Raumcon
Raumfahrt => Fragen und Antworten: Raumfahrt => Thema gestartet von: Reinraum am 26. Dezember 2017, 17:36:19
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kann mir jemand das Massenverhältnis bei Raketentreibstoff erklären?
Wenn Wasserstoff im Mischungsverhältnis von 0,9 und einmal 5.3 verbrannt wird.
Wieviel ist von ein KG Treibstoff jetzt Wasserstoff und Sauerstoff?
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kann mir jemand das Massenverhältnis bei Raketentreibstoff erklären?
Wenn Wasserstoff im Mischungsverhältnis von 0,9 und einmal 5.3 verbrannt wird.
Wieviel ist von ein KG Treibstoff jetzt Wasserstoff und Sauerstoff?
Mischungsverhältnis Sauerstoff zu Wasserstoff =O/F =OF
Dann gilt:
mH2 = 1/(OF+1)
mO2 = OF /(OF+1)
O/F = 0,9 gilt etwa für Gas Generatoren (z.B. Vulcain)
O/F = 5,3 gilt etwa für Brennkammern (z.B. Vulcain)
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Ahm, verstehe ich leider nicht. kann jemand mal ein Beispiel aufstellen?
Also der Generatoren von Vulcain verbrennt 8.1 KG H2/02 in ein Mischungsverhältnis von 0.9
Wieviel ist davon nun H2 und o2?
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Hat den Keiner Rat?
Ich verstehe einfach nicht diese Massenverhältnis Angaben bei Raketentreibwerken nicht.
Nach dieser Seite https://www.bernd-leitenberger.de/raktreib3.shtml (https://www.bernd-leitenberger.de/raktreib3.shtml)
1 Mol Wasserstoff 2 g wiegen und ein Mol Sauerstoff 32 g erhält man so ein Massenverhältnis von 1 zu 8
Warum zu Hölle kommen da jetzt ein Massenverhältnis von 1 zu 8 zustande? Von der Masse her müssten es eigentlich 1 : 16 und von Volumen 1 : 2 sein und nicht 1 zu 8!
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Es kommt auf das Mischungsverhältnis. Das stöchiometrische Mischungsverhältnis ist, wenn man 2 H2 mit 1 O2 verbrennt, dann hat man genau 2 H2O. Ein H2 besteht aus 2 Wasserstoffatomen (Protonen) und hat daher Masse 2. Ein O hat Ordnungszahl 16 und besteht aus 8 Protonen +8 Neutronen, macht insgesamt eine Masse von 16x2. Ein Proton und ein Neutron sind fast gleich schwer. 32/4=8.
2 H2 + O2 -> 2H2O
Bei Raketentriebwerken wird aber das Mischungsverhältnis mit einem höheren Wasserstoffanteil gefahren, weil das die Ausströmgeschwindigkeit erhöht, damit sinkt also das O/F und man kommt zu O/F=5,3.
Die maximale Ausströmgeschwindigkeit wird bei noch kleinerem O/F-Verhältnis erreicht, ist aber wegen des gigantischen Wasserstofftanks dann nicht mehr praktikabel und führt zu einer sinkenden Leistung des Gesamtsystems aufgrund zu schwerer Tanks.
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Hat den Keiner Rat?
Ich verstehe einfach nicht diese Massenverhältnis Angaben bei Raketentreibwerken nicht.
Nach dieser Seite https://www.bernd-leitenberger.de/raktreib3.shtml (https://www.bernd-leitenberger.de/raktreib3.shtml)
1 Mol Wasserstoff 2 g wiegen und ein Mol Sauerstoff 32 g erhält man so ein Massenverhältnis von 1 zu 8
Warum zu Hölle kommen da jetzt ein Massenverhältnis von 1 zu 8 zustande? Von der Masse her müssten es eigentlich 1 : 16 und von Volumen 1 : 2 sein und nicht 1 zu 8!
Es entsteht Wasserdampf H2O, also ein Mol H2 plus ein halbes Mol O2. Ergibt ein Massenverhältnis O/F von (32/2) / 2 = 8
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Es kommt auf das Mischungsverhältnis. Das stöchiometrische Mischungsverhältnis ist, wenn man 2 H2 mit 1 O2 verbrennt, dann hat man genau 2 H2O. Ein H2 besteht aus 2 Wasserstoffatomen (Protonen) und hat daher Masse 2. Ein O hat Ordnungszahl 16 und besteht aus 8 Protonen +8 Neutronen, macht insgesamt eine Masse von 16x2. Ein Proton und ein Neutron sind fast gleich schwer. 32/4=8.
2 H2 + O2 -> 2H2O
Bei Raketentriebwerken wird aber das Mischungsverhältnis mit einem höheren Wasserstoffanteil gefahren, weil das die Ausströmgeschwindigkeit erhöht, damit sinkt also das O/F und man kommt zu O/F=5,3.
Die maximale Ausströmgeschwindigkeit wird bei noch kleinerem O/F-Verhältnis erreicht, ist aber wegen des gigantischen Wasserstofftanks dann nicht mehr praktikabel und führt zu einer sinkenden Leistung des Gesamtsystems aufgrund zu schwerer Tanks.
Die maximale spezifische Leistung, ausgedrückt in spez. Impuls (Schub pro verbrauchter Treibstoffmasse) hängt im wesentlichen von der Verbrennungstemperatur und vom Molgewicht der Mischung der entstehenden Verbrennungsprodukte ab. Für Mischungsverhältnis kleiner 8 sind dies im wesentlichen H2O, Molgewicht 18, und H2, Molgewicht 2. Die Zusammensetzung ändert sich auch noch durch die Entspannung in Brennkammer und Düse, da die chemische Reaktion eine endliche Geschwindigkeit hat. (Kinetik) Daher ergibt sich der höchste Isp je nach Entspannungsverhältnis bei unterschiedlichen Mischungsverhältnissen.
Dazu kommt, wie tobi schreibt, eine Gesamtoptimierung auf Stufenebene, bei der die Treibstofftank-Masse eingeht. Dazu gehört dann auch z.B. die nötige Tankbedrückung.
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Thread umbenannt zu einer ordentlichen Frage.