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Astronomie => Technik & Wissenschaft: Astronomie => Thema gestartet von: Gertrud am 04. Dezember 2012, 01:38:40

Titel: Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop
Beitrag von: Gertrud am 04. Dezember 2012, 01:38:40
Hallo Zusammen,
Australien erprobt neues Radioteleskop
das Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop  besteht aus einem Viertel der vorgesehen Antennen,die jetzt schon getestet wurden. Bis zum Februar 2013 soll das MWA, welches bis dahin mit rund 2000 Funkantennen über 3 km verteilt errichtet wird, voll einsatzfähig sein. Das Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop könnte dann die Wissenschaftler vor den  Ausbrüchen der Korona der Sonne bis zu 20 Std. vorher warnen. Diese Informationen werden dann benutzt, um eine Neuausrichtung der Satelliten vorzunehmen oder andere Kommunikations-Systeme zu schliessen.
(https://media.raumfahrer.net/upload/2023/10/30/20231030020641-a9ce881e.jpg)
Credit:Natasha Hurley-Walker
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:MWA_32T_Tile.jpg&filetimestamp=20120213055932 (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:MWA_32T_Tile.jpg&filetimestamp=20120213055932)

Der ideale Standort für den Niederfrequenz-Radioempfang dieser ganz neue Arte von Teleskop liegt in einer abgelegenen, dünn besiedelten Lage fast 800 km nördlich von der westlichen Stadt Perth. Das Team des MWA hat das Radio-Tracking-Konzept mit FM-Signale von der International Space Station, die mehr als 100 Meter breit sind, getestet. Das Team konnte die Umlaufbahn deutlich verfolgen. Aufgrund des außergewöhnlich breiten Sichtfeldes kann das MWA kontinuierlich Objekte verfolgen und nicht nur die Umlaufbahn berechnen. Es wurden Vorversuche bei der Verfolgung von Weltraumschrott durchgeführt. Bei den ersten Beobachtungen erhielten die Wissenschaftler sehr gute Daten. Die Forscher wissen jetzt, dass diese Verfolgung funktioniert. Die Technik sollte dafür etwas verfeinert werden, damit sie dann in der Lage sind, Objekte bis zu 10 Zentimeter zu erfassen. Die Wissenschafler halten es für möglich, fast den gesamten Weltraummüll in einer Nacht verfolgen zu können.
Quellen:
http://www.news24.com/Technology/News/Australia-unveils-new-radio-telescope-20121201 (http://www.news24.com/Technology/News/Australia-unveils-new-radio-telescope-20121201)

http://www.newscientist.com/article/dn22550-junk-radio-signals-track-all-space-debris-in-one-go.html (http://www.newscientist.com/article/dn22550-junk-radio-signals-track-all-space-debris-in-one-go.html)

http://de.wikipedia.org/wiki/Murchison_Widefield_Array (http://de.wikipedia.org/wiki/Murchison_Widefield_Array)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop
Beitrag von: Tuner am 04. Dezember 2012, 23:09:28
Hallo Gertrud,

ich hab die Links nur überflogen, falls ich total daneben liege, schicke ich Dir die Adresse für den Aschekübel  :D

das Ding sieht wie eine "passive Empfangsstation" aus, es nutzt zwar die elektronisch steuerbare Richtcharakteristik (Strahlschwenkung) eines Phased Arays, hat aber keine "aktive Zielbeleuchtung", es sendet also nicht wie ein Radar. Aber es gibt ja genügend Elektrosmog im Bereich bis 300 MHz, z.B. TV im Band I und III. Wie man aber Objekte von ca. 10 cm auflösen möchte ist mir noch unklar, ich habe mal gelernt dass es unterhalb der Wellenlänge des beleuchtenden "Lichts" nicht möglich ist (das wären bei 100 MHz ca. 3m, bei 300 MHz ca. 1m). Aber OK, ich lasse mich gern belehren, man fertigt heute schließlich auch Halbleiter in 22nm Strukturen und beleuchtet die Masken mit 193nm ArF Lasern, die Tricks [Wunsch an] möchte ich gern auf die Astronomie angewandt sehen [Wunsch aus]

Liebe Grüße
Sven
Titel: Re: Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop
Beitrag von: Gertrud am 04. Dezember 2012, 23:57:12
Hallo Tuner,
in dem neuen Link wird beschrieben,
das MWA Signale im niedrigen Frequenzbereich von 80 bis 300 Megahertz erfasst. Die Wissenschaftler wollen damit auch einen Rückblick auf die Zeit nach dem Urknall erforschen. So liest sich alles in meinen laienhaften Augen sehr nach einem vielseitig verwendbare Anlage.
- frühe Warnung vor den Sonnenflaren
- Erfassung und auch Verfolgung von dem Weltraumschrott
- die Erforschung nach dem Urknall
http://www.cosmosmagazine.com/news/6229/australian-telescope-could-see-space-debris-detect-solar-storms (http://www.cosmosmagazine.com/news/6229/australian-telescope-could-see-space-debris-detect-solar-storms)

Dann wäre auch noch zu bedenken,
das sich diese riesige Anlage mit dem SKA die Datenverarbeitung und die Infrastruktur teilt.
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10054.msg242341#new (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10054.msg242341#new)

https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1124.msg230571#new (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=1124.msg230571#new)

Leider kann ich zu Deinen technischen Ausführungen nichts ausführen. Vielleicht verfügt ein anderer Leser über das Fachwissen dazu. :)

Aber für die Adresse zu dem Aschekübel hätte ich schon Verwendung...  ;D
Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop
Beitrag von: dksk am 24. April 2017, 19:50:08
Es ist schon eine gewisse Zeit, seit dem Aufbau des Antennenfeldes vergangen.

Natasha Hurley-Walker berichtet mit großer Begeisterung und auch durchaus für Nichtspezis nachvollziehbar, wie sie zur Astronomie kam, die Realität mit ihren Wünschen und Erwartungen verglich und über die ersten komplexen Ergebnisse am Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop.
Sie berichtet über Probleme, Herausforderungen und Lösungen. Bei 3:27 imitiert sie perfekt eine Sirene am Rettungsfahrzeug bei Erklärung zur Tonhöhe / Dopplereffekt.
Rotverschiebung, Blauverschiebung, sichtbares Spektrum, Staub etc. pp
Ab 6:40 wird der Aufbau des Murchison Widefield Array nochmal dargestellt.
Ab 8:50 auch sehr schöne Nachtaufnahmen des Sternenhimmels über dem Antennenfeld.
Durch die Nutzung neuer Techniken, insbesondere der Datenerhebung und Verarbeitung ergeben sich ja in der heutigen Zeit unendliche Möglichkeiten was daraus zu machen. Wichtig ist aber, es bedarf kluger Kopfe die die Ideen zur Datenerhebung haben und genauso kluger Köpfe diese Daten verarbeiten können, sie zu interpretieren und zu verstehen. Die neue Technik macht nicht mehr möglich, als das, was der Mensch hinten raus durchdenken kann.
Je tiefer wir in den Himmel „sehen“ können und je schärfer wir „abbilden“ können, umso eher kommen wir auch an die „Sättigung“.



Das ist mal ein souveräner Vortrag.

dksk
Titel: Re: Murchison Widefield Array (MWA) Radioteleskop
Beitrag von: Gertrud am 01. November 2018, 13:17:38
Hallo Zusammen,

Die synchronisierten Teleskope ermöglichten das detektieren der mysteriösen schnellen Radio Burst am Himmel.

Bitte in dem Thread Australian Square Kilometer Array Pathfinder (ASKAP) weiter lesen.
https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10054.new#new (https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10054.new#new)

Mit den besten Grüßen
Gertrud