollten. Zwar wurden alle diese Angriffe offenbar durch die dichte Flugabwehr des Kosmodroms abgewehrt, doch ist es durchaus denkbar, dass künftige Drohnenwellen diesen Schutz durchbrechen und schwere Schäden an kritischer Startinfrastruktur wie Montagehallen und Startrampen verursachen könnten. Auf diese Weise ist Russlands einst abgeschirmte Weltrauminfrastruktur zu einer umkämpften und äußerst verwundbaren Frontlinie im andauernden russisch-ukrainischen Konflikt geworden.
« Letzte Änderung: 16. September 2026, 08:00:25 von SpaceSil »
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Re: Russische Trägerstarts
« Antwort #677 am: Heute um 10:03:30 »
Gestern Abend wurde eine weitere Sojus 2.1b von Plesetzk aus gestartet. Startzeit und Art der Nutzlast sind bisher unbekannt.
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