Umfrage

Wie viele Starship Starts wird es im Jahr 2030 geben?

Unter 50
19 (35.8%)
50 - 100
10 (18.9%)
100 - 200
9 (17%)
200 - 500
13 (24.5%)
500 - 750
1 (1.9%)
Über 1000
1 (1.9%)

Stimmen insgesamt: 53

Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)

  • 4261 Antworten
  • 1251640 Aufrufe
*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4225 am: 02. Oktober 2026, 18:17:42 »
Ja, jetzt wo du das schreibst, fällt es mir auch wieder ein, genau so habe ich es auch in Erinnerung. Helium raus, nur noch Stickstoff drin.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4226 am: 02. Oktober 2026, 21:24:26 »
Naja. Warauf ich hier hinauswollte, ist die in Situ-Beschaffung auf dem Mars. Methan und Sauerstoff zu produzieren, ist die eine Sache. Aber die inerten Gase zu beschaffen, eine ganz andere. Könnte im worst case dazu führen, dass zwar ein Aufstieg in einen Mars-Orbit möglich ist, der direkte Einschuss zur Erde aber bei der Erde (im Leo ?) endet, da für die Landung kein Druck auf den Tanks erzeugt werden kann -also ein Umstieg -in welches Fahrzeug auch immer- erforderlich waere. Und das, ohne zuvor wieder genügend Dv abgebaut zu haben...
Versteht ihr, was ich meine ?

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4227 am: 02. Oktober 2026, 22:10:37 »
Rein theoretisch wäre es ja durchaus möglich da einige bereits voll befüllte Reserve-COPVs mitzunehmen.
Geht dann natürlich auf Kosten der restlichen/eigentlichen Nutzlast, aber wenn sie die Dinger unbedingt brauchen und mit keinem auf dem Mars beschaffbaren Gas befüllen können...

Wie wird das eigentlich bei der vollen und schnellen Wiederverwendung auf der Erde? Werden die da jedesmal zwischen den Flügen neu befüllt oder ausgetauscht?

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4228 am: 02. Oktober 2026, 22:32:15 »
Zukünftig sollen auch die Header Tanks autogen bedruckt werden (und bis SN8 waren sie sogar autogen bedruckt, was sich aber als noch zu komplex herausstellte und auf Helium umgeschwenkt wurde1).

Das ist überhaupt der Hauptgrund warum sie die Tanks mit Triebwerksabgas bedrucken, letztlich soll das ganze System auch auf dem Mars betrieben werden.

1 https://x.com/elonmusk/status/1344344855237992448

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4229 am: 02. Oktober 2026, 22:38:15 »
Die Marsatmosphäre hat je 1,9 % Stickstoff und Argon. Zumindest ersteres fällt dann ohnehin an, wenn dort Gasverflüssigung stattfindet um Treibstoff zu gewinnen. Oder direkt gewinnen. Die NASA untersucht Verfahren, um N2 auf dem Mars zu sammeln, steht ausgrücklich in den ISRU-Unterlagen. Leider eignet sich CO2 nicht für COPVs.
Mehr Δv! Daten statt Lager

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4230 am: 03. Oktober 2026, 19:29:08 »
Die Starships werden jetzt immer rascher gebaut. Schiff-Nasenkonus 51 wurde gesichtet.

https://x.com/UranusX420/status/2105686408967160179

Offline Hugo

  • *****
  • 5487
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4231 am: 03. Oktober 2026, 21:31:44 »
Die große Quizfrage ist: Welche Produktionsrate braucht man beim Starship? Wenn man davon ausgeht, dass Booster und Schiff wiederverwendet werden können, braucht man auf der Erde eigentlich gar keine große Produktionsrate.

Auch bei den Marsflügen wird man auf lange Sicht zurück fliegen. Somit muss man auch hier nicht für jeden Flug 1 Schiff bauen.

Meine Prognose für die ersten 5 Jahre:
- 1 Booster alle 2 Monate wird die Finale Produktionsrate werden für Booster.
- Beim Schiff würde ich auf 1 Schiff pro Monat tippen. Damit wird man auch Schiffe länger im All lassen können.

Erst wenn es danach zum Mars geht, wird man mehr Schiffe brauchen, aber nicht mehr Booster. Und auch hier gilt: Die Schiffe werden zurück kommen und wiederverwendet werden.

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4232 am: 03. Oktober 2026, 23:28:59 »
So sehr viele braucht man wohl anfangs tatsächlich nicht.
Hängt u.a. davon ab, wie viele Startplätze sie schlußendlich haben, wie oft sie Booster/Schiff wiederverwenden können, wie lange jeweils die Wiederaufbereitung dauert und wie oft sie starten wollen.
Dazu kommt dann noch, daß es wohl 3-4 verschiedene Typen von Schiffen geben wird.

Wenn man sich dann noch die F9 anschaut, werden es aber doch einige Starships sein müssen.
Und wenn EM tatsächlich mal hunderte oder sogar tausende pro Marsflug-Gelegenheit losschicken will, kommen da noch ein paar dazu.  ;)
Und von diesen kommen sicher nicht allzuviele wieder zurück! Der Stahl aus dem diese Schiffe gebaut sind, ist auf dem Mars nicht mit Gold aufzuwiegen und wenn, dann kommen auch nur bemannte zurück, (eventuell mit ein paar Bodenproben als Zugabe) und dies schon alleine wegen Treibstoffmangel.

*

Offline Erika

  • ****
  • 263
    • Wissen
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4233 am: 06. Oktober 2026, 10:49:59 »
Vorerst fliegen die Schiffe erst mal nur ein mal, auch wenn das Fangen gelingt, bedeutet das nicht, dass es noch mal fliegen kann.
Wenn die Anlassfarben die man an den Flaps gesehen hat auch unter den Kacheln sind, dann hat der Stahl sich so verändert, dass er keinen weiteren Start mehr aushält. Beim schweißen des Stahls achtet man peinlichst genau darauf, dass es zu keiner Strukturveränderung des Stahls kommt.
Wenn sich der Stahlkörper verfärbt, wars das für ihn.
Wissen ist Macht. Nichts wissen macht nichts

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4234 am: 06. Oktober 2026, 12:30:13 »
Die Anlassfarben sind meines Wissens nur eine extrem dünne Oxidschicht auf der Oberfläche, die nicht zwangsläufig durch den ganzen Stahl gehen muss.
Durch die Anlassfarben kann man die Temperatur abschätzen auf die der Stahl erhitzt wurde. Beim Schmieden wird dies nach dem Härten genutzt um die Sprödigkeit zu verringern und die Zähigkeit zu erhöhen. Sonst wäre auch beim Schmieden jedes Werkstück nach dem Anlassen dahin.
Z.B. wurden/werden Schwerter z.T. gezielt so angelassen, dass das Innere zwar hart und federnd bleibt, die äußere Schneide aber nicht so leicht bricht.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie ihren Standpunkt. (David Hilbert, deutscher Mathematiker 1862-1943)

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4235 am: 06. Oktober 2026, 14:25:28 »
In diesem Video des Hotstaging bei Flug 14 kann man die Entstehung der Anlassfarben in Echtzeit toll mitverfolgen. Sobald der Abgasstrahl des zurückfliegenden Boosters um das Schiff strömt beginnt sich der Stahl direkt über dem schwarzen Hitzeschutzmaterial direkt unter dem S41 Schriftzug zu färben. Das ganze passiert innerhalb weniger Sekunden.

https://x.com/SpaceX/status/2106089751837278533/video/2

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4236 am: 07. Oktober 2026, 09:39:08 »
In diesem Video des Hotstaging bei Flug 14 kann man die Entstehung der Anlassfarben in Echtzeit toll mitverfolgen. Sobald der Abgasstrahl des zurückfliegenden Boosters um das Schiff strömt beginnt sich der Stahl direkt über dem schwarzen Hitzeschutzmaterial direkt unter dem S41 Schriftzug zu färben. Das ganze passiert innerhalb weniger Sekunden.
... und genau wegen der kurzen Dauer beim Hotstaging eben nur oberflächlich und harmlos.

Sei noch angemerkt, dass es auch beim Ship kein Problem sein muss. Erika bezieht sich offenbar auf die gefürchtete 500-Grad-Versprödung oder Anlassversprödung. Dem kann aber recht leicht durch die Art der Legierung z.B. mit Wolfram oder Molybdän gegengewirkt werden.

Wir wissen, dass Starship aus einer patentierten und eigens für SpaceX hergestellten Edelstahllegierung besteht, was da genau drin ist weiß öffentlich niemand, aber ich vermute mal, dass die Ingenieure das verstehen und man nicht zig Milliarden in ein Raumschiff investiert und eine unvermeidbare Versprödung vergessen hat, an der alles scheitert!  8)
Mehr Δv! Daten statt Lager

*

Offline Erika

  • ****
  • 263
    • Wissen
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4237 am: 08. Oktober 2026, 10:32:32 »
Nein, das ist keine Wunderlegierung. Beim erhitzen und Abkühlen verändert der Stahl seine Struktur.

Beim schweißen der Bleche wird extrem darauf geachtet, dass es zu keiner Verfärbung kommt. Ansonsten würden die Nähte schon beim Befüllen brechen.

Der Doom des Boosters ist nur Sekunden Beaufschlagt, aber dort ist er auch am dünnsten die Zeit reicht dort vermutlich aus.

Bei den Flaps kommt die Hitze von der anderen Seite, das bedeutet dass die Hitze dort durch den ganzen Flap geht.

Wie es unter den Kacheln aussieht ist unbekannt, aber viel des ablativen Zeugs ist raus gekommen und SX hat selbst vom Versagen des Hitzeschutzes gesprochen.
Gerade eine ungleichmäßige Erhitzung ist hier gefährlich. An den Kachelzwischenräumen ist es Punktuell extrem heiß. Und wenn der Stahlkörper bis auf die Anlassfarben erhitzt wird, dann gibt er die Hitze weiter und zwar nur im geringen Anteil nach Außen, weil da die isolierenden Kacheln sin sondern nach innen.
Neben der Materialveränderung ist das abführen dieser Hitze bisher ungeklärt. Beim Shuttle wurden dafür die Stunden nach der Landung externe Klimageräte genutzt.
Wissen ist Macht. Nichts wissen macht nichts

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4238 am: 08. Oktober 2026, 11:26:14 »
Du wirfst verschiedene metallurgische Phänomene zusammen und leitest aus der sichtbaren Erwärmung des S40-Hitzeschilds direkte Aussagen über eine Schädigung des Stahls ab. Das ist meiner Meinung nach so nicht zulässig.

> Beim Erhitzen und Abkühlen verändert der Stahl seine Struktur
Zu pauschal. Bei dem für Starship vermuteten austenitischen Cr-Ni-Stahl ist 500 Grad nicht automatisch eine Temperatur, bei der sich seine Struktur irreversibel verändert. Versprödung betrifft insbesondere ferritische und duplexe Edelstähle. Für austenitische Stähle sind bei entsprechenden Temperatur-Zeit-Verläufen andere Effekte relevant.

> Beim Schweißen darf es keine Verfärbung geben, sonst brechen die Nähte
Das ist so falsch. Die Anlassfarben einer Schweißnaht sind kein direkter Indikator dafür, dass der Stahl mechanisch versagt. Entscheidend sind Wärmeeintrag über die Zeit, Nahtgeometrie, Oxidation und vieles mehr. Hängt stark vom Stahl ab, und wie dann optimal geschweißt werden muss.

>Der Dom des Boosters wird nur Sekunden beaufschlagt – das reicht vermutlich
Temperatur allein reicht nicht, um eine zeitabhängige metallurgische Schädigung zu beurteilen. Man braucht mindestens Temperatur-Zeit-Verlauf, Legierung und Mikrostruktur. Haben wir nicht.

Die Aussage, der Dom sei deshalb besonders kritisch, weil er "am dünnsten" sei, ist ohnehin falsch; der Dom unter dem Hotstagingring trägt zusätzliche Verstärkungsbleche von sehr spezieller tropfenförmiger Form genau dort, wo die Abgasstrahlen des Ships treffen. 
Zugegeben, wir müssen hier zwischen struktureller Verstärkung und thermischem Schutz unterscheiden. Die  Bleche erhöhen lokal die Materialstärke und verändern damit die Wärmeleitung und thermische Masse; sie sind aber nicht automatisch ein Hitzeschild. Entscheidend wäre, welche Temperaturen diese Bereiche beim Hot Staging tatsächlich erreichen und wie lange. Wissen wir nicht.

Flaps: "Die Hitze kommt von der anderen Seite und geht durch den ganzen Flap"
Grundsätzlich ja, aber die Schlussfolgerung ist zu einfach. Beim Wiedereintritt wird der Flap auf der Außenseite erhitzt, und Wärme wird durch das Bauteil geleitet. Dann sind die thermischen Gradienten innerhalb des Flaps wichtig. Kennen wir nicht.
Temperaturgradienten erzeugen allerdings auch thermische Spannungen. Das ist wahrscheinlich relevanter als eine pauschale 500-Grad-Versprödung.

>Unter den Kacheln ist unbekannt, viel Ablativmaterial ist herausgekommen
Uns ja, für SpaceX nicht, insbesondere seit Ship 40.
SpaceX selbst schreibt, dass man aus den Daten mehrere Änderungen am Hitzeschild schon für Ship41 abgeleitet hat: Zusätzliche Tile-Retainer, Beseitigung von Strömungspfaden hinter den Kacheln und neue gekrümmte Kacheln.

Verbranntes Ablativmaterial beweist nicht, dass der darunterliegende Edelstahl bis in einen kritischen Temperaturbereich erhitzt wurde. Nicht einmal, dass es zwingend für einen neuen Flug ersetzt werden müsste; vielleicht ist es zwischen den Kacheln nur bis zu einer bestimmten Tiefe herausgebrannt, bei der sich ein thermisches Gleichgewicht einstellt.

>An den Kachelzwischenräumen ist es punktuell extrem heiß
Ja. Wenn eine Kachel fehlt oder ein größerer Spalt entsteht, kann Plasma hinter den Hitzeschild gelangen. Aber auch hier gilt: Hohe lokale Wärmestromdichte ist nicht automatisch 500 Grad im Stahl. Man müsste wissen, wie viel Wärme tatsächlich durch die Keramik und ihre Befestigung in den Stahl gelangt und wie lange die lokale Belastung anhält.

> Wenn der Stahl bis zu den Anlassfarben erhitzt wird, geht die Hitze nach innen, weil außen die Kacheln isolieren
Wärmefluss wird nicht einfach dadurch bestimmt, dass außen isolierende Kacheln und innen keine Isolation vorhanden sind. Entscheidend sind die thermischen Widerstände und Randbedingungen auf beiden Seiten.
Und bei Starship ist die Innenseite während des Wiedereintritts keineswegs thermisch beliebig. Tankinhalt, Resttreibstoffe, Druckgas und die innere Struktur wirken als Wärmesenke. Die Wandtemperatur hängt daher von einem dynamischen Wärmeübergang ab.

Außerdem ist die Wärmeleitfähigkeit von Edelstahl relativ hoch, während die keramische Hitzeschildschicht sehr viel schlechter leitet. Dadurch kann die Außenhaut sehr heiß sein, während die darunterliegende Struktur deutlich kühler bleibt.

Deine unterliegende Behauptung "S40 wurde am Hitzeschild punktuell so heiß, dass der Edelstahl eine Versprödung erlitten haben muss" ist derzeit jedenfalls nicht belegt.

Also: Ja, thermische Zyklen, lokale Überhitzung und Temperaturgradienten sind für die Wiederverwendbarkeit des Starship-Stahls relevant, das ist ist richtig. Eine zwangsläufige Versprödung, Anlassfarben und Wärmeleitung nach innen ist dagegen zu stark vereinfacht und sicherlich teilweise falsch.

Was wir tatsächlich wissen:

- S40 hat seinen Wiedereintritt mit einigen Hitzeschildproblemen absolviert.
- SpaceX hat daraus konkrete Änderungen am Hitzeschild für S41 abgeleitet.
- Starships haben Wiedereintritte auch mit absichtlich entfernten Kacheln überstanden.
- Die genaue Werkstoffspezifikation und vor allem die Temperatur-Zeit-Historie des Stahls sind uns nicht bekannt.

Ein Wiedereintritt von Starship ist schon lange kein Problem mehr, "Hitzeschild hat versagt" ist schlicht Quatsch. Die Frage ist, wie groß die Schäden jeweils waren, sowohl Kacheln als auch Stahl, und wie viele erneute Flüge mit wie viel Reparaturen und Zeitaufwand das bedeutet. Jeder Testflug wurde besser. Es geht hier nicht mehr um prinzipielle Probleme, sondern um Optimierung.
Mehr Δv! Daten statt Lager

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4239 am: 08. Oktober 2026, 13:07:29 »
Ein wirklich großes Dankeschön für diese sehr ins Einzelne gehende wissenschaftliche Analyse!

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4240 am: 08. Oktober 2026, 22:07:24 »
Neue "frühest-mögliche"-Starttermine für Flug-15 und -16:

https://x.com/NASASpaceflight/status/2108210569862070387

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4241 am: 14. Oktober 2026, 22:45:21 »
Nach Berechnungen die vor kurzem im NSF-Forum gepostet wurden, und in die sowohl das Gewicht der Starlink-Sats , wie des wahrscheinlichen Resttreibstoffes bei der Landung einfließen, kann das Starship in der gegenwärtigen Form wohl bereits mehr als 100 t in den LEO bringen.

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4242 am: 15. Oktober 2026, 08:12:41 »
Nach Berechnungen die vor kurzem im NSF-Forum gepostet wurden, und in die sowohl das Gewicht der Starlink-Sats , wie des wahrscheinlichen Resttreibstoffes bei der Landung einfließen, kann das Starship in der gegenwärtigen Form wohl bereits mehr als 100 t in den LEO bringen.

SpaceX ist aber so professionell, das SX niemals an die Grenzen geht: sollte auch nur 1 der vielen Raptoren vor Max-Q ein "Huesterchen" haben, dann schlaegt der gesamte Flug fehl. Mit einem Sicherheitsfaktor SF=2 waeren wir bei 50t -- auch nicht schlecht. Nicht umsonst werden unzaehlige Millionen in V4 gesteckt. Das Geld ist -- alleine fuer Starlink -- imho gut investiert.
HLS oder BM-MK-2? Das Rennen um die Mondlandung ist im vollen Gange - Ausgang immer noch ungewiss.

Mondraketen im Wettstreit: SLS, CZ-10 und Soyuz-5 Super Heavy (Yenisei) -- es ist spannend wie nie zuvor

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4243 am: 15. Oktober 2026, 11:40:52 »
Habe mir das mal angesehen
https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=66217.msg2832667#msg2832667
und finde es absolut nicht überzeugend. Das Argument nach wilder, schwer nachzuvollziehender Rechnerei beruht  darauf, dass bei den bisherigen Flügen bis zu 100 Tonnen Resttreibstoff "als Reserve" geblieben sein sollen. Das widerspricht sowohl der angezeigten Telemetrie wie auch allen Effektivitätsüberlegungen. Weder haben wir ein Treibstoff-Ablassen in dieser Größe beobachten können noch gab es entsprechende Explosionen nach der Wasserung.
Sicher hat man erstmal mehr Reserven eingeplant, solange man nicht weiß, wie viel man für alle Manöver wirklich braucht, wie viel durch Boil-Off abhanden kommt usw., aber 100 t? Und wieviel davon braucht man auch künftig als Reserve oder steckt im Rückführungsgas und anderen Ecken, kann es also nicht in Nutzlast verwandeln?
Mehr Δv! Daten statt Lager

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4244 am: 15. Oktober 2026, 13:10:06 »
Verbrauch eines Raptors in einer Sekunde angeblich etwa 650 - 750 kg Treibstoff. 100 t würden da für bis zu rund 150 Sekunden reichen. Das wäre schon eine ordentliche Reserve.
Vorstellen könnte ich mir das schon. Schließlich wollten sie fast 10 Stunden im Orbit bleiben und hatten keine Ahnung wie viel da verdampft.
Außerdem konnten wir immer nur einen relativ kleinen Teil des Schiffes überblicken, wenn sie da an einer nicht einsehbaren Stelle Treibstoff abgelassen hätten, wäre das u.U. gar nicht sichtbar gewesen.
Und wenn auch nur die Hälfte dieser etwas ominösen 100 t in Nutzlast zu verwandeln wären, wären wir insgesamt schon bei über 100 t Nutzlast.
Allerdings kann ich diese Berechnungen auch nicht so 100%ig nachvollziehen....

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4245 am: 15. Oktober 2026, 13:28:29 »
Genau, 2 1/2 Minuten ist sicher weit über der nötigen Reserve, und die angeblich 100 t Reserve gelten laut diesen Berechnungen auch für die vorherigen, geplant suborbitalen Flüge, da macht es erst recht keinen Sinn.

Umgekehrt muss man sich mal die Verhältnisse ansehen - wenn geschätzt allein das Rückführ-Gas mehrere Tonnen ausmacht, also mehr als die meisten andere Raketen als Nutzlast ingesamt haben, zeigt es welche Größe Starship im Vergleich hat.

Während die einen Starship immer schön klein rechnen und bis vor Flug 14  - teils auch jetzt noch - behaupten, Starship hätte eigentlich gar keine Nutzlast, rechnen es sich andere schön und kommen auf 150 t oder fabulieren von der Version 4, von der nichts, aber auch gar nichts materiell zu sehen ist.
Die Wahrheit liegt sicher dazwischen, bei vielleicht 80-100 t für Version 3, und damit können wir für alle Anwendungen der nächsten Jahre völlig zufrieden sein. Ich brauche erstmal keine V4, eine wiederverwendbare V3 die regelmäßig und verlässlich fliegt ist wichtiger.
Mehr Δv! Daten statt Lager

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4246 am: 15. Oktober 2026, 13:41:06 »
Auch falls keine Wiederverwendung erfolgt, sind sie bei den Schiff-Nasenkonusen bereits bei Flug-21 bzw. Schiff 48:

https://x.com/UranusX420/status/2110411282461651103

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4247 am: 15. Oktober 2026, 14:26:08 »
Also ich war schon bei Nasenkonus 51 - 53, die Anfang Oktober entdeckt wurden. Ob die für Ship 51+ sind weiß natürlich extern niemand. Aber Starfactory ist offiziell für 1 Ship/Tag ausgelegt, da dürfte der Flaschenhals noch bei den Megabays und Raptoren und später an der Startrate liegen. Selbst bei den Boostern sehe ich keinen Mangel an Flughardware; die noch maue Kadenz hängt woanders.
Mehr Δv! Daten statt Lager

*

Offline alepu

  • *****
  • 14652
Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4248 am: 15. Oktober 2026, 16:08:02 »
Obwohl wir noch nichts von Starship/Raptor Version 4 gesehen haben bin ich überzeugt davon, daß da schon sehr fleißig dran gearbeitet wird. Alles andere widerspräche der Arbeitsphilosophie von SX.

Allerdings denke ich auch, daß zumindest die ersten Mondlandungen noch mit HLS-Starship-Version-3 durchgeführt werden, die Tanker könnten allerdings mit viel Glück dabei schon Version-4 sein.

Die "maue Kadenz" hängt wohl u.a. auch damit zusammen, daß eben alles noch Testobjekte sind und bei jedem neuen Schiff/Booster hunderte von Änderungen/Verbesserungen einfließen.
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2026, 17:52:09 von alepu »

Re: Starship/Super Heavy (ehemals BFR/ITS/MCT)
« Antwort #4249 am: 15. Oktober 2026, 18:26:10 »
Ich finde das (noch maue Kadenz) ist solange eigentlich gar nicht der Rede wert, wie offenkundig jedes Mal Fortschritte erkennbar sind. Sie ziehen das durch, Stück für Stück...