Raumcon
Raumfahrt => Organisationen, Unternehmen und Programme => Thema gestartet von: tomtom am 13. Mai 2026, 09:51:11
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Ein Artikel analysiert die Situation für die ESA, die durch den mehr oder weniger überraschenden Abbruch des Lunar Gateway Projekts entstanden ist.
Die ESA hat bisher ca. 3-4 Mrd $ in die Entwicklung ihrer Komponenten gesteckt und der ESA-Rat will bis Juni 2026 entscheiden, wie es damit weitergehen soll.
Die einfachste Variante wäre, die Komponenten in das NASA-Programm einzubringen und anzupassen, was aber den Nachteil hätte, dass man als Junior-Partner genauso abhängig wäre vom Wohl und Wehe der NASA-Politik wie im Fall des Lunar Gateway.
Die alternative Variante wäre ein multilaterales Vorgehen der "Raumfahrtagenturen der zweiten Reihe" (ESA/JAXA/CSA/ISRO/ua.), um ein selbständiges Projekt auf die Beine zu stellen, dass nicht von der NASA-Politik abhängt. Thematisiert wird dazu eine eigenständige Mondstation. (scheint mir allerdings zu ambitioniert). Das Konsortium der Agenturen sollte nach dem Vorbild des CERN bzw. ITER geführt werden (Stimmrecht gemäß finanzieller Beteiligung).
Obwohl alle auf der Suche nach Kooperationen sind, hat diese Variante bisher noch niemand geäußert oder einen Namen gegeben.
Dabei müsse bis Juni kein Konsortium gegründet werden, vielmehr eine Machbarkeitsstudie entwickelt werden, aber vor allem müsse ein politisches Mandat der Mitgliedsländer dazu erfolgen.
https://www.thespacereview.com/article/5221/1
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ESA-Chef Aschbacher nimmt zu den geänderten Plänen der NASA in einem Artikel Stellung und plädiert für eine autonome bemannte Raumfahrt.
Er räumt ein, dass Europa trotz der strategischen Konzepte wie Explore2040 die Ambitionen nie wirklich beschlossen und verfolgt habe, warnt aber vor den Kosten der Untätigkeit. Europa müsse einig zusammenarbeiten und warnt bei der Mondexploration und anderen Missionen vor einsamen nationalen Sonderwegen.
https://www.linkedin.com/pulse/we-pilots-passengers-josef-aschbacher-5mxxf
Ok, ist jetzt auch nur ein weiterer Appell.