Ariane 6 / ESA Programmatik

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #150 am: 21. August 2026, 13:42:15 »
Wenn Ariane NEXT (halbwiederverwendbar wie F9) als jetzt geplanter Nachfolger der Ariane 6 tatsächlich in etwa 10 Jahren ("in den 30ern") kommen sollte, wird sie leider genauso veraltet sein wie Ariane 6 heute.
Hoffnungslos veraltet in der Technik und im Preis.
Wo SX beginnt die F9 auszusortieren, plant Europa eine "F9" in der Zukunft zu entwickeln! Wie innovativ ist das denn?

Hallo Alepu,
ja das stimmt genau.   Wir haben früher gelernt wenn man ein Geschäft betreibt, beobachte was die Mitbewerber machen und passe dich nach Möglichkeit, rechtzeitig und zeitnah an. Gilt auch heute noch!
LG. Kalle

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Offline Nitro

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #151 am: 21. August 2026, 13:56:49 »
Wenn Ariane NEXT (halbwiederverwendbar wie F9) als jetzt geplanter Nachfolger der Ariane 6 tatsächlich in etwa 10 Jahren ("in den 30ern") kommen sollte, wird sie leider genauso veraltet sein wie Ariane 6 heute.
Hoffnungslos veraltet in der Technik und im Preis.
Wo SX beginnt die F9 auszusortieren, plant Europa eine "F9" in der Zukunft zu entwickeln! Wie innovativ ist das denn?

Da ist schon wahrscheinlicher, dass vorher eine mehr kommerzielle wiederverwendbare Rakete in Europa entwickelt wird. Ich denke da z.B. an eine zukuenftige Version der Miura wie Miura Next, oder ein staerkeres Nachfolgemodell der Maia, RFA One oder Spectrum.

So schwer mir das faellt, aber ich glaube nicht dass eine Ariane Next unter diesen Bedingungen jemals das Licht der Welt erblicken wird.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Offline Mojschele

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #152 am: 21. August 2026, 13:57:41 »
Wenn Ariane NEXT (halbwiederverwendbar wie F9) als jetzt geplanter Nachfolger der Ariane 6 tatsächlich in etwa 10 Jahren ("in den 30ern") kommen sollte, wird sie leider genauso veraltet sein wie Ariane 6 heute.
Hoffnungslos veraltet in der Technik und im Preis.
Wo SX beginnt die F9 auszusortieren, plant Europa eine "F9" in der Zukunft zu entwickeln! Wie innovativ ist das denn?

Hallo Alepu,
ja das stimmt genau.   Wir haben früher gelernt wenn man ein Geschäft betreibt, beobachte was die Mitbewerber machen und passe dich nach Möglichkeit, rechtzeitig und zeitnah an. Gilt auch heute noch!
LG. Kalle
Ich würde meinen, das eine schrittweise Entwicklung schon passt. Zuerst mal eine Variante bei der die Erststufe wiederverwendbar ist. Und dann die Oberstufe zu einem wiederverwendbaren Teil weiterentwickeln. Alles auf einmal wäre zwar vermutlich zeitsparender aber ich glaub nicht, dass die dafür benötigten höheren Entwicklungskosten in Europa gestemmt werden können. Fraglich ist, wieviel effektive Nutzlast bei einer Rakete in der Größenordnung der Ariane 6 bei voller Wiederverwendung dann tatsächlich im LEO ankommen würde. Vielleicht geht da die Rechnung erst ab so einem Kaliber wie die NG auf  ???

Unterm Strich gehe ich davon aus das eine teilwiederverwendbare Ariane seeeehr spät kommen wird --> Für Europa hoffe ich daher auf MaiaSpace, die restlichen Privaten sind mit der Wiederverwendung faktisch ebenso weit wie die Ariane...  ::)

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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #153 am: 21. August 2026, 16:57:26 »
Natürlich "schrittweise Entwicklung", hat ja schließlich auch BO und SX so gemacht, fragt sich halt nur wie groß diese Schritte sind und wie schnell sie aufeinanderfolgen.
Wenn dein Partner schon in die Zielgerade eintritt, während du dich immer noch beim Start rumtreibst, sind halt deine Chancen nicht besonders gut...

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #154 am: 21. August 2026, 17:06:52 »
Grundsätzlich müssten sie in schnelleren Schritten nachziehen. Möglich wäre das schon für Hochtechnologieeuropa. Es gibt ja genug Infos um Fehler zu vermeiden. Meine Zweifel gründen eher auf den komplexen Rahmenbedingungen in der EU.

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #155 am: 28. August 2026, 16:50:44 »
Der überwiegende Teil heute eingesetzter Träger (nicht deren Flüge !) ist noch nicht wiederverwendbar.

Und nicht mal SpaceX schreibt mit Starts seiner Falcon 9 derzeit Gewinne. Der operative Gewinn kommt momentan eher aus dem Satelliten-Internet-Geschäft. Ob das dadurch möglich ist, weil man sich selbst sehr günstige Startpreise verrechnet, lasse ich mal im Raum stehen. Buchführung kann kreativ sein ....

Das man über kurz oder lang ausschließlich auf Wiederverwendbarkeit setzen wird, sehe ich schon auch. Aber da steckt auch sehr viel Materialwissenschaft und Erfahrung dahinter, wo man wirklich besser als die heutige Praxis werden kann. Aus jedem Rückschlag lernt nicht nur der betroffene Startanbieter.

Kommerziell sehe ich das ganze entspannter : Ein (Nutzlast-)Kunde braucht ein Paket an Leistungen. Wenn der Preis des Pakets dann ok ist, wird er zuschlagen. Wenns nur blöder, aber dafür billig ist, macht man das ein, zweimal so. Dann wird die Leidensbereitschaft aber erschöpft sein. Das schreibe ich auch vor dem Hintergrund der noch in der Pipeline stehenden Mitbewerber.

Was den Entwicklungsstopp des Block 3 angeht, bin ich noch unentschieden. Ich bin nicht sicher, ob dieser Entwicklungsschritt am Markt nachgefragt werden würde.

Gruß, Fahrgast

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #156 am: 28. August 2026, 18:03:43 »
Wie sicher sind die Informationen zu Gewinnen und Verlusten eigentlich?
Entspannt sehe ich die Vorgehensweise bei Ariane als Steuerzahler nicht.

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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #157 am: 28. August 2026, 19:04:45 »
Ja, entsprechende Quellen würden mich da auch interessieren.

Bei Ariane glaube ich ja die Verluste, aber
"nicht mal SpaceX schreibt mit Starts seiner Falcon 9 derzeit Gewinne"  ???

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #158 am: 28. August 2026, 19:13:59 »
Entspannt sehe ich die Vorgehensweise bei Ariane als Steuerzahler nicht.
Ich halte die Subventionierung jedes Ariane-Starts und damit von Amazon für deren LEO-Konstellation auch für höchst fragwürdig. Die ESA sagt selbst, dass jeder Flug mit etwa 35 Mill. € subventioniert wird. Da die wenigen institutionellen Starts allein nicht ausreichen, um die Raketen-Fabriken auszulasten, müssen zivile Aufträge von Dritten über günstige Preise angelockt werden. Nur durch diese höhere Startfrequenz bleiben die Produktionslinien aktiv. Sprich: Komplett am Bedarf vorbei geplant, anzahl- wie kostenmäßig, und dafür wird Amazon das Geld hinterhergeworfen.
Das Geld wäre besser in die Entwicklug eines marktfähigen und langfristig dem europäischen Bedarf gerecht werdenden Trägers gesteckt.

Aber, jeder von uns zahlt etwa 3,50 € pro Jahr für das gesamte Raumfahrtprogramm der ESA, davon ist Ariane nur ein Teil, und das ist es mir mehr als wert. Ich zahle gern auch 10 € für 3x mehr europäische Raumfahrt!

Der überwiegende Teil heute eingesetzter Träger (nicht deren Flüge !) ist noch nicht wiederverwendbar.
Und nicht mal SpaceX schreibt mit Starts seiner Falcon 9 derzeit Gewinne. Der operative Gewinn kommt momentan eher aus dem Satelliten-Internet-Geschäft.
Doch, doch, beides. Und der eigentliche Gewinn kommt mittlerweile aus KI, das gehört ja nun auch zu SpaceX. Ist aber ein anderes Thema.
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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #159 am: 28. August 2026, 21:56:34 »
Ja, entsprechende Quellen würden mich da auch interessieren.

Bei Ariane glaube ich ja die Verluste, aber
"nicht mal SpaceX schreibt mit Starts seiner Falcon 9 derzeit Gewinne"  ???

Da SpaceX als börsennotiertes Unternehmen zur Veröffentlichung seiner Finanzdaten gezwungen ist, gibt es auch entsprechende Analysen hierzu. Ich hab vor einigen Wochen mal einen Artikel dazu gelesen; daher war mir der Umstand bewusst.

Normal speise ich Menschen nicht gern mit KI-Recherchen ab; ihr wisst ja .... die ca. 30% Unschärfe und so   ;) Aber auch um a bisl Zeit zu sparen, hab ich mal Google Gemini um Unterstützung bei der Zusammenfassung gebeten :

https://share.google/aimode/m6131iiIgURmBE5X7

Ich hoffe, ich verstoße hier nicht gegen eine Forenregel mit dem Posten dieses Links.

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #160 am: 28. August 2026, 22:04:47 »
Entspannt sehe ich die Vorgehensweise bei Ariane als Steuerzahler nicht.
Ich halte die Subventionierung jedes Ariane-Starts und damit von Amazon für deren LEO-Konstellation auch für höchst fragwürdig. Die ESA sagt selbst, dass jeder Flug mit etwa 35 Mill. € subventioniert wird. Da die wenigen institutionellen Starts allein nicht ausreichen, um die Raketen-Fabriken auszulasten, müssen zivile Aufträge von Dritten über günstige Preise angelockt werden. Nur durch diese höhere Startfrequenz bleiben die Produktionslinien aktiv. Sprich: Komplett am Bedarf vorbei geplant, anzahl- wie kostenmäßig, und dafür wird Amazon das Geld hinterhergeworfen.
Das Geld wäre besser in die Entwicklug eines marktfähigen und langfristig dem europäischen Bedarf gerecht werdenden Trägers gesteckt.

Aber, jeder von uns zahlt etwa 3,50 € pro Jahr für das gesamte Raumfahrtprogramm der ESA, davon ist Ariane nur ein Teil, und das ist es mir mehr als wert. Ich zahle gern auch 10 € für 3x mehr europäische Raumfahrt!

Ich sehe das als Steuerzahler auch eher als Investment. Natürlich wärs toll, wenn kein Zuschuss erforderlich wäre. Aber keiner von uns kennt die konkrete Kalkulation. Schwer zu beurteilen .....

Was wäre die Alternative ? Wieder was neues entwickeln, ohne dem vorhandenen eine Chance zur Bewährung zu geben ?  Oder privat in SpaceX investieren und den Staat anzuweisen, nur noch mit Falcon 9, Heavy oder (irgendwann mal) Spaceship zu fliegen ?

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #161 am: 29. August 2026, 06:06:21 »
Danke, hab kurz reingesehen. Da steht zu den einzelnen Startkosten/Rentabilität einer Falcon9 aber nicht so viel. Nur dass derzeit Starship die Verluste macht.

Mag sein, dass man jetzt bei Ariane so agieren muss, um die Personale und die Infra zu halten, aber eine Investition in die Zukunft ist das nur sehr bedingt.

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #162 am: 29. August 2026, 09:07:43 »
Danke, hab kurz reingesehen. Da steht zu den einzelnen Startkosten/Rentabilität einer Falcon9 aber nicht so viel. Nur dass derzeit Starship die Verluste macht.

Mag sein, dass man jetzt bei Ariane so agieren muss, um die Personale und die Infra zu halten, aber eine Investition in die Zukunft ist das nur sehr bedingt.
Sehe ich auch so.
Europa sollte ganz schnell einen (oder mehrere) modernen so weit wie möglich wiederverwendbaren Mehrzweck-Schwerlast-Träger entwickeln, die Subvention von Drittnutzlasten unterlassen, das Geld in diese Entwicklung leiten und die Ariane 6 bis dahin nur für die für Europa wichtigen Dinge nutzen.

Die SpaceX-Finanzen gehören nicht in diesen Faden, daher nur soviel:
Haben wir ab hier bereits diskutiert:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11788.msg590411#msg590411
und die KI-Antwort ist in Textform genau die Grafik, die ich hier
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3424.msg590621#msg590621
eingebaut hatte.
Wenn man auf dieser KI-Seite dann schlicht noch die eigentliche Frage stellt "Macht die Falcon 9  Verluste?" kommt genau die erwartete Antwort "Nein, die Falcon 9 macht keine Verluste, sondern ist für kommerzielle Flüge extrem profitabel"
Damit dürfte die Frage gelöst sein  :) ansonsten können wie das gern in einem der oben verlinkten Fäden fortsetzen.
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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #163 am: 29. August 2026, 11:09:29 »
Danke für die Klärung!
Konnte das von Anfang an nicht glauben...

Das mit der Ariane 6 finde ich eine etwas verkorkste Geschichte. Sie wollen natürlich so oft wie möglich mit dieser Rakete fliegen, schon alleine um zu zeigen, daß wir Europäer auch noch da sind und natürlich auch um die "Brain Power" zu erhalten. Aber einem nicht besonders optimalen Konzept ständig Geld hinterherzuwerfen nur um es noch weiter am Leben zu erhalten, wo man diese Euros doch viel besser für die Entwicklung und den Bau einer besseren Rakete ausgeben sollte ist dann doch nicht das Gelbe vom Ei!

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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #164 am: 29. August 2026, 21:50:25 »
Mal eine kleine Zusamenfassung nach meinem Verständnis:
Bei der ESA ist der aktuell wohl größte Budgetposten der für Trägerraketen, die von verschiedenen Firmen entwickelt und betrieben werden. Die Ariane 6 wurde nach langer Diskussion als Nachfolger der Ariane 5 seit 2014 entwickelt. Man bemüht sich um weitere Verbesserungen an der A6 (Block2), hat jetzt aber Block3 auf Eis gelegt. Etwa die Hälfte der Starts sollte institutionell, die andere Hälfte kommerziell erfolgen. Derzeit denkt die ESA über eine Steigerung der Produktionsrate nach.

Von den 4,679 Mrd € - 3-jahres-plan, sind eingeplant worden für:
- Ausbau von Kourou 902 Mio
- LEAP (Launchers Exploitation and Accompaniment Programme) - Betrieb A6 (538) + Vega (121)
- SEATS (Programme for Strengthening Exploitation for Access To Space) - support von kommerziellem Betrieb A6 (1021)
- FLPP (251)
- Space Rider (32)
- European Launcher Challenge (902)
- PAP (Produktanpassung) - A6 (173), VegaC (148), P120C (40)

Die ESA finanziert also sowohl den Betrieb der vorhandenen Träger und Startplattformen (CSG) als auch der Entwicklung neuer Träger, sowohl technologisch als auch wettbewerbsorientiert mit der European Launcher Challenge.
Nichts passiert bei der ESA schnell, alles braucht viele, viele Konferenzen, um etwas auf den Weg zu bringen.
(PS: mit SpaceX hat das nichts zu tun.)

Als Ergänzung hier eine Frage/Antwort von Abgeordnetenwatch und Oliver Kaczmarek (SPD)
Gefragt wurde nach der europäischen Schwerlast-Träger-Studie (PROTEIN) und der Frage, wie die Politik die wissenschaftliche Hoheit Europas sicherstellen will, um nicht abhängig von kommerziellen Interessen zu werden. (Die Schwerlast-Träger-Studie ist aktuell nicht mehr relevant).

Antwort war, man will kommerzielle Raumfahrt fördern und eine (allgemeine) Sicherheitplattform für die Wissenschaft schaffen, die der Forschung vor Angriffen helfen soll.

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/oliver-kaczmarek/fragen-antworten/wie-sichern-sie-bei-esa-projekten-wie-der-protein-studie-die-strategische-und-wissenschaftliche-hoheit
Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #165 am: 29. August 2026, 23:12:12 »
Es ist wie es ist. So schnell wird sich nichts ändern.

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #166 am: 29. August 2026, 23:13:00 »
Danke für die Zusammenfassung, das klingt alles sehr logisch und erklärt irgendwie auch die politisch-technische Sackgasse, in die man sich manövriert hat. Wahrscheinlich ging es auch wegen der Rahmenbedingungen gar nicht anders, auf anderen Ebenen wie EU sieht es ja leider auch so aus.
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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #167 am: Gestern um 08:50:22 »
Ein Ende des Ariane-6-Programms ohne etwas besseres Verfügbar zu haben wäre das Ende von Europas Unabhängigkeit im Weltraumbereich. Und das nur aus Kostengründen?

Zumal es fragwürdig erscheint, ob das Geld besser angelegt ist, wenn es einfach komplett in die USA transferiert wird um die notwendigen Starts zu bezahlen, und dann hier in den ESA-Mitgliedsstaaten weder Know How, noch Infrastruktur oder Personal bestehen bleibt.

Dass die aktuellen Ariane-Starts für Dritte nicht rentabel sind, ist für sich genommen erst einmal kein Untergang. Die Frage ist doch wie die Vergleichsrechnung aussehen würde. Ohne die kann das doch gar nicht sinnvoll beurteilt werden.

Wenn keine Starts mehr für Amazon oder andere Unternehmen angeboten werden würden und es nur noch auf die wenigen absolut notwendigen Starts für die diversen Regierungsprojekte reduziert werden würde, wie es hier auch im Forum angedacht / gefordert wird. Sähe es dann wirklich besser aus? Es ist ja nicht so als würde Amazon den Start kostenlos kriegen.

Weniger Starts würde ja bedeuten, die Fixkosten für Infrastruktur und Personal würden sich auf deutlich weniger Starts verteilen und würden einen entsprechend größeren Anteil ausmachen. Hat hier jemand von uns die Zahlen, die uns versichern, dass der notwendige Zuschuss zum Ariane-Programm in dieser Minimalvariante nicht sogar größer wäre?

Mein Credo ist: eine Raumfahrtindustrie wegzusparen ist leicht. Das haben wir in der ehemaligen Sowjetunion gesehen. Sie danach wieder aufzubauen ist unendlich schwerer.

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #168 am: Gestern um 09:48:11 »
Es gibt doch letztlich nur drei Optionen:

1. Weiter so. Ariane 6 weiterentwickeln, irgendwann in 15+ Jahren eine wiederverwendbare manrated Ariane 7 mit einer Kapsel. Macht uns vielleicht langfristig international unabhängiger, zeitlich und damit technologisch werden wir aber völlig abgehängt. Bis dahin massive Zuschüsse zu einer schon seit 10 Jahren nicht mehr aktuellen und nicht konkurrenzfähigen Technologie. Und zudem anders abhängig, nämlich von einen einzigen Anbieter, der bisher nicht gerade schnell, innovativ und günstig agiert hat. Das ist das, was die Amerikaner auch schon Jahrzehnte hatten und was ihnen das SLS-Problem beschert hat.

2. Auf das Nötigste reduzieren und alle Dienste einkaufen, also in den USA. Also die "Trampolin"-Variante nach Ende des Shuttles. Höchste Abhängigkeit langfristig, und muss auch nicht günstiger werden, wenn man uns in Europa die Preise diktieren kann, ob von den Anbietern oder über die beliebten Zölle. Oder politisch ganz zumachen. Diese Version will aber doch niemand und wurde doch auch weder hier noch von ESA auch nur angedacht - ?

3. Investition in mehr verschiedene und konkurrierende Anbieter, die kurz- bis mittelfristig kleine und mittelgroße Träger entwickeln. Das passiert jetzt mit zwar vergleichsweise mickrigen 500 Millionen in vier weitere Firmen (na ja, 3 + 1 Ariane-Ableger), aber ein Anfang. Schließt ja eine Weiter- oder Neuentwicklung bei Ariane nicht aus. Letztlich das, was Obama mit der Öffnung von NASA-Aufträgen für private Startups außerhalb des militärisch-industriellen Komplexes gemacht hat und nun für den Boom sorgt. Kommt natürlich auch wieder 15 Jahre zu spät, aber ich sehe das als einzige langfristig halbwegs erfolgversprechene Option.

Ein Ende des Ariane-6-Programms ohne etwas besseres Verfügbar zu haben wäre das Ende von Europas Unabhängigkeit im Weltraumbereich. Und das nur aus Kostengründen?
Nein, so extrem hat es wohl niemand gefordert.

Zitat
Dass die aktuellen Ariane-Starts für Dritte nicht rentabel sind, ist für sich genommen erst einmal kein Untergang. Die Frage ist doch wie die Vergleichsrechnung aussehen würde.
Schon. Aber sollte das europäische Steuerzahler-Geld wirklich dazu dienen, z.B. die Amazon-Satelliten zu subventionieren, von einer Firma, die sich weiterhin weigert, ein Europa selbst korrekt Steuern zu zahlen? Oder dann doch besser direkt die Produktion zu subventionieren, selbst wenn das etwas teurer wird, und damit das Geld in Europa und in unserer Raumfahrtindustrie zu lassen? Ich bin für letzteres.

Es sollten sich ja auch europäische Nutzlasten finden lassen, die derzeit aus Kostengründen zu Falcon 9 und Co ausweichen, oder vielleicht mehr eigene Forschungsmissionen, statt der Subventionen Dritter?

Zitat
Mein Credo ist: eine Raumfahrtindustrie wegzusparen ist leicht. Das haben wir in der ehemaligen Sowjetunion gesehen. Sie danach wieder aufzubauen ist unendlich schwerer.
Dem stimme ich zu. Aber das will doch so niemand? So eine Schwarz-Weiß-Malerei hilft nicht weiter.
Es geht nicht darum, entweder Arianeflüge für Dritte zu subventionieren oder die Raumfahrt einzustellen.
Sondern europäisches Geld in mehr und vielfältigere europäische Träger, europäische Technik und europäische Missionen zu stecken und genau damit hier Know-How und Raumfahrindustrie aufzubauen.
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Offline tomtom

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #169 am: Gestern um 11:46:50 »
Ein Ende des Ariane-6-Programms ohne etwas besseres Verfügbar zu haben wäre das Ende von Europas Unabhängigkeit im Weltraumbereich. Und das nur aus Kostengründen?
Nein, so extrem hat es wohl niemand gefordert.

Da bin ich mir gar nicht so sicher. Die Ariane 6 soll zwar noch 10 Jahre genutzt werden, aber Stand heute gibt es keinen Nachfolger!
Stattdessen will man diverse kommerzielle Träger und nur Maia Space verfolgt derzeit einen wiederverwendbaren Ansatz.

Gut, die ESA denkt auch über einen bemannten Träger nach, aber das ist noch alles höchst theoretisch.
Im Zweifel hilft die Such-Funktion:
https://forum.raumfahrer.net/index.php?action=search

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #170 am: Gestern um 12:14:47 »
Miura 5 wird doch auch wiederverwendbar, erste Stufe.
Miura Next dann ab 2030+ ebenfalls, in Falcon-9-Klasse; später mit einer Heavy- und Superheavy-Variante.
Sowas wäre ein Mittel- bis Schwerlastträger, der auch manrated sein könnte.
Alles Zukunftsmusik, aber nicht ganz so weit weg wie eine hypothetische Ariane 7 beim üblichen Entwicklungszyklus.
Ich würde auf diese jungen Pferde setzen.
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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #171 am: Gestern um 13:43:02 »
Es bleibt halt, wie in USA, auch gar nichts anderes übrig, als auf die Privaten zu hoffen.
Europaweit bekommen sie staatlich zZ einfach nichts mehr so richtig gebacken. Ein Schritt vor und zwei zurück. Große Pläne in der Schublade, aber kein richtiger Wille und schon gar keine Euro.
"Mögen täten wir schon wollen, aber...."

Offline R2-D2

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #172 am: Gestern um 14:06:58 »
Solche Bemerkungen sind leicht hingeschrieben, aber gehen m.M.n. am Ziel vorbei...
Welche Raumfahrtfirma in Europa ist denn staatlich?
Woher kommt bei den "Privaten" das Geld? Wieso brauchen die auch noch Geld von der ESA, wenn "NewSpace" doch alles besser macht und von alleine profitabel sein soll?

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Offline alepu

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Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #173 am: Gestern um 14:25:04 »
Das Problem ist sicher nicht das Hinschreiben, sondern der entsprechende Wahrheitsgehalt!
Und da schaut es eben mMn recht traurig aus...

Auch "NewSpace" macht sicher nicht "alles besser". Auch sie durchlaufen einen Lernprozess, aber zumindest haben sie den Mut was Neues anzupacken!
Die Aufträge müssen dann natürlich wenigstens z.T. auch von der ESA kommen!

Und "was ist denn das Ziel"?
Sicher doch modernere Raketen, die profitabel fliegen (können).
Und wo sollen diese sonst herkommen? Und wie?
Ariane 6 ist sicher keine und die ESA selbst scheint auch für die nächste Zukunft keine eigene in petto zu haben.
Also was bleibt?

Re: Ariane 6 / ESA Programmatik
« Antwort #174 am: Gestern um 15:04:50 »
Wenn die ESA-Mitgliedsstaaten bereit wären genauso viel Steuergeld für die Raumfahrt auszugeben, wie es die USA tut, dann wäre es auch deutlich einfacher für kommerzielle Unternehmen wie ArianeGroup aber auch private Unternehmen, Startups etc. pp. damit eine schnelle Mark zu machen, eigene Raketen zu entwickeln und auch Gewinn zu machen.

Das ist aber nicht der Fall. Tatsächlich sind die Europäer sehr sparsam und halten auch alle ESA-Projekte an einer sehr kurzen Budgetleine. Und wenn es hier nix zu verdienen gibt, bleiben auch die Unternehmen weg.

Mal die gängigen Suchmaschinen befragt, kam bei  mir für einen Vergleich als sehr grobe Orientierung heraus, dass die kombinierten militärischen wie auch zivilen Raumfahrtausgaben über die verschiedenen Ministerien der USA hinweg bis zu 1,1% des Haushalts ausmachen, während die ESA-Staaten auf gerade einmal 0,16% kommen.