Hat mich nicht losgelassen;
auch hier mache ich mal im richtigen Faden weiter, nach Vorgeplänkel im Flug-13-Faden:
Außerdem wären für einen Start nur der Oberstufe weder Booster noch Turm nötig. Nur Tank-Infrastruktur.
Für einen halbglobalen ballistischen Flug werden ungefähr 6–7 km/s benötigt, das schafft die Oberstufe locker allein, ich würde schätzen sogar mit Nutzlast im Bereich von 50+ Tonnen.
Müsste man mal nachrechnen.
PS falls es irgendwo einen Faden zu Ort-zu-Ort-Transporten gibt, können wir das da gerne vertiefen.
Vollgetankt. Das Problem ist aber dass ein vollgetanktes Starship ca. 1800 t wiegt und selbst mit dem maximalen Schub aller Raptoren (max. 15000 kN eher weniger, entspricht ca. 1500 t) nicht mehr vom (Erd-)boden wegkommt. Zudem kann es Probleme geben die Vacuum-Raptoren schon in Meereshöhe zu zünden (Flammabriss u.ä.). Man dürfte also nur wenig Treibstoff einfüllen, aber dann sind wieder die Gravitationsverluste bei solchen Transporten hoch so dass wohl kaum eine vernünftige Reichweite herauskommt.
Bei der geplanten V4 mit 9 Raptoren könnte es vielleicht reichen.
Für P2P brauchen sie weder Booster noch RVac-Triebwerke.
Und was hindert sie daran statt den nicht benötigten 3 Vacuum Triebwerken 6 SeaLevel-Triebwerke einzubauen?
Das wären dann insgesamt 9 und dann bräuchten sie noch nichtmal Raptoren V4 um die benötigte Antriebskraft zu erreichen. Die dann jeweils benötigte Treibstoffmenge richtet sich natürlich nach der zurückzulegenden Entfernung und dem zu transportierenden Frachtgewicht.
Ganz sicher kann die Starship-Oberstufe ohne Booster starten, nur halt nicht orbital.
SN 9, 11 + 15 haben das bereits vor Jahren bewiesen. Ja, die waren nicht vollgetankt, aber sie hatten auch nur 3 V1-Triebwerke.
Nun würde man für einen Ort-zu-Ort-Sprung auch gar nicht volltanken.
Stattdessen nimmt man nur so viel Treibstoff mit, wie für Aufstieg, halbglobale stark suborbitale Bahn und Landing Burn bei gewünschter Nutzlast erforderlich ist.
Eine maximal halbglobale Mission könnte reichlich Nutzlast erlauben, weil keine Orbitalgeschwindigkeit erreicht werden muss und ein erheblicher Teil des Treibstoffs eingespart wird. Also sozusagen die umgekehrte Raketengleichung: Jedes Kilo weniger spart unverhältnismäßig viel Treibstoff und erlaubt mehr Nutzlast. So 40, 50 t sollten da locker schon heute möglich sein.
Mit einer Startmasse von etwa 1200 t ergibt sich immer noch ein Schub-Gewichts-Verhältnis von 2 oder 3. Dann wären mehrere hundert Kilometer Höhe, Geschwindigkeiten von 5-6 km/s und damit eine ballistische, später gleitende Flugbahn über große Entfernungen machbar.
Und dann ist die Frage, ob für einen Punkt-zu-Punkt-Transport nicht sowieso eine speziell angepasste Oberstufe zum Einsatz käme, als Cargoversion mit großes Frachtluke.
Keine Vac-Raptoren. Möglicherweise kein oder ein stark reduziertes Hitzeschild. Schon bei 6 km/s, statt knapp 8 km/s wie orbital, ist die Hitzebelastung unter 50%. Dadurch können mehrere 10 t Masse eingespart werden. Starship müsste dann auch keine Flaps der heutigen Größe besitzen. Kleinere Flaps, leichtere Aktuatoren, eventuell kleinere Header-Tanks usw. All das erhöht Reichweite und/oder Nutzlast.
Ich könnte mir deshalb ein "Starship Regional" vorstellen:
reduzierte Tankkapazität (1200 bis 1500 t),
kleineres TPS,
kleinere Flaps,
keine Orbitalfähigkeit,
optimiert für 5-15.000 km Reichweite,
dafür dann 100-150 t Nutzlast, oder auch mehrere hundert Passagiere.
Nebenbei, bei der Rückkehr von Mond sieht es ähnlich aus, auch da muss Starship ohne Booster starten. Zwar braucht es dann weniger als die Hälfte Geschwindigkeit als beim Erdstart, unter 3 km/s in den Mondorbit, dann kommen aber ggf. noch Flug zur Erde und Bremsen in LEO dazu, das dürfte in der gleichen Größenordnung sein.
Aber, der ursprünglich gehypte Punkt-zu-Punkt-Transport wurde von SpaceX seit Jahren kaum noch erwähnt. Passagierflüge waren auf dem IAC 2017 ein zentrales Marketingthema. Dann ab 2020 Rocket Cargo für das US-Militär. 2025 gab es noch die dann abgebrochene Umweltverträglichkeitsprüfung für das Johnston Atoll. Seither Stille, dann kam Starfall, aber das schafft ja "nur" je 1 t Fracht.
Das ist um so merkwürdiger, als die technischen Voraussetzungen mittlerweile greifbar sind, wie Flip-Manöver, Wiederverwendbarkeit und Landung. Der Punkt-zu-Punkt-Frachttransport ist heute deutlich realistischer als noch vor einigen Jahren.
Entweder die entwickeln das heimlich für das Militär weiter oder es passt nicht mehr so recht in die viel ambitionierteren Pläne, die seither entstanden sind.