Raumcon
Raumfahrt => Bemannte Raumfahrt => Thema gestartet von: Holi am 28. Juni 2011, 23:51:31
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Hallo,
Wie Roscosmos berichtet, sind heute in Baikonur zwei Raumschiffe via Bahntransport eingetroffen. Das eine ist Sojus TMA-22, dessen bemannter Start im September geplant ist, und das andere ist der Raumtransporter Progress M-12M, um den es hier gehen soll.
Progress M-12M wird jetzt nach Ankunft zum Komplex 254 transportiert und dort auf seinen Start vorbereitet.
Der Start ist derzeit geplant für den 24. August 2011.
Gruß
Holi
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Roscosmos berichtet, dass heute im Test- und Integrationskomplex 254 die ersten Tests an dem Raumtransporter begonnen wurden. Dafür erfolgte die Installation im Prüfstand und weitere Arbeiten werden dort durchgeführt. Jeder Transporter wiegt an die 7,5 Tonnen und kann ca. 2,5 Tonnen Fracht zur ISS transportieren. Bilder gibt es leider noch nicht.
http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17549 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17549)
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Die ersten Tests an dem Progress-Transporter wurden erfolgreich beendet. Nun prüfen die Fachleute mit komplexen Tests die Systeme des Raumschiffes auf gegenseitige Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Komponenten.
http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17612 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17612)
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Mittlerweile wurden die Tests an den Funksystemen, einschließlich des KURS-Systems, durchgeführt. Als nächstes steht dann der Test in der Vakuumkammer auf den Programm.
http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17629 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17629)
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Zur Zeit befindet sich der Progress-Transporter noch in der großen Vakuumkammer. Die Dichtigkeitsprüfungen wurden heute abgeschlossen. Weiter bestätigten die Techniker nach den Tests der letzten Tage die ordnungsgemäße Funktion des KURS-Systems.
http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17650 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17650)
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Hallo,
Mit dieser Progress sol auch einige Hardware von Nanoracks LCC fliegen:
Unter andeerem ein 2 Einheiten großes CubeLab ("MIXSTIKS (http://nanoracks.com/facilities/mixstix/)"), das 24 kleine Röhren für Experimente enthält sowie das Mikroskop (http://nanoracks.com/facilities/microscope/) von Nanoracks, das eine bis zu 20-fache Vergrößerung erlaubt.
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Hallo,
lt Rosmcosmos:
Ist die Progress zur Station 31 gebracht worden, wo
sie mit Treibstoffen und komprimierten Gasen betankt werden soll.
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Hallo,
Mit dieser Progress sol auch einige Hardware von Nanoracks LCC fliegen:
Unter andeerem ein 2 Einheiten großes CubeLab ("MIXSTIKS (http://nanoracks.com/facilities/mixstix/)"), das 24 kleine Röhren für Experimente enthält sowie das Mikroskop (http://nanoracks.com/facilities/microscope/) von Nanoracks, das eine bis zu 20-fache Vergrößerung erlaubt.
Upps, sorry, da hatte ich mich vertan. Diese Dinge fliegen mit der nächsten Progress, Progress M-13M.
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Nun gibt es endlich auch mal ein Bild von Progress M-12M. Er befindet sich hier in einem Prüfstand im Test- und Integrationskomplex 254. Für heute ist das Befüllen mit Trinkwasser eingeplant, anschließend erfolgen vorbereitende Arbeiten zum Betanken des Transporters mit Treibstoffen und komprimierten Gasen.
(http://www.federalspace.ru/img/news/IMG_3181.jpg)
Quelle: Roscosmos
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Hier noch die geplante Startzeit für den 24. August nachgereicht: 15:00:09 Uhr MESZ.
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Das Verpacken der Fracht in den Progress-Transporter wurde gestern abgeschlossen. Hier einige Bilder davon.
(http://www.federalspace.ru/img/news/IMG_3155.jpg)
(http://www.federalspace.ru/img/site/IMG_3161.JPG) (http://www.federalspace.ru/img/news/IMG_3167.JPG)
Quelle: Roscosmos
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Hallo zusammen,
Lt Roscomos : Heute findet an der Tankstelle 31 in Baikonur die Befüllung
mit Treibstoffen und komprimierten Gasen statt.
Dies sollte bis heute Abend abgeschlossen sein.
Im Anschluss wird der Transporter wieder zu weiteren Tests
zum Komplex 254 überführt.
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Im Anschluss wird der Transporter wieder zu weiteren Tests
zum Komplex 254 überführt.
Hier einige Bilder vom Rücktransport.
(http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-16-02.jpg) (http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-16-04.jpg) (http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-16-09.jpg)
Quelle: RSC Energia (klick zum vergrößern)
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Die geplante Startzeit hatte ich ja schon im Post #9 erwähnt, das voraussichtliche ISS-Docking am hinteren Ende von Swesda soll am 26. August um 16:40 Uhr MESZ erfolgen.
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Progress M-12M wurde heute mit dem Nutzlastadapter verbunden. Hier ist dieser mal in mit einer roten Schutzabdeckung zu sehen und auf dem zweiten Bild wurde er bereits mit dem Raumschiff verbunden.
(http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-17-01.jpg) (http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-17-12.jpg)
(klick für höhere Auflösung) Alle weiteren Bilder gibt es hier: Energia (http://www.energia.ru/en/iss/iss28/progress_m-12m/photo_08-17.html)
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Gestern fand die technische Abnahme des Transporters durch eine Kommission statt. Nachdem diese erfolgreich war, wurde die Nutzlastverkleidung über das Raumschiff geschoben und befestigt. Heute ging es für die ganze Einheit dann per Zug zu der Montagehalle, wo die Trägerrakete vorbereitet wurde.
(http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-18-03.jpg) (http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-18-15.jpg)
(http://www.energia.ru/ru/iss/iss28/progress_m-12m/im/photo_08-19-10.jpg)
(klick für höhere Auflösung) Alle weiteren Bilder gibt es hier: Energia (http://www.energia.ru/en/iss/iss28/progress_m-12m/photo_08-18.html) und hier: Energia (http://www.energia.ru/en/iss/iss28/progress_m-12m/photo_08-19.html)
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Rakete und Nutzlast wurden in den letzten Tagen miteinander verbunden. Heute ginge es für die ganze Einheit per Zug zum Startplatz 1 in Baikonur (in HD).
ws
ws
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Noch eine knappe halbe Stunde bis zum Start.
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/nvveanvzwtqr.jpg) (http://www7.pic-upload.de/24.08.11/p6mn1p3xvvf2.jpg)
Quelle: tv-tsenki
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Die genaue Startzeit wurde auf 15:00:11 Uhr MESZ festgelegt. Hier die Situation vor Ort.
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/lbn8cna5lzdk.jpg)
Quelle: tv-tsenki
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:D Hallo,
wer den start Live anschauen möchte hier ist ein link
http://www.tv-tsenki.com/live7.php (http://www.tv-tsenki.com/live7.php)
Gruß Rocke
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Das Startwetter sieht gut aus, wenige Wolken bei 26 Grad und leichtem Wind. In acht Minuten geht es los.
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/pdt2tj1jjn8l.jpg)
Quelle: tv-tsenki
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Die Versorgungsarme werden weggeklappt.
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/15f9o5887zb.jpg)
Quelle: tv-tsenki
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Der Start ist erfolgt.
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/hyf1lbadiibm.jpg) (http://www7.pic-upload.de/24.08.11/pj9lz2m4bws1.jpg)
Quelle: tv-tsenki
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Die vier
Booster seitlichen Triebwerke der ersten Stufe wurden abgeworfen.
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/rlglkco2aj1.jpg)
Die russischen Techniker sind schon wieder vor Ort. :o
(http://www7.pic-upload.de/24.08.11/gewvweopya3z.jpg)
Quelle: tv-tsenki
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Die vier Booster wurden abgeworfen.
...die die erste Stufe bilden (wenn schon "Booster")
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Aber sicher doch. ;)
Zehn Minuten nach dem Start, Progress-M12M sollte nun eigenständig unterwegs sein. Als nächstes werden die Antennen und die Solarzellenausleger ausgefahren.
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Wie es scheint gibt es Probleme mit dem Raumschiff, genaueres weiß man noch nicht. Es gab wohl eine „Notsituation“ bzw. ein abnormales Abtrennen bei 340 Sekunden von der Trägerrakete.
Weiteres,
Interfax just reported we've failed to orbit.
hört sich nicht gut an.
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Weitere Infos:
Moscow. August 24. INTERFAX.RU - Cargo spacecraft "Progress" for the first time since 1978 failed to deliver cargo to the space station, "Interfax-AVN," an informed source in the space industry.
"It's almost the first time in the history of Soviet manned space flight when the cargo ship was launched contingency. Since 1978, nothing of the kind of" Progress "was not" - a spokesman said.
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Eieiei, zwei Fehlstarts innerhalb von 7 Tagen mit den 2 wichtigsten Raketen, schwere Zeiten für die russische Raumfahrt. :o
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Wenn das alles so stimmt, heißt das 1,7 Tonnen weniger Versorgungsgüter für die ISS (ohne Treibstoff), Streichen von drei geplanten Bahnanhebungen, Umplanungen im ISS-Plan und so weiter.....
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Jetzt gab es eine Bestätigung von Roscosmos, Progress-M12M hat die Umlaufbahn nicht erreicht.
Bei Sekunde 325 erfolgte eine Notabschaltung der dritten Stufe. Ob die Trennung von der dritten Stufe erfolgte ist unklar.
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In weniger als einem Monat ist der Soyuz TMA-22 Start. :o Ob der noch gehalten werden kann? :o :o :o
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Das könnte schon Einflüsse haben, immerhin wird das selbe Trennungsystem genutzt.
Auch BREAKING NEWS schreibt, dass Mission Control Houston nach 5:50 Flugzeit über eine "außernominellen Situation" der dritten Stufe informiert wurde.
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Das könnte schon Einflüsse haben, immerhin wird das selbe Trennungsystem genutzt.
Soviel man liest und hört, trat der Fehler aber während der Brennphase der dritten Stufe auf. Der TMA-22 Start wird aber bestimmt beeinflußt, denn jetzt muß man erstmal den Fehler finden - und beheben!
Zur Zeit ist in der russischen Raumfahrt leider wirklich der Wurm drin... :(
Nur für die Statistik: dies war der erste Fehlschlag einer Progress-Mission überhaupt, beim 134.Flug (incl. POISK und PIRS).
Gruß
roger50
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Nun ist es offiziell:
MOSKAU, 24. August (RIA Novosti).
Beim Start des Transportraumschiffes Progress M-12M hat es eine Panne gegeben. Das bestätigte der amtliche Sprecher des Verteidigungsministeriums, Oberstleutnant Vitali Wjatkin, am Mittwoch vor der Presse.
„Die unplanmäßige Situation, die am Mittwoch beim Start des Transportraumschiffes Progress M-12M mit einer Sojus-U-Rakete entstand, hat keine Auswirkungen auf die Vorbereitung eines Glonass-M-Satelliten für den Start mit einer Sojus-2-Trägerrakete vom Raumbahnhof Plessezk“, so Wjatkin.
Wie RIA Novosti erfuhr, sind Wrackteile des Raumfrachters im Rayon Tschoiski, russische Teilrepublik Altai, abgestürzt.
Quelle:
http://de.rian.ru/science/20110824/260259921.html (http://de.rian.ru/science/20110824/260259921.html)
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AFP meldet
...Zuvor hatte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitgeteilt, dass der Raumtransporter vom Typ Progress M-12M nicht die richtige Umlaufbahn erreicht habe. Nach nur knapp sechs Minuten Flug sei ein Druckabfall im Treibstofftank der Maschine festgestellt worden, kurz darauf sei der Kontakt zu ihr abgebrochen. An Bord des Transporters waren mehr als 3,5 Tonnen Nachschub für die ISS-Besatzung. ...
Quelle:
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gaWnBdUUJGcLJkRtbrN1vpB2Z7VA?docId=TX-PAR-FGM16 (http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gaWnBdUUJGcLJkRtbrN1vpB2Z7VA?docId=TX-PAR-FGM16)
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Die nächsten Soyuzlandungen sind für September (TMA-21) und November (TMA-02M) geplant, wenn ich das gerade bei Wiki richtig sehe. Jetzt ist die Frage wie lange dauert die Fehleruntersuchung und Sicherstellung, dass es nicht nochmal passiert? Wenn man es nicht bis September schafft, dann muss also die Soyuz TMA21 ihre Mission verlängern bis zum verschobenen Soyuz TMA-22 Start oder die ISS Besatzung muss für ein paar Monate auf 3 Personen reduziert werden.
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tobi, viel Spielraum für eine Missionsverlängerung von TMA-21 bleibt m.E. nicht. Bei einer garantierten Lebensdauer von um 180 Tagen kann die Mission kaum um mehr als 2 Wochen verlängert werden. Ich denke, da wird man gar nichts dran machen. Ebensowenig lohnt eine vorgezogene Landung (wie anderenorts spekuliert). Die Fehlersuche wird wohl mindestens einige Wochen dauern. Aber ich glaube nicht, dass der Betrieb der ISS ernsthaft gefährdet ist. Noch haben wir einige Monate "Luft", bis auch die TMA-02M Crew landen muss. Und weder Bahnerhalt, noch Vorräte oder etwas anderes rechtfertigen im Moment eine Panik hinsichtlich der Zukunft der ISS. Sollte allerdings nicht bald wieder Routine auf der ISS einkehren, sehe ich eine erhebliche Arbeitsbelastung für die verbleibende 3 Mann Rumpfcrew. Vor allem auch im Hinblick auf die anstehende Dragon COTS 2/3 Mission. Sind die drei eigentlich für deren Handling trainiert oder war das erst die TMA-22 Crew? Da droht leicht ein "Schneeballeffekt"...
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Vor allem auch im Hinblick auf die anstehende Dragon COTS 2/3 Mission. Sind die drei eigentlich für deren Handling trainiert oder war das erst die TMA-22 Crew?
Satochi Forukawa, Mike Fossum und Ron Garan sind, soweit ich weiß, für Dragon trainiert.
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Hallo,
Um 18.00 Uhr soll es eine Pressekonferenz mit Mike Suffredini geben
Gruß Rocke
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Den kurzen Flug von Progress gibt es als Zusammenfassung im Portal.
http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/24082011171520.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/24082011171520.shtml)
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Nach 180 Tagen muss eine Sojus ja nicht "weggeworfen" werden. Die Maschine funktioniert ja durchaus länger, auch nach der "Garantie".
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Oh je, ich hatte schon die ganzen Tage irgendwie eine böse Vorahnung. Wenn es einen ungünstigen Zeitpunkt für einen Progress-Absturz geben kann, dann jetzt, beim ersten Flug nach dem Shuttle-Ende.
Zumindest hat es keine bemannte Mission erwischt. Den Transporter kann man verschmerzen, aber die Auswirkungen auf die nächsten bemannten Sojus-Starts sind unabwägbar.
Erst das Scheitern der Proton, nun die Sojus-Rakete. Das ist bitter.
Die Russen müssen ihre Qualitätsprobleme dringend in den Griff bekommen.
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Nach Infos vom NovKos-Forum mit Bezug auf RIA-NOVOSTI (http://ria.ru/science/20110824/423003815.html)
gab es ein starke Explosion...
Dur eine "Anomalie" im Triebwerk soll PROGRESS vorzeitig getrennt worden sein.
Danach sind die Telemetrie-Verbindungen abgebrochen...
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Zumindest hat es keine bemannte Mission erwischt. Den Transporter kann man verschmerzen
Da hast du zwar recht, aber auch wenn der Start geklappt hätte, hätte man ein latentes Versorgungsproblem auf der ISS gehabt.
Darüber hat man in den letzten Wochen schon intensiv nachgedacht. Das aktuelle Ereignis machen aus dem latenten ein akutes und sogar verschärftes Problem. Es könnte so weit gehen, dass man auf eine 3er ISS Crew zurück muss.
Gruß,
KSC
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"Latentes Versorgungsproblem"? Hatten wir das im Forum schon?
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Die Aussage von KSC steht im totalen Widerspruch zur aktuellen ROSKOSMOS (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17766) Meldung...
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Nach Infos vom NovKos-Forum mit Bezug auf RIA-NOVOSTI (http://ria.ru/science/20110824/423003815.html)
Trümmer sollen demnach in der Taiga der autonomen Republik Altai im asiatischen Teil Russlands nieder gegangen sein. Ob Menschen in diesem Gebiet waren und zu Schaden gekommen sind, ist wegen der schlechten Zugänglichkeit noch unklar.
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"Latentes Versorgungsproblem"? Hatten wir das im Forum schon?
Nein, das war bisher nicht öffentlich.
Die Aussage von KSC steht im totalen Widerspruch zur aktuellen ROSKOSMOS (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17766) Meldung...
Na wenn das überhaupt keinen einfluss auf das Leben auf der ISS hat, so wie es in der Meldung steht, dann stellt sich die Farge, warum man das Ding dann überhaupt gestartet hat, wenn man es ja sowieso nicht braucht ;)
In der Meldung ist ausserdem von der aktuelle ISS Crew (28/29) die Rede, nicht aber von den künftigen Besatzungen.
Gruß,
KSC
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Jeden Moment beginnt die Pressekonferenz auf NASA TV:
http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html (http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html)
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Ich hatte sehr gehofft diese unglückliche Phase der russischen Raumfahrt, die scheinbar gerade greift, würde die Sojus nicht betreffen - insbesondere im Hinblick auf die nunmehr fehlende Redundanz des Personentransports.
Ohne drauf herumzuhacken muss einfach mal gesagt werden: das ist der Mist, wenn man ein System abschafft BEVOR das Nachfolgesystem seine Funktion übernehmen kann. Die Shuttle konnten am Boden bleiben, Jahre lang. Selbst bei technischen Bedenklichkeiten kann die Sojus das jetzt nur sehr bedingt. Sie ist alternativlos auf einem eigentlich redundanzversessenen Gebiet.
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Bei RIAN heißt es: http://en.rian.ru/russia/20110824/166122514.html (http://en.rian.ru/russia/20110824/166122514.html)
"The scheduled launches of the [Soyuz] rockets are likely to be suspended because of the space freighter accident... until the reasons [of the accident] are established," the source said.
This means that members of the International Space Station's crew are likely to stay at the station longer than planned and that the new crew will not be able to replace them on schedule, he said.
Also Soyuz bleibt am Boden bis der Fehler gefunden und korrigiert wurde. Außerdem sollen wohl die beiden aktuellen Missionen verlängert werden.
Außerdem soll es ein Triebwerksversagen sein. Das ist schlecht, das kann lange dauern und teuer werden. :o
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Suffredini hat das in der PK eben auch gesagt. Ein Triebwerksproblem.
Es wurden Versorgungsgüter transportiert, keine ORUs
Gruß,
KSC
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Die Versorgung sei für mehrere Monate gesichert, aber mittelfristige Aussagen macht er nicht.
Ah da ist die Aussage, "sie sind vorbereitet für eine 3er Crew".
Gruß,
KSC
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Na wenn das überhaupt keinen einfluss auf das Leben auf der ISS hat, so wie es in der Meldung steht, dann stellt sich die Farge, warum man das Ding dann überhaupt gestartet hat, wenn man es ja sowieso nicht braucht ;)
Gruß,
KSC
Nach diese, Deiner Aussage über das Ding, verstehe ich nun auch Deinen vorangehenden Post...
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Da hast du zwar recht, aber auch wenn der Start geklappt hätte, hätte man ein latentes Versorgungsproblem auf der ISS gehabt.
Darüber hat man in den letzten Wochen schon intensiv nachgedacht. Das aktuelle Ereignis machen aus dem latenten ein akutes und sogar verschärftes Problem. Es könnte so weit gehen, dass man auf eine 3er ISS Crew zurück muss.
Gruß,
KSC
Das ist ja eine vollkommen neue Aussage im Forum.
Da du das ja wahrscheinlich schon länger weißt, hast du bestimmt auch die
entsprechenden Quellenangaben für uns.
Das interessiert uns brennend...
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Bei aller Betroffenheit muss man aber auch zum Realismus zurück kommen.
Vielleicht liegt der "Fehler" auch etwas bei uns, dass wir uns an die selbstverständliche Präzision von Raketenstarts gewöhnt haben, insbesondere von den Veteranen Sojus und Proton, und diese als selbstverständlich voraussetzen.
Raumfahrt wird nie etwas Selbtverständliches sein. Jeder einzelne Start einer Rakete, und jede einzelne Landung eines Raumschiffs ist ein Wagnis. Es besteht die konkrete Gefahr, dass Menschen sterben. Darum ist mein erstes Gefühl bei jedem gelungenem Start oder Landung eines bemannten Raumschiffs immer die große Erleichterung, dass es keine Toten gab.
Wer den Gedanken einer bemannten Exploration in den Weltraum unterstützt, muss bereit sein, mit solchen Risiken zu leben. Raumfahrt ist gefährlich, dass hat uns der heutige Tag gezeigt. Es sind aber auch diese Lektionen, aus denen die Menschen lernen, und wichtige Veränderungen ableiten.
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Das ist ja eine vollkommen neue Aussage im Forum.
Da du das ja wahrscheinlich schon länger weißt, hast du bestimmt auch die
entsprechenden Quellenangaben für uns.
Das interessiert uns brennend...
Ich kann dir keine zitierbare Quelle nennen.
Wenn du möchtest, kannst du diese Aussage daher gerne als Spekulation einordnen.
Wenn sich der nächste Sojus Crew Zubringer Flug um mehr als 40 Tage verschiebt, wird man auf eine 3er Crew zurück gehen.
Gruß,
KSC
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@Berliner
Nein, nein, keine Gewöhnung an Erfolg... Raumfahrt ist eine technische Herausforderung, wird es immer sein. Da hast Du recht. Alles, was ich dachte war: diese Serie aus Mißerfolgen kommt zu einer denkbar schlechten, weil alternativlosen Zeit.
Und ich dachte: was wäre gewesen, wenn das etwa einen Monat später passiert wäre. Dann wirklich lieber das Progress...
Es ist halt sehr gehäuft gerade, was Zufall sein kann... oder ein Strukturproblem, wie Du schon bemerkt hast. Die Häufung ist ungewöhnlich und wird sich hoffentlich nicht fortsetzen. Nun muss man die Konsequenzen betrachten.
Es ist übrigens Blödsinn, wenn auf der PK festgestellt wird, man sei versorgungstechnisch gut aufgestellt. Natürlich ist man das. Das Shuttle war gerade erst da und hatte einen vollen Frachtraum. Aber wie KSC sagt: wenn man die fast 3000Kilo extra nicht gebraucht hätte, dann hätte man sich die Millionen geschenkt. Sehr "weiche" Aussagen werden da getroffen.
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Progress M-12M wurde heute mit dem Nutzlastadapter verbunden. Hier ist dieser mal in mit einer roten Schutzabdeckung zu sehen und auf dem zweiten Bild wurde er bereits mit dem Raumschiff verbunden.
Das ganze dicke Ding ist nur der Adapter und nicht schon die Nutzlast? Wie schwer ist so ein Adapter?
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Was unterscheidet eigentlich die Sojus U, die jetzt Probleme hatte, von der Sojus FG für die bemannten Flüge?
Gruß,
KSC
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Die Antwort, die ich darauf am liebsten lesen möchte ist: das Triebwerk.
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Die Antwort, die ich darauf am liebsten lesen möchte ist: das Triebwerk.
Nein, meines Wissens nach haben sowohl die Sojus-FG als auch die Sojus-U ein RD-0110 Triebwerk in der Oberstufe.
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Es hat was mit den Triebwerken zu tun...
Aber nicht in der dritten Stufe
Die FG hat eine modifizierte Einspritzanlage:
форсуночная Головка - Forsunochnaya Golovka, Kraftstoff-Einspritz Kopf
1. Stufe (Booster)
U - 4 × RD-117
FG: RD-107A
2. Stufe
U - 1 x RD-118
FG: RD-108A
3. Stufe
1 x RD-0110 (beide gleich)
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Hallo
unter anderen unterscheidet sich beide Varianten beim Triebwerk.
Wiki hilft da weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_%28Rakete%29 (http://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_%28Rakete%29)
Wenn man sich die Startliste anschaut fällt auf das Sojus U eigentlich so langsam aber sicher zum Auslaufmodell wird.
Es werden nur noch ProgressFrachter und hier und da mal ein Militärsatellit damit geflogen.
Im Portal gibt das auch einen schönen Bericht leider find ich den Link auf die Trägerraketen dort immer sehr schlecht.
P.S. http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raketen/sojus2.shtml (http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raketen/sojus2.shtml) Ich finde eine sehr gute Zusammenfassung
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Hallo
unter anderen unterscheidet sich beide Varianten beim Triebwerk.
Das betrifft, wie gesagt, nur die Triebwerke der 1. und 2. Stufe. Das Triebwerk der dritten Stufe, das heute fehlerhaft war, dürfte identisch sein.
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Auch SOJUS U und FG sollen durch die SOJUS 2 (ist schon im Einsatz) ersetzt werden, die eine digitale Steuerung hat
und andere Triebwerke.
Dadurch ist eine höhere Nutzlast (1000 - 1200 kg) und größerer "Nutzlastraum" möglich...
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Hey Spacer
Du hast natürlich völlig recht, die Fragestellung war aber recht allgemein also auch eine allgemeine Antwort mit weiterführenden Links ;)
Vielleicht ist die Raumfahrtmaschinerie in Russland schlichtweg am Limit?
Ich muss nochmal editieren: Das Versagen beim unbemannten Transporter zeigt eigentlich gut wie ausgefuchst das Sicherheitssystem an sich ist oder es war nur Glück?
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Nach 180 Tagen muss eine Sojus ja nicht "weggeworfen" werden. Die Maschine funktioniert ja durchaus länger, auch nach der "Garantie".
Klar, mein Auto fährt auch noch ohne TÜV. Aber die Verlängerung einer Mission über die Garantielebensdauer hinaus ist keine Entscheidung, die man mal eben so trifft. Die Aussagen in der PK sind da sicherlich mit Vorsicht zu genießen und als grundsätzliche Option zu verstehen. Kritisch ist wohl vor allem nach 180...210 Tagen der Zustand der Treibstoffe (Wasserstoffperoxid) und der Batterien. Habe die Dokumente gerade nicht zur Hand, meine mich aber zu erinnern, dass zur Einführung von Sojus-TMA mal die Rede davon war, die Lebensdauer wäre auf 210(?) Tage gesteigert worden. 180 Tage sind der Richtwert für eine Mission, um ausreichend Sicherheit zu haben. Der Rekord liegt, glaube ich, noch immer bei 215 Tagen (Sojus TMA-9). Ohne Not wird die NASA wohl einer Verlängerung darüber hinaus nicht zustimmen. Eine 3-Mann Crew bedeutet schließlich weder das Ende der Welt noch der ISS. Aber der Verlust einer Crew?!
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Ein Video vom Start gibt es jetzt auch auf youtube:
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Hallo,
auf www.spiegel-online.de (http://www.spiegel-online.de) ist jetzt auch ein Bericht.
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Hallo,
auf www.spiegel-online.de (http://www.spiegel-online.de) ist jetzt auch ein Bericht.
Ich teile nicht die Ansicht, dass die internationalen Partner jetzt auf langwierige, internationale Untersuchungen drängen werden. Weder die Amerikaner, noch ihre Partner können jetzt ein Interesse an einem jahrelangen Flugstopp wie beim Spaceshuttle haben.
Mein Tip: Spätestens in 3 Monaten fliegt wieder die nächste Sojus-Rakete. Der Betrieb wird weitergehen.
BTW: Im Nachhinein wurde die NASA für ihre Entschlossenheit bestätigt, mit STS135 noch einen Zusatzflug in das Space-Shuttle-Programm zu drücken, der eigentlich im regulären Flugplan gar nicht vorgesehen war. Ohne die Zusatzvorräte, die die Atlantis zur ISS gebracht hat, müsste man sich jetzt große Sorgen machen. So ist die Versorgungslage zwar jetzt angespannt, aber es besteht kein unmittelbarer Grund zur Beunruhigung.
Danke, Atlantis !
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Bei Tagesschau wird von einem Druckabfall im Sauerstofftank gesprochen.
"Internationale Untersuchung"? Wieso sollten wir das den Russen nicht alleine zutrauen? Fordert man bei einem Fehler auf Seiten von ESA, NASA oder JAXA auch gleich eine internationale Untersuchung? ... Eigenartig.
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Hallo Freunde,
ich hätte auch lieber einen "Orbit" gehabt, als das bei spon nach Zeilen bezahlt, beschriebenes Chaos.
Bei jadka habe ich den Nachsatz zu RD110 :
(beide gleich)
nicht verstanden, denn es wird immer der Triebwerksblock mit Tragwerk, Starter, Gastanks N und He, Turbopumpen und allen Brennkammern als RD xxx bezeichnet.
Ich habe die Arbeits-Zeiten der RD's 1. Stufe "Möhren" Block BWGD und der 2. Stufe Zentralblock A mit 288 sec. und ohne Beanstandung. Dann wird die 3. Stufe gezündet und läuft bis zum Orbiteintritt.
Die Havariemeldung kam bei 325 sec, aus MMC Houston bei 350 sec., was heißt, dass die 3. Stufe das Problem hatte, die Chemiker sprechen von einer Unregelmäßigkeit bzw. Fehlfunktion, ebenso wird eine Explosion kolportiert.
An alle Pessimisten:
-...und ich bin mir sicher, dass die Leute in der ISS nicht verhungern oder verdursten werden, diese Situation mit ähnlicher Panik auf der Erde gab es auch, als die Shuttles nicht nach Plan konnten (ich war selbst von den dadurch entstandenen Verschiebungen betroffen).
Es gibt auch für die Starts Notfallpläne... auf internationaler Ebene, und die werden untersucht werden müssen, die Technik jedoch eher nicht mit Zuschauerbeteiligung...
Gruß HausD
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"Internationale Untersuchung"? Wieso sollten wir das den Russen nicht alleine zutrauen? Fordert man bei einem Fehler auf Seiten von ESA, NASA oder JAXA auch gleich eine internationale Untersuchung? ... Eigenartig.
Der DLR-Chef sollte besser mal seine Raumfahrtstrategie überprüfen lassen.
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N'abend,
HausD -...und ich bin mir sicher, dass die Leute in der ISS nicht verhungern oder verdursten werden, ...
Nein, die Versorgung der Crew mit allem Notwendigen ist für lange Zeit definitiv gesichert. :)
Wo man die Folgen genauer analysieren muß, ist, daß jetzt mehrere geplante Bahnanhebungen der ISS nicht vorgenommen werden können. Die 'Progress' ist ja neben ATV das einzigste Fahrzeug, das dafür zur Verfügung steht. Da ATV-3 auf keinem Fall vor März 2012 starten wird (vielleicht könnte man den Start noch einige Wochen vorziehen), wird die ISS stark absinken, wenn 'Progress' für längere Zeit nicht fliegen könnte....
Aber das wollen wir nicht hoffen.. ;)
Gruß
roger50
P.S.: Irgendwie erinnert mich das ganze an 1986, als nach der Challenger-Katastrophe plötzlich auch viele andere Träger wegen Fehlstarts gegrounded werden mußten....
Die Chinesen sind ja quasi auch mit im Boot...
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N'abend,
Wo man die Folgen genauer analysieren muß, ist, daß jetzt mehrere geplante Bahnanhebungen der ISS nicht vorgenommen werden können. Die 'Progress' ist ja neben ATV das einzigste Fahrzeug, das dafür zur Verfügung steht. Da ATV-3 auf keinem Fall vor März 2012 starten wird (vielleicht könnte man den Start noch einige Wochen vorziehen), wird die ISS stark absinken, wenn 'Progress' für längere Zeit nicht fliegen könnte....
Insofern ist es jetzt Glück im Unglück, dass der ATV-2 die Umlaufbahn zuletzt gleich um 35 km angehoben hat. Dadurch wirkt sich der Verlust der Boost-Kapazität nicht so unmittelbar aus.
Direkte Konsequenz wird sein, dass ATV-3 mehr Treibstoff transportieren wird, um die Höhenverluste wieder auszugleichen. Dies dürfte dann zu Lasten der wissenschaftlichen Ausrüstung gehen.
Ich möchte aber auf das Thema nicht näher eingehen, da dies schon zum ATV-Thread führt.
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Es hat was mit den Triebwerken zu tun...
Aber nicht in der dritten Stufe
Die FG hat eine modifizierte Einspritzanlage:
форсуночная Головка - Forsunochnaya Golovka, Kraftstoff-Einspritz Kopf
1. Stufe (Booster)
U - 4 × RD-117
FG: RD-107A
2. Stufe
U - 1 x RD-118
FG: RD-108A
3. Stufe
1 x RD-0110 (beide gleich)
Man kann die Fehlersuche nicht nur auf die 3. Stufe, deren Triebwerk oder ein anderes Bauteil eingrenzen. Qualitätssicherung betrifft immer das technische System als Ganzes.
Die Frage ist, wieso wurde die Fehlfunktion in der Abnahme durch den Hersteller und Roskosmos nicht festgestellt ? Was sind die tieferen Ursachen für das Unglück ? Wurden und werden die Sicherheitsprozeduren nicht eingehalten ?
Hier kann man auf die Erfahrungen von Challenger und Columbia zurückgreifen. Verantwortlich für diese Unglücke waren zwar primär Hardware-Fehler, die aber erst durch fehlerhafte Managementstrukturen wirksam wurden.
Wenn diese Strukturen jetzt auch im russischen Raumfahrtprogram nicht angepasst werden, kann ein möglicher neuer Zwischenfall jederzeit auch die erste oder zweite Stufe der Sojus treffen, oder die Steuerung, oder irgendein anderes wichtiges System.
Das ist wie in der Luftfahrt. Jeder Flugzeugabsturz ist immer die Folge einer ganzen Verkettung von Fehlern, es gibt immer nicht nur die eine Ursache. Man kann die Analyse bei Sojus deshalb nicht nur auf das Triebwerk der dritten Stufe eingrenzen.
Als Erkenntnis der letzten Rückschläge dürfte so auch stehen, dass die russische Raumfahrt sich überdehnt hat, und das Programm in zu viele Teile zersplittert ist. Daran krankte schon das sowjetische Mondlandeprogramm in den 60iger Jahren.
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... wird die ISS stark absinken, wenn 'Progress' für längere Zeit nicht fliegen könnte....
Was ist mit einer Bahnanhebung mit den Sweda-Triebwerken? Wieviel Treibstoff ist dafür vorhanden?
Jörg
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Hallo,
Als Erkenntnis der letzten Rückschläge dürfte so auch stehen, dass die russische Raumfahrt sich überdehnt hat, und das Programm in zu viele Teile zersplittert ist. Daran krankte schon das sowjetische Mondlandeprogramm in den 60iger Jahren.
die Aussage und der Vergleich mit Mondlandeprogramm ist weder sachlich noch fundiert.
Seit bestehen der ISS ist das der erste Fall, das ein Versorgungsschiff abgestürzt ist. Der letzte Fehlstat einer Sojus Rakete war am 15 Oktober 2002, zwei im Jahr 1996, und ein Fehlstart 1994.
Gruss Bernard7
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Was ist mit einer Bahnanhebung mit den Sweda-Triebwerken? Wieviel Treibstoff ist dafür vorhanden?
Jörg
Eine Anhebung mit den bordeigenen Triebwerken sollte möglich sein. Die Tanks im russischen Segment müssten weitestgehend voll sein und der Treibstoff lässt sich zwischen den Modulen des russischen Segments umpumpen. Allerdings schont man normalerweise die Triebwerke der Station und nutzt die Maschinen der Transporter...
Gruß,
MSSpace...
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Richtig, so hat es auch Suffredini gestern in der PK gesagt.
Man ist also nicht gänzliche ohne Reboost Möglichkeit.
Gruß,
KSC
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Eine Stellungnahme der ESA gibts auch:
http://www.esa.int/esaCP/SEMG1TRTJRG_Germany_0.html (http://www.esa.int/esaCP/SEMG1TRTJRG_Germany_0.html)
Progress 44 erreicht nicht vorgesehene Umlaufbahn
25 August 2011
Der gestern um 15:00 MESZ in Baikonour gestartete Raumtransporter ISS Progress 44, der zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS vorgesehen war, erreichte seine Umlaufbahn nicht und stürzte über Sibirien (Russland) ab. Fünf Minuten und 50 Sekunden nach dem Start wurde eine „nicht-nominale Situation“ gemeldet mit einem einhergehenden Verlust der Telemetrie.
Das Raumfahrzeug war mit 2,9 t Versorgungsgütern für die Raumstation beladen. Darunter befanden sich einige Ersatzteile für zwei Instrumente an Bord des europäischen Columbus-Labors.
Thomas Reiter, ESA Direktor für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, verfolgt die aktuelle Entwicklung und prüft mögliche Konsequenzen für zukünftige ESA-Missionen.
Spezialisten untersuchen mögliche Ursachen dieses ersten Zwischenfalls mit einem russischen Raumtransporters innerhalb der letzten 30 Jahre. Mögliche, sich aus dem Fehler ergebende Konsequenzen für die ISS werden in den kommenden Tagen analysiert und zwischen den ISS-Partnern diskutiert.
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Liege ich richtig: Bemannte Missionen haben ein Sicherheitssystem (Absprengen des bemannten Teils) nur ganz am Anfang, also kurz nach dem Start. Wäre ein derartigen Fehler, wie bei M-12M, bei einer bemannten Mission aufgetreten, hätte die Besatzung nicht gerettet werden können? Oder ist es noch zu früh, darüber etwas auszusagen?
Grüsse
Wilhelm
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Bemannte SOJUS können zu jedem Zeitpunkt während der Startphase zurückkehren.
Auf dem Startplatz und in der 1. Zeit des Aufstiegs ist das SAS verantwortlich, danach kann die Trennung auch
so erfolgen und man landet "normal" am Fallschirm.
Dafür müssen auf dem gesamten Überfluggebiet Bergungskräfte in Bereitschaft stehen...
Bei PROGRESS M-12M war die Nutzlastverkleidung schon abgesprenkt.
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ROSKOSMOS berichtet, dass es in Zukunft eine ständige Kommission von Spezialisten
geben wird, die die bemannten SOJUS und die PROGRESS-Transporter incl. der Träger
von der Produktion bis zum Start überwachen wird...
D. h., es werden für die Produktions- und Qalitätskontrolle zusätzliche, firmenfremde
Fachleute eingesetzt, die das "Obersagen" haben...
Quelle (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17772)
... und die dann wahrscheinlich auch den Kopf hinhalten müssen.
Quelle für die letzte Zeile: jakda
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Im Umkehrschluss bedeutet diese Maßnahme: wir glauben, dass der Fehler hätte vermieden werden können, wenn sorgfältiger oder anders strukturiert geprüft worden wäre.
Und DAS ist eine bedenkliche Aussage.
Wir alle wissen, dass die Fehlertoleranz in der Raumfahrt extrem schmal ist und es trotz bestem Wissen und gewissen Unfälle geben kann.
Unfälle, wo man nicht einmal eine "Schuld" vergeben kann. Wenn nach einem Tag diese Maßnahme Roskosmos' Antwort ist - dann sieht man offensichtlich ein Qualitätsdefizit... dem man durch Kontrollen begegnen will.
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Nach Angaben von RIA NOVOSTI (http://ria.ru/science/20110825/424016116.html) können erste Angaben
über die Ursachen schon am kommenden Montag (29.09.2011) gemacht werden.
Das sagte ein Mitglied der Untersuchungskommission.
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... dann sieht man offensichtlich ein Qualitätsdefizit... dem man durch Kontrollen begegnen will.
Ich glaube, man sieht eher ein Defizit in der "über-betrieblichen" Kontrolle, sprich:
man will etwas gegen die Routine-Blindheit tun... (die Dinger werden ja am "Fließband" produziert)
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Hallo Freunde,
das Versagen des Trägersystems hat auch bei mir Fragen zur Qualitätssicherung aufgeworfen.
-Das Schlimmste bei 100% sicherer Arbeit ist Routine.
-Qualität sollte von möglichst unabhängigen Stellen durchgeführt werden.
-3 unabhängige Kontrolläufe schaffen eine Sicherheit von ca. 10000/1, nicht von unendlich.
-Qualität muss über Liefergrenzen hinweg garantiert werden.
Im Beitrag http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17770 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17770)
sehe ich den Ansatz, derartige Fragen (erneut) zu stellen und trotz Kostendruck wieder neu zu beantworten.
Hier noch der Anfangs-Text der Verlautbarung:
Im Zusammenhang mit der Starthavarie des Fracht-Transport-Raum-Schiffs (russ. GTK (= FTS)) "Progress M-12M" wurde eine Untersuchungskommision von Roskosmos geschaffen und diese nahm ihre Arbeit auf.
Der Kommission steht der Direktor des Staatlichen Wissenschaftlichen Zentrums FGUP «Forschungszentrum M.W. Keldysch » A. S. Korotejew vor.
Vor den Mitgliedern der Kommission steht die Aufgabe eine vollständige und umfassende Studie über die Vorbereitungen für den Start, Start und Flug der Trägerrakete und Raumfahrzeugbau zu erstellen, die Ursachen für eine solche Notsituation zu suchen und Vorschläge für deren Beseitigung zu unterbreiten. ...
... im übrigen war auch der "Tag der Russischen Luftstreitkräfte" ... :) Gruß HausD
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Im Umkehrschluss bedeutet diese Maßnahme: wir glauben, dass der Fehler hätte vermieden werden können, wenn sorgfältiger oder anders strukturiert geprüft worden wäre.
Und DAS ist eine bedenkliche Aussage.
Ich verstehe nicht ganz, was Du mit Deiner Aussage ausdrücken willst. Die Stellungnahme von Roscosmos ist doch ganz vernünftig. Die Sojus-Rakete bleibt auch nach dem Absturz ein solide und gut konstruiertes Raumschiff, (das ist der Unterschied zum Space-Shuttle, welches von anfang an konstruktive Mängel aufwies).
Eine grundlegende Umkonstruktion der hundertfach bewährten Sojus ist nicht notwendig, man muss aber insbesondere bei den Missionen zur ISS die Qualitätskontrolle weiter verbessern. Dann können die Flüge in wenigen Monate wieder aufgenommen werden.
By the way:
Es wäre eigentlich Zeit, den Thread zu schließen, da die Mission M-12M abgeschlossen ist. Jetzt beginnt die Diskussion über die Folgen des Absturzs für die russische und internationale Raumfahrt.
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Es wäre eigentlich Zeit, den Thread zu schließen, da die Mission M-12M abgeschlossen ist. Jetzt beginnt die Diskussion über die Folgen des Absturzs für die russische und internationale Raumfahrt.
Die Fehlerursache ist noch nicht bekannt, also fehlen noch wichtige Informationen zum Start.
Aber über die Folgen des Absturzes sollten wir ein neues Thema aufmachen. Warum machst du es nicht selbst, wenn du es schon vorschlägst? ;)
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D. h., es werden für die Produktions- und Qalitätskontrolle zusätzliche, firmenfremde
Fachleute eingesetzt, die das "Obersagen" haben...
Hm das machen sie bei der NASA ja schon lange so.
Jedes Anzugsmoment einer Schraube wird von einem Mitarbeiter der zuständigen Firma ausgeführt, ein Qualitätsmensch der Firma prüft das und abgenommen wird es von einem (unabhängigen) Qualitätsmenschen der NASA.
Ein gutes System, trotzdem schützt es nicht 100% vor Fehlern.
Gruß,
KSC
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Ich verstehe nicht ganz, was Du mit Deiner Aussage ausdrücken willst. Die Stellungnahme von Roscosmos ist doch ganz vernünftig. Die Sojus-Rakete bleibt auch nach dem Absturz ein solide und gut konstruiertes Raumschiff, (das ist der Unterschied zum Space-Shuttle, welches von anfang an konstruktive Mängel aufwies).
Eine grundlegende Umkonstruktion der hundertfach bewährten Sojus ist nicht notwendig, man muss aber insbesondere bei den Missionen zur ISS die Qualitätskontrolle weiter verbessern. Dann können die Flüge in wenigen Monate wieder aufgenommen werden.
1. Die Notwendigkeit für eine grundlegenede Umkonstruktion wurde wohl von niemandem erwartet. Bestünde sie wäre sie früher aufgefallen, deutlich früher, Jahrzehnte früher... früher.
2. Die Häufung raumfahrttechnischer Missgeschicke der Russen hat bereits Fragen aufkommen lassen VOR diesem Fehlstart. Wenn zeitlich nah beieinander Fehlstarts passieren muss man Fragen stellen... jenseits der immer bestehenden Gefahr.
Roskosmos will als Antwort darauf die Qualitätskontrolle verbessern. Ich kann nur verbessern was fern von optimal war.
Auch grundsolide bewährte Systeme vertragen keine Nachlässigkeit.
Meine Äußerung beschreibt lediglich meine Bedenken, weil Roskosmos neue Maßnahme nahelegen, dass man der Qualität etwas zu sehr als Selbstverständlichkeit vertraut hat, statt sie optimal zu sichern. Nichts weiter.
3. Wenige Monate... die Konsequenzen sind angesprochen. Für den Betrieb der ISS sind sie nicht lebensbedrohlich, aber zumindest massiv genug bemerkenswert zu sein. Die dann eintretenden Lösungen ziehen sich bis weit ins nächste Jahr. So einfach ist der Verlust nicht auszumerzen.
4. Es ist schwer zu beurteilen wann, wie und ob diese angesetzten Qualitätskontrollen greifen und den Betrieb sichern. Wie ermisst man sowas? Die Russen hätten noch vor dem letzten Fehlstart geschworen alles menschenmögliche für die Sicherheit und Qualität getan zu haben. Nach den neuen Qualitätskontrollen werden sie das wieder. Wo ist der nachvollziehbare Unterschied?
Mir persönlich wäre lieber, man könnte einen klaren Defekt benennen, ein Materialversagen, eine einmalige konkret prüfbare Ursache. Stattdessen muss man die Struktur verbessern. Das ist in der Ausführung sehr abstrakt.
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Eine Anhebung mit den bordeigenen Triebwerken sollte möglich sein. Die Tanks im russischen Segment müssten weitestgehend voll sein und der Treibstoff lässt sich zwischen den Modulen des russischen Segments umpumpen. Allerdings schont man normalerweise die Triebwerke der Station und nutzt die Maschinen der Transporter...
Gruß,
MSSpace...
Darüber hatten wir in der Tat vor einiger Zeit diskutiert, und die russischen Raumschiffe können in der Tat betankt werden. Treibstoff sollte immer noch ausreichend vorhanden sein:
Das ist richtig, in dem Fall von Progress M-07M könnte es allerdings tatsächlich so sein, dass Treibstoff der Station verwendet wurde. Das ist wohl technisch möglich.
Zitat aus dem NSF-Forum zum letzten Reboost am 22.12.2010:
Interesting intem from TsUP website : propellants for this maneuver were pumped directly from Zarya's tanks.
Also, der benötigte Treibstoff wurde diesmal direkt aus den Tanks des Sarja-Moduls entnommen. Wir dürfen dazu nicht vergessen, dass Progress M-07M schon wesentlich länger als geplant an der ISS dockt und die mitgeführten 250 kg Treibstoff für Bahnanhebungen verbraucht sein könnten. An seiner Stelle sollte ja ab Mitte Dezember 2010, nach ursprünglichen Planungen, das ATV-2 die entsprechenden Bahnanhebungsmanöver ausführen.
Das ginge auch ohne ATV. Man hat bisher aber Rücksicht auf die Schwerlasten an Bord der Space Shuttle genommen. Sarja hat gegenwärtig mehr als 10 t Treibstoff gebunkert, wie ich hier vor ein paar Wochen lesen konnte.
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Liege ich richtig: Bemannte Missionen haben ein Sicherheitssystem (Absprengen des bemannten Teils) nur ganz am Anfang, also kurz nach dem Start. Wäre ein derartigen Fehler, wie bei M-12M, bei einer bemannten Mission aufgetreten, hätte die Besatzung nicht gerettet werden können? Oder ist es noch zu früh, darüber etwas auszusagen?
Die Besatzung von Sojus 18-1 (http://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_18-1) hat es 1975 jedenfalls überlebt. Acht Jahre später musste sich die Crew von Sojus T-10-1 (http://de.wikipedia.org/wiki/Sojus_T-10-1) sogar auf das Funktionieren des Abbruchsystems verlassen.
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Ministerpräsident Putin hat Roscosmos angewiesen, ihre Aufsicht über die Raumfahrtproduktion zu verbessern:
http://blogs.voanews.com/breaking-news/2011/08/25/putin-orders-improved-oversight-at-russian-space-agency/ (http://blogs.voanews.com/breaking-news/2011/08/25/putin-orders-improved-oversight-at-russian-space-agency/)
Gruß,
KSC
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Im Umkehrschluss bedeutet diese Maßnahme: wir glauben, dass der Fehler hätte vermieden werden können, wenn sorgfältiger oder anders strukturiert geprüft worden wäre.
Und DAS ist eine bedenkliche Aussage.
Genauso kann die Aussage aber auch lauten: Wir müssen irgend etwas tun, um das Vertrauen zu stärken.
Klar, Fehler kommen vor. Aber ich kann mir schon die Reaktionen vorstellen, wenn einfach gesagt wird: "Shit happens, nächsten Monat der Start klappt bestimmt." Irgend eine Konsequenz muss es halt geben. Und da bietet sich externe Qualitätssicherung an, denn die kann wenig kaputt machen. ;D
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@ Ruhri und Jakda: Vielen Dank für eure Infos. Gut zu wissen, dass entsprechende Rettungsmöglichkeiten vorhanden sind.
Grüsse
Wilhelm
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Projekte bei denen nichts passieren darf,sollte man sofort beenden.Früher hätten die Sowjets einfach eine neue Rakete samt Raumschiff auf die Rampe gefahren,und gut.Und heute-was für ein Geflenne!
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Früher hätten die Sowjets einfach eine neue Rakete samt Raumschiff auf die Rampe gefahren,und gut.Und heute-was für ein Geflenne!
Genau!! Hin und wieder gibts halt 'nen Fehlstart..kann auch mal passieren, dass jemand dabei drauf geht und Geld ist ja auch genug da!
Ach ja, früher war alles besser und die Amis mit ihren hohen Sicherheitsvorkehrungen sind eh Mädchen...
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Genau!! Hin und wieder gibts halt 'nen Fehlstart..kann auch mal passieren, dass jemand dabei drauf geht und Geld ist ja auch genug da!
Ach ja, früher war alles besser und die Amis mit ihren hohen Sicherheitsvorkehrungen sind eh Mädchen...
Raumfahrt ist nun mal gefählich. Selbst eine Kapsel mit Rettungssystem bietet keinen 100%igen Schutz. Gegen einen Meteoriten - Einschlag im Orbit zb gibt es kaum einen Schutz.
Genau so passieren immer wieder Fehlstarts. Raumfahrt ist nun mal Technik im Grenzbereich, ein Backupsystem ist vielfach nicht möglich, sonst könnte die Rakete nicht mal abheben. Von daher sollte man den Fehlstart auch nicht überbewerten. Klar ist es richtig, das man erst mal alle weiteren Starts verschoben hat und jetzt genauestens nach der Ursache sucht. Aber Panik ist aktuell noch nicht angesagt. Die Sojus hat genügend erfolgreiche Starts hinter sich, so das man einen Desginfehler an der Rakete grundsätzlich ausschließen kann.
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Geld ist auch genug da-zur Zeit sogar zuviel-nur nicht für sowas.
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Wenn die dritte Stufe wirklich explodiert ist (es war ja von einer Explosion die Rede), dann hätte eine bemannte Soyuz das nicht überlebt, wenn die Rettungsrakete da schon weg war - was ich mal stark vermute.
Insofern bieten die neuen CCDev-Systeme von Boeing & SpaceX einen größere Sicherheit, da die Rettungsmöglichkeit während des ganzen Fluges besteht.
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Wahrscheinlich hätte die Crew das eben doch überlebt, da man bei bemannten Systemen eben völlig zu Recht auf ein gutes EDS einen großen Wert legt. Wenn die dritte Stufe da in einen instabilen Betriebszustand gerät, sollten die Überwachungssysteme das rechtzeitig melden und so zu einer rechtzeitigen Abtrennung der Kapsel führen. Raketenstufen mit flüssigen Treibstoffen explodieren nun einmal nicht einfach so - die Sache kündigt sich in der Regel an.
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Der Focus schreibt etwas zur möglichen Schadenssumme. Auch über die Termine der Rückkehr von Sojus-TMA 21 und den Start von Sojus-TMA 22 wird berichtet, da konnte ich aber keine Bestätigung für finden.
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/raumfahrt-progress-absturz-verursacht-100-mio-dollar-schaden_aid_659242.html (http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/raumfahrt-progress-absturz-verursacht-100-mio-dollar-schaden_aid_659242.html)
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Valeri Ryumin beklagt dich darüber, dass die Qualität der russischen Raumfahrt stark nachgelassen habe:
http://www.polit.ru/news/2011/08/25/space_rumin/ (http://www.polit.ru/news/2011/08/25/space_rumin/)
Nach diesem Bericht könnte es bereits am kommenden Montag erste Ergebnisse geben:
http://ria.ru/science/20110825/424016116.html (http://ria.ru/science/20110825/424016116.html)
Gruß,
KSC
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Roland, sei nich' böse, aber diese Machosprüche ziehen echt nicht. ;D
Niemand, der ernsthaft bei Trost ist, kann glauben, dass Raumfahrt jemals sicher sein kann. Nichts ist das und extreme Unternehmungen schon dreimal nicht.
Aber Fehleranalysen und das Bemühen Ursachen zu ergründen und zu eliminieren ist nicht die Erfindung hysterischer Weicheier - det macht einfach Sinn.
Rakete gecrashed, neue auf die Rampe, alles klar und liftoff... go und gib' ihm, nee, so nich'.
Das ist kein Geflenne, das ist notwendig, sinnvoll und vernünftig. Bruce Willis Shuttlefliegerei ist ein bißchen realitätsfern... auch bei einer Sojus. 8)
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Nun wird es ein wenig bizarr. Die Russische Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und eine Kommission in die Fabrik geschickt:
http://english.ruvr.ru/2011/08/26/55224309.html (http://english.ruvr.ru/2011/08/26/55224309.html)
Gruß,
KSC
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In der Tat... trotz erklärter Befürwortung von Untersuchungen... allmählich weitet sich das zu einer Putinshow aus, wie seine Unterwasserfunde und seine Jagdausflüge ohne Hemd... ???
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Wenn die dritte Stufe wirklich explodiert ist (es war ja von einer Explosion die Rede), dann hätte eine bemannte Soyuz das nicht überlebt, wenn die Rettungsrakete da schon weg war - was ich mal stark vermute.
Ich habe hier schon geschrieben, dass eine Rettung für die gesamte Aufstiegsphase eingeplant und technisch eingearbeitet ist.
Vor ein paar Jahren war der Chef der russischen Raumschiff-Bergungsflotte in Morgenröthe und hat ausführlich
über die möglichen Einsätze während der Auf- und Abstiegsphase berichtet.
Bei der 3. Stufe ist ein SAS sinnlos. Bei einer, zum Zeitpunkt des Unfalls, Höhe von rund 100 km wird die SOJUS wie
bei einer Landung "zerlegt" und die Kapsel landet am Fallschirm.
Wie es aussieht, gab es auch bei Progress eine Nottrennung - 20 s vor der Explosion...
Man erwägt übrigens 2 Zertifizierungsflüge der SOJUS, bevor wieder bemannt gestartet werden darf.
PROGRESS M-13M, der sich schon in BAIKONUR zur Vorbereitung befindet, soll auf alle Fälle vorher starten...
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Wäre eine gute Entscheidung.
Gruß,
KSC
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The ISS now has ample room to accommodate supplies, due to the addition of the Permanent Multipurpose Module (PMM), now stocked full of supplies from the recent STS-135 mission, which delivered one year’s worth of supplies to the ISS, which sources say is only sufficient to sustain the station crew when supplemented with scheduled Progress deliveries.
(Nasaspaceflight)
Das klang auf der Pressekonferenz irgendwie auch anders.
Dort hieß es man sei gut aufgestellt - aber kein Wort darüber, dass man es eben nur ist wenn man aufbraucht was eigentlich als Basis für ein ganzes Jahr gedacht war... und das auch dann nur, wenn es durch Zusatzlieferungen ergänzt wird.
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Das hatte ich ja schon mal angesprochen. Kurzfristig gibt es keine Probleme, aber mittel -bis langfristig fehlt die Shuttle Kapazität schon, wenn dann noch weitere Kapazitäten ausfallen wird es problematisch.
Wenn die privaten US Versorger nicht so zeitnah zur Verfügung stehen, wie geplant, dann wird es eng. Wie schnell es Rückschläge geben kann, auch bei etablierten Systemen, haben wir nun gesehen. Es gibt längst fertige Szenarien, bis auf weiteres auf eine Dreier Crew zurück zu gehen, bis wieder genug Transportkapazität zur Verfügung steht.
Gruß,
KSC
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Das hatte ich ja schon mal angesprochen. Kurzfristig gibt es keine Probleme, aber mittel -bis langfristig fehlt die Shuttle Kapazität schon, wenn dann noch weitere Kapazitäten ausfallen wird es problematisch.
Gruß,
KSC
Also ich finde, jetzt siehst Du aber alles zu sehr durch die Shuttle-Brille.
Es ist mir schon klar, dass die Frage der Versorgungsreichweite auf der ISS auch ein Politikum ist. Natürlich ist der Sojus-Absturz die Gegelegenheit, wieder mehr Unterstützung für die amerikanische Raumfahrt zu fordern. Aber trotzdem sollte man doch solide bleiben.
Letztlich ist es nur zu einem Zwischenfall gekommen, wie er auch einfach mal kommen musste. So etwas muss man auch einplanen. Die Sojus- und Progress-Raumschiffe werden in ein paar Monaten wieder fliegen. Bis dahin werden die Vorräte an Bord der ISS schon reichen. Aber auch eine befristete Crew-Reduzierung ist eigentlich kein Problem.
Eine Wieder-Inbetriebnahme des Shuttles ist ganz bestimmt nicht nötig......
Man sollte die Situation nüchtern und sachlich behandeln. Wer die Raumfahrt unterstützt, muss auch immer mit Rückschlägen rechnen. Das gehört zum Geschäft.
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Wir reden doch nicht von einer Shuttlewiederbelebung... auch wenn ich sie mir unendlich wünschen würde, aber das ist ja illusorisch. Was KSC anspricht ist doch der Blödsinn der Entscheidung die Shuttle einzumotten BEVOR ein wie auch immer geartetes Nachfolgesystem im Einsatz ist.
Und was er auch, zu Recht, anspricht ist eben das Frachtvolumen des Shuttles... das kein Nachfolgesystem zu ersetzen fähig ist.
Und gerade WEIL man in der Raumfahrt mit Rückschlägen rechnen muss ist es eben gewagt eine langfristige Versorgung eng auf Kannte zu nähen... weil dann eben nichts passieren darf, obwohl es das jederzeit kann. Spielräume und Redundanz sind verloren gegangen durch die Außerdienststellung der Orbiter. Da gibt's nichts zu paniken, aber auch nichts zu beschönigen.
Die Reduktion der Crew ist übrigens keineswegs banal. Der Stationsbetrieb ist so möglich, aber keine wissenschaftliche Arbeit darüber hinaus. Das ist einfach nur Lebenserhaltung, aber es wirft massiv alle anderen Planungen um. Progress sollte dreimal reboosten... auch das muss kompensiert werden, Baustellen wohin man schaut.
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Wir reden doch nicht von einer Shuttlewiederbelebung... auch wenn ich sie mir unendlich wünschen würde, aber das ist ja illusorisch. Was KSC anspricht ist doch der Blödsinn der Entscheidung die Shuttle einzumotten BEVOR ein wie auch immer geartetes Nachfolgesystem im Einsatz ist.
Gerade der Progress-Absturz zeigt doch, wie sinnvoll es ist, reine Frachtflüge unbemannt abzuwickeln. So geht eben nur Equipment verloren.
Es wäre schon widersinnig, zehntausende Menschen im Vorfeld arbeiten zu lassen, bis zu 1 Mrd. Dollar pro Flug auszugeben, und 4 Menschenleben auf´s Spiel zu setzen, nur um Lebensmittel, Ersatzteile oder Toilettenpapier zur Station zu fliegen.
Natürlich wäre es schön gewesen, das Shuttle noch so lange zu betreiben, bis Dragon und Cygnus einsatzfähig gewesen wären. Nur wie soll man Nachfolgesysteme entwickeln, wenn das Shuttle bereits alle verfügbaren Mittel verschlingt. Gerade der sündhaft teuere Betrieb des Shuttles verhinderte jahrelang den Bau eines Nachfolgesystems.
Aber diese Diskussion führt uns jetzt vom Topic weg.
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Eine Wieder-Inbetriebnahme des Shuttles ist ganz bestimmt nicht nötig......
Wäre mir nicht bekannt, dass das irgend jemand ernsthaft gefordert hätte, das ist ja nun ziemlich lächerlich.
Ich verstehe auch nicht, warum du versuchst mir sowas in den Mund zu legen, ich hatte von den künftigen privaten US Versorgen gesprochen, nicht vom Shuttle.
Tatsache ist, dass wenn man auf Dauer die Transportkapazitäten nicht wieder erhöhen kann, dann ist die 6er Crew dort oben nicht zu versorgen, wie gesagt, das gilt auf mittlere- bis lange Sicht.
Gruß,
KSC
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Herrscht darüber Konsens mit allen Partnern?
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Eine Wieder-Inbetriebnahme des Shuttles ist ganz bestimmt nicht nötig......
Wäre mir nicht bekannt, dass das irgend jemand ernsthaft gefordert hätte, das ist ja nun ziemlich lächerlich.
Ich verstehe auch nicht, warum du versuchst mir sowas in den Mund zu legen, ich hatte von den künftigen privaten US Versorgen gesprochen, nicht vom Shuttle.
Meine Bemerkung bezüglich der Wieder-Aufnahme der Shuttle-Flüge war auch nur spaßhaft gemeint.
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@Berliner
Ich würde Dir da in manchem widersprechen mögen, aber Du hast recht, das ist ein eigenes Thema und schweift hier ab.
Ich bin nicht gegen unbemannte Versorgungssysteme... ich gestehe sogar vehementen Stolz auf das europäische ATV gerne ein. ;)
Ich bin allerdings dagegen eine endlich fertiggestellte ISS einer bedenklich knapp kalkulierten Versorgungslage auszusetzen, die ohne Puffer auf einen fehlerlosen Ablauf angewiesen ist, wie ihn der Verlust dieser Mission nun offenlegt.
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@Berliner
Ich bin allerdings dagegen eine endlich fertiggestellte ISS einer bedenklich knapp kalkulierten Versorgungslage auszusetzen, die ohne Puffer auf einen fehlerlosen Ablauf angewiesen ist, wie ihn der Verlust dieser Mission nun offenlegt.
Da stimme ich Dir voll und ganz zu.
Ich hoffe, dass die internationalen Partner sich mit all ihren Kräften für eine umfassende Versorgung der ISS einsetzen., damit diese auch über 2020 (...dassind ja nur noch neun Jahre !!!) betrieben werden kann.
Hier stehen auch die Europäer in der Pflicht, eine Entscheidung zur Verlängerung oder Ausweitung (re-entry-Kapsel) des ATV herbeizuführen.
Ich bin aber zuversichtlich, dass die russische Raumfahrt auch diese Krise übersteht, und wieder zu der alten Qualität zurückfinden wird.
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Im November muss die ISS evakuiert werden, wenn sie die Soyuzprobleme bis dahon nicht lösen lassen. Mike Suffredini scheint aber optimistisch:
http://www.spaceflightnow.com/station/exp28/110827unmannedops/ (http://www.spaceflightnow.com/station/exp28/110827unmannedops/)
Es sollen 2 Testflüge vor dem nächsten Start durchgeführt werden. Hier zahlt sich wieder die hohe Startrate der Soyuz aus. Wäre das bei anderen Raketen/Raumfähren passiert (z.B. Space Shuttle), dann würde das sicher alles wieder viel länger dauern.
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Im November muss die ISS evakuiert werden, wenn sie die Soyuzprobleme bis dahon nicht lösen lassen. Mike Suffredini scheint aber optimistisch:
http://www.spaceflightnow.com/station/exp28/110827unmannedops/ (http://www.spaceflightnow.com/station/exp28/110827unmannedops/)
Ich habe den Eindruck, auf amerikanischer Seite wird jetzt aber etwas viel gepokert. Erst wird die Reichweite der ISS-Vorräte irgendwie von Pressemeldung zu Pressemeldung immer kürzer, und jetzt redet man schon von einer Evakuierung im November.
Vielleicht will die NASA so die Russen unter Druck setzen, oder aber auch die eigenen Politiker. Die NASA-Manager sollten jetzt nicht immer neue Hektik verbreiten, sondern die Anstrengungen der russischen Raumfahrtbehörde zur Schadensbehebung unterstützen.
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Mit Pokern oder unter Druck setzen hat das nicht viel zu tun, wie aus dem Spaceflight Now-Artikel hervorgeht. Hintergrund ist, dass man mit der Sojus nicht im Dunkeln landen möchte und auch nicht in zwei Meter tiefem Schnee. Begrenzender Faktor ist die Designlebensdauer der angedockten Sojuskapseln. Momentan sind TMA-21 und TMA-02M angedockt. TMA-21 kann noch bis Ende Oktober bleiben. TMA-02M könnte noch bis Anfang Januar angedockt bleiben, aber man will aus oben genannten Gründen eine Landung im Dezember oder frühen Januar vermeiden. Ab dem 19. November ist die Situation wohl so, dass man nicht genügend Tageslicht bei der Landung hätte. Ende Dezember wäre das wieder möglich, aber da hat man eben Angst vor den strengen Winterbedingungen. Daher überlegt man, aus Sicherheitsgründen lieber vor dem 19. November zu landen und die Station somit in den unbemannten Betrieb zu überführen.
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Da hängt halt vieles dran, und wenn man wegen der zurzeit flügellahmen Sojus keine neuen Besatzungsmitglieder zur ISS hinauf schaffen kann, muss man die Leute trotzdem herunter holen.
Eine Landung in einer anderen Weltgegend, mit weniger Eis und Schnee, wäre vermutlich auch keine Alternative, oder? Die Abweichung zum normalen Prozedere würde schließlich das Risiko (unnötig?) erhöhen.
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Mein Eindruck ist eher, dass die Kalkulierung der Vorräte von PK zu PK realistischer wird und eher im Beruhigungsbemühen der ersten Konferenz zu optimistisch dargestellt wurde.
Diese ganze Situation ist auch völlig ungeeignet instrumentalisierenden Druck auf irgendwen auszuüben. Niemand kann jetzt bemannte Lösungen aus dem Hut zaubern, die verpaßte Zeit und die, meiner Meinung nach, falschen Entscheidungen einer Dekade lassen sich auch mit Geld und gutem Willen nur langfristig korrigieren. Dass Amerika keinen eigenen bemannten Zugang mehr in den Weltraum hat ist peinlich und änderungswürdig genug, da braucht man die Sojus nicht als Argument.
Ich bin sicher, dass eine enge Kooperation und Abstimmung mit den Russen stattfindet... jeden Partner der Raumstation betreffend, einschließlich der NASA. Die Raumstation macht nur bemannt Sinn und man wird alle Anstrengungen unternehmen diesen Sinn aufrecht zu erhalten.
Und falls das nicht gelingt... R2 allein auf der Station. Allmählich ist dieses Raumfahrtjahr wirklich nur noch mit Sarkasmus zu ertragen!
Mal eine Frage in die Runde... ist man der Frage der Bahnanhebung, bzw. des Bahnerhalts weitergekommen? Und sollte die Station vollständig evakuiert werden müssen - wie lange könnte man sie wohl dem unbemannten Betrieb überlassen bevor es kritisch wird?
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Es gibt kein kurzfristiges Versorgungsproblem wegen einer ausgefallenen Progress. Wie Kreuzberga schon sagte geht es um die maximale Andockdauer kombiniert mit der Landesperre von Dezember bis Januar.
Und ich denke die Station kann so lange unbemannt bleiben wie nichts kaputt geht und man noch Treibstoff hat um einen stabilen Orbit zu halten. Daher könnte schon Tag 1 ohne Crew das Ende der ISS bedeuten wenn irgendwas ausfällt was man vom Boden nicht beheben kann. Es könnte aber auch sein, dass die ISS 1 Jahr fröhlich vor sich her fliegt, ohne das irgendwas passiert. Who knows? Auf jeden Fall wäre das ein Risiko, welches man vermeiden sollte.
Gruß, Klaus
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Nach einem Artikel in NEWSru.com (http://newsru.com/russia/26aug2011/mks.html) mit Bezug auf SAFFREDINI:
"Nach Angaben der NASA, wird der Unfall "Progress" in naher Zukunft keinen Einfluss auf die Arbeit der ISS und ihre Besatzung. Lebensmittel-und Wasservorräte auf der Station sind ausreichend für den normalen Betrieb mindestens bis zum Frühjahr, wenn voraussichtlich auf der ISS europäische Transportfahrzeug ATV starten.
". Logistisch ist die Situation an Bord der ISS immer noch gut genug Das einzige, was theoretisch zur Sorge könnte, sind die Elemente der Toilette, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen," - sagte Saffredini. "
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Betrifft die unkritische Versorgungslage Eurer Meinung nach auch die Treibstoffvorräte? Hätte "Zvezda” genügend Treibstoff die notwendigen reboosts auszuführen?
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darauf gibt's schon Antworten...
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Wie schon mehrfach gesagt, ist die Versorgungslage kurzfristig kein Thema.
Vorausgesetzt, die Sojus Flüge werden zeitnah wieder aufgenommen. Davon ist eigentlich auszugehen, ich halte es für quasi ausgeschlossen, dass sich bis in den November hin zieht.
Mittel- bis langfristig müssen die privat kommerziellen US Versorgungsflüge so kommen wie es geplant ist. Die sind in der Logistikplanung ab 2014 fest mit eingeplant, wenn sie nicht, oder viel Später kommen wird es erhebliche Probleme geben.
Es stehen keine Alternativen zur Verfügung. Die NASA hat kein Budget um noch mehr Transportkapazität in Russland, Europa oder Japan einzukaufen und es ist absolut nicht zu erwarten, dass sich an der Budget Situation etwas ändern wird.
So gesehen ist dass der kritische Punkt der ISS Logistik und nicht der aktuelle Fehlstart.
Gruß,
KSC
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Betrifft die unkritische Versorgungslage Eurer Meinung nach auch die Treibstoffvorräte? Hätte "Zvezda” genügend Treibstoff die notwendigen reboosts auszuführen?
Ich vermute, dass dieses Modul nicht genügend Treibstoff an Bord hat, um ausreichend viele Manöver durchführen zu können. :o
Allerdings gibt es ja auch noch Sarja mit seinen großen Tanks. Meinst du nicht auch, dass ca. 10 Tonnen für eine Zeitlang reichen sollten? ::)
So gesehen ist dass der kritische Punkt der ISS Logistik und nicht der aktuelle Fehlstart.
Auch wenn das jetzt für die meisten eine Banalität sein sollte, möchte ich die Probleme, die durch den Absturz von Progress M-12M entstehen, noch einmal klar benennen.
- Es sind Nachschubgüter verloren gegangen, inklusive Reboosttreibstoff. Dies ist ein kleineres Problem, da zurzeit auf der ISS noch ausreichend Reserven vorhanden sind. Es erhöht allerdings den Druck auf die neuen US-Systeme, möglichst schnell den Betrieb aufzunehmen.
- Es fehlen die Triebwerke des Transporters für Reboost-Manöver. Daher wird man ggf. auf die Triebwerke von Swesda zurück greifen müssen.
- Die Sojus-Rakete hat bis auf weiteres Startverbot. Dadurch könnte sich zum einen der nächste Progress-Flug verzögern (auch wenn man sogar über einen vorgezogenen Start spekuliert), aber eben auch die nächsten Crew-Flüge. Mit dem Abdocken von Sojus TMA-21 und TMA-02M kann man aber eben nicht unbegrenzt warten. Irgendwann müssen die runter auf die Erde, egal ob die Rakete schon wieder Flugfreigabe hat oder nicht.
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Es sind mehr als 10 t Treibstoff an Bord von Sarja, was für rund 50 km Bahnanhebung ausreichen würde. Bei knapp 50 m Absinken pro Tag würde es also für 3 Jahre ausreichen.
Die beiden Teststarts vor dem nächsten Start einer ISS-Besatzung sind ohnehin davor geplant, GloNaSS-M im September und Progress-M 13M im Oktober. Wenn dort alles glatt geht, dann sollte die Verzögerung beim Start der nächsten Besatzung minimal sein.
Das wichtigste ist erst einmal, die Ursache zu finden und einen Konstruktionsfehler auszuschließen. Außerdem wird man sicherlich ein paar Extra-Kontrollen ansetzen, die aber in überschaubarer Zeit zu absolvieren sind.
Daumen drücken aber keine Panik. ;)
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Auf dieser russischen Seite wird die NASA zitiert, welche einen zu niedrigen Druck bei der Brennstoffzufuhr des RD-0110 Triebwerkes der dritten Stufe nennt. Dieser Fehler hätte zur vorzeitigen Abschaltung des Triebwerkes geführt.
http://susanin.udm.ru/news/2011/08/28/364536 (http://susanin.udm.ru/news/2011/08/28/364536)
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Das könnte schon in Richtung eines strukturellen Versagens im Treibstoffsystem deuten, dass evtl. irgendwo eine Komponenten gebrochen ist und Treibstoff ausgetreten ist.
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Das wichtigste ist erst einmal, die Ursache zu finden und einen Konstruktionsfehler auszuschließen. Außerdem wird man sicherlich ein paar Extra-Kontrollen ansetzen, die aber in überschaubarer Zeit zu absolvieren sind.
Man möchte meinen, dass bei einer Rakete, die bereits seit so langer Zeit im Einsatz ist, alle Konstruktionsfehler ausgemerzt seien. Indes, es wird ständig weiter entwickelt, und bei den Sojus-Kapseln hatten die Russen bekanntlich vor einigen Jahren auch so einige Probleme (Stichwort: Sprengbolzen), die zu einigen harten Wiedereintrittsmanövern geführt haben. So etwas ähnliches könnte jetzt beim Träger leider auch geschehen sein und wird sicherlich als erstes geprüft werden.
Daumen drücken aber keine Panik. ;)
Genau - keine Panik! Und wo ist jetzt geich noch einmal das Handtuch? ;D
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@Ruhri, im Prinzip hast du recht, aber mit den Problemen der Kapsel ist das nicht zu vergleichen.... damals ging es um eine modernisierte Version, bei der es Probleme gab. Hier hat eine Sojus-U und damit das älteste im Einsatz befindliche Modell versagt - da ist ein grundsätzlicher Konstruktionsfehler seeeeehr unwahrscheinlich ;)
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Ich bin kein Raumfahrtingenieur und schon gar kein russischer, und du vermutlich auch nicht. So wie ich mir das vorstelle, könnte ein Zulieferer eine minimale Änderung an einem Produkt oder vielleicht auch nur an einem Produktionsprozess vorgenommen haben. Eine kleine Ursache kann nun einmal eine große Wirkung haben, gerade in der Raumfahrt. Vielleicht hat auch nur ein Zulieferer eines Zulieferers Material mit einer Schwachstelle geliefert, die dann in ein Teilsystem und zuletzt in die Rakete eingebaut wurde. Das wäre dann natürlich nicht mehr als "Designfehler" anzusehen.
Die Frage war ja vor dem Start nun einmal nicht, ob irgendwann eine Sojus-Rakete einen Fehlstart haben würde, sondern nur wann. Die Antwort lautet leider: Jetzt!
Um es noch einmal zu sagen: Jetzt ist zu klären, ob das ein einmaliger "Ausrutscher" oder eben ein grundsätzlicher Fehler war. Letzterer müsste aber eben erst vor kurzem in das Programm gerutscht sein.
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Ich glaube auch nicht an ein grundsätzliches Problem. Ich vermute auch am ehesten, wie schon gesagt, eine Materialänderung, eine Änderung im Fertigungsprozess, einen Fehler in der Produktion oder einen Materialfehler.
Trotzdem kann man nichts grundsätzlich ausschließen. Das zeigt das Beispiel der GUCP oder der ECO Sensoren beim Shuttle. Man kann Jahrzehnte das gleiche Design fliegen, es macht nie Problem und dann plötzlich gibt es massive Schwierigkeiten.
Gruß,
KSC
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Auf dieser russischen Seite wird die NASA zitiert, welche einen zu niedrigen Druck bei der Brennstoffzufuhr des RD-0110 Triebwerkes der dritten Stufe nennt. Dieser Fehler hätte zur vorzeitigen Abschaltung des Triebwerkes geführt.
http://susanin.udm.ru/news/2011/08/28/364536 (http://susanin.udm.ru/news/2011/08/28/364536)
Das könnte schon in Richtung eines strukturellen Versagens im Treibstoffsystem deuten, dass evtl. irgendwo eine Komponenten gebrochen ist und Treibstoff ausgetreten ist.
Strukturelles Versagen wäre möglich.
Für mich deutet das aber eher auf ein Problem mit der Turbopumpe oder dem Gasgenerator hin.
Gruß,
KSC
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Um mal aus dem Soyuz Users Guide zu zitieren (S.24):
The LOX tank is pressurized by the heating and evaporation of the oxygen, while the kerosene tank is pressurized by combustion products from the gas generator.
http://www.starsem.com/services/images/soyuz_users_manual_190401.pdf (http://www.starsem.com/services/images/soyuz_users_manual_190401.pdf)
(http://i53.tinypic.com/yyums.png)
Der LOX-Tank wird durch erhitzen von Sauerstoff unter Druck gesetzt und beim Treibstofftank wird Gasgeneratorgas benutzt. Es war wohl ein zu niedriger Druck im Treibstoffsystem. Wir wissen natürlich nicht ob es vor oder hinter der Turbopumpe war. Es sind also viele Ursachen möglich. Auch ein defekter Drucksensor könnte möglich sein.
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An einen defekten Drucksensor glaube ich nicht. Ich kenne das System nicht so gut, aber diese Sensoren sind mehrfach redundant, so dass ein Ausfall nicht diese Folgen hätte.
Der Gasgenerator treibt ja die Turbopumpe an, die Abgase des Generators nutzt man zur Druckhaltung des Tanks. Wenn der Generator Problem hatte, dann bekommt man Problem mit dem Druck im Tank und gleichzeitig mit der Turbopumpe, also der Treibstofförderung, ob man das durch Redundanz im Griff behalten kann, bezweifle ich. Daher könnte die Ursache dort zu finden sein.
Gruß,
KSC
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Sind inzwischen eigtl. Trümmer der Progress gefunden worden?
:) Im Inet bringt nämlich inzwischen schon manch einer den Meteorit, der später in Peru zu sehen war damit in Zusammenhang...
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Nach verschiednen Berichten hat man wohl Bergungsteams vor Ort geschickt um evtl. aus Trümmerteilen Aufschlüsse über die Ursache zu gewinnen.
Allerdings glaube ich nicht, dass sie auch ein Team nach Peru geschickt haben ;D
Gruß,
KSC
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.... Es sollen 2 Testflüge vor dem nächsten Start durchgeführt werden. Hier zahlt sich wieder die hohe Startrate der Soyuz aus. Wäre das bei anderen Raketen/Raumfähren passiert (z.B. Space Shuttle), dann würde das sicher alles wieder viel länger dauern.
Ich denke, diese Testflüge werden "planmäßige" Sojus-Starts mit unbemannten Nutzlasten sein.
Gruß Pirx
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So ist es, einmal der Start der sechs amerikanischen Kommunikationssatelliten Globalstar-2 am 8. Oktober und der vorgezogene Start von Progress M-13M.
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Roscosmos bestätigt hier das ein defekter Gasgenerator zum Absturz des Progress-Transporters geführt hat. Weiter hat man noch keine Trümmerteile im betroffenen Gebiet gefunden, die Suche dauert aber noch an.
http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17789 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17789)
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So ist es, einmal der Start der sechs amerikanischen Kommunikationssatelliten Globalstar-2 am 8. Oktober und der vorgezogene Start von Progress M-13M.
War nicht auch ein GloNaSS-M-Start für die nächste Zeit geplant. Oder will man den nicht starten, weil man im vergangenen Jahr hier schon Verluste zu beklagen hatte? Die Globalstars als "Versuchskanninchen"? ;)
Sind eigentlich die russischen Frachter auch irgendwie versichert (oder zumindest die Fracht)?
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Die suche nach Trümmern ist sehr schwierig, da in dem betreffendem Gebiet schlechtes Wetter mit Nebel herrscht.
Bei Untersuchungen von Wasser aus Flüssen und Bodenproben sind bis jetzt keine Treibstoff-Rückstände des
PROGRESS gefunden.
Die Vegetation, die meist aus bis zu 2 Meter hohen Gras besteht, lässt eine Suche nur vom Flugzeug /
Hubschrauber zu.
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GLONASS soll mit einer 2.1b und Globalstars mit 2.1a starten - eigentlich kein richtiger Test,
da die Oberstufen anders aufgebaut sind...
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GLONASS soll mit einer 2.1b und Globalstars mit 2.1a starten - eigentlich kein richtiger Test,
da die Oberstufen anders aufgebaut sind...
Wenns am Gasgenerator lag ist die 2.1a schon ein Test - die hat schließlich auch noch das RD-0110 Triebwerk verbaut. GLONASS gilt ja jetzt auch nicht als Testflug, nur Progress M-13M (Sojus-U) und Globalstar (Sojus-2.1a)
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ist nicht in der SOJUS 2, ob a oder b prinzipiell das RD 0124 in der dritten Stufe...
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ist nicht in der SOJUS 2, ob a oder b prinzipiell das RD 0124 in der dritten Stufe...
Nein, das RD-0124 fliegt bislang ausschließlich in der Sojus-2.1b. Zukünftig wird es auch in der Sojus-STB, Sojus-2.1v und Angara (als RD-0124A) eingesetzt werden
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Der Druckabfall war wohl schon im Tank und der Gasgenerator soll dafür verantwortlich sein:
http://news.windowstorussia.com/gas-generator-failure-blamed-for-progress-transport-ship-accident.html (http://news.windowstorussia.com/gas-generator-failure-blamed-for-progress-transport-ship-accident.html)
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ist nicht in der SOJUS 2, ob a oder b prinzipiell das RD 0124 in der dritten Stufe...
Nein, das RD-0124 fliegt bislang ausschließlich in der Sojus-2.1b. Zukünftig wird es auch in der Sojus-STB, Sojus-2.1v und Angara (als RD-0124A) eingesetzt werden
Und vom unterschiedlichen Funktionsprinzip abgesehen, beide, also das RD-0110 und das RD-0124 haben Gasgeneratoren, beide vom gleichen Hersteller Kosberg Design Bureau.
(http://img88.imageshack.us/img88/1509/rd0110rd0124.png) (http://imageshack.us/photo/my-images/88/rd0110rd0124.png/)
Uploaded with ImageShack.us (http://imageshack.us)
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Hi,
die moeglichen Folgen der fehlgeschlagenen Progress Mission werden nun hier diskutiert: Klick (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10223.0)
In diesen Thread bitte nur noch Beitraege, welche direkt mit der Progress Mission und der Fehleraufklaerung zu tun haben.
Cheers
Martin
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Sucht man nach den Überresten eigentlich auch mittels Sateliten(bildern)? Macht sowas überhaupt Sinn? Wie groß ist eigentlich die Fläche, auf der man wahrscheinlich Suchen muss, bzw auf denen man meint, dass die Überreste niedergegangen sein müssten?
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Laut dieser Meldung, aber auch bei NovKos, wird nun eine defekte Schweißnaht als wahrscheinlichste Ursache des Absturzes gehandelt. Die Untersuchungskommission geht zur Zeit dieser möglichen Ursache eines Druckverlustes im System nach. Dies könnte Prüfungen der Rohrverbindungen bei allen bisher verbauten RD-0110 Triebwerken in noch zu startenden Sojus-Raketen nach sich ziehen.
http://www.vz.ru/society/2011/9/6/520222.html (http://www.vz.ru/society/2011/9/6/520222.html)
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Die Untersuchungskommission hat um eine Fristverlängerung bis
zum 8.9. gebeten
Laut Ria Nowosti (http://ria.ru/science/20110906/431201308.html) sollten eigentlich
schon heute, am 06.09., die Ergebnisse bekannt gegeben werden.
Es sollen aber noch in der "Woronescher Mechanischen Fabrik"
(Воронежского механического завода - ВМЗ -> Woroneschskowo Mechanitscheskowo Sawoda WMS)
verschiedene Simulationen / Untersuchungen durchgeführt werden, darunter Tests auf Prüfständen,
wobei verschiedene Varianten des Unfalls simuliert werden.
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Das Ergebnis der Untersuchungen auf Russisch:
http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17835 (http://www.federalspace.ru/main.php?id=2&nid=17835)
Wer kann uns in Kenntnis setzen? ;)
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Hallo Freunde,
Wer kann uns in Kenntnis setzen?
... so lese ich das Ergebnis der Untersuchungskommission:
(...)
Als Ergebnis der organisatorischen und technischen Maßnahmen hat die Kommission festgestellt, dass die Vorbereitung von Baugruppen, der technischen Systeme und von Startplatz und Start der "Soyuz-U" im Einklang mit den operativen Dokumentationen standen.
Der Start und der Flug der ersten und zweiten Stufe der Trägerrakete verliefen normgerecht, die Systeme der Flugsteuerung haben die Rakete auf der gewünschten Bahn gehalten. Die Trennung der beiden ersten Stufen lief gut nach dem Standard-Schema in der vorgesehenen Zeit ohne Probleme.
Auf der Grundlage der Analyse des Verhaltens der Parameter, die das Arbeiten des Antriebssystems der dritten Stufe charakterisieren, und der Telemetriedaten wird der Schluss gezogen, dass eine Einschränkung der Kraftstoffzufuhr des Gasgenerators durch Verschmutzung seiner Zuleitung vorlag. Dies führte zu einer Verletzung der Arbeitsbedingungen und zur Verringerung der Triebwerks-Parameter, das sich dann auf den Befehl "Not-Abschalten des Triebwerks" abschaltete.
Die Mitglieder der Kommission haben festgestellt, dass dieser aufgetretene Herstellungsfehler zufällig ist. Doch die Entscheidung über seine Einstufung als einmaliges Ereignis sollte erst nach einer Gegenprüfung vorgenommen und der Durchführung von Folgemaßnahmen nach einem speziellen Programm aller Zuarbeiten für die hergestellten Triebwerke.
Die Kommission empfiehlt die Entwicklung eines kohärenten Programms zur Überwachung dieses Typs von Treibwerken und das einen Rückschluss auf die Möglichkeit der Verwendung jedes von ihnen für unterschiedliche Zwecke geben kann.
Die Kommission hat weiterhin vorgeschlagen, zusätzliche Maßnahmen zu entwickeln, um den Status der Einheiten der neuen Motoren in ihrer Konstruktion und Fertigung, einschließlich der Installation durch Videoüberwachung am Arbeitsplatz in der Endmontage zu kontrollieren.
Im Ergebnis der Arbeit der Regierungskommission wurde der Direktor von Roskosmos aufgefordert, einen Zeitplan für Verbesserungen und die Start-Bereitschaft der Trägerraketen "Sojus" zu erarbeiten, auf dessen Basis das vorgesehene Programm zukünftiger Starts von Raumfahrzeugen geplant werden kann, einschließlich der Thematik der bemannten Flüge.
Die Meldungen, nach denen die Leitung für die Treibstoffpumpe der 3. Stufe verstopft bzw. nicht sauber geschweißt war, also ein Produktionsfehler vorlag, wird hier allgemein bestätigt. ... und die verschärfte Qualitätssicherung in allen Zulieferbetrieben gefordert.
... so lese ich das... HausD 3.OG
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Laut letzter Meldung http://en.rian.ru/russia/20110909/166558139.html (http://en.rian.ru/russia/20110909/166558139.html) soll eine verstopfte Treistoffleitung der Grund der Versagens gewesen sein.
Die Untersuchungskommission empfiehlt zusätzliche Kontrollen, um Defekte an anderen Triebwerken auszuschließen.
Gruß,
R2-D2
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Wenn man den Bericht also richtig verstehe, empfielt man das Gleiche was man schon bei einem Ariane 4-Fehlstart empfohlen hat, als eine Leitung verstopft wurde und deswegen die Rakete explodierte, oder?
Gibt es schon dazu eine Stellungnahme seitens Roskosmos?
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Eigentlich sind das typisch Maßnahmen, wenn man ein Qualitätsproblem feststellt, ohne dass Konstruktion oder Design in Frage stehen. Man ergreift dann Maßnahmen, um den immer möglichen (und hier dann aufgetretenen) Zufall abfangen zu können.
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Gibt es schon dazu eine Stellungnahme seitens Roskosmos?
Das ist die Stellungnahme von Roskosmos ;)
Gruß,
KSC
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Google Translate des Abschlussberichts sagt:
Die Kommission empfiehlt die Entwicklung einer kohärenten Programm auf diese Art von Bürstenmotoren Steuerung und geben Gutachten über die Möglichkeit der Verwendung von jeder von ihnen für andere Zwecke.
Was sind denn Bürstenmotoren? Oder ist das ein Übersetzungsfehler?
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Was sind denn Bürstenmotoren? Oder ist das ein Übersetzungsfehler?
Das sind Elektromotoren, die mit Gleichstrom betrieben werden. Am Kommutator, also der sich drehenden Komponente sitzen dort Bürsten als Schleifkontakte. Die sind so angeordnet, dass sie während der Drehung die Polung der Ankerwicklungen so wechseln, dass immer diejenigen Wicklungen von Strom entsprechender Richtung durchflossen werden, die sich quer zum Erregerfeld bewegen.
Die Bürsten sind aus einem Material gefertigt, welches verschleißarm eine gute Kontaktierung ermöglichen muss - i.d.R. Graphit, manchmal mit Kupferpulver gemischt.
Grüße,
Olli
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@pikarl: HausD hat den Artikel doch auf deutsch übersetzt in Beitrag #57. Da steht nichts von Bürstenmotoren, vielleicht hat Google hier einen Fehler gemacht. ;)
Hier der Satz den du meinst:
Die Kommission empfiehlt die Entwicklung eines kohärenten Programms zur Überwachung dieses Typs von Treibwerken und das einen Rückschluss auf die Möglichkeit der Verwendung jedes von ihnen für unterschiedliche Zwecke geben kann.
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Was sind denn Bürstenmotoren? Oder ist das ein Übersetzungsfehler?
Ich nehme das stark an denn "задела двигателей" wird mit "Bürstenmotor" und "задела" alleine mit "verletzt" also sinngemäß beschädigter (Raketen-) Motor übersetzt.
Das daraus ein Kollektormotor wird ist ja auch fast plausibel. Soweit Google-Translate ;)
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Halli-Hallo,
auf diese Art von Bürstenmotoren Steuerung
... als ich Bürstenmotoren gelesen habe , hab ich mich gekugelt!
-Hat jemand schon den offenen Kommutator-"Bürsten-Motor" mit Seilzug-"Steuerung" und den verstopften "Darm" 3. Stufe entdeckt? -"Bürsten-Motor"en machen auch -"Bürsten-"Feuer, war das die Ursache ? ? ?
Ich gehe davon aus, dass kein -"Bürsten-Motor" im Triebwerk verbaut ist!
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((ignis quis vir = Latein) übersetzt es doch mal, Feuer wer Mann... das ist "Küchenlatein")
...aber dieses Typs von Treibwerken
ist auch nicht schlecht, das sind doch (Raketen)-Triebwerke...!!!
Noch ein Tip: Ü-googelt mal hin zurück und wieder her, wenn es geht mehrere Male, ist lustich!
Viel Spaß HausD
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So weit, so relativ zufrieden stellend. Maß aller Dinge bleiben trotzdem die nächsten beiden unbemannten Flüge.
Frage an jene, die sich mit den Sojus-Fertigungsprozessen auskennen: wie weit ist die Fertigung der beiden Trägerraketen zum augenblicklichen Zeitpunkt? Sprich: finden die verbesserten Qualitätskontrollen auf ihre Fertigung Anwendung? Oder sind die entscheidenden Komponenten bereits gefertigt und müssen nun auf Fehler überprüft werden?
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...wegen der Bürsten-Motoren habe ich nochmal im französischen Forum nachgeschaut.
Der Kommentar zur Roskosmos Presse-Mitteilung dort:
...damit komme ich nicht klar, mal sehen was weiter von offizieller Stelle dazu gesagt wird...
(es geht den Menschen wie den Leuten) Salut (salüh) HausD
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wie weit ist die Fertigung der beiden Trägerraketen zum augenblicklichen Zeitpunkt?
abgeschlossen. Die Raketen sind bereits komplett an die Startplätze geliefert worden. Die Überprüfungen werden also in Baikonur/Plessezk durchgeführt werden.
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Verstehe. Danke. Nun weiß ich nicht, wie aufwendig ich mir das vorstellen muss an der fertiggestellten Rakete zur wahrscheinlichen Fehlerquelle vorzudringen und sie zu prüfen. Wie kompliziert und zeitaufwendig ist das?
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Ich könnte mir vorstellen, dass dies schon recht kompliziert wird. Um Schweißnähte in Treibstoffleitungen zu kontrollieren, müsste man vielleicht eine Art Röntgensonde einsetzen? Wenn es dagegen nur darum geht, zu kontrollieren, ob die Leitung innen frei ist, tut es auch ein Videoendoskop.
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Man kommt da ran...
Hier mal ein Bild aus dem NovKos-Forum, das den fraglichen Bereich zeigt.
Der Gasgenerator ist "das runde Ding " in der Mitte.
(http://s001.radikal.ru/i193/1108/10/baee2c544a5ft.jpg)
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Bitte entschuldige, das ist nicht respektlos gemeint, gar nicht, aber wenn man in 'nem Heizungskeller die Abdeckung von der Anlage nimmt, dann bietet sich dem ungeschulten Laien ein ähnliches Bild... es haut mich immer wieder um wie unspektakulär mechanisch und robust klemptnerisch die Konstruktion ist mit der man so ganz und gar nicht unspektakuläre Dinge erreichen kann!
Du meinst also, dass der technische und zeitliche Aufwand sich doch in Grenzen hält?
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Die bemannten Flüge sollen Mitte Oktober wieder aufgenommen werden:
http://online.wsj.com/article/SB10001424053111903285704576561434239348362.html (http://online.wsj.com/article/SB10001424053111903285704576561434239348362.html)
Man gibt sich jetzt wohl mit einem Testflug bereits zufrieden.
Das würde ich auch für vertretbar halten. Die Sojus-Rakete ist trotz des Absturzes ein gut konstruiertes Gerät. Nachdem man die Unfallursache erkannt hat, und Maßnahmen zur Sicherstellung der Qualität getroffen hat, gibt es eigentlich keine Notwendigkeit für mehrere Testflüge.
Das würde keine zusätzliche Sicherheit bringen, da der Schaden sich ja nicht auf die Konstruktion, sondern nur auf die jeweils individuelle Vorbereitung eines Fluges bezieht. Und dieses Risiko einer ungenügenden Qualität in der Vorbereitung besteht bei jedem Flug neu, unabhängig davon, wieviele Starts vorher positiv verliefen.
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Hallo XWING2002, Hallo Freunde,
wie unspektakulär mechanisch und robust klemptnerisch die Konstruktion ist
eben das zeichnet eine gute Konstruktion aus!
Eine Konstruktion, die kurzzeitig die 90-fache Erdbeschleunigung aushalten muss, ohne zu zerbröseln.
... und dabei noch übersichtlich ;) , ich erinnere an Karl Valentins Erkenntnis zu Isopropyl-isophenyl-propanol-Tabletten: So einfach, und man kann sich's doch nicht merken! ... wenn mans weis. Doch auf jadkas Bild sind ja Zettelchen als Wegweiser auch auf dem runden zylindrischen Ding...?
Gruß HausD
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Mich erinnert es an ein anderes Zitat:
"Die Genialität einer Konstruktion liegt in ihrer Einfachheit. Kompliziert bauen kann jeder." - Sergej P. Koroljow (http://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Pawlowitsch_Koroljow)
Gruß, Klaus
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Der Mann musste es wissen, er war genial und erfinderisch zugleich.
Es bleibt eben eine Abwägung zwischen dem, was möglich ist und dem, was nötig ist. Und das mögliche muss nicht zwangsläufig ein Fortschritt sein. Manchmal fällt einem das eben wieder auf... wie zum Beispiel in der Betrachtung des Bildes, das jakda geposted hat.
Ich würde übrigens Berliner zustimmen wollen. Ich hab' zwar geschrieben, der Maßstab bleiben die Testflüge, aber es ist plausibel, dass bei einer lokalisierten Ursache eine lokale Kontrolle ausreichend ist... da das System an sich ja außer Frage steht. Und dann macht es keinen Unterschied, ob man einen Testflug macht oder fünf oder zwanzig.
Wenn man den diagnostizierten Fehler ausschließen kann, dann ist man de facto wieder auf dem Sicherheitsniveau von vor dem Unglück. Und das lautet: Raumfahrt immer gefährlich, aber das menschenmögliche gegen die Gefahr getan.
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Aus der Portalmeldung:
"Untersuchungsergebnis zum Progress-Fehlstart
(...)
Die Verringerung der Triebwerksleistung wurde vom System festgestellt und daraufhin eine automatische Notabschaltung vorgenommen. Das Raumschiff trennte sich von der 3. Stufe, hatte aber noch keine ausreichende Geschwindigkeit, um in einen stabilen Orbit zu gelangen. Auch die Flugrichtung war dafür noch nicht geeignet.
(...)"
Bestätigt genau das, was von Ruhri und Jakda hier schon mehrfach gepostet wurde. Hätte es sich um eine bemannte Mission gehandelt, wäre die Besatzung gerettet geworden.
Grüsse
Wilhelm
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Laut letzter Meldung http://en.rian.ru/russia/20110909/166558139.html (http://en.rian.ru/russia/20110909/166558139.html) soll eine verstopfte Treistoffleitung der Grund der Versagens gewesen sein.
Wie kann eine Treibstoffleitung in einer Rakete verstopfen? Eisbildung? Oder kann auch Schmutz aus der Fertigung hängenbleiben?
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Verschmutzung oder Einengung trifft es wohl besser. Es wäre möglich, dass beim Schweißen überschüssiges Metall eine Einengung geschaffen hat. Aber auch Verschmutzungen sind nicht auszuschließen. Vielleicht muss man das entsprechende Teil erst in den Weiten der Tundra finden, um genaues sagen zu können.
Ein Lappen wird es wohl nicht gewesen sein.
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Wieviel Zeit ist denn zwischen Zündung und Abschalten vergangen? Trat der Fehler gleich am Anfang auf, oder nach einiger Betriebszeit?
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Hallo Freunde,
Wieviel Zeit ist denn zwischen Zündung und Abschalten vergangen?
...nachdem was ich heraus gelesen habe, ist vom Gasgenerator, der die Turbopumpe an"wirft" durch eine wie auch immer gestaltete Querschnittsverengung die Pumpenleistung nicht erreicht worden. Bei der ersten Stufe der Sojus mit den "großen" Pumpen sind es einige Sekunden bis diese Nenndruck erzeugen. Die Turbopumpen der 3. Stufe sind nur 1/2 - 1/4 so groß, daher schneller zu starten und auf Sollleistung zu bringen - mein Tipp : innerhalb (-)1 sec, dann hat es schon das Notaus gegeben. - Das ist meiner Meinung nach noch vor der offiziellen Zündzeit gekommen.
Erschwerend ist sicher dazu gekommen, dass alle anderen vorbereitenden Treibstoffeinspeisungen auch in diesen sehr engen Zeitrahmen passieren müssen und auch schon die Lunte gebrannt hat (s. Feuerzauber beim STS-Start).
Grüße HausD
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Den Gasgenerator brauchst du nicht nur zum Starten. Das ist eine Gasturbine, welche die Turbopumpe antreibt, quasi der Motor der Turbopumpe, nicht der Anlasser. Das Abgas diese Turbine dient zudem der Druckhaltung des Treibstofftanks.
Gruß,
KSC
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Hier noch ein Bild eines RD-0110 Triebwerks.
(http://www.russianspaceweb.com/images/rockets/soyuz/stage3/rd_0110_1.jpg)
Wenn ich mir die recht dünnen Leitungen so anschaue dann kann ich mir gut vorstellen, dass da mal etwas verstopft. Ein paar Späne der Fertigung, die als Kristallisationskeime fungieren, und die Leitung ist zu.
Die vier Haupt- und Steuer-Düsen werden zentral durch ein einzelnes Turbopumpensystem (Sauerstoff und Kerosin sowie Gasgenerator) betrieben, was null Redundanz bedeutet. Das würde im Prinzip auch bedeuten, dass durch den Triebwerksausfall, wie bei der Progress geschehen, bei einer bemannten Mission Astronauten nicht in eine lebensgefährliche Situation gebracht werden können. Sonst müssten ja redundante Systeme vorhanden sein. Oder wie seht ihr das? Ohne die Redundanz wurde bisher bestimmt viel mehr Geld eingespart als der Fehlschlag nun gekostet hat.
Hier noch eine Grafik über den Zeitpunkt des Fehlers:
(http://www.esa.int/images/Image2copy.jpg)
Quelle: ESA (http://www.esa.int/esaCP/SEM6GJUTTRG_index_1.html)
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Jedes Triebwek macht, bevor es in eine Rakete integriert wird, einen Bodenlauf (zumindest in Europa). Der Fehler (Verunreinigung) müsste dann bei der Integration aufgetreten sein, wenn die Funktion des Triebwerks beim Hersteller vorher so getestet wurde.
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Weiß jemand sicher, dass auch die russischen Triebwerke ausnahmslos getestet werden? Und wie lange läuft der Motor bei einem solchen Testlauf?
Ansonsten gilt ja, dass sich Fehler bei Flüssigkeitstriebwerken zumeist entwickeln, man also eine gewisse Reaktionszeit hat.
Bei diesem Flug war das ja auch so, dass das Triebwerk abgeschaltet wurde und sich das Raumschiff von der Oberstufe trennte. Da wäre im bemannten Falle anschließend eine "normale Notlandung" möglich gewesen (mit sicherlich höheren Bremsbeschleunigungen und unplanmäßigem Landeort).
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Was bisher ja auch immer noch unklar ist: Wurde das Triebwerk abgeschaltet, weil der Druck im Treibstofftank zu gering war und es deswegen evtl. zu Kavität in der Turbopumpe gekommen ist, oder hat die Turbopumpe zu wenig Druck geliefert, oder beides.
Wenn es der Druck im Tank war, dann müsste das Problem im Abgasbereich der Gasturbine liegen. Ob das beim Qualifikationstest auffallen müsste weiß ich nicht.
Gruß,
KSC
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Inzwischen haben die Such-Teams im Altai-Gebirge einige Fragmente gefunden, die möglicherweise vom verunfallten M-12M stammen. Ganz sicher ist man sich aber noch nicht und will das zunächst noch genauer prüfen:
http://ria.ru/incidents/20110914/437269007.html (http://ria.ru/incidents/20110914/437269007.html)
http://www.facebook.com/pages/Roscosmos/125342950826952?sk=wall (http://www.facebook.com/pages/Roscosmos/125342950826952?sk=wall)
In den nächsten Tagen wird die Suche fortgesetzt.
Gruß
Holi